Wo ist denn die andere Gärtnerin?

Hier ist sie! (Stellen Sie sich bitte vor, wie ich wild Arme schwenkend im zugewucherten Garten auf und ab springe)

Ich muss gestehen, die Sache mit dem Gärtnern (und dem darüber Bloggen) ist sehr vernachlässigt worden. Alles begann damit, dass dieser verrückte, mittlerweile gar nicht mehr so kleine Hund bei uns einzog, der mir die kostbare Gartenzeit stahl oder sich, wenn ich ihn im Garten frei laufen ließ, sehr kreativ buddelnd einbrachte. Und dann kam dieser unglaublich heiße, trockene Sommer, der die sehr lehmhaltige Erde in meinem Garten zu einer festen Platte zusammenbuk, durchzogen von tiefen Trockenheitsrissen. Das Grundwasser versiegte und ich hatte keine Möglichkeit mehr zu gießen. Mein Gartenspaß verdörrte wie die vielen Salatpflänzchen, die immerhin auch nicht von Schnecken gefressen wurden, denn denen war es auch zu trocken. Es folgte eine kurze, eher hektische Ernteperiode. Meine Paprikapflanzen mochten die Hitze sehr, sie trugen reichlich. Es wurde kühl und begann zu regnen, die Tomaten faulten an den Stöcken bevor sie auch nur annähernd reif waren, genauso war es mit den Zucchini. (was die Kindelein nicht allzu traurig machte)

Meine Zeit für den Garten wurde immer knapper, weil der nun recht große Hund zwei ausgedehnte Spaziergänge am Tag super fand (und findet), wir Geburtstage und sonstige Feste feierten und ich ein bißchen krank wurde.

Der Winter kam und brachte weder Frost noch gnädig verhüllenden Schnee mit. Und so laufe ich täglich bei der Hunderunde an meinem verwilderten Garten vorbei, werfe einen wehmütigen Blick hinein und schaue schnell wieder weg. Wieder daheim warten nämlich die ehrenamtlichen Aufgaben, die sich in den letzten Wochen und Monaten anhäuften. Ich habe keine Ahnung, wie das mit dem Garten (mit den Gärten, ich habe ja zwei) weitergehen wird. Vermutlich werden mich die ersten wärmeren Sonnenstrahlen sehr eindringlich in den Garten rufen und ja, ich vermisse es schon sehr, bis zu den Ellenbogen in der Erde zu stecken. Meine Pläne sind jedenfalls sehr zurückhaltend für dieses Jahr und so wird sicher auch die Bloggerei hier etwas spärlich ausfallen.

Ein Grund, dieser Gärtnerei unbedingt noch Platz einzuräumen ist ja, dass ich noch immer ernten kann:

rotkohl

Rotkohl, Weißkohl, Spitzkohl und sogar ein paar kümmerliche Rosenköhlchen verstecken sich unter der Spontanvegetation und bereichern unseren Speiseplan. Ich finde ja, dass Rotkraut zu den allerschönsten (und -leckersten) Gemüsen gehört!

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Außerdem sind sämtliche Kohlsorten ausgesprochen anspruchslos und schon deshalb muss ich den Garten wieder freischaufeln, um ihnen Platz zu geben. Und dann natürlich hier darüber berichten.