Schädlinge

Ein durchaus durchwachsenes Gartenjahr

Es ist ein komisches Gartenjahr, und es ist noch nicht vorbei. Die Schwiegermutter sagt, so eines hat sie in über 50 Jahren noch nicht erlebt. Oder möglicherweise doch, und nur verdrängt? Meine Erfahrung geht ja erst 4 Jahre zurück.
Zwischen Schnecken und Regen ist nicht viel gewachsen. Außer der bodennahen Vegetation und den Brennnesseln, vom Nachbar kommend.
Die Schnecken lachen sich schlapp, die ernähren sich von Schneckenkorn (Power for the slugs) und ignorieren jegliche Hindernisse, die wir uns so ausgedacht hatten. Schutzwälle aus Kaffee, Sand (grob), Stroh und Mulch haben sie nicht am fressen gehindert. Auch absammeln bei Regen hat die Populationsdichte nicht verringert.

  • Der Wildsalat – nicht angegangen
  • Die Brombeeren, wenige. Fast zu wenig für Konfitüre
  • Von drei Auberginenpflanzen haben wir jetzt dann doch eine ! Frucht !!
  • Tomaten und Gurken haben im Gewächshaus gewuchert, aber wenig Früchte getragen
  • Von 2 Reihen Karotten werden wir 3 ernten. Stück, nicht Reihen !
  • Salat – komplett abgefressen
  • Das Hildegardbeet hatte ich zuerst vernachlässigt, daraufhin hat die Schwiegermutter Borretsch gepflanzt. Das war´s dann gewesen mit Kräutern für dieses Jahr, ich wusste nicht das Borretsch vom Wachstum her mit Minze gleichzusetzen ist. Ich mag auch gar keinen Borretsch, lediglich die Blüten sind schön in Eiswürfeln gefroren, und sie locken unzählige Bienen an

Auf der Positivseite

  • Zum ersten Mal Radicchio gepflanzt, so langsam wird er rot und schließt sich. Große Vorfreude
  • Auch Chinakohl ist im Erstversuch (man weiß noch nicht was wird)
  • Und dann die Zucchini. Ich weiß nicht, ob das wirklich auf die Positivseite gehört. Die erste Pflanze kahlgefressen, daraufhin eine zweite gesetzt. Auch die wurde vernichtet. Beide stehen gelassen, und noch 2 gesetzt. Die 2 haben überlebt und megaviele Früchte und Blüten. Die 2 abgefressen haben sich aber erholt und schmeißen jetzt auch wie blöd Zucchini ab. 4 Zucchinipflanzen für 2 Personen = aaaaahhhhh. Ich erwähnte es bereits, im Winter bin ich dann Zucchini-intolerant.
  • Der Mangold, wie schon vielfach hier im Blog lobend erwähnt, ist eine Hydra. Ich traue mich fast nicht mehr diesen zu ernten. Heute habe ich Mangold Pesto gemacht. Warum funktioniert diese Vermehrung nur mit Mangold, und nicht mit meinem Portemonnaie. 50€ rausnehmen, und am nächsten Tag sind 100€ drin. LOL.
  • Die Schwiegermutter und ich haben unser geballtes Expertenwissen zusammengeschmissen und den gemauerten Holzkohlegrill vom Ex angefeuert. Verhungert sind wir nicht, aber beim nächsten Mal wird´s wohl etwas leichter (und schneller) gehen
  • Eine große Freude haben uns die zahlreichen Hummeln und wilden Bienen dieses Jahr gemacht. In großer Zahl am Allium und am Borretsch.

Bienen

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Das Kirschendesaster

Es regnet und regnet und regnet.

Das Ergebnis: Die Kirschen sind im Eimer. Alle Früchte: schimmelig.

Verschimmelte Kirschen im Baum

Ich schiebe es auf den Dauerregen. Denn der Nachbarin geht es genauso: Auch ihre Kirschen sind alle oll.

Im Juni gab es kaum einen Tag in Dortmund, an dem es nicht geregnet hat – und wenn, dann war es schwül und feuchtwarm. Symbolbild:

Kirschbaum im Regen

Es ist frustrierend, das schimmelige Zeug im Baum hängen zu sehen. Aber abpflücken und entsorgen? Uuuuaah. Eklig.

Eine Handvoll Kirschen konnte ich retten. Dachte ich. Nur einen halben Tag später begannen auch sie, in der Schale zu schimmeln. Also weg damit.

Kirschen in weißer Schale

Adé, Kirschensommer. Bis nächstes Jahr.

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Grossangriff im Gadde

Nach dem Angriff der Schnecken auf unser Gemüse (und die Dahlien übrigens auch)  haben wir zum Gegenschlag ausgeholt.
Phase 1: Kaffee. Fazit: Schnecken lieben Kaffeesatz, zumindest unsere. Es wurde munter weitergefressen. Sogar die neugesetzte Zuccini, die schon fast 10cm drauf hatte. Da hatte ich extra viel Kaffeesatz drum.
Phase 2, letzten Donnerstag: Alle Töpfe und die eine Holzplanke im Erdbeerbeet umgedreht und alle Schnecken abgesammelt. Gefühlt so um die 1000. Unter der Planke war der große kleine Horrorladen. E*K*E*L*H*A*F*T. Eine neue Nacktschneckenart, die ich bis dahin nicht kannte und bei uns Gadde definitiv neu war. Ca 7cm lang, nackt, und gepunktet ?? Es war Abends, Schneckenzeit, und es hörte gar nicht mehr auf, ausgelacht hatten die uns, auf der Beetfolie noch frech rumgekrochen. Aber so nicht, nicht mit mir und nicht mit der Schwiegermutter. Alles was uns in die Finger kam wurde fies in ein Massengrab befördert. Nicht schön, ich weiss, aber notwendig. Dann um alles was schützenswert ist, inklusive der Dahlien, einen Wall aus groben Sand gestreut. Als Topping Schneckenkorn obendrauf.
Die Planke habe ich dem Ex zum entsorgen hingelegt und die Lauffläche im Beet erst mit Sand und dann mit Mulch gestreut.
Und weil wir den Garten quasi auf Links gedreht hatten und erst gegen 20:30 dort weg sind, hatte die Ex-Schwägerin schon einen Suchtrupp nach der Schwiegermutter losgeschickt. Vielleicht einfach mal auf dem Handy anrufen, es wäre so einfach gewesen. Eine Soap ist nichts dagegen.

Der grobe Sand wurde vom Freund gespendet. Leider nur bis zur Haustür und in einem Baustellen-Riesen-Eimer, den ich nicht anheben konnte. Für ihn bin ich wohl Superwoman? Also mangels Schaufel mit einer Tupperschüssel den Sand in meinen Putzeimer umgeschichtet, bis ich beide Eimer tragen konnte. Eine Aktion bei der man keine Zuschauer und schon gar keine Kommentare benötigt.

Heute dann die Stunde der Wahrheit. Was soll ich sagen, keine einzige Schnecke in Sicht, die Erdbeeren lediglich vom vielen Regen geschädigt, aber keine Biss-Frass-sonstwas-Stellen. Auch die neuen Auberginen noch Heile. Also grober Sand mit Schneckenkorn Topping als Hausrezept. Momentan. Große Freude, aber verhalten. Ich traue dem Frieden nicht, und es regnet weiter.

Phase 3, der Igel: Die Schwiegermutter meint, der würde uns nur weglaufen. Unser Gadde ist zu klein und hat zu wenig Verstecke. Momentan benötigen wir auch keine Phase 3.

Meine Umfrage bei den Ungeziefer-Fachleuten im Pflanzenmarkt (noch vor Phase 2)
Fachmann 1 : Da kammer nix gesche mache
Fachmann 2: Laufenten
Fachmann3: Glühwürmcherlarven, die ernähre sisch von Schnecke. Bekomme ich die bei Ihnen ? Nee, die müsse se uffm Feld eisammele, wenn die im Sommer abends glühn.

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Verzweiflung, Trauer, Wut, Freude

AB*GE*FRES*SEN !! Unsere mit viel Liebe und Mühe monatelang von der Schweigermutter auf der Fensterbank gezüchteten Auberginen, Zucchini, Paprika und die Physalis, einfach WEG*GE*FRESSEN. Durch hungrige Intimfeinde. In erster Verzweiflung habe ich erst einmal eine halbe Packung Schneckenkorn verteilt. Dann tief durchgeatmet und zukunftsorientiert nachgedacht.
Ich werde die Tipps vom Nabu versuchen, und zwar in der Reihenfolge Kaffeesatz, Sägemehl, Igel zulegen. Jawollja. Igel sind Weichtierfresser, fressen Schnecken und Regenwürmer. Es wird mir leid tun für die Würmer, ich mag und schätze die sehr, die wären dann aber leider Kollateralschaden. Obwohl es ja AUS*REICH*END Schnecken für den möglichen Igel geben wird.
Laut Nabu sind auch indische Laufenten ausgezeichnete Schneckenvertilger, aber unser Gadde ist zu klein für artgerechte Haltung.

Auf der anderen Seite die großen Freuden im Garten, die Natur zu beobachten. Da geht mir das Herz auf.

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Und natürlich die Freude an der Ernte, für Kohlrabigemüse, Rhabarberkonfitüre und Pfefferminztee

Ernte

Was für eine Achterbahn der Gefühle !!

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Der Garten im Juni

Schnell, schnell, der Juni ist fast vorbei! (bin ich die Einzige, der das Jahr in den Händen zu verrinnen scheint?)

Der Juni begann hier mit großer Hitze und Trockenheit. Jeden Abend schüttete ich unzählige Gießkannen an mein Gemüse, doch der Boden war so ausgetrocknet, dass das Wasser in Pfützen darauf stehen blieb, statt an die durstigen Wurzeln zu sickern. Das Gemüse kümmerte vor sich hin, die Stauden hingen schlapp in der Gegend herum, die Erdbeeren blieben winzig (aber sehr, sehr süß!). Obendrein gab es hier am Rhein eine regelrechte Mückenplage, um eine halbe Stunde weitestgehend ungestochen gießen zu können, musste man entweder in langen Klamotten schwitzen oder sich sehr sorgfältig mit Mückenschutzmitteln einreiben. Das Rheinhochwasser im Mai hatte die vermehrte Mückenbrut begünstigt, die vielen Stürme hatten verhindert, dass die Stechmückenbekämpfung per Hubschrauber stattfinden konnte. Es war unerträglich und ich arbeitete nur das Nötigste im Garten.

Als die Mücken weniger wurden, sank die Temperatur und der langersehnte Regen fiel. Beinahe eine Woche lang regnete, regnete, regnete es. Ringsherum jammerten die Menschen über das Wetter, ich grinste jedesmal, wenn ich bei der Hunderunde an meinem Garten vorbei lief. Von Tag zu Tag wurde das Grün satter und die Kohlrabi dicker.

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Zum Regen kam die Schafskälte, doch im Garten wächst und gedeiht es!

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Die Paprikas wachsen, blühen und tragen reichlich Früchte, die Zwiebeln dahinter werden immer kräftiger. Und sogar die mickrigen Rosenkohlpflänzchen, die ich schon aufgegeben hatte, treiben neu und kräftig aus. Sowie der Boden ein bißchen angetrocknet ist, muss er dringend gehackt werden und die Un/Wild/Beikräuter, die am meisten stören, ausgezupft werden.

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Auch die Tomaten kommen nun endlich in Fahrt. Nachdem die erste Saat kaum über das Keimblattstadium kam, holt die zweite Saat jetzt kräftig auf. Das muss ich mir dringend für das nächste Jahr merken: ich muss im März keine Panik bekommen, weil ich noch keine Tomaten gesät habe. Auch im Mai gesäte Tomaten werden groß und versprechen gut zu tragen.

An einem der kommenden Wochenenden bekommen die vorderen Tomaten ebenfalls Dächer, bisher war dafür keine Zeit.

Sie können auf diesem Bild übrigens sehr gut sehen, dass ich es mit dem Jäten nicht ganz so genau nehme, bzw. nur dort jäte, wo ich Platz brauche. Die weißblühenden Feinstrahlastern hier im Bild säen sich überall im Garten aus, doch ich mag ihre Blüten sehr und obendrein bieten sie den Tomaten guten Windschutz, deshalb dürfen sie bleiben.

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Der Blick zur anderen Gartenseite ist eher langweilig. Die vielen Stauden sind bereits verblüht, die Blumen, die ich gesät habe, hatten während der Trockenheit keine Chance zu keimen. Viel Erde mit ein bißchen Grün dazwischen … ich hoffe, dass das im Laufe des Sommer noch bunter wird. Nächstes Jahr wird das Staudenbeet sicherlich üppiger blühen, ich muss mich eben in Geduld üben. Und falls das alles nicht so wird, wie ic mir das vorstelle, gibt es eben noch mehr Gemüse, Gemüse kann ich.

Heute ist es hier bereits wieder warm, die Sonne scheint: allerbestes Pflanzenwachswetter. Und allerbestes Schädlingswetter, denn wenn es feucht und warm ist, kommen sie:

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Und sie bringen ihre Freunde mit. Viele Freunde! Weinbergschnecken, Schnirkelschecken, klitzekleine Turmschnecken, weiße Nacktschnecken, schwarze Nacktschnecken, rote Nacktschnecken und Tigerschnegel, die einzigen Schnecken, die ich wirklich mag. Am Wochenende gehe ich auf die Jagd, mit Schaufel und Eimer. Wünschen Sie mir Jagdglück.

hübsch, aber gemein

Auf meinem Kartoffeläckerchen wachsen drei verschiedene Sorten Kartoffeln: Blaue Schweden, British Queen und Golden Wonder. Ausgesucht habe ich sie, weil sie nicht nur weiß, sondern sogar zartlila blühen. Und weil mir die Beschreibung von Geschmack und Beschaffenheit der Kartoffeln so gut gefiel. (rund 100 verschiedene Sorten!)

Die Kartoffeln haben ganz wunderbar ausgetrieben, wurden bereits säuberlich angehäufelt und von diversen Wild/Un/Beikräutern befreit. Ein Kartoffeläckerchen wie aus dem Lehrbuch.

Unglücklicherweise haben nun die Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) diese gehätschelten Kartoffelpflanzen entdeckt.

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Kartoffelkäfer sind wirklich hübsch, es lohnt sich sehr, sie sich genauer anzusehen. Unglücklicherweise sind Kartoffelkäfer immer hungrig und treten gerne in Rudeln? Herden? Scharen? auf. Ziemlich schnell wird dann aus einer üppigen, saftigen Kartoffelpflanze ein trauriges, zerrupftes Pflänzchen, das ums Überleben kämpft und keine Kraft mehr hat, um viele, leckere Kartoffeln auszubilden. Das wäre schade.

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Seit einigen Tagen krieche ich jetzt auf Knien durch mein Kartoffeläckerchen und sammele Kartoffelkäfer ab. Das macht nicht richtig viel Spaß, manchmal ist es sogar ein bißchen eklig, denn die Käfer haben kleine Widerhaken an den Beinen, mit denen sie sich an der Haut festkrallen können. Oder sie hinterlassen merkwürde Tröpfchen in gelborange. Schlau sind sie obendrein, denn sowie die Kartoffelpflanze ein klitzekleines Bißchen erschüttert wird, lassen sich die Käfer zu Boden fallen. Dort sind sie perfekt getarnt. (und kichern wahrscheinlich sehr leise.)

Aber was tue ich mit den abgesammelten Kartoffelkäfern? Sie in den Nachbargarten zu werfen wäre nicht nur gemein, sondern auch umsonst, da dort a) keine Kartoffeln gepflanzt sind und b) die Käfer fliegen können und schneller wieder da sind, als ich „Kartoffelkäfer flieg!“ singen könnte. Letztes Jahr habe ich die Käfer in ein Blechkännchen gepackt, Wasser aufgefüllt und einen Deckel auf´s Kännchen gelegt. Nach drei Tagen habe ich die tote-Käfer-Brühe zurück an die Kartoffeln geschüttet. Das war grausam und eklig. Und roch wirklich schlimm.

Dieses Jahr knacke ich die Käfer zwischen zwei Steinen. Das ist grausam und eklig. Und jetzt liegen da in der einen Ecke lauter zerschmetterte Kartoffelkäfer.

Gift spritzen wäre nicht ganz so mittelbar, aber nicht minder grausam und dafür noch doppelt eklig, weil … naja. Gift. Ist das dann in den Kartoffeln, die ich essen will? Was ist mit anderen Insekten?

Es ist ein Dilemma, doch Gärtnern ist eben auch immer ein bißchen grausam.

Wenn man die Kartoffelkäfer ignoriert, haben die ein glückliches Leben.

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An den Blattunterseiten der Kartoffelpflanzen lassen sich bald leuchtend gelbe Eigelege-Klümpchen finden, aus denen kurze Zeit später kleine, dunkelrote Kartoffelkäferlarven schlüpfen. Die kleinen dunkelroten Larven werden zu großen, herrlich pinkfarbenen Larven, die dann ziemlich schnell wieder zu Kartoffelkäfern werden. Ein Kartoffelkäferweibchen legt bis zu 1200 Eier. Meine knapp sechzig Kartoffelpflanzen hätten keine Chance.

Gibt es nicht eine Pflanze, die ich den Kartoffelkäfern ersatzweise anbieten könnte?

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