Der Maigarten

Es grünt! Es wächst! Es wuchert!

Der Birnbaum hat eine Woche lang prahlerisch geblüht und erfreut mich jetzt mit sattem Grün. Schade, dass die Birnen, die er im Hochsommer trägt, nicht gut schmecken. (aber Vögel und Wespen freuen sich darüber) Die Erdbeeren dahinter blühen und setzten erste grüne Früchte an. Ich bin froh, dass ich die unzähligen Ableger noch nicht gejätet habe, denn von den neu gesetzten Erdbeeren sind einige nicht angewachsen, ich kann also die entstandenen Lücken noch auffüllen. Das wird dann nächstes Jahr hoffentlich eine reiche Ernte!

Im Staudenbeet tut sich einiges, das zeige ich demnächst mal detailierter. Einige Stauden sind bereits wieder verblüht, andere wie die Lupine, setzen dicke Knospen an. Da das Staudenbeet noch immer sehr, sehr kahl aussieht, habe ich versucht, die überall im Garten wachsenden, wunderbar orange blühenden Ringelblumen zu versetzen. Das klappt nicht. Obwohl ich sie mit dem Spaten komplett aushob und liebevoll wieder einbuddelte, hingen sie am nächsten Tag schlapp in der Gegend herum und waren am vierten Tag trotz aufopferungsvoller Pflege nicht mehr zum Leben zu erwecken. Ich warte also auf die Samen, die ich großzügig verteilen kann. Ebenfalls nicht verpflanzen lässt sich Mohn, gleiches Bild wie bei den Ringelblumen. Die ganzen Blumensamen, die ich händeweise im Staudenbeet verteilt habe, haben vielleicht eine Ameisenkolonie glücklich gemacht oder verweigern einfach das Keimen. Da tut sich fast nichts und ja, das Säen und ich, wir müssen uns wohl noch irgendwie zusammenraufen.
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Vor dem Gartenhüttchen ließ ich mir vom großen Sohn die knochentrockene Erde umgraben. Bevor dort aber am Wochenende/Anfang nächster Woche die Tomaten hinziehen können, sollte es bitte noch einmal kräftig regnen, damit ich diese Erdschollen kleinhacken kann. So wunderbar fruchtbar diese schweren Ton/Lehmböden auch sind, wenn sie austrocknen, lassen sie sich nicht bearbeiten. Dann ist übrigens auch Jäten nicht möglich, unliebsames Kraut kann nur abgerissen und nicht mitsamt Wurzel ausgestochen werden. Doof.

Hinten rechts im Bild kann man ungefähr die Spargelreihe erkennen. Jeden zweiten Tag können dort gut zwei Hände voll grüner Spargel geerntet werden. Tolle Sache und Arbeit machen Spargel auch nicht, wenn sie sich erstmal angesiedelt haben.
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Im Gemüseteil haben die Schnecken jetzt erste Opfer gefordert. Ein Kohlrabipflänzchen hat nur noch ein kümmerliches Blatt, der Endiviensalat hat Fraßspuren. Noch halten sich die Schäden in Grenzen, noch muss ich nicht auf Schneckenjagd gehen, aber meine spitze Schaufel zum Meucheln liegt bereit.

Neulich wurde ich gefragt, was es mit diesen Drahtgestellen auf sich hat: das ist fester Hasendraht, mit einem Durchmesser von ca. einem Meter zum Kreis geformt und knapp 20 Zentimeter tief eingegraben. Ringsherum sind Erbsen gesteckt (die auch schon fröhlich hochranken). In einem schlauen Buch las ich, dass diese Anbaumethode platzsparender als der Reihenanbau sei. Es gab da auch eine phantastische Formel dazu (die ich Ihnen bei Bedarf gerne heraussuche, gerade ist das Buch aber im Gartenhüttchen), aber mir gefiel in erster Linie das Erbsenrund. In der Mitte des einen Erbsenkreises wachsen Kartoffeln, ich komme nämlich nicht bis ganz auf den Boden und kann sie nicht jäten. Mal schauen, ob sich Kartoffeln und Erbsen auch im Garten vertragen (nicht nur auf dem Teller).

Was so hübsch grün zwischen den Beeten wächst, ist Bienenweide (Phacelia), eine Gründüngung, die sich drei Jahre lang auf diesem Gartenteil immer wieder von allein aussäte. Wo sie mich nicht stört, darf sie wachsen. Untergehackt oder rausgezupft ist sie schnell. Es könnte allerdings sein, dass ich aus dem einen Beet statt Bienenweide die ganzen Karotten gezupft habe. Anfängerfehler und wir reden da jetzt nicht mehr drüber, ok?
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Die Blüten der Bienenweide sind von Bienen und Hummeln umsummt, es ist eine reine Freude zuzusehen. Im Herbst lässt man die Pflanzen einfach stehen. Im Winter frieren sie dann runter und im Frühling können die Reste leicht in die Erde eingearbeitet werden. Der Boden, auf dem einige Jahre diese Bienenweide wuchs, federt richtig beim Darübergehen, er lässt sich auch viel leichter bearbeiten, als der Rest des Gartens.
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Ich war einige Tage unterwegs, der Garten ist in dieser Zeit von der Familie nur gegossen werden. Jetzt heißt es für mich Un/Wild/Beikraut zu jäten. Jede Menge Disteln machen sich breit und die braucht ja keiner. Außerdem müssen die Beete gehackt werden! Ein älterer Gartennachbar sagt nämlich, dass dies Gießen spart. Und da ich jetzt schon jeden Abend 15 Gießkannen Wasser durch den Garten schleppe und hinterher das Fass wieder vollpumpen muss, bin ich gerne bereit, dieses Ratschlag zu testen.

Im Garten am Haus sind alle gesteckten Kartoffeln gekeimt, die von den Bauarbeitern platt getrampelten Beerensträucher haben sich erholt. Und der überwinterte Mangold kann schon wieder eine ganze Familie ernähren. (den Hausgarten zeige ich demnächst.) Das ist gerade die allerbeste Gartenzeit, weil man den Pflanzen beim Wächsen fast zusehen kann.