Vögel füttern

Wenn die Temperaturen gegen Null gehen, beginnen wir im Garten mit der Fütterung der Vögel. Es gibt viele Stimmen die sagen, man solle das deutlich früher tun, aber ich kann beobachten, dass es für die Vögel noch genug zu picken und zu scharren gibt und deshalb streue ich nur ab und zu ein paar Sonnenblumenkerne in das Vogelhäuschen. Wenn es aber draußen gefriert, bereite ich Fettfutter zu.

Im örtlichen Raiffeisenmarkt kaufe ich Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Mais und Erdnüsse. Im Supermarkt Haferflocken, blütenzart und kernig. Rosinen passen prima ins Vogelfutter, getrocknete Erbsen auch. Kerne, Körner, Nüsse mische ich in einer großen Plastikkiste. Wenn ich das Futter ins Futterhäuschen streuen will, gieße ich großzügig Sonneblumenöl über die Mischung, die Haferflocken saugen das gut auf und das Futter wird besser angenommen.

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Für Fettfutter, besorge ich mir in der Metzgerei Rindertalg. Irgendwann habe ich irgendwo gelesen, dass Rindertalg perfekt ist, wahrscheinlich geht aber auch Kokosfett. Wichtig ist es, ein Fett zu haben, das leicht schmilzt und nicht zu fest wird beim Abkühlen.

Ich spüle Blumentöpfe aus Ton gründlich sauber und lasse sie gut abtrocknen. Mit einem Zahnstocher befestige ich eine Worschtkordel (festere Schnur) im Blumentopf. Die so vorbereiteten Blumentöpfe stelle ich auf Alufolie, die ich ein bißchen um den Topf hochbiege.

Der Rindertalg wird in einem Topf bei kleiner Flamme geschmolzen und an dieser Stelle sei eine Warnung angebracht: Rindertalg riecht sehr beim Erhitzen. Ich persönlich bekomme dann sofort Lust auf Rinderbrühe mit großen Fettaugen und kann den Geruch gut aushalten. Der flüssige Talg wird über die Körnermischung gegossen und mit dieser gründlich vermengt. Die Mischung etwas abkühlen lassen, bevor sie in die Töpfe gefüllt wird. (man kann sie natürlich auch direkt einfüllen, allerdings läuft dann der flüssige Talg direkt durch das Loch im Blumentopfboden heraus und das ist eine echte Wutzerei.) Diese Information ist vor allem auch für mich, denn bei der ersten Fuhre mache ich das immer falsch, weil ich zu ungeduldig bin.

In die fertig befüllten Töpfe stecke ich einen dünnen Zweig, damit sich Vögel daran festhalten können.

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Reste der Fettfuttermischung stopfe ich in Plätzchenformen. Nicht vergessen, einen Faden mit einzulegen!

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Ich lasse die Futtertöpfchen und -plätzchen über Nacht draußen aushärten, bevor ich sie im Garten verteile.

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Die Futterplätzchen lassen sich leicht aus den Plätzchenformen drücken. Es ist bestimmt nicht wichtig für die Vögel, dass sie ihr Winterfutter in Stern- oder Herzform serviert bekommen, aber so lässt sich fertiges Vogelfutter auch hübsch an Menschen, die Vögel füttern möchten, verschenken.

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Und manchmal darf Sinnvolles auch hübsch aussehen. Bei den Plätzchen auf dem (leider unscharfen) Bild ist der Aufhängefaden rausgerutscht. Ich habe die Plätzchen auf dünne Holunderzweige direkt am Busch gesteckt.

Vogelfutter selbst herzustellen ist wirklich leicht und sehr viel günstiger, als fertige Mischungen oder Meisenknödel zu kaufen. In den letzten Jahren fanden sich obendrein in den fertigen Mischungen Samen des Beifußblättrigen Traubenkrauts, auch bekannt als Ambrosia, das heftige Allergien auslösen kann. Obendrein lassen sich die Tontöpfchen immer wieder verwenden und sehen auch leergefressen nicht so doof aus, wie diese Plastiknetze der Meisenknödel.

Wichtig! Kerne, Körner und Samen trocken und dunkel lagern, Verschimmeltes darf nicht verfüttert werden. Genauso wichtig wie Futter, ist den Vögel im Winter Trinkwasser. Angebotene Gefäße bitte regelmäßg überprüfen, ob sie stark verschmutzt oder zugefroren sind.
Zum Abschluss würde ich jetzt wirklich gerne glückliche Vögel an Futtertopf zeigen. Die Vögel im Garten zieren sich aber ein bißchen. Für das nötige „ach, wie süß!“ habe ich aber immerhin ein Bild von Franz, der in Rindertalg getränkte Haferflocken auch ziemlich lecker findet.

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Unser Igel-Findelkind hat die durch Parasiten verursachte Infektion nicht überlebt, das Antibiotikum schlug nicht an. Wir sind ziemlich traurig, wissen aber, dass wir nichts falsch gemacht haben. Und dass diese Infektion der Grund dafür war, dass das Igelchen so schrecklich dünn war.