Der Balkon kommt immer zu kurz

… nicht in der Pflege, aber hier im Blog.

Dabei sitze ich oft und gerne dort, vor allem nach der Arbeit und am Wochenende. Denn im Gegensatz zum Garten, in dem morgens und über Mittag die Sonne steht, ist der Balkon ab dem Nachmittag am schönsten.

Deswegen steht dort auch mein Liegestuhl, in dem ich gerne mal einschlafe. Er hat eine eingebaute Nickerchenfunktion – kaum liege ich drin und habe vier Seiten gelesen, werden meine Augen schrecklich schwer, mein Hirn vernebelt sich, die Geräusche der Straße versanden und ich gleite hinüber ins Powernapping-Paradies.

Balkon

Der Balkon geht nach vorne raus – zur Straße und zum Garagenhof. Wenn ich nicht gerade schlafe, bringt das unweigerlich mit sich, dass ich nichts verpasse: Wer kommt, wer geht, wer den Müll rausbringt, wer die Blumen gießt, wer die Straße hoch und wer sie hinunter geht, wer den Hund ausführt und wer das Auto saugt. Nicht, dass ich das alles wisse möchte, aber es ist nicht zu vermeiden.

Sitze ich nun abends auf dem Balkon und genieße die Sonne, sehe ich jeden, der von der Arbeit nach Hause kommt – und er oder sie sieht mich. Wir grüßen uns dann freundlich und meistens kommt es zu einem Schwätzchen: Wie geht’s, was macht das Knie? Bei den Prachtfinken alles in Ordnung? Marlenes Katze ist gestorben. Wie geht es eigentlich Herrn Müller, hab ihn lange nicht gesehen? Schon mitbekommen, gegenüber ist ein Neuer eingezogen. Sind Frankes eigentlich im Urlaub? Ach, auf den Malediven! Fuhren die nicht sonst immer in den Schwarzwald? Die Krügers könnten auch mal ihren Vorgarten machen. Was – Sabine hat einen Kreuzbandriss? Letztens das Gewitter – das ist sogar bei uns im Fernseher eingeschlagen!

Mein Balkon ist also ebenso investigativ wie erholsam. Ein Recherchebalkon.

Balkonüberblick

Aber das hier ist ja ein Gartenblog, deshalb: die Pflanzen. Auf dem Balkon habe ich hauptsächlich Hübsches – und ein paar Auberginen und Tomaten.

Die Auberginen gedeihen inzwischen prächtig, haben Blüten und auch die ersten, winzigen Früchte. Ich habe sogar die Befürchtung, dass ich in ein paar Wochen in Auberginen baden kann. Dabei mag ich doch gar keine Auberginen, sondern habe sie nur für die Torfrau angepflanzt.

Auberginen von unten

Der Balkon ist die Wetterseite – er bekommt mehr Sturm mit, aber auch mehr Sonne. Auf dem Balkon ist es wärmer als auf der Terrasse und im Garten. Manchen Pflanzen bekommt das besser. In kleinen Töpfen gedeihen Geranien und andere Blumen, deren Name ich allesamt nicht kenne.

Zum Beispiele eine, die sich abends zusammenfaltet und nur bei Sonne entknüselt. Wenn ein bisschen Sonne scheint:

Balkonblume halboffen

Wenn viel Sonne scheint:

Balkonblume in voller Blüte

Geht die Sonne unter, gibt es auf dem Balkon die schönsten Sonnenuntergänge. Ich habe also viele Gründe, meinen Balkon zu lieben – auch wenn er hier im Blog kaum erwähnt wird.

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