Wächst es schon?

Ihr ahnt es: Es passiert momentan nicht so viel im Garten.

Wobei das eigentlich direkt widerlegt werden kann, denn es passiert viel undercover, heimlich, im Stillen. Es wächst nämlich. Pflanzen, Stauden, Gras. Alles.

Horst und seine Kollegen haben inzwischen den Garten in Rekordzeit fertiggestellt. Beete sind angelegt, eine flotte Rotbuchenhecke umsäumt das Grundstück zur Straße hin und die Rasenkantensteine sind akkurat verlegt worden. Das Tollste momentan, das wir bei dem sommerlichen Wetter schon genießen können, ist die Holzterrasse:

Terrasse_Unterholz_2016-05-10

Für die übrige Fläche ist Rasen vorgesehen. Der wurde vor zehn Tagen gesät und ab da sah man einzelne Mitglieder der Familie bisweilen bäuchlings Auge in Auge mit dem Grassamen auf der Terrasse liegen. Weil „die haben gesagt, das geht jetzt schnell mit dem Wachsen“.

Tag eins: Es tut sich nichts.

Tag zwei: Es tut sich nichts, der Wind verteilt ein paar Samen gen Hecke.

Tag drei: Eine Amsel pickt lustlos auf der Rasenfläche herum. Wir googeln, ob Amseln Grassamen fressen.

Tag vier: Es regnet. Gut.

Tag fünf: Die Sonne scheint. Oben gezeigtes Bild entsteht. Ich überlege, ob ich noch ein Kamel ins Bild reinschmuggele.

Tag sechs: Wir werden ungeduldig und überlegen, ob Rollrasen die bessere Alternative gewesen wäre.

Tag sieben: Wir warten immer noch. Die Kinder helfen nach und düngen mit Steinen und Sand.

Tag acht: Unbemerkt von allen hat sich ein hellgrüner Schimmer über der Fläche gebildet, fast wie eine Fata Morgana. Da ist er, der Rasen. Zart und zögerlich zeigt er sich an der Oberfläche und freut sich über Sonne und Wasser.

Gras_unterholz_2016-05.10

Jetzt sind wir glücklich und tapern, wahrscheinlich sehr zur Belustigung der bereits erfahrenen Nachbarn, etwas ungelenk mit dem Schlauch durch die Botanik und versorgen den Rasen mit regelmäßigen Erfrischungen.

Und ab sofort sind wir auch Mitglied im Club „Super, es regnet, das ist gut für die Pflanzen“. Unsere Eltern lächeln wissend.

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