Frühjahrsputz im Gartenschuppen

In meinem neuen Garten steht ein kleines Gerätehaus, das nahezu vorbildlich eingerichtet ist. An zwei Wänden haben die Arbeitsgeräte an einer Holzleiste ihren Platz. Hacken, Grubber und Rechen werden eingehängt, für Spaten und Grabgabel wurden Schrauben als Halterung angebracht. An der dritten Wand hängt ein Regal, in dem Kordeln, Sämereien, Handschuhe, Draht und der ganze Kleinkram untergebracht werden können. Vor dem Schuppen ist ein Wasserfass eingegraben, damit das Werkzeug nach Gebrauch vor dem Wegräumen direkt gesäubert werden kann. Ernel und Paul, denen dieser Garten gehört, haben das Gartenwerkzeug sehr gut gepflegt und das will ich genauso halten. (Allerdings werde ich es vermeiden, mir im Winter beim Schrubben des Spatenblattes zwei Fingerkuppen abzufrieren, so wie es Ernel passierte.)

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Der Schuppen auf den Ländereien der Grünen Villasieht längst nicht so vorbildlich aus. Und das liegt nicht nur daran, dass er nicht aus freundlichem Holz ist, sondern aus fiesen Eternitplatten. Das Werkzeug lehnte die letzten fünfzehn Jahre immer irgendwie an der Wand oder lag auf dem Boden herum. Mehrmals spielte ich die wahnsinnig witzige Sketchszene mit dem Tritt auf den Rechen und dem hochschnellenden Gerätestiel, einmal sogar mit blutender Nase. Die einfache und geniale Lösung mit dem Brett wie in Ernels und Pauls Schuppen brachte jetzt auch endlich Ordnung in diesen Schuppen.

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Der Blick zur anderen Seite des Schuppen zeigt allerdings, dass der Frühjahrsputz noch nicht beendet ist. Die alte Werkbank leistet mir beim Pflanzen und Säen in Töpfen gute Dienste, unglücklicherweise stelle ich gerne mal eben rasch Dinge darauf. Und ich habe eine Menge Dinge. Alte Backformen und Emailtöpfe stapeln sich, weil sie irgendwann mit Dachwurzen bepflanzt und gefällig im Garten verteilt werden sollen.

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Den Blick an den Werkzeugen vorbei erspare ich Ihnen übrigens, denn Rasenmäher, Schredder und diese blaue Plastik-Sandmuschel, die ich sicher irgendwann für irgendetwas noch brauche, kuscheln dort mit Brennholz, irgendwelchen Latten und Stickeln und zerbrochenen Bohnenstangen, liebevoll umwebt von Generationen von Kreuzspinnen. Man soll es mit dem Frühjahrsputz ja auch nicht übertreiben.

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