Frühjahrsüberblick

Das Gartenjahr hat natürlich längst begonnen und die Unterholz-Neugartencrew hat sich bisher wirklich ganz gut geschlagen. Zumindest wurden Horst und seine Freunde noch nicht hilfesuchend zu Rate gezogen.

Angefangen haben wir mit der auf dem Grundstück befindlichen Immobilie für den Nachwuchs – da musste noch das wasserabweisende Dach drauf, zumal die Teerpappepakete in der Garage mit der Zeit auch nicht ansehnlicher wurden. Also – Akrophobie hin oder her – rauf auf die Leiter und das Zeug beherzt aufs Dach genagelt. Zwischendurch erreichten die Bodencrew in regelmäßigen Abständen Panik-gifs von hilflosen Katzen in Bäumen, aber alles in allen hat das super geklappt.

Hier sieht man das Haus mit der wunderschön blühenden Magnolie der Nachbarn:

Ein bisschen neidisch sind wir auf die blühende Pracht, das liegt aber auch daran, dass auf unserer Seite ein bisschen doll viel am Blühzeug (hier: Rhododendron) herumgerodet wurde. Was wiederum daran liegt, dass die neue Säge soviel Spaß macht.

Dann waren erstmal Holzterrasse und Holzfassade dran. Diese wurden gereinigt, bevor sie mit einer lecker riechenden Ölmischung eingepinselt und wir damit zu einem gefühlt 48-stündigen Betretungsverbot verdonnert wurden. Aber es hat sich gelohnt, das Regenwasser perlt ab wie im Werbespot für Kalkreiniger und alles sieht aus wie neu.

Und dann endlich schlug auch endlich mal die Stunde für den Gartenboden und die floralen Projektideen. Also die Stunde für die Strafarbeit. Das Gras, das erst letztes Jahr unter windigen Bedingungen eingesät wurde, musste jenseits der Begrenzungssteine wieder raus aus dem Beet. Endgültig und wirklich und wahrhaftig. Des Drames erster Akt ist nachzulesen hier.

Also opferte ich mich eines sonnigen Tages, nahm Spaten, Hacke und Karre und zog los, um zunächst zwei Testmeter von Rasen zu befreien. Erst einmal grub ich noch funktionierende Stauden aus und legte sie zur Seite, um dann großzügig mit dem Spaten und der Hacksprungparforcetechnik in strategisch günstigen Abständen auflockernde Gräben reinzupflügen, um im nächsten Schritt mit der Hacke die Grasschicht loszukratzen. Anmutig wie eine stolze Katze, die eine noch lebende Maus gefangen hat und sie touretteartig im Spiel hochwirft, kloppte ich das Grasbüschel mehrfach auf den Boden, entfernte so möglichst viel Erde und schmiss dann mit elegentem Runterschwung das ganze Grasbündel von der Gabel in die Karre.

Wenn ich vierzehn gewesen und dazu von Fräulen Rottenmeier verdonnert worden wäre, hätte der erste Satz in meinem Ferientagebuch wie folgt gelautet: „Liebes Tagebuch, ich musste die ganzen Ferien Gras wegmachen, das war voll anstrengend und voll ätzend und außerdem waren die Säcke mit dem ganzen Erdegraswasweißichwasgemisch voll schwer.“

Nunja, so gruben wir uns voran, bisweilen halfen auch die osterferienbeglückten Kinder mit, die fanden aber am tollsten, wenn wir wieder mal zum Wertstoffhof fahren durften. Nicht, weil da tolle Müllautos, Trecker und Frontlader fahren. Nein, weil „Mexdongels“ nämlich fast direkt nebenan ist und sogar auch die Mama nach solchen Hauruck-das-Gras-muss-weg-Aktionen immer einen leichten Pommeshunger verspürt. (Nein, aber nicht das, was Ihr jetzt meint.)

Jedenfalls heute, am Ende der Ferienwoche, ist alles fertig geworden. Ein bisschen Erde musste natürlich nachgefüllt werden und ein paar schöne, bienenfreundliche, bunte Stauden durften bei der Gelegenheit auch noch mit, denn der sensible Salbei hat den Rasenangriff tatsächlich nicht überstanden. Ganz sicher sind wir allerdings noch nicht, was mit dem Beet jetzt passieren soll. Rindenmulch oben drauf? Oder Pinienrinde? Oder „en nature“?

Nun muss nur noch die noch im Winterschlaf dümpelnde Hecke aus sich raus kommen. Und dann, liebes Tagebuch, dann wirds auch bei uns voll schön.