Stöckchen? Stöckchen!

Machen wir doch so ein hübsches, altmodisches Bloggerding und schnitzen ein Stöckchen! Vanessa hat begonnen und von den „10 Dingen, die mich das Gärtnern gelehrt hat“ erzählt.

Hier sind meine 10 Dinge:

1. Egal wie sicher ich mir bin, dass ich mir merken kann, was ich wo gepflanzt habe: ich werde es vergessen. Ich muss mir dringend angewöhnen, Schildchen in die Erde zu stecken oder mir einen Plan zeichnen, in den ich eintragen kann, was wo wachsen wird/soll/könnte.

2. Die Babypflanzen von Romanesco, Blumenkohl, Rosenkohl, weißer Kohlrabi und Weißkraut sehen sich so ähnlich, dass es sein kann, dass ich zwanzig Rosenkohlpflanzen gesetzt habe und mir damit den lebenslangen Unmut meiner Kinder zugezogen habe.

3. Zwei Zucchinipflanzen reichen. Für zehn Menschen, die sehr hungrig sind und jeden Sommertag bis in den späten Herbst hinein gerne viele Zucchini essen möchten.

4. Irgendwo versteckt sich immer eine Brennnessel, in die man beim Jäten hineinfasst.

5. Wer einen von außen einsehbaren Garten hat, muss in Smalltalk geübt sein und stets Antworten auf diese und ähnliche Fragen haben: „Na? Wieder fleißig?“ oder auch „Wächst alles gut?“

6. Gutes Werkzeug ist wichtig! Schaufeln oder Hacken, die sich in der lehmigen Erde verbiegen oder gar abbrechen braucht niemand. Und dann ist es halt so, wie die 87jährige Nachbarin gerne betont: „Billig und gut gehören nicht zusammen.“

7. Gärtnern ist eine ernstzunehmende Tätigkeit, gleichzusetzen mit der Kindererziehung. Und wie bei dieser gehen Meinungen auseinander, weswegen sich leicht ein Streit vom Gartenzaun brechen lässt. Ob Bohnen nun gehackt werden dürfen oder Kartoffeln mehr als zweimal gehäufelt werden müssen, ob es Un- oder Wild- oder Beikraut heißt oder ob man am Morgen oder besser am Abend gießen sollte. Nicken, lächeln, so machen, wie man denkt. Das passt auch im Garten.

8. Hacken spart gießen, Regen auch. Letzterer wird von mir genauso hoch geschätzt wie von meiner Gartenkollegin. Mehr Regen für die Gärten!

9. Blattläuse sind doof, doch ohne Blattläuse gäbe es weniger Marienkäfer und Marienkäfer liebt eigentlich jeder. Schnecken sind fies, aber Igel mögen Schnecken und wer mag Igel nicht? Ich übe mich darin, das Ungeliebte anzunehmen und zu dulden. Aus Gründen halt.

10. Egal wie wütend oder traurig ich bin, wenn ich eine Stunde lang im Garten gewühlt, gebuddelt, gerupft und gezupft habe, bekomme ich das breite, glückselige Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Esotheriker sprechen da von „sich erden“ und verflixt, da haben die recht.

 

So. Solch ein Stöckchen will ja rumkommen und deshalb beginne ich jetzt damit und werfe es der ambitionierten Balkongärtnerin Anne Schüssler zu. Vielleicht mag sie ja erzählen, was sie schon gelernt hat.