Mais!

„Der Garten will seinen Herren jeden Tag sehen!“, mahnt die alte Nachbarin und deshalb habe ich heute aus „ich müsste ja dringend mal wieder in den Garten“ schnell „ich gehe jetzt in den Garten!“ gemacht. Zwei träge Ferienkinder habe ich ebenfalls mit rausgeschleift. Nach anfänglichem Murren war das dann gar nicht mehr so schlimm, sie durften Mais ernten. Ernten ist immer gut, das geht mir ja genauso.

mais

Eigentlich ist die Erntezeit für Mais schon längst vorbei. Mein Mais ist aber „vergessener Mais“. Im Frühling habe ich vergessen, ihn zu säen. Erst Ende Mai steckte ich Maiskörner in mit Erde gefüllte Eierkartons, stellte die Kartons auf den großen Wasserkanister – und vergaß sie. Drei Wochen später ragten zehn Zentimeter hohe Triebe aus den Kartons. Ein paar jedenfalls, der Rest war vertrocknet. Die wenigen Maispflänzchen bekamen ein feines Plätzchen an der Hauswand zum Nachbarn. Und wurden umgehend vergessen. Statt sie zu hegen und zu pflegen, baute ich ihnen einen Drahtkompostbehälter vor die Triebe und nahm ihnen somit jede Menge Platz weg. Irgendwann im August war ich sehr erstaunt, als der Drahtkompost von der Rückseite wunderschön begrünt war und ich erinnerte mich: ach ja, hier wächst Mais. Gießen musste ich ihn ab da nicht mehr, es begann nämlich zu regnen und hörte lange Zeit nicht auf. Dem Mais gefiel das. Er blühte und setzte Kolben an.

mais2

Ein paar Kolben reiften noch, sie sehen perfekt aus!
Heute abend gibt es also gekochten Mais mit Butter und Salz. Und nächstes Jahr pflanze ich mehr Mais an. Solch ein pflegeleichtes, anspruchloses Gemüse!

trenner_brocco