Rezensionen

Rezension: Biogärten gestalten – Das große Planungsbuch

„So machen Sie Ihren Garten zu einem essbaren Paradies!“, steht auf der Rückseite. Und wirklich: Das Buch ist ein kleiner Schatz.

Biogärten gestalten - Das große Planungsbuch

Ein gutes Gartenbuch braucht mehrere Eigenschaften:

  • Es muss praktisch und nutzwertig sein. Wir haben alle keinen Schlossgarten, können uns keine Gärtner halten und beschäftigen uns nicht pausenlos mit dem Kleinod hinter dem Haus. Sondern wir haben Grünzeug wachsen, das mal mehr und mal weniger gewollt ist, wir müssen arbeiten und Familien versorgen und wenn wir mal Zeit haben, wollen wir gerne auch mal nur dasitzen. Oder grillen. Aber eben nicht pausenlos Hecke schneiden und Unkraut zupfen.
  • Es muss reichlich Bilder enthalten. Ein guter Text ist gut, doch nichts inspiriert so sehr wie schöne Bilder. Natürlich, wir sprachen darüber: nicht von Schlossgärten.
  • Es muss auch die doofen Fragen beantworten. „Nachdem Sie nachgeschaut haben, ob Sie eine gute Bodenbeschaffenheit haben …“ – äh, ja? Wie mache ich das? Woran sehe ich, ob der Boden gut ist? Ein guter Text erklärt, ohne dass ich das Gefühl habe, dumm zu sein.

Das Buch vom österreichischen Löwenzahn-Verlag hat all diese Eigenschaften, die ein gutes Gartenbuch braucht: Es ist einfach und auf Augenhöhe geschrieben, enthält viele Praxistipps, gute Fotos und beantwortet auch die Fragen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie mir stellen sollte.

Es ist in drei Teile untergliedert:

  1. So gestalten Sie Ihren Nutzgarten: Hier bekommt man Tipps, was wo hin sollte (zum Beispiel: Gemüsebeet niemals neben eine Haselnuss), wie man Wege anlegt und Beete strukturiert, wie man eine gute Bewässerung hinkriegt, was der Kompost braucht und was hilft, um Beete fruchtbar zu machen. Autorin Doris Kampas geht dabei nicht vom perfekten Garten aus, sondern weiß: In der Stadt ist die Humusschicht oft dünn, es gibt Bauschutt im Boden, Unterkellerungen und Erdwärmeleitungen. Viele Gärten haben windige, schattige und schräge Lagen.
  2. Projekte aus der Praxis: In diesem Teil werden Gärten und Gartenlösungen vorgestellt – und zwar ebenfalls sehr praxisnah. Öde, geflieste Balkone, schattige Innenhöfe, kleine und große Stadtgärten, ein Reihenhausgarten und ein Hanggarten werden zu Gemüsegärten. Das macht Spaß und gibt viele Anregungen.
  3. Erfolgreich anbauen – große Ernte rund ums Jahr: Im dritten Teil geht es ums Anpflanzen und ernten. Es gibt eine Anbauplanung und Beispiele aus der Praxis, wie man Mischkulturen und Hochbeete anlegt. Auch Trögen und Töpfen ist ein Kapitel gewidmet – für alle Gärtner*innen, die nicht viel Platz haben.

Mir hat neben dem Inhalt auch das Layout gut gefallen: Es ist professionell und unaufdringlich – und gliedert die Infos mit Aufzählungen, Infokästen, Fettungen, Tabellen und Zeichnungen gut in Häppchen. Das kann man auch gut überfliegen, ohne alles durchlesen zu müssen.

Das Buch ist mit rund 40 Euro nicht ganz preiswert, aber jeden Cent wert. Es eignet sich hervorragend als Geschenk für neue und auch für erfahrene Gärtner*innen.

Biogärten gestalten – Das große Planungsbuch.
Gestaltungsideen, Detailpläne und Praxistipps für Obst- und Gemüseanbau

ISBN 978-3-7066-2613-2
Hardcover, 440 Seiten
Mehr als 700 Farbfotos, Zeichnungen und Pläne

Preis: 39,90 

Interview: Eine Ärztin, die erst nach Tansania ging, und dann in Berlin das Gärtnern wiederentdeckte

Es ist ein Mutter-Tochter-Projekt: Gemeinsam mit ihrer Tochter Katrin hat die Gärtnerin und Ärztin Eva Luber ein persönliches Gartenbuch verfasst. In „Blütenfreuden – Berichte aus Omas Garten“ erzählt sie aus ihrem Garten – und nebenbei auch aus ihrem Leben.

Eva Luber: Blütenfreuden - Buchcover mit Mohn

Eva Luber hat es geschrieben – ihre Tochter Katrin hat es gestaltet: das Buch „Blütenfreuden“.

Eva (70), die Mutter, lebt in Berlin und hat die Geschichten im Buch geschrieben. Katrin (41), die Tochter, wohnt in Diepholz in Niedersachsen und hat sie gesammelt, gelayoutet und mit Bildern versehen. Heraus gekommen ist eine Mischung aus persönlicher Lebenserfahrung, Gartentipps und schönen Fotos – aus dem Stadtgarten in Berlin-Wilmersdorf, aber auch aus Gartenreisen nach London und aus Eva Lubers Zeit außerhalb Europas.

Eva Luber: Blütenfreuden - Auszug aus dem Buch

Einstieg ins Buch

Man kann das Buch als eine zusammenhängende Geschichte von vorne bis hinten lesen – oder auch mittendrin einsteigen.

Das Besondere: Es enthält neben Persönlichem auch viel Wissen rund um den Garten. Eva Luber nennt passende Pflanzen für jede Ecke im Garten, gibt Tipps zum Düngen und Wässern, zu Obstbäumen und zur Unterteilung des Gartens und lässt uns, quasi im Nebensatz, an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben  (Leseprobe, pdf).

Eva Luber: Blütenfreuden - Auszug aus dem Buch

Neben persönlichen Geschichten gibt es viele Infos und einen reichen Erfahrungsschatz

Weil ich Eva Lubers Vita (Foto von ihr) so interessant finde, habe ich mich entschlossen, das Buch nicht nur einfach zu rezensieren, sondern auch ein kleines Interview mit ihr zu führen.

Das Buch ist sehr umfangreich. Sie haben bestimmt lange daran geschrieben, oder?

Geschrieben habe ich etwa zehn Jahre, vermehrt nach meiner Frühberentung. Einen Verlag habe ich etwa drei Jahre gesucht und dann in etwa einem Jahr das alles mit Katrin und meiner Mitoma Bärbel fertiggestellt.

Ihr Garten – liegt er direkt am Haus?

Der Garten gehört zum Elternhaus meines Mannes. Er und ich sind beide in Westberlin aufgewachsen, haben dann zwölf Jahre außerhalb Berlins und später auch außerhalb Deutschlands gelebt. Katrin war neun, als wir hier einzogen, nach unserer Zeit in Afrika.

Der Garten von Eva Luber

Eva Lubers Garten in Berlin-Wilmersdorf (Abbildung aus „Blütenfreuden“)

Sie waren damals in Tansania. Was haben Sie dort gemacht?

Dort arbeitete ich als Kinderärztin. In einem Dorfprojekt leitete ich Laienhelferinnen an, Mütter dazu zu bringen, ihren Kindern bei Durchfall reichlich zu trinken zu geben. Vorher, 1982, waren viele an Austrocknung gestorben. Dabei stellten wir fest, und konnten in einer Untersuchung mit 750 Haushalten belegen, dass einige der dort lebenden Ethnien Tabus kannten, ihren Kindern bei Durchfall Wasser zu geben. Diese Studie wurde dann meine Doktorarbeit.

Das hört sich an, als hätten Sie in Afrika viel gelernt, nicht nur beruflich. 

Ich machte die Erfahrung, dass den Kindern mehr geholfen wird, wenn Grundbedürfnisse wie Wasser, Nahrung, Sicherheit und Bildung gedeckt sind, als unsere Medikamente es konnten – schon weil diese oft fehlten.

In Afrika zu leben heißt sehr intensiv zu leben, vor allem, wenn man – wie wir – auf dem Land mit den Einheimischen lebt und nicht in Weißenghettos in den Städten. Ich habe immer versucht, die Menschen in ihrem Anderssein zu verstehen. Viel Beobachten, viel Zuhören, das hilft als Ärztin wie als Gärtnerin. Dei den eigenen zwei Kindern ging es noch nicht so gut, besser bei den drei Enkelkindern. Von denen durfte ich im Buch leider kein Bild verwenden, aber sie erlaubten mir ihre Namen zu nennen, weil ich für jedes Kindern Rosen mit seinem Namen fand.

Später kamen sie zurück nach Deutschland. 

Die Erfahrung des Public Health hat es mir schwer gemacht, in Deutschland klinisch zu arbeiten. Also habe ich den Kittel ausgezogen und mich als Gesundheitswissenschaftlerin qualifizierte – in London, wo ich wegen der Gärten hinging. Dort habe ich dann den Master of Science erworben. Das war vor 30 Jahren.

Dass Sie aber mal Ärztin waren, merkt man daran, dass Sie die Pflanzen gerne bei ihrem lateinischen Namen nennen. 

Die lateinischen Namen der Pflanzen helfen, vor allem wenn man im Ausland  Gärten beobachtet, zuhört und über sie spricht. Aus Prinzip verwende ich immer lieber die deutschen Namen, mache mich auch im Buch darüber lustig, dass nicht nur Gärtner die lateinischen Namen zum Wichtigtun nehmen, sondern auch viele Ärzte die deutschen Namen der Körperteile vergessen und dann auch noch mit ihrem Wissen der lateinischen Begriffe glänzen wollen.

In Ihrem Buch gibt es auch ein Kapitel, das sich damit beschäftigt, was man Gärtnerinnen schenken kann. Was empfehlen Sie?

Das ist das Kapitel „Ich habe Dir eine Pflanze nicht gepflückt, um Dir ihr Leben zu schenken.“ In Kürze: Ableger, wenn ich sicher bin, dass sie mich schon darum gebeten hat.  Oder eine wunderschöne Pflanze, die ich mit blutendem Herzen im eigenen Garten gepflückt habe. Sonst lieber einen Geschenkgutschein.

Dankeschön!

Infos zum Buch:

Eva Luber:
Blütenfreuden – Berichte aus Omas Garten 
ISBN: 978-3-00-052280-2.
Preis: 30 Euro

Das Buch kann über das Kontaktformular auf Eva Lubers Website bestellt werden.

[Rezension] Ein junger Garten auf dem Land

Als ich den Garten gerade neu hatte, habe ich immer wieder nach Gartenbüchern geguckt und auch einige gekauft: zum Thema Biogarten, Kräutergarten, Bauerngarten und zur Gartengestaltung. Oft ist es aber so, dass dort zwar viele tolle Ratschläge drinstehen, dass mir im Alltag aber die Muße und die Geduld fehlt, nach Anleitung zu gärtnern. Ich bin lieber intuitiv unterwegs und nehme dabei Irrtümer in Kauf. Deshalb habe ich lange kein Gartenbuch mehr gelesen.

Dieses Buch von Christa Brand und Elke Zimmermann ist eine Ausnahme. Denn in „Ein junger Garten auf dem Land“ gibt es wenig langweilige Theorie, dafür viel Praxis und viel „mit gutem Beispiel voran“.

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Elke Zimmermann portraitiert nämlich ihren eigenen Garten in einem kleinen Dorf im Allgäu. Im Jahr 2000 zog sie mit ihrem Partner ins Hinterland des Bodensees in das Bauernhaus ihrer Urgroßeltern. Es stammt aus dem Jahr 1770. Zum Haus gehört eine große Gartenfläche, die sie 2003, also drei Jahre nach dem Einzug und nach der Renovierung des großen Bauernhauses, neu strukturierte. Heraus kam ein wunderbarer Bauerngarten.

Die Autorinnen erzählen, wie und unter welchen Gesichtspunkten Elke Zimmermann den Garten gestaltet hat, welche Pflanzen dort wachsen, wie und mit welchen Mitteln die große Fläche aufgeteilt ist und wo es etwas zu entdecken gibt. Denn es gibt viele Ecken – wie etwa ein Fensterelemente, die ein Beet schützen – die den Zauber des Gartens ausmachen.

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Das Buch gibt Anregungen, ohne belehrend zu sein. Es zeigt in vielen Fotos die Details einer gelungen Gestaltung: Beetbegrenzungen, Rasenkanten, Rankhilfen und Treppen – alles abseits der Gestaltung, die Baumärkte in petto haben. Außerdem kann man die Beete anschauen und bekommt Infos zu den Blumen, Stauden, Gräsern und Büschen, die dort wachsen.

Christa Brand, Elke Zimmermann: Ein junger Garten auf dem Land. Ideenreich, lebendig, farbenfroh. DVA. Preis: 19,90 Euro

Der Beitrag enthält Affiliate-Links. 

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Das Praxis-Handbuch Garten – eine Rezension

Um es vorweg zu nehmen. Es ist ein umfassendes Nachschlagewerk mit vielen guten Infos, Anleitungen und Bildern. Entstanden ist es aus den Praxistipps einer BBC-Hörfunksendung. Das merkt man auch beim durchlesen, die Praxisorientierung.
Es geht nicht nur um Nutzgärten, auch um große und kleine Gärten, mediterrane Gärten,  Wald- und Steingärten und einiges mehr. Das Gewächshaus hat ein separates Kapitel erhalten.
Von der Planung über die Anlage, Pflanzung, Pflege und Vermehrung  ist alles beschrieben. Auch Schädlinge und Krankheiten werden in einem eigenen Kapitel reichlich bebildert behandelt.
Ein großes Kapitel ist dem Unkraut gewidmet. „Eine Pflanze, die am falschen Ort auftritt“.  Diese klassische Definiton wird im nächsten Gartenjahr mein Mantra.

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Ein Nachschlagewerk, das man jederzeit aus dem Regal holen und befragen kann, ergänzt mit vielen gut bebilderten Anleitungen.

Das Buch von Biggs, Cushnie, Flowerdew, Swithinbank wurde mir von der Deutschen Verlags-Anstalt zur Rezension zur Verfügung gestellt.

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Bunt, sehr bunt – eine Rezension

Geh´n wir raus? Style und Design für Balkon, Terasse und Garten.

Im Klappentext wird schon erwähnt, dass es sehr farbenfroh wird. Und das tut es dann auch.
Das Buch gibt viele Tipps, Tricks und Styling Ideen, die einfach nachzumachen sind und schon vorhandene Dinge im Haushalt mit einbeziehen, die vielleicht in einer Ecke oder sonst wo versteckt ihr Dasein fristen. Man muss also nicht unbedingt teure Accessoires zukaufen.
Für meinen Geschmack ist es allerdings ein bißchen zu abgespaced, zum Beispiel der Vorhang aus Löffeln und Trinkhalmen ?? Auch beim Geschirrtuchkissen gehen die Geschmäcker sicher auseinander. Die Autorin greift auch Themen wie zum Beispiel ein Pop-Up Picknick auf, inkl. Rezeptvorschlägen.
Und alles sehr, sehr bunt. Wer es halbwegs dezent mag wird dieses Buch wahrscheinlich nicht mögen. Mit Kindern wiederum könnte es genau das richtige sein.

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Das Buch von Charlotte Hedeman Guéniau wurde mir von der Deutschen Verlags-Anstalt zur Rezension zur Verfügung gestellt.
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Trick 17 – Lifehacks für Garten und Balkon

Für Tipps bin ich ja immer zu haben, besonders was den Garten angeht.

Zwar werde ich inzwischen viel um Rat gefragt – so ein Gärtnerinnenblog macht einen offenbar direkt zur Expertin (ich bekomme einen Eindruck, wie TV-Experten in Talkshows landen) -, allerdings habe ich erst im dritten Jahr einen eigenen Garten und weiß nur das, was ich selbst herausgefunden habe.  Und das ist gefühlt nicht viel.

Ein Buch, das 222 Tricks für Garten und Balkon verspricht, teste ich deshalb gern.

Buch: Trick 17 - Garten & Balkon

Die Autorin Anja Krause hat lauter kleine Ideen gesammelt. Insgesamt gibt es elf Kapitel, darunter „Ernten & Essen“, „Aufräumen & Verstauen“ und „Dekorieren & Schenken“.

Die meisten der Tricks sind simpel. Es sind Ideen, bei denen ich mir mit der flachen Hand vor die Stirn klatsche und murmle: „Hätt‘ ich auch selbst drauf kommen können!“ Bin ich aber nicht. Deshalb ist das Buch tatsächlich ziemlich super: Eierschalen sammeln fürs Aussäen, ein Mini-Treibhaus basteln, schwere Erdsäcke transportieren, Wurzelsperren bauen, Spargel frisch halten, Windrad basteln – in dem Buch sind eine Menge nützliche Ideen, die Spaß machen und einfach nachzumachen sind.

Fünf von fünf Sterne für dieses Werk.

Übrigens: Auch das Layout ist schön – einladend zum Blättern und Stöbern, charmant und sympathisch gemacht. Da hat sich mal jemand richtig Mühe gegeben. Mag ich.

Anja Krause
Trick 17 – Garten & Balkon: 222 geniale Lifehacks für Pflanzenfreunde

320 Seiten
17 Euro

Der Beitrag enthält Affiliate-Links. Das Buch wurde mir vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt dieser Rezension hat der Verlag keinen Einfluss.

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Gartenplaner

Seit einer Woche habe ich im Garten Unterstützung von einem jungen Nachwuchstalent. Mein Nachwuchsgärtner wird demnächst acht Jahre alt und mit der Energie und Motivation seines Alters hat er sich in das Abenteuer „Mein erstes, eigenes Beet“ gestürzt. Schon vor dem ersten Spatenstich hat er etwas getan, was mir bisher noch nie gelungen ist: er hat sich einen Plan gemacht.

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Das nötigt mir allerhöchsten Respekt ab, denn ich selbst bin in Gartenbelangen höchst unorganisiert. Ich habe zwar meistens eine recht genaue Vorstellung davon, was ich anpflanzen möchte, verschwende aber keinen Gedanken daran, ob Platz (und/oder Budget) ausreichen oder welche Mengen ich von was benötige. Meine Lieblingsgärtnerei freut sich natürlich darüber, denn planlose Einkäufer kaufen immer mehr als andere.

Mein Nachwuchsgärtner hat zwei Tage lang im Garten geschuftet. Hat umgegraben, gehackt, gejätet und endlich auch gepflanzt. Zu seinem großen Glück wurde mein Nachbargarten gerade komplett umstrukturiert und dafür ganz leergeräumt. Er durfte sich also nach Herzenslust an Blumen und Gemüse bedienen und diese in sein Beet pflanzen. So wurde das Beet recht schnell voll, es blieb nur noch wenig Platz für Radieschen- und Karottensamen.

Nach der schweren Arbeit im Beet hatte mein Nachwuchsgärtner trotzdem noch Kraft für dies:

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Und ja, auch hier hat er mir einiges voraus. Ich säe wirklich gerne und liebevoll, vergesse aber ziemlich schnell, was ich wo gerne und liebevoll gesät habe mit dem Ergebnis, dass ich ein paar Tage später gerne und liebevoll Gesätes jäte und mich dabei im besten Fall schnell wundere, warum die Spontanvegetation so gleichmäßig wächst. (Säen ist sowieso schwierig, weil es so lange dauert, bis etwas wächst und die Schnecken so schnell sind … aber dies ist eigentlich ein Thema für einen eigenen Artikel)

Offensichtlich bin ich nicht die Einzige, die sich mit Ordnung und Organisation im Garten schwertut, denn man kann sich zur Unterstützung ein Gartentagebuch zulegen. Rechts das Exemplar meines Nachwuchsgärtners, links ein professionelles Exemplar aus dem Familia Verlag.

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Mittlerweile gibt es ja Planer und Organisationshilfen für alle Lebensbereiche. Ob und wann ein Planer sinnvoll ist und wann man sich vielleicht einfach ein bißchen Spontaneität erlauben darf, darüber kann man streiten, ein Gartenplaner ist (für mich) sicher nicht die unnötigste Anschaffung.

Das Gartentagebuch ist ein Ringbuch. Ich mag Ringbücher, in denen kann man rasch hin- und herblättern.

Auf den ersten Seiten des Buches ist Platz für Notizen über den eigenen Garten. Größe, Bodenart und Lage können vermerkt, Vor- und Nachteile notiert werden. Danach gibt es Platz für Pläne und Vorhaben.

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Es folgen allgemeine Tipps zur Bodenvorbereitung für die Saat, Ableger, Teilungen und Absenker und danach Tabellen, in denen Name und Saat- und Pflanzdaten eingetragen werden können. Für unorganisierte Menschen wie mich wirklich gut. (fehlt nur noch der kleine Motivationsschubs, diese Tabellen auch wirklich zu pflegen)

Der Rest des Tagebuchs ist in Monate gegliedert, diese sind wiederum in Wochen aufgeteilt.

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Jeden Monat gibt es allgemeine Gartentipps, zusätzlich Vorschläge und Ideen, die im Garten umgesetzt werden können.

Für eigene Ideen und Projekte ist Platz, genauso wie für besondere Beobachtungen. Und für die Statistikfreunde unter uns gibt es wöchentlich eine Tabelle für Niederschlagsmenge, Wetter, Sonne und Mondphasen.

Am Ende des Tagebuchs bleibt Platz für eine Auswertung der Jahreszeiten und für Notizen. Außerdem liegt dem Tagebuch ein Päckchen mit Salatsamen bei. (die werde ich säen, sowie das zweite Hochbeet steht, das erste ist bereits voll)

Ich bin ein bißchen hin- und hergerissen. Einerseits gefällt mir die Idee sehr gut, planvoll zu arbeiten und ggfs nachlesen zu können, was ich wann ein Jahr vorher tat und ob sich das bewährt hat. Denn man kann sich einfach nicht alles merken. Andererseits tobt mein innerer Revoluzzer, der sich nicht gerne einengen lässt und bei vorgedruckten Tagebüchern umgehend an „Freundebücher“ samt Fragen wie „Was ist dein Lieblingsgemüse“ denken muss. Es gab sehr viele Freundebücher in unserem Leben. Zu viele. Insofern bin ich da wirklich voreingenommen, das streite ich nicht ab.

Das Tagebuch bekommt auf jeden Fall eine Chance bei mir, aber ich werde damit bis Januar warten. So groß ist mein innerer Revoluzzer dann doch nicht, dass er mich ein vorgedrucktes Tagebuch erst im April beginnen lassen würde. Mir gefällt am meisten die Idee, ein paar Jahre später von Erfolg und Scheitern nachlesen zu können. Und vielleicht kann ich mit Hilfe des Saatplans tatsächlich Gesätes ernten, statt es vorher zu jäten. Das wäre eine feine Sache.

 

Herzlichen Dank an den familia Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars!

 

Die richtigen Pflanzen für Schattenplätze im Garten

Von Elke Borkowski, Helga Gropper, DVA

Was tun mit den schattigen Stellen im Garten? Mit welchen Pflanzen kann man dort Freude haben, und geht das auch in bunt, nicht nur in grün? Da ich sowohl im Gadde als auch im Gärtchen schattige Plätze habe, hat mich dieses Thema interessiert. Welche Pflanzen können im Schatten nicht nur ein „Schattendasein“ führen ?

Schattenplätze im Garten DVA

Schatten ist nicht gleich Schatten, whow. Das war mir so nicht bewusst. Das Buch fängt an mit der Erklärung verschiedener Schattenarten: Lichter-, wandernder-, Halb-, Voll- und tiefer Schatten.

Der Infoteil befasst sich mit Schattenpflanzen, Auswahl, Vorbereitung, Gestaltung, Pflege, Jahreszeiten und Lösungsmöglichkeiten für schwierige Standorte. Es ist also alles drin. Schattenpflanzungen müssen nicht langweilig, düster und immergrün sein, das kommt hier sehr gut rüber.

Das Buch hat schöne Bilder und informiert gut. Aber man muss sich für dieses Thema wirklich interessieren. Es ist kein Buch, um es mal eben so im Vorbeigehen zu lesen.

Mein persönlicher Favorit ist jetzt der Felsen-Storchschnabel, mit dem werde ich versuchen das gelesene in die Praxis umzusetzen.

Das Buch wurde mir von der Deutschen Verlags-Anstalt zur Rezension zur Verfügung gestellt.

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