Der Aprilgarten

Es tut sich was!
Sämtliche Blumenstauden, die ich im März pflanzte, wachsen und gedeihen, blühen teilweise schon. Letzteres freut die rege Hummelpopulation im Garten besonders. Weil es ein bißchen albern aussieht, dass im Abstand von ca. vierzig Zentimeter eine Ministaude wächst, habe ich händeweise Mohn-, Zinien-, Cosmea- und Sonnenblumensamen auf die Beete geworfen. Jetzt muss ich dem Drang widerstehen, alle keimenden Pflänzchen zu jäten. Für weitere Üppigkeit baue ich auf den hiesigen Fundgrube-Laden, der in regelmäßigen Abständen Stauden und Einjährige sehr, sehr günstig anbietet. Kleine, traurige Pflänzchen, die sämtliche Blätter hängen lassen und die niemand mehr will, obwohl sie nur ein langes Bad und ein bißchen Erde brauchen.

aprilgarten-test

Die Rose, die den alten Birnbaum erklimmen soll, treibt fröhlich aus. Wie lange dauert es eigentlich, bis eine Kletterrose zwei, drei Meter hoch geklettert ist? (ich bin so schrecklich ungeduldig!)

Die Erdbeerableger sind alle angewachsen, nächstes Jahr kann ich also von 100 Pflanzen ernten und hoffentlich sehr viel Erdbeermarmelade kochen. (Erst nächstes Jahr! Ich bin so schrecklich ungeduldig!)

Auf der anderen Seite des Gartens habe ich Gemüsebeete vorbereitet. Für Rot- und Weißkraut, Broccoli und Blumenkohl, Kohlrabi und Rote Bete habe ich ein paar Fuhren Pferdemist in die Erde gegraben, ich erwarte vorbildliches Gemüse für meine Mühe!

Beim Aufstellen der Bohnenstangen sorgte ich eventuell für gute Unterhaltungen bei den Nachbarn , weil ich zuerst mit allen Bohnenstangen stolperte und bäuchlings im Garten lag, unter den Bohnenstangen begraben. Beim Aufstellen des ersten Paares, kippte dieses umgehend um. Als das erste Paar endlich ausbalanciert war, brachte das zweite Paar das erste zu Fall. Als glücklich alle drei Paare standen, stellte ich fest, dass ich auch hüpfend nicht groß genug bin, um die Paare und die Querstange zusammenzubinden. Also holte ich mir einen Hocker, stellte mich darauf und sank mit Hocker in die fluffig-weich gehackte Erde. Fast wünsche ich mir, irgendwer hätte das aufgenommen, in schwarz-weiß, unterlegt mit lustiger Klaviermusik. Wahrscheinlich wird einer dieser Sommerstürme die üppig bewachsenen Bohnenstangen umwerfen und dann werde ich noch lauter schimpfen müssen, als bei meiner unfreiwilligen Bohenstangen-aufstell-Slapstick-Nummer.

Gepflanzt habe ich Mangold, Eisberg- und Eichblattsalat und Radicchio. Auf ausdrücklichen Wunsch meiner Mutter auch Fenchel, den mag niemand in der Familie außer ihr, ich bin einfach nur neugierig, ob er wächst.

Radieschen und Karotten habe ich gesät, Erbsen gesteckt. Die Drahtkörbe im Vordergrund sind übrigens Kletterhilfen für die Erbsen.

aprilgarten2

Zucchini, Auberginen, Kürbisse, Gurken, Paprikas und Tomaten pflanze ich Ende April/Anfang Mai. Eigentlich sollte man ja die Eisheiligen im Mai abwarten, aber die Chancen für einen wirklich strengen Nachtfrost sind mittlerweile äußerst gering.

Für die Tomaten muss ich noch das Beet vorbereiten und ein bißchen bauen. Bisher stehen da nämlich nur diese beiden Häuschen, die der Schreinerfreund für seine Tomaten zusammengeschraubt hatte und unter denen die Tomaten bis ans Dach wuchsen und weit in den November hinein trugen.

aprilgarten3

Beim letztjährigen Sommersturm flog uns ein Plexiglasdach in den Garten, das seitdem niemand vermisst. Daraus will ich mir ein größeres Tomatenhaus bauen. Und bevor unter diesem Dach dann Tomaten wachsen können, sollte irgendwer Löwenzahn und Disteln jäten.

(Die Tomaten habe ich, wie meine Mitgärtner(in) hier, gesät. Doch anders als bei ihnen ist mein Daumen beim Säen eher braun. Meistens ertränke ich die zarten Keimlinge, nachdem sie jämmerlich nach Wasser jappsten. Drücken Sie mir die Daumen, dass wenigstens acht Pflanzen über das Keimblattstadium hinaus wachsen, danach haben sie sogar bei mir eine Chance.)

trenner_radi