Gewächshaus

Der Dortmunder Garten im Juli

Juli, einer der schönsten Monate des Jahres!

Im vergangenen Monat habe ich noch genölt, wie schlecht das Wetter im Juni war und wie viel es geregnet hat. Nun, allzu viel hat sich nicht geändert. Es regnet leider immer noch – so wie heute:

Garten im Juli: Terrassenblick

Aber ich bin guten Mutes: Eine richtige Sonnenperiode hatten wir hier in Dortmund zwar immer noch nicht, aber der Regen ist weniger geworden. Vielleicht wird es also bald etwas mit dem Supersommer. Noch bleiben ja zwei Monate übrig.

Der Regen tut immerhin den Pflanzen gut. Alles blüht und sprießt: die Blumen, das Gemüse und die Kräuter. In den Gemüsebeeten ist der Salat gar. Ich konnte die ersten Zucchini ernten, und der erste Kürbis reift heran. Gemüsebeet Eins mit Rotkohl, Salat, Möhren und Radieschen:

Garten im Juli: Gemüsebeet mit Rotkohl, Salat, Möhren und Radieschen

Gemüsebeet Zwei mit Salat, Zucchini und Kürbis – im Vordergrund das Saatband „Schneckenschreck“, das nur auf einem von fünf Metern was gebracht hat. Es sieht schon recht zerrupft aus:

Garten im Juli: Gemüsebeet mit Kopfsalat, Zucchini, Kürbis

Der Kopfsalat schießt schon. Ich habe deshalb am Wochenende noch einmal reichlich Salatcremesuppe gekocht und eingefroren. Im Gewächshaus habe ich eine zweite Rutsche Kopfsalat eingesät, die ich beizeiten aussetzen werde. So schnell, wie er wächst, kann ich dann im September eine zweite Ernte einfahren.

Im Gewächshaus wachsen die Thorstis und die Gurken jede Woche fünfzehn Zentimeter in die Länge. Blüten und Früchte gibt’s aber bislang nur ein ganz paar.

Garten im Juli: Im Gewächshaus

Mit den Gurken gibt’s auch ein Problem. Dazu schreibe ich mal einen extra Beitrag – da brauche ich Hilfe.

Für die Tomaten ist das Gewächshaus super: kein Regen von oben, kein Wind von der Seite, viel Licht und ein feuchtwarmes Klima. Jedesmal, wenn ich die Tür öffne, höre ich ein wohliges Brummen. Dadurch, dass wir noch keine wirklich heißen Tage hatten, habe ich auch kein Belüftungsproblem.

Neben Thorsten habe ich zwei Paprika gepflanzt. Sie bekommen jetzt die ersten Kinder:

Garten im Juli: Paprikakind

Vor der Tür wird mein „Rindenmulch-Valley“ jetzt immer bunter. Wenn’s nach mir geht, könnte es noch wilder sein. Aber so eine Neubepflanzung eines Gartens geht ganz schön ins Geld, muss ich feststellen. Es ist erstaunlich: Ich schleppe Pflanze um Pflanze in den Garten, aber er wird gefühlt nicht voller.

Garten im Juli: Gewächshaus

Deshalb ziehe ich einige Blumen nun selbst – zum Beispiel Lupinen. Die sind winterhart und schauen hübsch aus. Leider mögen die Schnecken sie auch gern. Die Lupinen, die ich gekauft und gepflanzt habe, sind fürchterlich abgefressen.

Meine Lupinenkinder:

Garten im Juli: Lupinenkind

Wahrscheinlich ist es auch klug, das erste Jahr abzuwarten und nicht jeden Quadratmeter vollzupflanzen. Im nächsten Sommer werden die meisten Pflanzen wahrscheinlich erst richtig angegangen sein. Wenn dann noch etwas fehlt, kann ich immer noch nachlegen.

Überhaupt braucht manche Pflanze offenbar zwei Jahre, um heimisch zu werden. Von den zwei Apfelbaumspalieren, die ich im vergangenen November gepflanzt habe, trägt nur der Topaz.

Garten im Juli: Topaz-Apfelkind mit Fliege drauf

Der Boskop hatte zwar Blüten, trägt aber keine Früchte.

Die Montbretien, die ich im vergangenen Frühjahr gesetzt habe und von denen 2015 nur die Blätter – ohne Blüten – aus der Erde kamen, blühen jetzt in voller Pracht:

Garten im Juli: Montbretien

Falls Sie übrigens auch eine Kräuterschnecke planen: Machen Sie! Es ist wirklich toll! Bei mir ist sie direkt neben der Terrasse und duftet wie verrückt!

Ich kann allerdings gar nicht so viel kochen und essen, wie ich Kräuter habe. Besonders den Salbei habe ich unterschätzt: Er ist ein Wald.

Garten im Juli: Kräuterschnecke

Bis auf Kerbel sind alle Kräuter angegangen. Von oben nach unten: Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran, Melisse, Salbei, Minze, Bohnenkraut, Schnittlauch, Basilikum, Waldmeister.

Das Oregano blüht momentan sehr hübsch:

Garten im Juli: Blühender Oregano

Demnächst mehr von meinen Gurken – und von meinem Kompost. Für den habe ich ein Geheimrezept aus Fulda entdeckt.

Habt einen schönen Juli!

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Wasser fürs Gewächshaus

Im Gewächshaus fehlte bislang nur noch eine Sache: Wasser.

(Nicht Wasser von oben, das haben wir immer noch ein bisschen, tröpfenweise, weil die Scheibe in den Dachfenstern nicht ganz dicht eingesetzt ist. Das beheben wir im Laufe des Jahres, ist aber aktuell nicht so schlimm.)

Wasser zum Gießen musste ich bislang mit der Gießkanne und dem Eimer heranschleppen. Bislang ging das noch, die Pflanzen sind noch nicht groß, und das Wetter ist noch nicht so warm. Aber in Hinblick auf den Sommer brauchte es eine andere Lösung: eine Wasserleitung ins Gewächshaus.

Als der Gartenbauer vergangenen November bei uns zugange war, haben wir vorab ein Kunststoffrohr gekauft (PE-Rohr) und ihm gesagt: Bitte vergraben. Das hat er gemacht: Nun geht eine Leitung vom Hausanschluss hinauf zum Gewächshaus. Der Mitbewohner hat diese Leitung angeschlossen – und weil wir von dem Wasseranschluss insgesamt drei Gartenschläuche abführen (einer für den Garten, einer fürs Gewächshaus und der dritte geht ums Haus herum zum Balkon), sieht die Gartenwasserkommandozentrale jetzt so aus:

Wasseranschluss im Garten

Oben am Gewächshaus kommt das Rohr wieder aus der Erde heraus.

Mit einem Winkelfitting geht es dann waagerecht durch die Wand. Damit niemand über das Rohr stolpert, habe ich Blumentöpfe drumherum gestellt.

Wasseranschluss_Gewaechshaus

//*überlegt

Eine Bank würde sich dort auch gut machen. Dann würde man auch das Rohr nicht mehr sehen.

//*auf der Bank vor dem Gewächshaus … Strohhut … ein Weidenkorb frisch gepflückter Tomaten …. sanfter Sonnenschein …  ein Buch lesend … eine Schmetterling flattert um mich herum …. Hummeln summen …

Im Gewächshaus selbst ist ein Wasserhahn angeschraubt, mit dem ich das Wasser auf- und absperren kann. Das kann ich übrigens auch unten am Haus und an jedem der drei Anschlüsse, so dass nicht aus Versehen mal etwas undicht ist. Super Safety hier.

Wasserhahn_Gewaechshaus

Wir haben uns für einen Spiralschlauch entschieden. Er nimmt wenig Platz weg, man muss ihn nicht aufrollen, er vernuddelt nicht (die anderen Gartenschläuchen hier haben große Vernuddelungskompetenz), und er hat eine Reichweite von bis zu zehn Metern – ich kann also auch um das Gewächshaus herum ein bisschen was gießen, wenn es heiß ist.

Ringelschlauch im Einsatz

Langfristig ist der Plan, einen Regenwassertank anzubringen: sowohl im Gewächshaus als auch am Wohnhaus. Das Gewächshaus braucht dazu noch eine Dachrinne, für das Wohnhaus benötigen wir einen relativ großen Tank, der erstmal erspart (oder von der Hausgemeinschaft beschlossen und bezuschusst) werden muss.

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Eisheiligenpanik

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius, Kalte Sophie

Die Schwiegermutter fürchtet die Eisheiligen wie der Teufel das Weihwasser. Ich kann da nicht mithalten, mir fehlen noch die über 50 Jahre Gartenerfahrung dafür. Heute um 19:00 Uhr war es exakt 21,5 Grad warm im Gadde. ABER, es soll ja abkühlen auf ca. 12 Grad am Sonntag, und damit einhergehend ist dann laut Schwiegermutter akute Bodenfrostgefahr ;-)
Wenn der Wetterbericht das am Samstag bestätigt, überlegt Sie die mit Liebe gezüchteten und ins Gewächshaus überführten Tomädsche nochmals mit nach Hause zu nehmen. Ich mache gerne den Tomädsche-Fahrdienst, vor-zurück-vor-zurück-vor-zurück …..
Aber zum ausbuddeln und wieder-Eintopfen könnte sie dann mal den Ex fragen. Der ist ja ihr Sohn und macht das bestimmt sehr, sehr gerne.

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Hochbeete fürs Gewächshaus

Schon als das Gewächshaus noch im Bau war, war klar: Dort kommen Hochbeete rein.

Denn ich möchte dort nicht bei tropischen Temperaturen über den Boden kriechen und Setzlinge streicheln. Das ist nicht gut fürs Gesamtbefinden, und für den Rücken auch nicht. Außerdem bieten Hochbeete die Möglichkeit, darunter etwas zu verstauen – zum Beispiel all das Zeug, das mir im Geräteschuppen im Weg ist: Erde, Übertöpfe, Gedöns.

Inzwischen wohnen die ersten Gurken, Tomaten und Paprika in den Beeten.

Hochbeet mit Paprika und Gurke

Ich habe den Vorteil, dass ich ziemlich lang bin und die Beete deshalb ordentlich breit und tief sein können: Meine Arme reichen trotzdem noch bis ans hintere Ende zum Einpflanzen, Gießen und ernten. Die Maße sind für Riesen:

B 140 cm x T 100 cm x H 100 cm bzw. 50 cm

Die reine Beetfläche ist also

  • 1,40 Meter von links nach rechts breit und
  • 1 Meter von vorne nach hinten tief.

Das Holzgestell selbst ist 1 Meter hoch: 50 Zentimeter tief ist das Beet mit der Erde, die verbleibenden 50 Zentimeter zum Boden nutze ich zum Verstauen von Kram.

So sah es beim Bauen aus:

Sechs Bilder in einem: Die Hochbeete im Bau

Gebaut sind die Beete aus Kanthölzern. Draußen ist eine Bretterverkleidung dran. Den Boden bilden MDF-Platten.

Auf dem Bild haben sie noch kein Loch: In die Mitte jeder Platte hat der Mitbewohner ein circa 10 Zentimeter großes Loch gebohrt, damit das Gießwasser ablaufen kann. Da sich die Platten unter dem Gewicht der Erde leicht (und geplant) biegen, bildet sich ein kleines Gefälle in Richtung Plattenmitte.

Nach dem Zusammenbauen hat er die Hochbeete mit Wetterschutzfarbe gestrichen und Gewebeplane reingetackert.

Die Hochbeete im Gewächshaus

Den Boden der Beete haben wir mit Holzschnitt und Rindenmulch gefüllt. Erst dann kommt Erde (Tipps zum Befüllen). Insgesamt passen in die Beete 1400 Liter Blumenerde. Bevor Sie fragen: Nee – hat keinen Spaß gemacht, sie ranzuschleppen. Aber was will man machen.

Auf dieser Website kann man das Volumen von Behältern und das Gewicht von Baustoffen ausrechnen. Die Erde wiegt circa 1,3 Tonnen – ohne Wasser. Ich hoffe, die Konstruktion hält das längerfristig aus.

Am vergangenen Freitag hatte das Gewächshaus übrigens muckelige 36 Grad – bei 23 Grad Außentemperatur. Schön zu sehen, dass es tut, was es soll.

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Monstergemüse

Gestern haben wir die Tomaten (Hessisch: Tomädsche Singular+Plural) von der Fensterbank ins Gewächshaus umgezogen. Großes Drama. Die von der Schwiegermutter auf der Fensterbank gezogenen, und die von ihrer Nachbarin obendrüber angezüchteten und an uns verschenkten.

Monsterzanzucht

Ihr dürft Raten. Ja, die kleinen sind von uns, und die Monster-Fensterbank-Anzucht (im Eimer) ist von der Nachbarin. Sie sagt nicht, wie sie die so groß bekommt. Und die Schwiegermutter möchte nicht fragen. Erde, Dünger, Licht, das Geheimnis bleibt uns verborgen. Die Nachbarin gehört aber zu der Sorte Gärtnerinnen, die morgens um 8 in den Garten geht, und um 18 Uhr nach Hause. Die Sorten der Nachbarin heißen Diplom, Masters und Sportivo. Das sagt ja eigentlich auch alles. Und wenn die Schwiegermutter nicht bald fragt, wird sie womöglich ihr Geheimnis irgendwann mit ins Grab nehmen, sie ist auch schon über 80.

sportivo

Dafür haben wir wiederum einen gigantischen Rhabarber, ohne Genmanipulation, ich schwörs! Morgen gibt es die ersten Rhabarber Hefeschnecken, hmmmm.

MonsterrhabarberDazwischen gibt es aber auch normal wachsendes. Der Kampf mit den Schnecken hat begonnen. Ich bin ja wirklich super tierlieb, setzte alle Spinnen zurück in die Natur und bekomme die Krise wenn ich aus Versehen einen Regenwurm verletzte, aber Schnecken die MEIN Gemüse und Salat anknabbern haben bei mir keine Daseinsberechtigung.

BissiwasAußer Tomaten setzen war alles getan, und so haben wir uns doch tatsächlich mal eine Auszeit gegönnt. Das kommt bei der Schwiegermutter eher selten vor. Ausruhen kann man nach getaner Arbeit, sagt sie, und die wird ja bekanntlich nie fertig.

Ausruhen

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Winterschlaf

Es zeichnet sich ab, der Winterschlaf wird bald vorüber sein. Die Schwiegermutter hat angerufen, wir müssten dann mal….. Das heißt übersetzt, dass es beim nächsten halbwegs schönen Wetter losgehen kann.

Sie hat keinen Führerschein, also fahre ich Sie zu Preisvergleichen in diverse Gartenmärkte. Mir persönlich würde ja einer ausreichen, aber die Schwiegermutter ist sehr preisbewusst. Viele günstige Preise hat Sie aber auch auf ihrem Radar, so die Anzuchterde vom Discounter, jedes Jahr um die gleiche Zeit. Nur diese darf es dann auch sein.

Also sind wir losgezogen und haben vornehmlich Tomatensamen erstanden, ein bisschen Aubergine noch. Dazu besagte Anzuchterde und jetzt hat sie erst mal Beschäftigung sämtliche Fensterbänke in ihrer Wohnung mit vorgezogenen Pflanzen belegen. Von dort wandern sie dann zu gegebener Zeit ins Gewächshaus. Da ist es gut, dass ich einen Kompaktvan fahre. Als Single hätte ich eigentlich lieber gern ein flotteres Auto, aber dann könnte ich keine Schwiegermutter, Bio-Abfall nicht-kompostierbar, besagte Pflanzenumsiedlungen, 50L Säcke Mulch und ähnliches transportieren.

Während sie die Tomatentütchen begutachtet hat, bin ich zum Mulch rüber. Mulch ist mein Metier, gehört ja zur Kategorie Dreckvermeidung. Auch das eine Neuerung meinerseits, sie ist ja immerhin 50 Jahre ohne ausgekommen. Der technische Wart schlepp ganz emanzipiert die 50L Säcke nicht, der Dreck gehört ja nicht zu seiner Job Description. An der Kasse hat sie dann kurz gezuckt, weil ich uns zum normalen, ordinären Mulch auch einen Sack Kiefern- und Lärchenmulch gegönnt habe, für den wunderbaren Geruch, den ich so liebe. Für die preisbewusste Schwiegermutter läuft das unter Luxus, und „wehe man riecht da nichts“.

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Die Kosten fürs Gewächshaus

Das Gewächshaus ist nun endgültig fertig. Vor zwei Wochen haben wir noch eine gesprungene Scheibe durch Plexiglas ersetzt. Nun sind wir durch.

Gewächshaus im Herbst von vorne

Was hier im Blog noch fehlt, ist ein Übersicht über die Kosten. Insgesamt hat das Gewächshaus rund 1.500 Euro gekostet.

Die Summe setzt sich so zusammen:

  • Fenster und Türen: aus einem Haus von Freunden
  • Balken und Bretter: 430 €
  • weiße Farbe und Bitumen: 250 €
  • Pflanzkübel fürs Punktfundament: vorhanden
  • Zement fürs Fundament (750 kg): 120 € inkl. Lieferung
  • Schotter für den Boden: 160 € inkl. Lieferung
  • Steine für den Boden: vorhanden
  • Winkel und Schrauben: 150 €
  • Sturmhaken zum Offenhalten der Türen: 30 €
  • Scharniere zum Öffnen von Fenstern und Türen: 70 €
  • Dachpappe: 50 €
  • Gummimatte (liegt um die Fenster): 60 €
  • Plexiglas als Ersatz für eine gesprungene Scheibe: 140 € inkl. Lieferung

Summe: 1.460 €

Die Ausgaben verteilten sich über mehr als ein halbes Jahr Bauzeit. Pro Monat fielen also etwa 200 Euro an.

Ich hatte vor dem Bauen nur kurz recherchiert: Ein vergleichbar großes Gewächshaus ist demnach aber eher teurer, wenn man es kauft. Die Kosten für ein Fundament sind außerdem nicht im Preis enthalten. Diejenigen Gewächshäuser, die ich gesehen hatte, waren aus Alu, ziemlich wackelig und hakelig (vor allem beim Öffnen und Schließen der Türen) und hatten keine durchgehende Deckenhöhe von > 2 Metern. Ich bin also sehr zufrieden mit dem Preis-Leistungsverhältnis. Und natürlich ist es das hübscheste Gewächshaus nördlich der Emscher. Pah, was sag ich? Der Ruhr!

Wir werden nun beobachten, ob wir das Häuschen noch von innen isolieren müssen, damit die Temperaturen im Winter über Null bleiben. Dazu deponiere ich ein Thermometer, das Minimum und Maximum anzeigt – und einen Frostschutzwächter für den Fall der Fälle.

Den Winter nutzt der Mitbewohner übrigens dazu, um Hochbeete fürs Gewächshaus zu bauen. Damit die Thorstens im Frühjahr in ein schönes Zuhause einziehen können.

Der Bau noch einmal auf einen Blick:

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Ein Gewächshaus aus alten Fenstern – Teil 9: Es regnet rein

Es regnet ins Gewächshaus.

Gewächshaus aus alten Fenstern von oben

Gewächshaus vorher: Das Wasser tropft um die Fenster herum rein.

Der Regen läuft das Dach hinunter, in die Fenster hinein und tropft von der Decke. Der Vorteil: Ich muss nicht gießen. Der Nachteil: Nun ja, es regnet rein.

Die Tomaten sind nachhaltig beleidigt. Erst der Platz auf der zugigen Terrasse. Dann endlich (endlich!) ein Gewächshaus – Anfang September! Zum Ende der Saison, eine Frechheit. Und jetzt das! Nicht auszuhalten, dieser Dilettantismus.

Nun gut, wir sind das Ganze etwas blauäugig angegangen. Haben Dachpappe aufs Holz genagelt, haben die Fenster in die Öffnung gelegt und nicht nach oben geguckt, aufs Hausdach, um dort nachzusehen und zu lernen, wie die Fenster eingesetzt sind.

Das haben wir dann jetzt mal gemacht. Zack! Eingebung!

Der Mitbewohner hat sich den Werkzeugkoffer geschnappt und

  • einen Rahmen aus Dachlatten um die Fensteröffnungen gebaut, auf dem die Fenster nun aufliegen,
  • noch eine weitere Schicht Dachpappe verlegt und sie verschweißt,
  • den Dachlattenrahmen mit Bitumenband abgedichtet, so dass der Regen nun um den Rahmen herum- und dann abfließt.
Gewaechshaus von oben: mit verschweißter Dachpappe und Bitumenband

Gewächshaus nachher: mit einer weiteren verschweißten Schicht Dachpappe und Bitumenband um die Fensterrahmen

Bitumenband am Fensterrahmen

Das Band klebt von selbst, muss nicht angeschweißt werden.

Die Fenster bleiben jetzt noch eine Woche auf der Erde stehen, dann setzen wir sie wieder ein. Eine der beiden Scheiben ist gesprungen, die ersetzen wir bei dieser Gelegenheit direkt.

Danach sind die Thorstens zwar endgültig Tomatenrentner, haben aber immerhin noch einen trockenen Lebensabend.

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Was bisher geschah:

Ein Gewächshaus aus alten Fenstern – Teil 8: Die Holzverkleidung

Ach je – schon drei Wochen ist es her, dass ich zuletzt übers Gewächshaus gebloggt habe. Dabei geht’s dort grad so richtig auf die Zielgerade.

So schaut das Haus nun aus:

Gewächshaus aus Fenstern, mit Holz verkleidet

Wir haben alle Fenster eingesetzt, Bretter gekauft, gestrichen und die verbleibende Freifläche mit dem Holz verkleidet (zum Vergleich die Planungszeichnung aus dem Frühjahr).

Das Einsetzen der Fenster war knifflig; ich habe schon darüber geschrieben. Doch nun passt alles. Zwei Türen sind fest verschlossen und mit Hilfe von Winkeln verschraubt. Zwei weitere Türen, eine an jeder Seite, lassen sich öffnen. Durch sie kann ich rein- und rausgehen. So habe ich auch die Möglichkeit, mal Durchzug zu machen.

Auf dem Dach ist Dachpappe. Nur von unten, also innen, müssen wir noch streichen.

Gewächshaus innen

Ein Problem auf dem Dach haben wir auch gelöst: das Abfließen des Regenwassers.

Der Holzrahmen, in dem sich die Scheibe befindet, steht vor. In ihm sammelt sich bei Regen Wasser und bleibt auf der Scheibe stehen. Jo hatte auch darauf hingewiesen. Der Mitbewohner hat zwei Abflüsse in den Rahmen gesägt. So kann das Wasser in beiden Ecken des Fensters aufs das Dach austreten und von dort abfließen.

Dachabfluss: Aus dem Rahmen ausgeschnitten

Die Türen haben Scharniere und Riegel. Weil die Türen ziemlich schwer sind, ist die Befestigung der Scharniere entsprechend üppig: drei fette Schrauben, die komplett durch das Holz hindurch gehen und auf der anderen Seite mit Mutter und Unterlegscheibe gesichert sind.

Das Scharnier selbst ist auf einem kleinen Holzklotz aufgeschraubt. So passte es etwas besser und die Tür schließt auf der anderen Seite bündig.

Türscharnier

Damit die Türen geschlossen bleiben, haben sie einen Riegel.

Türriegel

Damit sie auch bei Wind offen bleiben, haben wir Sturmhaken angebracht:

Tür, aufgehalten durch Sturmhaken

Detailverliebte Augen sehen gleich: Wir müssen noch einmal drüberstreichen. Die Schnittkanten und andere Stellen sind noch nackt. Das passiert in den kommenden Wochen.

Außerdem haben wir das Problem, dass das Dach nicht dicht ist: Der Regen läuft um die Fenster herum rein und tropft dann von der Decke. Dazu machen wir uns gerade Gedanken. Weil wir ein Fenster auch öffnen wollen, können wir nicht einfach Dachpappe darüber nageln. Auch das werden wir lösen.

Derweil sind die ersten Gäste eingezogen – erstmal nur zur Probe:

Erste Tomaten im Gewächshaus

Später sollen Hochbeete ins Gewächshaus.

Das gibt es noch zu tun:

  • innen und außen nochmal drüberstreichen
  • das Dach abdichten
  • vielleicht nochmal Dachpappe aufbringen
  • eine gesprungene Scheibe ersetzen
  • eine Regenrinne anbringen und in die Regentonne führen

Und dann:

  • Strom ins Gewächshaus legen
  • eine Wasserleitung zum Gewächshaus legen
  • Hochbeete bauen
  • einen Pflanztisch bauen

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Was bisher geschah:

Ein Gewächshaus aus alten Fenstern – Teil 7: Die Fenster

Das Gewächshaus wird so langsam ein Gewächshaus: Wir haben die ersten Fenster eingesetzt.

Holzfenster in Holzrahmen

Das Fenster, aufgehangen an Scharnieren. Dadurch kann ich es von unten nach oben aufklappen.

In der Theorie war das so gedacht: Wir schnappen uns ein Fenster, halten es hoch, es passt genau in den Rahmen, wir schrauben es fest – fertig!

In der Praxis gestaltet es sich etwas anders: Erstmal müssen wir den Metallrahmen vom Fenster entfernen, außerdem die bestehenden Scharniere und Griffe. Das ist ziemlich friemelig. Dann wuchten zwei starke Männer das 30 Kilo schwere Fenster in die Höhe, halten es an den Rahmen, und es passt nicht. Sie legen es auf Böcke, hobeln daran herum, wuchten es wieder hoch, halten es an, es passt immer noch nicht. Sie hobeln weiter, spachteln Holzkitt rein, streichen drüber, wuchten es wieder hoch, und es passt leidlich.

Manchmal ist das Fenster auch nicht zu breit, sondern zu schmal: Es bleibt etwas Luft – so wie oben auf dem Bild.

Das macht aber alles nichts, wir grämen uns nicht. Denn mal ehrlich: Wir hatten damit gerechnet, dass wir ein bisschen fuckeln müssen (kennt man das Wort „fuckeln“ außerhalb des Sauerlandes?). Vor die Lücke kommt einfach ein schmales, weiß gestrichenes Brett.

Im Dach sind auch Fenster:

Dach mit Fenster drin

Das Dach des Gewächshauses: An der vorderen Kante kann man das Fenster hochklappen.

Das Fenster soll sich automatisch öffnen, wenn es zu warm wird. Wir planen, dafür einen hydraulischen Fensteröffner mit Wachskartusche zu installieren. Das Wachs dehnt sich bei Hitze aus und schiebt einen Kolben, der das Fenster öffnet. Wird es kühler, zieht sich das Wachs wieder zusammen, und das Fenster schließt sich.

Neben den Fenstern haben wir außerdem vier Türen.

Gewächshaus aus der Ferne

Aus der Ferne. Rechts wird an der Tür gearbeitet.

Sie kommen an die Längsseiten des Hauses. Mindestens zwei von Ihnen sollen sich öffnen lassen, so dass ich an jeder Seite einen Eingang habe.

Bis wir fertig sind, wird es aber noch dauern. Die nächsten Schritte:

  • Die restlichen Fenster und Türen einpassen.
  • Die verbleibende Dachfläche mit Stegplatten aus Polycarbonat füllen.
  • die Bretterverkleidung

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Was bisher geschah:

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