Ein Gewächshaus aus alten Fenstern – Teil 1: Das Punktfundament

Seit Monaten rede ich davon, dass ich ein Gewächshaus bauen möchte.
Jetzt geht es endlich los!

Was ist nochmal der Plan?

Der Plan ist, ein Gewächshaus aus alten Fenster zu bauen.

Die Fenster haben der Mitbewohner und ich geschenkt bekommen. Freunde haben ein Einfamilienhaus aus den 1960er Jahren gekauft und renovieren es derzeit. Unter anderem haben sie die Fenster ausgetauscht: alte Holzfenster raus, neue Kunststofffenster rein.

Wir haben die Holzfenster abgeholt und benutzen sie, um ein Gewächshaus aus ihnen zu bauen.

So soll das Gewächshaus aussehen:

Gewächshausskizze

Es handelt sich, wie Sie sich anhand der Maße unschwer ausrechnen können, eher um eine künstlerische Skizze. Ich brauche allerdings immer zunächst ein Bild vor Augen, damit ich mir Dinge besser vorstellen kann.

Das Gewächshaus wird L-förmig sein.  An der linken Kopfseite wird es einen doppelflügeligen Eingang geben. Außerdem wird es einen Eingang in der Spitze des L geben – mit einer einflügeligen Tür. Die Türen sind ehemalige Balkon- und Terrassentüren aus dem 60er-Jahre-Haus.

Der Detailplan fürs Fundament:

Gewächshaus: Plan für das Fundament

Damit das Gewächshaus gut und fest auf der Erde steht, benötigt es ein Fundament.

Wir haben uns für ein so genanntes Punktfundament entschieden. Punktfundamente leiten ihre Last über mehrere Einzelfundamente in den Baugrund ab. Wir werden, wie auf dem Bild zu sehen, 12 Punkte gießen, jeweils 30×30 Zentimeter breit, auf denen dann eine Holzkonstruktion aus 8 Zentimeter breiten Balken aufliegt, in die wir wiederum die Fenster einbauen.

Die Konstruktion folgt der Anleitung meines sehr männlichen „Es gibt immer was zu tun“-Hornbach-Projektbuchs für zauberhafte Gärtnerinnen:

Gewöchshaus: Punktfundament im Hornbach-Projektbuch

Damit wir wissen, wo die 12 Punkte hin sollen, haben wir acht Strippen gezogen. Dort, wo sie sich kreuzen, werden die Löcher für die Fundamente gegraben.

So schaut das Ganze von oben aus:

Gewächshaus: Bau aus der Vogelperspektive

Es macht auf dem Foto den Eindruck, als stehe das Gewächshaus später im Wald. Das täuscht ein wenig. Die Sonne kommt die meiste Zeit des Tages außerdem aus der Richtung, aus der ich das Foto geschossen habe.

Leider sieht man auf dem Foto oben die Strippen für den Grundriss nicht so gut. Deshalb das Ganze noch einmal vom Boden aus:

Gewächshaus: Löcher für das Fundament

Die Fundamente werden jeweils bis zu 60 Zentimeter in der Erde sein. Das entspricht der Frosttiefe in unseren Breitengraden (dort kriecht im Winter übrigens auch der Regenwurm hin, damit er nicht zu einer Stange gefriert).

Falls Sie an dieser Stelle mahnend den Finger heben möchten: Laut DIN-Norm sind es tatsächlich 80 Zentimeter. Mein Patenonkel, 35 Jahre Erfahrung als Bauleiter, sagt aber: Gewächshaus? Dortmund? 60 reichen! Was er gebaut hat, steht heute alles noch. Also wird es wohl genügen.

60 Zentimeter sind trotzdem ganz schön tief, wenn man sie mit einem Spaten aushebt. Der Mitbewohner hat unter Fluchen tapfer gebuddelt.

Die Schalung

Sie fragen sich vielleicht noch, was das auf dem Foto für komische Loch-Dinger sind. Das sind unsere Schalsteine. Als Schalsteine benutzen wir Pflanzsteine. Die Pflanzsteine haben wir übrig. Sie haben genau die Größe, die wir brauchen. Wir vergießen Sie dann mit dem Beton.

Eine Sache ist noch unerwähnt: der rechte Winkel.

Unser Gewächshaus soll nicht nur einen festen Boden, sondern auch gerade Wände haben, die in einem rechten Winkel aufeinander treffen. Damit das so ist, haben wir Schnüre und Stöcke über die Erde geschoben und ein 3-4-5-Dreieck gemacht.

Was ist ein 3-4-5-Dreieck?

Ich erinnere mich nur sehr verschwommen an den Mathematik-Unterricht in der Schule, aber der Satz des Pythagoras ist mir noch präsent.

Gilt die Gleichung a² + b² = c² in einem Dreieck mit den Seitenlängen ab und c, so ist dieses Dreieck rechtwinklig, wobei der rechte Winkel der Seite c gegenüberliegt.

Nimmt man nun die Seitenlängen 3, 4 und 5 Meter, hat man keine krummen Zahlen, und der rechte Winkel liegt der 5 Meter langen Seite gegenüber:

3² + 4² = 5²

Wir haben also mit Bindfaden ein entsprechendes Dreieck geklöppelt, es um drei Stöcke gelegt und einen davon in die Erde gehauen. Mit den anderen haben wir uns so bewegt, dass ein rechtwinkliges Dreieck entstand – und der rechte Winkel sich dort befand, wo auch das Gewächshaus seinen rechten Winkel haben sollte.

Also vorzugsweise in der Ecke.
(Ich bin so pfiffig).

Gewächshaus: rechter Winkel

Dabei haben wir festgestellt, dass unser Garten nicht rechtwinklig ist. Aber hey, egal! Unser Gewächshaus wird es sein.

In ein paar Tagen geht es dann mit dem Beton weiter. Bleiben Sie dran!

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