Ein Flechtzaun als Beetbegrenzung

In meinem Garten gibt es eine Haselnuss. Sie war ziemlich groß, als wir einzogen. Sie reichte bis über das zweite Stockwerk des Hauses hinaus. Wir haben sie gründlich gestutzt – und beschneiden sie nun jedes Jahr. Denn sie wächst jedes Jahr mehrere Meter in die Höhe und in die Breite.

Vom letzten Schnitt haben wir noch jede Menge Äste übrig, die wir nicht entsorgt haben. Daraus habe ich jetzt eine Beetbegrenzung für das Gemüsebeet gebastelt: einen Flechtzaun.

Flechtzaun aus Haselnussruten fürs Gemüsebeet

Ich habe die leise Hoffnung, dass der Zaun auch die Schnecken abhält, ins Beet zu kriechen. Wahrscheinlich hoffe ich vergeblich.

Einen Flechtzaun – auch einen größeren – selbst zu machen, ist ganz einfach:

Schritt 1: Pflöcke einschlagen

Nehmen Sie die dicksten, etwa daumendicken Äste und benutzen Sie sie als Pflöcke. Um sie herum flechten sie die dünneren Ruten. Sie sollten genauso tief in der Erde stecken, wie sie rausgucken.

Je kürzer die Äste sind, die sie flechten, desto kürzer sollten die Abstände der Äste sein, die sie in die Erde stecken. Ich habe einen Abstand von 20 bis 25 Zentimetern gewählt.

Schritt 2: Die ersten Äste um die Pflöcke flechten

Fangen sie beim ersten Ast an, der in der Erde steckt, und schlängeln sie die Ruten links und rechts an den nächsten vorbei. Wenn sie mit dem ersten Ast rechts angefangen haben, beginnen sie mit dem zweiten links – und so weiter.

Beginnen sie aber nicht immer beim ersten in der Erde steckenden Ast. Arbeiten Sie versetzt.

Der Anfang des Flechtzauns

So haben Sie hinterher einen durchgehenden Zaun.

Schritt 3: Füllen Sie auf.

Füllen Sie nun weitere Äste auf. Ideal ist es, wenn Sie die Dicke der Äste variieren: mal dickere, mal dünnere. Dickere Ruten stabilisieren den Zaun. Ich hatte aber auch viele dünnere, die ich dann untergemischt habe.

Der Flechtzaun im Entstehen

Optimal ist es, wenn die Rute so lang ist, dass sie genau an einem Pflock beginnt und an einem weiteren endet. Meistens passt es aber nicht. Entweder kürzen Sie die Rute dann so. Oder Sie nuddeln das dünne Ende in den bestehenden Zaun, so dass es nicht herausschaut.

Schritt 4: Kürzen Sie, was zu lang ist

Kürzen Sie nun die Pflöcke, die zu lang sind. Schneiden Sie ab, was absteht und herausschaut. Dann haben Sie am Ende eine hübsche, kleine Beetbegrenzung.

Flechtzaun rund ums Salatbeet

Flechtzaun aus Haselnusszweigen

Die Gemüsesaison beginnt

Das Gartenjahr hat offiziell begonnen! Das erste Gemüse ist im Freibeet. Die Thorstomaten haben das Gewächshaus bezogen.

Kopfsalat und Feldsalat

Salat ins Freibeet pflanzen

Der Salat kommt immer als erstes ins Freibeet, immer im April. Bei Salat pflanze ich stets Vorgezogenes aus dem Gartenmarkt. Mit eigenem Samen habe ich nur mäßige Erfahrungen gemacht.

Am besten gehen der klassische Kopfsalat und Lollo bionda. Lollo hat den Vorteil, dass er nachwächst, wenn man nur die äußeren Blätter abschneidet.

Dieses Jahr pflanze ich zusätzlich Feldsalat.

Kohlrabi

Kohlrabi gehen bei mir auch immer gut – und schmecken deutlich besser als im Laden. Abends in den Garten gehen, eine Kohlrabi ernten und direkt zum Abendessen verzehren – das ist toll!

Gurken

Gurken im Gewächshaus

Zum zweiten Mal, seit ich den Garten habe, pflanze ich Gurken. Im vergangenen Jahr konnte ich im Gewächshaus vier Früchte ernten, die allesamt sehr gut geschmeckt haben. Ich wusste vorher gar nicht, wie gurkig Gurken schmecken können.

Deshalb habe ich dieses Jahr gleich drei Pflanzen gesetzt. Denn vier Gurken in einem Jahr sind ja quasi nix.

Tomaten

Natürlich gibt’s auch wieder Thorstis!

Tomatenpflanzen im Gewächshaus

Diesmal habe ich sie jedoch nicht selbst eingesät. Damit war ich im vergangenen Jahr nämlich zu spät dran, die Pflanzen wuchsen eher zögerlich, trugen erst spät und auch nicht viele Früchte. Deshalb ich dieses Jahr im Gartemarkt eingekauft. Es gibt Cocktailtomaten, Cocktail-Roma-Tomaten und große Roma-Tomaten.

Zusätzlich zu den Pflanzen im Bild habe ich Sonderthorstis im Internet bestellt. Denn ausgefallenere Sorten haben die Gartenmärkte in der Umgebung nicht. Die Sonderthorstis werden Ende April geliefert. Es sind die Sorten

  • Indigo Ruby (dunkelrot bis schwarz),
  • White Currant (gelbfleischig),
  • Black Tomato (dunkelrot bis schwarz),
  • Sacher (ebenfalls dunkel) und
  • Primagold (gelbe Buschtomate).

Sie ziehen dann im Mai ein.

Kürbis, Paprika, Zucchini

Dann sind Kürbis und Zucchini bestimmt schon groß genug, um ins Freie zu ziehen. Momentan sind sie noch: Samen.

Kürbis, Paprika, Zucchini einsäen

Ich säe immer mehr Pflanzen ein, als ich letztendlich ins Beet setze. Nur die kräftigsten Pflanzen verwende ich weiter. Meiner Erfahrung nach sind das auch die, die als erstes ihren Kopf aus der Erde strecken.

Kürbis habe ich dieses Jahr zwei Sorten: Hokkaido und Atlantic Giant. Seltsamerweise gedeihen die großen Sorten bei mir besser als der kleine Hokkaido.

 

Auf ein ertragreiches Gemüsejahr!

Eingrooven

Am Sonntag haben die Schwiegermutter und ich die Gartensaison eröffnet. Erst mal nur nach dem Rechten sehen, hieß es. Schneiden und hacken, wurde dann daraus.
Der Ton war beidseitig noch nicht mit Enthusiasmus gefüllt, wir müssen uns noch eingrooven nach der Winterpause. Ich hacke nicht richtig, so wird das nichts, so wächst nichts. Aha?! Wahscheinlich hat jemand im Winter gefehlt der Azubi ist, so wie ich?
Irgendwo ist auch im Winter das „ich mache nichts nächstes Jahr und schaue nur, ob Du des Garten erbens würdig bist“ verloren gegangen. Keine Spur mehr davon zu erkennen, es wird gekauft und  gepflanzt was das Zeug hält. Natürlich wie immer :-) . Aber das war ja eh klar.
Heute lief es schon ein kleines bisschen besser, und auch meine Vorfreude auf die Saison bewegt sich auf der Skala nach oben. Salat und Kohlrabi sitzen schon unter der Folie, ganz ohne mein zutun. Aber das war ja eh klar. Merkwürdig nur, dass sie es auf dem Beet gesetzt hat welches ich völlig falsch aufgelockert habe?

Es ist viel passiert im Winter, was Einfluss auf den Gadde und das Gärtchen dieses Jahr haben wird.
Ich muss mir keine Gedanken um eine „Gießhilfe“ während meiner Urlaube machen (mitten im Sommer), denn der Ex hat scheinbar den Scheidungsschock überwunden, ist freundlich zu mir und überaus hilfsbereit.
Der Freund ist kein Freund mehr, zumindest nicht meiner, und somit wird es auch keine schönen, spontanen oder wie auch immer selbstgemachten Gartenmöbel geben. Schade. Um die geplanten Gartenmöbel!
Im Gärtchen kann ich schalten und walten wie ich möchte, die Oma kann mir momentan nicht reinreden. Um die gakeligen Apfelbäume wieder auf Vordermann zu bringen habe ich vor 2 Wochen einen Obstbaumschnittkurs besucht. Es durft ja nichts verändert werden, ergo auch keine Apfelbäume geschnitten werden. Und was haben die es nötig, das erkenne ich jetzt mit meinem neuerworbenem Fachfrauenblick. Die Baumschere ist schon vom Gadde ins Gärtchen übergesiedelt und wartet auf ihren Einsatz.

Interview: Eine Ärztin, die erst nach Tansania ging, und dann in Berlin das Gärtnern wiederentdeckte

Es ist ein Mutter-Tochter-Projekt: Gemeinsam mit ihrer Tochter Katrin hat die Gärtnerin und Ärztin Eva Luber ein persönliches Gartenbuch verfasst. In „Blütenfreuden – Berichte aus Omas Garten“ erzählt sie aus ihrem Garten – und nebenbei auch aus ihrem Leben.

Eva Luber: Blütenfreuden - Buchcover mit Mohn

Eva Luber hat es geschrieben – ihre Tochter Katrin hat es gestaltet: das Buch „Blütenfreuden“.

Eva (70), die Mutter, lebt in Berlin und hat die Geschichten im Buch geschrieben. Katrin (41), die Tochter, wohnt in Diepholz in Niedersachsen und hat sie gesammelt, gelayoutet und mit Bildern versehen. Heraus gekommen ist eine Mischung aus persönlicher Lebenserfahrung, Gartentipps und schönen Fotos – aus dem Stadtgarten in Berlin-Wilmersdorf, aber auch aus Gartenreisen nach London und aus Eva Lubers Zeit außerhalb Europas.

Eva Luber: Blütenfreuden - Auszug aus dem Buch

Einstieg ins Buch

Man kann das Buch als eine zusammenhängende Geschichte von vorne bis hinten lesen – oder auch mittendrin einsteigen.

Das Besondere: Es enthält neben Persönlichem auch viel Wissen rund um den Garten. Eva Luber nennt passende Pflanzen für jede Ecke im Garten, gibt Tipps zum Düngen und Wässern, zu Obstbäumen und zur Unterteilung des Gartens und lässt uns, quasi im Nebensatz, an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben  (Leseprobe, pdf).

Eva Luber: Blütenfreuden - Auszug aus dem Buch

Neben persönlichen Geschichten gibt es viele Infos und einen reichen Erfahrungsschatz

Weil ich Eva Lubers Vita (Foto von ihr) so interessant finde, habe ich mich entschlossen, das Buch nicht nur einfach zu rezensieren, sondern auch ein kleines Interview mit ihr zu führen.

Das Buch ist sehr umfangreich. Sie haben bestimmt lange daran geschrieben, oder?

Geschrieben habe ich etwa zehn Jahre, vermehrt nach meiner Frühberentung. Einen Verlag habe ich etwa drei Jahre gesucht und dann in etwa einem Jahr das alles mit Katrin und meiner Mitoma Bärbel fertiggestellt.

Ihr Garten – liegt er direkt am Haus?

Der Garten gehört zum Elternhaus meines Mannes. Er und ich sind beide in Westberlin aufgewachsen, haben dann zwölf Jahre außerhalb Berlins und später auch außerhalb Deutschlands gelebt. Katrin war neun, als wir hier einzogen, nach unserer Zeit in Afrika.

Der Garten von Eva Luber

Eva Lubers Garten in Berlin-Wilmersdorf (Abbildung aus „Blütenfreuden“)

Sie waren damals in Tansania. Was haben Sie dort gemacht?

Dort arbeitete ich als Kinderärztin. In einem Dorfprojekt leitete ich Laienhelferinnen an, Mütter dazu zu bringen, ihren Kindern bei Durchfall reichlich zu trinken zu geben. Vorher, 1982, waren viele an Austrocknung gestorben. Dabei stellten wir fest, und konnten in einer Untersuchung mit 750 Haushalten belegen, dass einige der dort lebenden Ethnien Tabus kannten, ihren Kindern bei Durchfall Wasser zu geben. Diese Studie wurde dann meine Doktorarbeit.

Das hört sich an, als hätten Sie in Afrika viel gelernt, nicht nur beruflich. 

Ich machte die Erfahrung, dass den Kindern mehr geholfen wird, wenn Grundbedürfnisse wie Wasser, Nahrung, Sicherheit und Bildung gedeckt sind, als unsere Medikamente es konnten – schon weil diese oft fehlten.

In Afrika zu leben heißt sehr intensiv zu leben, vor allem, wenn man – wie wir – auf dem Land mit den Einheimischen lebt und nicht in Weißenghettos in den Städten. Ich habe immer versucht, die Menschen in ihrem Anderssein zu verstehen. Viel Beobachten, viel Zuhören, das hilft als Ärztin wie als Gärtnerin. Dei den eigenen zwei Kindern ging es noch nicht so gut, besser bei den drei Enkelkindern. Von denen durfte ich im Buch leider kein Bild verwenden, aber sie erlaubten mir ihre Namen zu nennen, weil ich für jedes Kindern Rosen mit seinem Namen fand.

Später kamen sie zurück nach Deutschland. 

Die Erfahrung des Public Health hat es mir schwer gemacht, in Deutschland klinisch zu arbeiten. Also habe ich den Kittel ausgezogen und mich als Gesundheitswissenschaftlerin qualifizierte – in London, wo ich wegen der Gärten hinging. Dort habe ich dann den Master of Science erworben. Das war vor 30 Jahren.

Dass Sie aber mal Ärztin waren, merkt man daran, dass Sie die Pflanzen gerne bei ihrem lateinischen Namen nennen. 

Die lateinischen Namen der Pflanzen helfen, vor allem wenn man im Ausland  Gärten beobachtet, zuhört und über sie spricht. Aus Prinzip verwende ich immer lieber die deutschen Namen, mache mich auch im Buch darüber lustig, dass nicht nur Gärtner die lateinischen Namen zum Wichtigtun nehmen, sondern auch viele Ärzte die deutschen Namen der Körperteile vergessen und dann auch noch mit ihrem Wissen der lateinischen Begriffe glänzen wollen.

In Ihrem Buch gibt es auch ein Kapitel, das sich damit beschäftigt, was man Gärtnerinnen schenken kann. Was empfehlen Sie?

Das ist das Kapitel „Ich habe Dir eine Pflanze nicht gepflückt, um Dir ihr Leben zu schenken.“ In Kürze: Ableger, wenn ich sicher bin, dass sie mich schon darum gebeten hat.  Oder eine wunderschöne Pflanze, die ich mit blutendem Herzen im eigenen Garten gepflückt habe. Sonst lieber einen Geschenkgutschein.

Dankeschön!

Infos zum Buch:

Eva Luber:
Blütenfreuden – Berichte aus Omas Garten 
ISBN: 978-3-00-052280-2.
Preis: 30 Euro

Das Buch kann über das Kontaktformular auf Eva Lubers Website bestellt werden.

Sechs Gemüsesorten für Anfänger

„Ich möchte demnächst auch Gemüse anbauen. Was eignet sich denn für Anfänger?“, fragte mich letztens eine Bekannte. Hier mal eine Liste, welches Gemüse sich gut für den Start ins Gärtnerleben eignet:

Mangold

Mangold

Das ultimative Einsteigergemüse ist Mangold. Mangold wächst überall. Er braucht wenig Pflege. Man kann ihn abschneiden, und er wächst nach. Die Ernte ist bis zum Frost möglich. Er eignet sich für Pasta, Quiche, Puffer und Flammkuchen und kann wie Spinat verwendet werden.

  • Vorteil: wächst auch im Halbschatten; sagt, wenn er gegossen werden möchte
  • Nachteil: beim Essen werden die Zähne stumpf

Zucchini

Zucchini

Zucchinis sind genügsam und versprechen schnelle Erfolge. Die Ernte ist meistens sehr ertragreich, auch wenn gegen Ende des Sommers immer der Mehltau kommt. Bis dahin hatte ich aber stets viele (manchmal fast zu viele) Früchte, ohne dass ich mich groß kümmern musste.

Zucchini sind vielseitig verwendbar, man braucht nur etwas Fantasie: gefüllt mit Feta oder Hack, als Zucchinipuffer oder auf dem Grill – mit Rosmarin, Knoblauch und Salz. Man kann auch nur die Blüten frittieren. Tipp: Gelbe Zucchini finde ich schmackhafter als grüner.

  • Vorteile: gute Ernte, wenig Pflege, resitent gegen Schädlinge
  • Nachteile: Zucchini benötigen Platz. Die Pflanzen nehmen gerne zwei Meter im Durchmesser ein.

Kohlrabi

Kohlrabi

Mit Kohlrabi hatte ich meistens Glück. Am besten als Setzlinge in der Gärtnerei oder im Baumarkt kaufen. Einsetzen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Anfangs tut sich nicht viel, dann geht’s aber ab. Vor Schnecken schützen und rechtzeitig ernten. Sobald die Kohlrabi schießen und oval werden, sind sie nicht mehr genießbar.

Ich esse Kohlrabi am liebsten froh – frisch geerntet.

  • Vorteile: wenig Pflege
  • Nachteile: müssen vor Schnecken geschützt werden, bei zu viel Regen und zu wenig Sonne unleidlich

Salat

Salatkopf

Ich nehme immer Kopfsalat und Lollo bionda. Vorteil beim Lollo: Man kann die Blätter von außen wegschneiden, und der Salat wächst weiter. Von zehn Pflanzen gedeihen bei mir acht. Nicht zu eng pflanzen, denn die Pflanzen werden später größer als gedacht. Unbedingt vor Schnecken schützen. Gießen, falls es nicht ausreichend regnet.

Sobald der Salat schießt, dass heißt aus der Mitte heraus in die Höhe wächst, wird er bitter. Also rechtzeitig ernten, wenn er eine ausreichende Größe hat.

  • Vorteile: auch gut geeignet für Balkonbeete oder -kästen; sagt, wenn er gegossen werden will
  • Nachteile: Schnecken lieben Salat

Möhren

Möhrenernte im Waschbecken

Auch Möhren sind genügsam. Allerdings werden sie nicht unbedingt so groß wie im Supermarkt. Wer sich aber mit kleinen Ergebnissen zufrieden gibt, fährt mit Möhren gut.

Ich säe Möhren im Frühjahr ein. Dann dauert es allerdings fast bis in den Herbst, bis ich sie ernten kann. Das Einsäen ist ein bisschen fummelig: Die kleinen Saatkörner in ausreichender Entfernung zu platzieren, erfordert etwas Geschick. Alternative ist ein Saatband. Das kann ich jedoch nicht empfehlen: Meine Möhrensaatbänder sind allesamt nicht angegangen.

Meiner Erfahrung nach haben Kinder großen Spaß an Möhren: Sie sind eine schöne Überraschung, wenn sie aus der Erde gezogen werden, und lassen sich dann gut essen.

  • Vorteil: gedeihen auch mit weniger Sonne, können gut mit Radieschen kombiniert werden
  • Nachteil: lange Reifezeit, es gibt wenig zu sehen

Tomaten

Garten im September: Thorsten im Gewächshaus

Tomaten eignen sich gut für den Balkon – fast sogar noch besser als für den Garten. Sie müssen geschützt stehen: Wind und Regen bekommen ihnen nicht gut. Außerdem benötigen sie viel Sonne. Wenn Sie also ein überdachtes, sonniges Plätzchen oder einen Südbalkon haben, sind Tomaten für Sie ideal. Anfängern empfehle ich, Pflanzen im Garten- oder Baumarkt oder bei der Gärtnerei des Vertrauens zu kaufen. Dann gelingen sie bestimmt.

Tomaten sollten einen ausreichend großen Topf haben. Außerdem sollten Sie die Pflanzen anbinden können. Bienen brauchen freie Fahrt; wenn Sie Zweifel haben, ob genug Bienen Ihre Pflanzen besuchen: einfach selbst mit einem Q-Tipp oder einem kleinen Pinsel nachhelfen.

Kleine Früchte sind besonders geschmacksintensiv. Besonders dunkle und gelbe Cherrytomaten kann ich empfehlen.

  • Vorteil: schmackhafte Früchte, bei guten Bedingungen reiche Ernte
  • Nachteil: brauchen viel Wasser und sind etwas wählerisch, was den Standort angeht

Viel Erfolg im Gartenjahr!

[Rezension] Ein junger Garten auf dem Land

Als ich den Garten gerade neu hatte, habe ich immer wieder nach Gartenbüchern geguckt und auch einige gekauft: zum Thema Biogarten, Kräutergarten, Bauerngarten und zur Gartengestaltung. Oft ist es aber so, dass dort zwar viele tolle Ratschläge drinstehen, dass mir im Alltag aber die Muße und die Geduld fehlt, nach Anleitung zu gärtnern. Ich bin lieber intuitiv unterwegs und nehme dabei Irrtümer in Kauf. Deshalb habe ich lange kein Gartenbuch mehr gelesen.

Dieses Buch von Christa Brand und Elke Zimmermann ist eine Ausnahme. Denn in „Ein junger Garten auf dem Land“ gibt es wenig langweilige Theorie, dafür viel Praxis und viel „mit gutem Beispiel voran“.

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Elke Zimmermann portraitiert nämlich ihren eigenen Garten in einem kleinen Dorf im Allgäu. Im Jahr 2000 zog sie mit ihrem Partner ins Hinterland des Bodensees in das Bauernhaus ihrer Urgroßeltern. Es stammt aus dem Jahr 1770. Zum Haus gehört eine große Gartenfläche, die sie 2003, also drei Jahre nach dem Einzug und nach der Renovierung des großen Bauernhauses, neu strukturierte. Heraus kam ein wunderbarer Bauerngarten.

Die Autorinnen erzählen, wie und unter welchen Gesichtspunkten Elke Zimmermann den Garten gestaltet hat, welche Pflanzen dort wachsen, wie und mit welchen Mitteln die große Fläche aufgeteilt ist und wo es etwas zu entdecken gibt. Denn es gibt viele Ecken – wie etwa ein Fensterelemente, die ein Beet schützen – die den Zauber des Gartens ausmachen.

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Das Buch gibt Anregungen, ohne belehrend zu sein. Es zeigt in vielen Fotos die Details einer gelungen Gestaltung: Beetbegrenzungen, Rasenkanten, Rankhilfen und Treppen – alles abseits der Gestaltung, die Baumärkte in petto haben. Außerdem kann man die Beete anschauen und bekommt Infos zu den Blumen, Stauden, Gräsern und Büschen, die dort wachsen.

Christa Brand, Elke Zimmermann: Ein junger Garten auf dem Land. Ideenreich, lebendig, farbenfroh. DVA. Preis: 19,90 Euro

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In einer Woche ist schon März! Das können Sie jetzt im Garten tun

Noch eine Woche, dann ist März – und ich sehe das anbrechende Frühjahr schon im Garten. Das Wetter ist seit einer Woche merklich wärmer. Überall sind zarte Triebe zu sehen.

Hier in Dortmund blühen die Schneeglöckchen.

Schneeglöckchen auf der Wiese

Die Rosen haben erste Triebe.

Rosentrieb im Februar

Auch das Schnittlauch kommt wieder.

Schnittlauchtriebe im Februar

Und vor den Steinmauern wachsen die Tulpen aus der Erde:

Tulpentriebe zwischen Rindenmulch

Aktuell ist das Wetter ungemütlich. Hier in Dortmund stürmt und regnet es – da sitze ich lieber mit einem warmen Kakao in der Küche und schaue in den Garten. Doch bald beginnt die Gartenarbeit.

Das können Sie jetzt im Garten tun:

  • Bäume schneiden: Im Februar ist die letzte Chance, Bäume und Büsche zu schneiden. Denn die Winterruhe ist bald vorbei. Dann schlagen die Bäume aus. Also ran an die Astschere! Bis zum Sommer bilden die Pflanzen dann neue, lange Triebe.
  • Zierpflanzen stutzen: Bei Gräsern und Hortensien können Sie jetzt alles Verblühte und Braune abschneiden. Dann werden Sie im Frühjahr schön üppig.
  • Gemüse einsäen: zunächst nur auf der Fensterbank, schön kuschelig warm und mit viel Licht. Dort wird es allerdings Zeit: Wenn Sie möchten, dass die Tomaten und Gurken im April/Mai, wenn sie nach draußen kommen, eine ansehnliche Größe haben, sollten Sie jetzt loslegen. Dann klappt es auch gut mit den Früchten.
  • Frühbeet startklar machen: Hier im Ruhrgebiet gibt es voraussichtlich keinen Bodenfrost mehr – und das bisschen, was noch kommt, wird das Frühbeet abhalten. Sie können jetzt also ruhigen Herzens Salat, Radieschen oder Möhren ins Frühbeet säen.
  • Brutkästen leeren: Sie haben Brutkästen im Garten – für Meisen, Finken und andere Singvögel? Dann jetzt schnell leeren! Oft hat sich über den Winter Ungeziefer eingenistet, so dass die Vögel den Kasten sonst nicht nutzen. Ist er sauber,  beziehen sie ihn erneut.
  • Blumenzwiebeln eingraben: Sie sind bestimmt auch schon im Blumenladen gewesen und haben Zwiebelblumen gekauft, oder? Blühende Osterglocken und Krokusse, um schonmal ein bisschen Frühjahr ins Haus zu holen. Wenn sie verblüht sind, graben Sie doch draußen ein. Im kommenden Jahr haben Sie dann zusätzliche Freude.

Pflanzensouvenire aus Teneriffa

Vor Weihnachten war ich auf Teneriffa, um zu wandern und Sonne zu tanken.

In einem der vielen Souvenir-Läden bin ich dem Touristenvirus erlegen und habe einen Dreierpack Pflanzen gekauft. So Töpfchen, die man mit ins Handgepäck nehmen darf, verkauft am Flughafen und im Loro Parque, mit Plastikummantelung und einem „Alles okay“ vom Zoll. Sie waren gut verpackt, aber ich hatte trotzdem nicht viel Hoffnung, dass sie überleben.

Aber doch! Sie haben den Flug bestens überstanden und gedeihen nun prächtig auf der Fensterbank.

Pflanzensouvenir aus Teneriffa, gedeihlich auf der deutschen Fensterbank

Was es für Pflanzen sind (Strelizie? Kamelie? Dings? – Himmel! Ich kann mir so schlecht Pflanzennamen merken!) habe ich vergessen. Es wird also eine Überraschung.

Bleiben Sie also dran, wenn wir demnächst der Frage nachgehen: Was hat Vanessa importiert?

Wo sind die Singvögel hin? Interview mit einem Dompfaff

Viele Gärtnerinnen und Gärtner sind irritiert: In diesem Winter gibt es sehr wenige Singvögel. Schuld ist nicht etwa die Vogelgrippe. Sie kann Singvögeln nichts anhaben. Vielmehr sehen Experten die Ursache im nasskalten Frühjahr 2016. Das Gärtnerinnenblog hat mit einem Dompfaff gesprochen. 

Herr Dompfaff, schön, dass Sie wieder da sind.

Ich freue mich auch. Es ist doch nirgendwo schöner als in der Heimat.

Wir haben uns schon gewundert, wo Sie und Ihre Singvögelkollegen abgeblieben sind. Der Naturschutzbund Deutschland hat Sie sogar zählen lassen

Das habe ich auch gehört. Ich kann natürlich nicht für meine Kameradinnen und Kameraden sprechen. Ich weiß, dass einige von ihnen das günstige Zinsniveau genutzt haben und sich vor dem Winter überall Immobilien gesucht haben, auch im europäischen Ausland. Ich selbst war für einige Zeit in Bad Orb.

Im Spessart? Zum Urlauben?

Nicht wirklich. Ich hatte über den Sommer stark zugelegt und musste mich deshalb zum Abspecken in eine Klinik begeben.

Sie saßen gerne am Futtertrog. Hier ein Bilddokument aus September.

Es war gesellig. Neben mir, das ist mein Freund Dennis aus Herne. Er kam jedes Wochenende. Damals war er noch Junggeselle. Da haben wir es halt krachen lassen.

Dennis musste aber nicht zur Kur. 

Dadurch, dass er regelmäßig die Strecke von Herne nach Dortmund und zurück flog, hielt sich die Gewichtzunahme bei ihm in Grenzen. Außerdem arbeitet er bei der Luftüberwachung. Da sitzt er wenig auf dem Ast.

Sie sind Schreibtischtäter?

Ich arbeite in der Jugendhilfe. Aufgrund der kalten Witterung im vergangenen Frühjahr hatte ich wenig Kundschaft und entsprechend nichts zu tun. Das drückte mir aufs Gemüt. Die ganzen Schicksalsschläge in meinem Garten. Schrecklich.

Sie hatten also auch psychische Probleme. 

Natürlich. Das steckst du nicht so einfach weg, wenn im Nest neben dir die Küken sterben. Ich selbst hatte ja 2016 noch keine Partnerin, also auch keine Familie. Einerseits: Was du nicht hast, kann dir nicht genommen werden. Andererseits hat mich das Single-Dasein seelisch belastet. Ich habe mich minderwertig gefühlt und versucht, diese Lücke in meinem Herzen mit Körnern zu füllen.

Hat die Kur denn etwas gebracht?

Absolut. Ich habe 6 Gramm abgespeckt und habe jetzt Idealgewicht. Psychisch geht’s mir auch besser.

Der Spessart ist nicht gerade um die Ecke.

Das war Teil der Therapie. Wir mussten eigenorganisiert anreisen …

Also selbst fliegen.

Genau. Das war ein Brett. In der ersten Etappe habe ich es gerade mal bis Aplerbeck geschafft.

Das ist der Nachbar-Vorort hier Dortmund, 500 Meter die Straße runter.

Es war erniedrigend. Denn seien wir ehrlich: Nach Aplerbeck, da kannst du hinspucken. Heute ist das nur ein Hopps für mich, das fliege ich mit einem Flügel. Aber seinerzeit …  Naja, ich hab’s durchgezogen. Es war schließlich offensichtlich, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich musste dringend fitter werden.

Auch wegen der Nachbarskatzen.

Ihr Menschen denkt, Moritz und Leo seien süß und kuschelig. Aber es sind Bestien. Im vergangenen Herbst haben sie meinen Schwager erwischt. Sie haben ihn brutal zerbissen, seine Leiche geschändet und dann liegenlassen. Meine Schwester ist bis heute nicht darüber hinweg. Erst die Kinder erfroren, dann der Mann totgebissen. Sie geht jetzt in so eine Angehörigengruppe. Ich hoffe, es hilft ihr.

Was sind Ihre Pläne fürs Frühjahr?

In Bad Orb habe ich meine große Liebe gefunden. Wir wollen eine Familie gründen.

Hier in Dortmund?

Sie kommt aus Gelsenkirchen. Wir sind uns noch nicht einig.

Was tun Sie beide, um dem Jojo-Effekt zu entgehen?

Ich selbst esse nur noch kleine Portionen, Hirsekörner zum Beispiel. Keine Sonnenblumenkerne und auch kein Fettfutter. Im Frühjahr möchte ich bei Flugwettbewerben mitmachen. Meine Partnerin geht regelmäßig zum Zumba.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. 

Dankeschön. Wir sehen uns.

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