Säen – und das Drumherum

Angesteckt von meinen Mitgärtnern habe ich nun doch auch das Säen begonnen. Das muss dieser Herdentrieb sein.

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Da ich Schnickeldi sehr mag und dieses „Samen in die Erde stecken“ doch eher langweilig ist, mache ich mir die Säerei hübsch. Nicht jeder der auf dem obigen Bild gezeiten gegenstände ist für erfolgreiches Gärtnern zwingend notwendig. ;-)

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Tomaten passieren tatsächlich einfach so, eine große Kunst ist die Anzucht nicht. Die Tomaten am Leben zu erhalten, vor Braunfäule, zuviel Sonne, zuviel Wasser, zuviel Wind zu schützen steht da schon auf einem anderen Blatt. Aber so weit ist es ja noch nicht. In meinem Tomatenkarton habe ich in den letzten Wochen gesammelt, was ich für die Anzucht brauche. Außerdem habe ich mir aufgeschrieben, was ich überhaupt anpflanzen will, in welchem der beiden Gärten und wo darin, was ich als fertige Pflanze kaufe oder was ich selbst säe. Letztes Jahr war ich im wahrsten Sinne des Wortes planlos und verpasste Einiges. Ich fand mich ein paarmal in der Gärtnerei zwischen unzähligen Gemüsepflanzen wieder, völlig überfordert, wieviel und was überhaupt ich kaufen soll.

Ich säe gerne in Eierkartons. Wenn es ans Auspflanzen geht, lassen sich einzelnen Segmente der Kartons leicht abreißen. Das Pflänzchen muss man auch nicht mühsam herausgraben, es kann mitsamt der Pappe in die Erde. Vor dem Säen schneide ich den Deckel der Eierkiste ab, diese dient dann als „Untersetzer“ für die „Pflanzschale“, falls ich wieder zu eifrig gieße.

Auf der Suche nach Saatgut entdeckte ich einen Papiertopf-Presse aus geöltem Buchenholz, die ich unbedingt ausprobieren wollte.

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Tatsächlich sieht die Presse nicht nur schön aus und fühlt sich toll an, sie funktioniert auch einwandfrei! Aus Zeitungen kann ich mir jetzt Anzuchttöpfchen pressen, die ebenfalls nach dem Einpflanzen verotten. Die Zeitung wird dazu in Streifen geschnitten, um die Presse herumgewickelt und durch Drehen in der Schale entseht der Topfboden. Kinderleicht, genial.

Die Erde für meine Säerei ist aus meinem Schnellkomposter.

Gesät und mit hübschen Schildchen versehen sieht es im Nähzimmer gerade so aus:

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Bisher habe ich zwei Sorten Tomaten („Yellow Canary“ und „Minibel“) für meine Terrassenkübel gesät, denn diese stehen geschützt und können vor den Eisheiligen bestückt werden. Die anderen Tomatensorten für den Garten säe ich erst in zwei Wochen.

Aubergine, Hokkaido und Physalis sollen in den Papiertöpfchen wachsen, verschiedene Paprika- und Pepperonisorten, Zucchini, Melone und Gurke kommen noch dazu. Das Tablett wird voll, danach ziehen Eierkartons und Papiertöpfchen auf die Fensterbank im Treppenhaus um. Dort ist es hell, aber nicht zu warm.

Es ist sicherlich nicht nötig, beim Formen der Papiertöpfchen auf hübsche Motive zu achten und farblich abgestimmte Namensschilder auszustanzen. Da es aber zum intensiven Wühlen draußen im Garten noch zu kalt ist und die Säerei drinnen rasch beendet ist, genieße ich es sehr, für ein bißchen buntes Schnickeldi zu sorgen.

Und kann es kaum abwarten, endlich wieder Zeit im Garten zu verbringen.

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