Der Garten im Juni

Schnell, schnell, der Juni ist fast vorbei! (bin ich die Einzige, der das Jahr in den Händen zu verrinnen scheint?)

Der Juni begann hier mit großer Hitze und Trockenheit. Jeden Abend schüttete ich unzählige Gießkannen an mein Gemüse, doch der Boden war so ausgetrocknet, dass das Wasser in Pfützen darauf stehen blieb, statt an die durstigen Wurzeln zu sickern. Das Gemüse kümmerte vor sich hin, die Stauden hingen schlapp in der Gegend herum, die Erdbeeren blieben winzig (aber sehr, sehr süß!). Obendrein gab es hier am Rhein eine regelrechte Mückenplage, um eine halbe Stunde weitestgehend ungestochen gießen zu können, musste man entweder in langen Klamotten schwitzen oder sich sehr sorgfältig mit Mückenschutzmitteln einreiben. Das Rheinhochwasser im Mai hatte die vermehrte Mückenbrut begünstigt, die vielen Stürme hatten verhindert, dass die Stechmückenbekämpfung per Hubschrauber stattfinden konnte. Es war unerträglich und ich arbeitete nur das Nötigste im Garten.

Als die Mücken weniger wurden, sank die Temperatur und der langersehnte Regen fiel. Beinahe eine Woche lang regnete, regnete, regnete es. Ringsherum jammerten die Menschen über das Wetter, ich grinste jedesmal, wenn ich bei der Hunderunde an meinem Garten vorbei lief. Von Tag zu Tag wurde das Grün satter und die Kohlrabi dicker.

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Zum Regen kam die Schafskälte, doch im Garten wächst und gedeiht es!

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Die Paprikas wachsen, blühen und tragen reichlich Früchte, die Zwiebeln dahinter werden immer kräftiger. Und sogar die mickrigen Rosenkohlpflänzchen, die ich schon aufgegeben hatte, treiben neu und kräftig aus. Sowie der Boden ein bißchen angetrocknet ist, muss er dringend gehackt werden und die Un/Wild/Beikräuter, die am meisten stören, ausgezupft werden.

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Auch die Tomaten kommen nun endlich in Fahrt. Nachdem die erste Saat kaum über das Keimblattstadium kam, holt die zweite Saat jetzt kräftig auf. Das muss ich mir dringend für das nächste Jahr merken: ich muss im März keine Panik bekommen, weil ich noch keine Tomaten gesät habe. Auch im Mai gesäte Tomaten werden groß und versprechen gut zu tragen.

An einem der kommenden Wochenenden bekommen die vorderen Tomaten ebenfalls Dächer, bisher war dafür keine Zeit.

Sie können auf diesem Bild übrigens sehr gut sehen, dass ich es mit dem Jäten nicht ganz so genau nehme, bzw. nur dort jäte, wo ich Platz brauche. Die weißblühenden Feinstrahlastern hier im Bild säen sich überall im Garten aus, doch ich mag ihre Blüten sehr und obendrein bieten sie den Tomaten guten Windschutz, deshalb dürfen sie bleiben.

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Der Blick zur anderen Gartenseite ist eher langweilig. Die vielen Stauden sind bereits verblüht, die Blumen, die ich gesät habe, hatten während der Trockenheit keine Chance zu keimen. Viel Erde mit ein bißchen Grün dazwischen … ich hoffe, dass das im Laufe des Sommer noch bunter wird. Nächstes Jahr wird das Staudenbeet sicherlich üppiger blühen, ich muss mich eben in Geduld üben. Und falls das alles nicht so wird, wie ic mir das vorstelle, gibt es eben noch mehr Gemüse, Gemüse kann ich.

Heute ist es hier bereits wieder warm, die Sonne scheint: allerbestes Pflanzenwachswetter. Und allerbestes Schädlingswetter, denn wenn es feucht und warm ist, kommen sie:

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Und sie bringen ihre Freunde mit. Viele Freunde! Weinbergschnecken, Schnirkelschecken, klitzekleine Turmschnecken, weiße Nacktschnecken, schwarze Nacktschnecken, rote Nacktschnecken und Tigerschnegel, die einzigen Schnecken, die ich wirklich mag. Am Wochenende gehe ich auf die Jagd, mit Schaufel und Eimer. Wünschen Sie mir Jagdglück.