Gib her, geh weg – Auberginen!

Scheinbar kann man Auberginen entweder nur hassen oder lieben. Ein Dazwischen gibt es nicht, kein „joar, nicht mein Lieblingsessen, aber der Hunger treibt es rein.“

Ich mochte Auberginen bisher auch nicht. Zum einen hatte ich im Hinterjopf, dass Auberginen Nikotin enthalten und das fand ich dann doch mehr als überflüssig (mittlerweile weiß man aber, dass der Nikotingehalt sehr, sehr gering bis nicht vorhanden ist), zum anderen mochte ich das Mundgefühl nicht: schwammig-knatschig. Letzteres wahrscheinlich meinen zögerlichen Zubereitungsversuchen geschuldet. Es ist nämlich so, dass ich oft diese Auberginen kaufte … weil sie so hübsch aussehen. Das ist eventuell kein ausreichender Grund und ich stehe auch mich schämend in der Ecke, aber mal ehrlich: aussehen tun die doch wirklich toll?!

Im Frühjahr entdeckte ich beim Gärtner meines Vertrauens eine Auberginenpflanze. Weil sie ziemlich mickrig war, hatte man sie reduziert. Ich habe immer Mitleid mit reduzierten Pflanzen, deshalb nahm ich sie mit und pflanzte sie an die Gartenmauer. Zwei Wochen später hatte sie sich verdoppelt, wofür ich sicherlich nichts kann, denn meine Pflege bestand lediglich darin, sie zu gießen und die Erde ein bißchen zu lockern.

Bis zum Sommer wuchs die Aubergine einen Meter hoch und entwickelte jede Menge sehr hübsche Blüten und kurz darauf auch nicht weniger hübsche Früchte.

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Oma Eis war begeistert und nahm mir die Ernte gerne ab, denn ein Versuch, die Auberginen zu einer Portion Ofengemüse zu mischen, führte zu einem eher unharmonischen Mittagessen. Schwammig-knatschiges Mundgefühl eben. Ich klagte Oma Eis mein Leid und sie erklärte mir, wie man diese Auberginen zubereiten muss, damit sie wirklich lecker sind! Als Auberginen-Feta-Creme!

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„Du musst die Aubergine waschen, das Grünzeug abschneiden und die Aubergine halbieren. Dann stichst du die Schale mit dem Messer ein paar mal ein, pinselst die Schnittfläche mit Öl ein und legst die Aubergine mit der Schnittfläche nach unten auf ein Blech. Dieses schiebst du bei 200°C Ober/Unterhitze so lange in den Ofen, bis die Schale runzelt. Und es gut riecht.“ (die beiden Knoblauchzehen habe ich ganz eigenmächtig mit auf das Blech gelegt)

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„Das Fruchtfleisch kannst du aus der Schale löffeln, aber das muss nicht sein. Püriere die Aubergine mit Knoblauch und Schafskäse und ein bißchen Olivenöl. Salz muss wahrscheinlich keines dazu, der Schafskäse ist würzig genug. Aber ein bißchen frischer Pfeffer schadet nicht. Lass es dir schmecken!“

Das Ergebnis sieht nicht schön aus. Und mein Talent als Foodfotografin ist auch eher unterentwickelt; selbst wenn ich die Creme in ein Glas umfülle, sieht es eben nur aus wie komische Pampe mit dunklen Stückchen drin hinter Glas.

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Aber schmecken tut das wirklich sehr, sehr gut, von schwammig-knatschig keine Spur mehr!

Manche Auberginenpflanzen sind mehrjährig. Ich hoffe, eine solche erwischt zu haben. Insgesamt habe ich zehn Auberginen geerntet, eine kleine hängt noch an der Pflanze. Das ist kein riesiger Ertrag, aber die Pflanze gefällt mir außerordentlich gut (auch wenn das Jäten darunter gemein ist, Stiele und Blätter pieksen hinterlistig!).

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