Rosenkohl!

Meine Liebe zu Rosenkohl entdeckte ich erst sehr spät, eigentlich erst, als ich bei meiner künftigen Schwiegermutter zum Essen eingeladen war: „Es gibt Rosenkohleintopf!“, erzählte sie mir und ich sah das als echte Bewährungsprobe. Wenn ich den Rosenkohleintopf der künftigen Schwiegermutter verschmähe, wird das einen gewaltigen Schatten über unsere weitere Beziehung werfen, befürchtete ich und ließ mir mit Todesverachtung eine Portion geben. Alle meine Sorgen waren aber unbegründet, denn der Eintopf entpuppte sich als äußerst leckeres Gemisch aus Kartoffeln, Zwiebeln Knoblauch, Chorizo und eben Rosenkohl. Das war eine wundervolle Entdeckung: Rosenkohl kann gut schmecken!
Einige Jahre später entdeckte ich in dem von mir sehr geschätzten Blog „Chili und Ciabatta„von Petra Holzapfel ein Rezept für eine Rosenkohltarte. Rosenkohl unter sehr viel Käse, eine wunderbare Sache!
Als ich schließlich herausfand, wie phantastisch Rosenkohl zu von mir innig geliebten Maronen passt, bekam unser Winterspeiseplan einige Ergänzungen.

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Im Frühling letzten Jahres hatte ich sehr viel Mitleid mit drei wackeligen Rosenkohlpflänzchen, die angetrocknet in der Ecke der Gärtnerei  herumstanden. Ich nahm sie für 15 Cent das Pflänzchen mit nach Hause, pflanzte sie ohne große Erwartungen ein, goß sie, lockerte die Erde drumherum und beobachtete, wie sehr viele weiße Kohlmücken, Raupen und Schnecken meine Rosenkohlpflanzen heimsuchten. Aber sie wuchsen und gediehen trotzdem! Im Herbst ragten sie stolz einen Meter hoch und hatten am „Stamm“ viele kleine Rosenkohlboppel angesetzt. Bis zum Winter hatten die niedlichen Rosenkohlboppel echte Rosenkohlgröße erreicht und ich wartete ungeduldig auf den ersten Frost, denn dunkel hatte ich im Hinterkopf, dass Rosenkohl am Besten schmeckt, wenn er einmal Frost ausgesetzt war.

Frost kam, Schnee und sehr viel Regen und es zog mich aus vielen Gründen, von denen einige mit Faulheit zu tun hatten, nicht in den Garten. Heute aber!

Die fiesen Stürme der letzten Tage haben zwei Rosenkohlpflanzen umgelegt, aber geschadet hat es ihnen nicht. Sie sehen saftig grün und gesund aus!

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Die unteren Kohlblätter sind voller Mehltau, vertrocknet, angefault, angefressen. Aber die Röschen an der Pflanze sind unversehrt und nahezu perfekt. Ich habe noch nie Rosenkohl geerntet, deshalb schnitt ich zuerst die einzelnen Röschen ab, später merkte ich dass sie sich einfach abbrechen lassen.

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Von einer einzigen Pflanze erntete ich anderthalb Kilo Rosenkohl. Nach dem Putzen werden das wohl 200 Gramm weniger sein, aber dieser Ernteertrag verblüfft mich sehr, damit habe ich nicht gerechnet!

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Auf dem Pflanzplan für dieses Jahr steht also nun auch Rosenkohl. Platz habe ich genug und der Arbeitsaufwand bei Hege und Pflege der Pflanzen geht ja gegen null. Zehn Pflanzen will ich setzen.

Hoffentlich ist diese Ernte nicht dem Anfängerglück geschuldet!

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Rosenkohl kann den ganzen Winter bis zum Frühling hin geerntet werden, die Röschen reifen immer wieder nach. Manche Sorten können auch schon im Herbst geerntet werden, doch die werde ich nicht anpflanzen, denn gerade im Herbst gibt es so viel frisches Gemüse aus dem Garten. Im Winter etwas Frisches aus dem Garten zu holen ist aber etwas Besonderes und außerdem brauche ich immer einen gewissen Anreiz, um den winterfaulen Schweinehund in den Garten zu jagen.

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