Herzerweichend

Das ist zwar kein direktes Gartenthema, aber auf Nachfrage erzähle ich gerne wie die Rehkitzrettung funktioniert.

Wenn das Gras hoch steht und die Mähsaison beginnt, setzen die Ricken ihre Kitze in die Wiesen. Die Ricken kommen dann nur zum säugen in die Wiesen zurück. Die Kitze können noch nicht aufstehen und haben auch, noch, keine Scheu vor irgendetwas oder irgendjemand. Wenn dann die Bauern ihre Wiesen mähen haben die Kitze keine Chance. Sie werden durch die Mähwerke verstümmelt oder getötet. Man sieht sie nicht im hohen Gras, und es geht auch alles viel zu schnell. Wenn man auf dem Bild die Hand anschaut, sieht man die Relation zum Kitz, die sind wirklich, wirklich winzig. Gerade mal eine Handvoll in den ersten Wochen.

KitzEs gibt eine Organisation von Freiwilligen im Odenwald, die koordiniert die Landwirte, Jagdpächter und freiwilligen Helfer. Man geht in Reihen mit ca. 10 Personen in einem Abstand von maximal 1m, eher dichter, durch die Wiesen und schaut angestrengt ins hohe Gras. Und zwar so, dass kein Stück der Wiese unbelaufen und unbeguckt bleibt. Und es gibt große Wiesen! Wenn ein Kitz gefunden wird, meisten sind sie zu zweit, nimmt man sie mit viel Gras auf und setzt sie in eine Kiste an den Wiesenrand. Auf keinen Fall darf man sie einfach vom Boden aufnehmen und wegtragen. Der von der Kleidung übertragene menschliche Geruch bewirkt, dass die Ricke ihr Kitz dann nicht mehr annimmt. Also immer dick in frisches Gras einpacken. Wenn die Wiese abgelaufen ist gibt es eine Entwarnung an den Landwirt, der dann sofort kommt und mäht. Wenn er damit fertig ist, setzt er oder der Jagdpächter die geretteten Kitze wieder auf die Wiese zurück.

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Letztes Jahr haben wir so 108 Kitze retten können.

 

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