Hallo, darf ich vorstellen……

Mein Name ist Nathalie, bin vor kurzem 50 geworden (hat gar nicht wehgetan) und ich bepflanze, ernte, jäte, gieße und kümmere mich um 2 Gärten. Als Ausgleich für meinen stressigen Vertriebsjob ist das super für den Kopf, weniger supi für den Rücken. Für den wiederum zum Ausgleich gibt’s dann Yoga in den Variationen Power, Yin und Hot.

Der eine Garten ist mehr ein „Gärtchen“ und ich teile mir ein Beet mit der Oma. Die Oma ist 88, meine Vermieterin, wohnt unten im Haus und ist resistent gegenüber jeglicher Veränderung, auch den Garten betreffend.

gaertchen

Sie lässt gerne das Unkraut wachsen, „es blüht so schön“, was bei einem geteilten Beet durchaus Konfliktpotential birgt. Ich reiße gerne mal was raus, wenn sie nicht so genau hinschaut. Nebenher arbeite ich weiter an meinem Change Management bei der Oma, aber das geht noch langsamer als Pole Pole, wie der Kenianer sagt wenn er langsam meint. Was die Oma auf ihrer Seite pflanzt wird auch nicht geerntet. Entweder wächst nichts (der Tomatenstock im Vollschatten), oder sie lässt es blühen und gedeihen bis es umgeht.

Der andere Garten „der Gadde“ wie der Hesse sagt, ist in einer kleinen, wilden Kleingartenkolonie ohne Vorschriften, mit einem Lineal zu säen oder was sonst noch so in Gartenvereinen üblicherweise vorgegeben wird.

gadde

Die handelnden Gärtner sind Ich, der Ex und meine Ex-Schwiegermutter. Sie ist zwar Ex, wird aber immer meine liebe Schwiegermutter bleiben. Das hindert sie aber nicht daran, gerne mal freundlich aber seeeehr bestimmt, anfallende Arbeiten zu verteilen.

Der Ex ist unser Technischer Wart und für alles grobe zuständig wie Rasenmähen, Beete umgraben, Reparaturen ausführen, Bäume fallen.

Die Schwiegermutter ist IMMER im Garten, und abwechselnd dann entweder der Ex oder ich, je nachdem was anfällt oder wer Zeit hat. Dann kommt man sich nicht unnötig in die Quere, schließlich ist man ja auseinander. Sie ist die Pächterin, hat den Überblick, sagt wo´s langgeht, welche Farben die Blumen dieses Jahr haben sollen, so halt. Wenigstens ist sie nicht Resistent gegenüber Wünschen und Veränderungen (sie gärtnert dort immerhin seit ca. 50 Jahren) und ich kann Erste Bio-Erfolge vermelden. Und das auch noch nachhaltig „Ach, Bio ist gar nicht sooo schlecht“.

Ich darf dann zuarbeiten, betreibe mein Hildegard-von-Bingen-Möchtegern-Kräuterbeet (Don`t touch it) und bin die Fachfrau für bodennahe spontane Begleitvegetation, vulgo Unkraut, im alpenländischen auch gerne Dreck genannt.

Der Gadde ist auch Ersatzmuckibude, denn zum gießen müssen wir das Wasser pumpen. Das gab letztes Jahr bei der anhaltenden Trockenheit 1A definierte Oberarme.

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