Gemüsebeet

Gemüsezucht und -ernte

Der Dortmunder Garten im Juli

Gestern Abend bin ich mal rumgegangen und habe den Juligarten fotografiert.

Alles ist üppig, grün und reif. Ein Leben im Überfluss.

Aber dieser Druck! Mangold, Salat, Zucchini, Kohlrabi – ich kann gar nicht so viel kochen, wie ich ernten müsste. Am Montagabend gab es abends eine Zucchini mit Schafskäse, heute morgen eine Kohlrabi. Auch die Nachbarin geht nicht leer aus – es wäre auch Zergerei: Sie schaut schließlich aus ihrem Schlafzimmer direkt aufs Gemüsebeet. Gestern habe ich ihr einen Salatkopf und eine monströse Riesenkohlrabi rübergereicht.

Juligarten: Gemüsebeet

Das Gemüsebeet mit Salat, Kohlrabi, Blumenkohl, Kürbis und Zucchini

Um das Beet herum blühen die Ringelblumen – ein Gemüseschutzbollwerk. Ich werde an anderer Stelle noch mehr zu meiner Nacktschneckenabwehrtaktik schreiben.

Der Kürbis rankt fleißig das Gestell hoch. Ich wurde schon mehrmals gefragt: Muss das so? Sollte er nicht am Boden bleiben? Ehrlich gesagt: keine Ahnung. Ich denke mir: Wenn er von alleine dort hochrankt, wird er schon wissen, was er tut.

Juligarten: Kürbis

Kürbisbaby

Die Zucchini wie gehabt: Riesenknüppel. Fünf Stück konnte ich schon ernten.

Wie im vergangenen Jahr nehme ich mir vor, sie zu pflücken, wenn sie noch kleiner sind. Aber kaum vergehen zwei Tage, haben sie baseballschlägerartige Ausmaße angenommen. Eine Zucchini genügt mir zum Abendessen: Olivenöl und Salz drüber, ein bisschen Feta, 20 Minuten in den Ofen, fertig.

Juligarten: Zucchini

Riesenzucchini

Auch auf den Mangold ist Verlass. Am vergangenen Wochenende habe ich mit ihm eine Gemüsepasta gekocht:

Juligarten: Mangold

Mangold

Zutaten:

einen Arm voll Mangold
Zucchini (eine oder zwei, je nach Größe)
Möhren (2 oder 3, bei mir war nicht mehr viel Platz im Topf)
200 ml Sahne
1/4 Liter Weißwein
Parmesan
Salz und Pfeffer
Nudeln

Mangoldstiele in Würfel schneiden, Mangoldblätter ebenfalls grob schneiden. Stiele in eine Pfanne geben und anschwitzen. Gestiftete Zucchini und Möhren zugeben, alles ein bisschen anschwitzen. Weißwein zugeben und reduzieren. Sahne eingießen und ebenfalls reduzieren. Salzen und pfeffern. Zum Schluss den gehobelten Parmesan unterheben und schmelzen lassen.

Thorsten ist leider immer noch nicht rot. Ich warte mit Vorfreude:

Juligarten: Tomaten

Thorstomaten

Die essbaren Blüten kennen Sie schon. Diese hier sah noch einmal besonders hübsch aus:

Juligarten: Blüten

Blüten

Auf dem Balkon wächst auch noch etwas. Hauptsächlich sind dort Blumen, aber auch einige Auberginen und eine einzelne Jalapeño-Pflanze. 

Als ich sie geschenkt bekam, hatte ich Zweifel, ob sie überleben wird. Schließlich braucht sie viel Wärme. Doch sie schlägt sich tapfer und hat ein paar perfekte Früchte:

Juligarten: Jalapeño

Auf dem Balkon: Jalapeño

 

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Thorsten wird ein Wald

Was macht eigentlich Thorsten?

Meine Thorstens sind dabei, die Weltherrschaft zu übernehmen. Es ist ja immer so mit ihnen: Anfangs, wenn ich die Keime einpflanze, passiert erstmal nichts. Irgendwann gucken sie aus der Erde, und danach kommt eine ziemlich lange Phase sehr überschaubaren Fortschritts, bis sie ungefähr Kniehöhe erreicht haben. Aber dann!

Dann geht’s ab. Dann kennen sie nur noch eins: Wachstum und Wuscheligkeit.

Tomatenpflanzen im Juni, die eher an Bäume erinnern

Dieses Jahr habe ich drei Sorten angepflanzt: rote Cherrytomaten, Black Cherry und gelbe Cherrytomaten. Die gelben Cherrytomaten können Sie auf dem Bild gut erkennen: Es sind die kleinen, kompakten Büsche im Vordergrund.

Die gelben Cherrytomaten hatte ich schon abgeschrieben: Sie keimten erst nach fünf oder sechs Wochen – also vier Wochen nach den anderen Sorten -, und das auch noch ziemlich kümmerlich. Dann waren sie zwar da, wuchsen aber auch genauso langsam, wie sie gekeimt sind. Dafür – Überraschung! – waren sie die ersten Pflanzen, die vor anderthalb Wochen Früchte trugen.

Im Grunde ist es mit meinen Tomaten wie im Leben: Man muss nicht immer als erster losrennen, damit am Ende das Ergebnis stimmt.

Tomatenpflanzen im Juni von oben

Es sind jetzt ein paar viele Pflanzen, die auf meiner Terrasse und meinem Balkon stehen. Eigentlich sollten sie auch gar nicht dort sein, sondern im Gewächshaus, aber das Gewächshaus – nun ja, Sie wissen ja um den Stand der Bauarbeiten. Die haben sich etwas verzögert.

Aber was einmal gewachsen ist, kann ich auch nicht einfach kompostieren. Das ist ja wie lebendig begraben. Zumal Thorsten wirklich alles aus sich herausholt. Also erfreue ich mich an all den Tomatenpflanzen.

Tomatenbaby

Nun warte ich sehnlich darauf, die ersten Thorstomaten ernten zu können – und hoffe, dass es keine schlimmen Gewitterstürme gibt, die mir alles zerlegen.

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Auberginenkinder

Achtung, ein Geständnis: Auberginen.

Zu Auberginen habe ich trotz (oder wegen) vieler Probierversuche ein sehr angespanntes Verhältnis. Ähnlich wie zu Rosenkohl.

Denn, mal ehrlich: Auberginen schmecken in jedweder Verarbeitung unschön – aus dem Ofen, auf dem Grill, immer. Manchmal tarnen sie sich als Paste, dann heißt es: „Probier doch mal! Schmeckt auch gar nicht nach Aubergine.“ Doch! Aubergine schmeckt immer nach Aubergine, und das ist das Problem (Pia sieht das anders).

Nichtsdestotrotz habe ich Auberginen im Garten. Es war ein inniger Wunsch meiner Freundin A aus M, ihres Zeichens Torfrau a.D. Sie schenkte mir 2011 meine erste Tomatenpflanze und brachte mich so dazu, mehr als nur Blumen anzupflanzen. Aus Dankbarkeit pflanze ich nun Auberginen für sie an.

Ungeachtet dessen, dass ich Auberginen nicht mag, hege und pflege ich die Pflänzchen. Allein schon aus Achtung vor dem lLeben. Die Pflanzen können ja nichts dafür, dass sie Auberginen und keine leckeren, sagen wir, Gurken sind.

Bislang lebten sie in einem Mini-Gewächshaus auf meiner Wohnzimmerfensterbank. Dem sind sie entwachsen. Am Wochenende habe ich sie vereinzelt und in Töpfe gepflanzt.

Auberginenpflanzen im Topf

Eigentlich müssten sie jetzt in einem größeren Gewächshaus wohnen. Das sagen alle im Internet verfügbaren Ratschläge. Nur: Das Gewächshaus sieht immer noch so aus (In den kommenden Wochen geht es dort zwar weiter, bis zur Fertigstellung dauert es aber noch).

Also müssen die Auberginenkinder die Zähne zusammenbeißen.

In den kommenden Tagen dürfe es Ihnen immerhin warm genug sein – auch ohne Gewächshaus. 38 Grad dürften jede Aubergine glücklich machen.

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Bunte Salatmischung

Im April bekam ich einige Tüten Samen zugeschickt – unter anderem mit einer Salatmischung.

Die habe ich zunächst in einem Topf eingesät und dann ins Beet gesetzt. Nun scheint sie mir reif:

Bunte Salatmischung von oben

 

Allerdings hat die Mischung wenig von den üblichen Sorten, die knubbelig wachsen – wie Kopfsalat oder Lollo Rosso. Sie schaut ein bisschen aus Unkraut.

Ich habe jetzt nochmal die Beschreibung nachgelesen:

Mit dieser Mischung kommen Rucola, Eichblattsalat sowie Batavia und Asia direkt aus dem Garten oder vom Balkon auf den Tisch. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen gerade mal vier bis fünf Wochen.

Okay. Aber ist es richtig, etwas zu essen, das blüht?

Bunte Salatmischung (blühend)

Oder bin ich schon zu spät dran? Muss ich die Blüten entfernen oder kann ich sie mitessen?

Ein bisschen unheimlich ist sie mir ja, die bunte Salatmischung.

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Der Garten im Juni

Schnell, schnell, der Juni ist fast vorbei! (bin ich die Einzige, der das Jahr in den Händen zu verrinnen scheint?)

Der Juni begann hier mit großer Hitze und Trockenheit. Jeden Abend schüttete ich unzählige Gießkannen an mein Gemüse, doch der Boden war so ausgetrocknet, dass das Wasser in Pfützen darauf stehen blieb, statt an die durstigen Wurzeln zu sickern. Das Gemüse kümmerte vor sich hin, die Stauden hingen schlapp in der Gegend herum, die Erdbeeren blieben winzig (aber sehr, sehr süß!). Obendrein gab es hier am Rhein eine regelrechte Mückenplage, um eine halbe Stunde weitestgehend ungestochen gießen zu können, musste man entweder in langen Klamotten schwitzen oder sich sehr sorgfältig mit Mückenschutzmitteln einreiben. Das Rheinhochwasser im Mai hatte die vermehrte Mückenbrut begünstigt, die vielen Stürme hatten verhindert, dass die Stechmückenbekämpfung per Hubschrauber stattfinden konnte. Es war unerträglich und ich arbeitete nur das Nötigste im Garten.

Als die Mücken weniger wurden, sank die Temperatur und der langersehnte Regen fiel. Beinahe eine Woche lang regnete, regnete, regnete es. Ringsherum jammerten die Menschen über das Wetter, ich grinste jedesmal, wenn ich bei der Hunderunde an meinem Garten vorbei lief. Von Tag zu Tag wurde das Grün satter und die Kohlrabi dicker.

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Zum Regen kam die Schafskälte, doch im Garten wächst und gedeiht es!

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Die Paprikas wachsen, blühen und tragen reichlich Früchte, die Zwiebeln dahinter werden immer kräftiger. Und sogar die mickrigen Rosenkohlpflänzchen, die ich schon aufgegeben hatte, treiben neu und kräftig aus. Sowie der Boden ein bißchen angetrocknet ist, muss er dringend gehackt werden und die Un/Wild/Beikräuter, die am meisten stören, ausgezupft werden.

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Auch die Tomaten kommen nun endlich in Fahrt. Nachdem die erste Saat kaum über das Keimblattstadium kam, holt die zweite Saat jetzt kräftig auf. Das muss ich mir dringend für das nächste Jahr merken: ich muss im März keine Panik bekommen, weil ich noch keine Tomaten gesät habe. Auch im Mai gesäte Tomaten werden groß und versprechen gut zu tragen.

An einem der kommenden Wochenenden bekommen die vorderen Tomaten ebenfalls Dächer, bisher war dafür keine Zeit.

Sie können auf diesem Bild übrigens sehr gut sehen, dass ich es mit dem Jäten nicht ganz so genau nehme, bzw. nur dort jäte, wo ich Platz brauche. Die weißblühenden Feinstrahlastern hier im Bild säen sich überall im Garten aus, doch ich mag ihre Blüten sehr und obendrein bieten sie den Tomaten guten Windschutz, deshalb dürfen sie bleiben.

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Der Blick zur anderen Gartenseite ist eher langweilig. Die vielen Stauden sind bereits verblüht, die Blumen, die ich gesät habe, hatten während der Trockenheit keine Chance zu keimen. Viel Erde mit ein bißchen Grün dazwischen … ich hoffe, dass das im Laufe des Sommer noch bunter wird. Nächstes Jahr wird das Staudenbeet sicherlich üppiger blühen, ich muss mich eben in Geduld üben. Und falls das alles nicht so wird, wie ic mir das vorstelle, gibt es eben noch mehr Gemüse, Gemüse kann ich.

Heute ist es hier bereits wieder warm, die Sonne scheint: allerbestes Pflanzenwachswetter. Und allerbestes Schädlingswetter, denn wenn es feucht und warm ist, kommen sie:

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Und sie bringen ihre Freunde mit. Viele Freunde! Weinbergschnecken, Schnirkelschecken, klitzekleine Turmschnecken, weiße Nacktschnecken, schwarze Nacktschnecken, rote Nacktschnecken und Tigerschnegel, die einzigen Schnecken, die ich wirklich mag. Am Wochenende gehe ich auf die Jagd, mit Schaufel und Eimer. Wünschen Sie mir Jagdglück.

Das Dortmunder Gemüse im Juni

Ein kleines Update aus dem Garten, speziell aus der Sektion „Gemüse“.

Am Wochenende habe ich den ersten Salat geerntet. Auch der nächste ist schon soweit. Jetzt beginnt die große Salat-Ess-Phase!

Der Garten im Juni: Kopfsalat

Dank Schneckenkorn und Ringelblumenmauer ist der Salat gut gediehen. Im vergangenen Jahr hatte ich keinen so großen Erfolg. Da sah die Ernte ziemlich mau aus – oder verkrüppelt.

Die Kohlrabi sind im Kommen. Die Knollen wachsen, sind aber noch winzig. Heute morgen habe ich allerdings bemerkt, dass die Feinde zum Angriff blasen: Bei einigen Pflanzen sind die Blätter massiv angefressen. Ich habe Kohlraupen im Verdacht.

Der Garten im Juni: Kohlrabi

Ich werde das weiter beobachten und, wenn es sein muss, Netze spannen.

Beim Blumenkohl habe ich das getan. Den hat’s nämlich im vergangenen Jahr dermaßen dahingerafft, dass er es nur zu einem kleinen, weißen Röschen gebracht hat. Danach war Ende. Deshalb:

Der Garten im Juni: Kürbis und Blumenkohl

Allerdings sieht das Beet ohne Netz deutlich besser und hübscher aus. Deshalb ziere ich mich noch etwas, es über die gesamte Fläche zu spannen. Ich schaue meinem Gemüse doch so gerne beim Wachsen zu!

Die erste Zucchinipflanze trägt inzwischen auch eine Blüte.

Der Garten im Juni: Zucchiniblüte

Ich weiß bereits jetzt, dass ich viel zu viele Zucchini haben werde. Vier Pflanzen! Ja, bin ich denn deppert! Habe ich aus dem vergangenen Jahr nichts gelernt!

Aber ich tue mich halt schwer, Keimlinge, die den Weg aus der Erde gefunden haben und zu Pflanzen werden, zu vernichten.

So sieht das Beet in der Draufsicht aus:

Der Garten im Juni: Gemüsebeet in der Draufsicht

Vorne der Salat, dahinter die Kohlrabi, hinter dem Weg aus Rindenmulch sind weitere Kohlrabi (sie waren im vergangenen Jahr einfach zu lecker!), Kürbis und Blumenkohl.

Im kleinen Gewächshaus auf der Fensterbank im Wohnzimmer stehen noch Auberginen und zwei Gurken. Die müssen noch etwas drin bleiben und groß werden. Vielleicht können sie dann direkt ins große Outdoor-Gewächshaus umziehen.

Im Beet nebenan wohnt der Mangold – allerdings noch recht zierlich:

Der Garten im Juni: MangoldUnd die Thorstens?

Die Tomaten stehen, weil das Gewächshaus noch nicht fertig ist, in Töpfen auf der Terrasse. Bei schlechtem Wetter ziehe ich sie unters Dach.

Beim Säen hatte ich sie gruppiert und mit Schildchen versehen, damit ich weiß, welche Sorte wo wächst. Doch durch das Umtopfen – ich weiß auch nicht, wie das immer passiert – wird es nun wieder eine Überraschung. Gepflanzt habe ich Black Cherry, gelbe Cocktailtomaten und rote Cocktailtomaten. Die ersten beiden Sorten sind auch gut unterwegs. Die gelben, meine ich mich zu erinnern, waren Spätzünder.

Der Garten im Juni: Tomaten und Händematte

Juni, Juli und August sind eindeutig meine liebsten Monate im Garten. Alles ist grün, alles wächst, die Ernte beginnt – und ich kann in der Hängematte schaukeln und alles genießen.

Demnächst noch eine Übersicht aus der Blümchenabteilung.

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Hochbeet, hurra!

Letztes Frühjahr hievte mir ein Kran zwei Holzkisten voller Pflastersteine in den Garten. Die Pflastersteine wurden zu einem wunderschönen Boden in meinem Rosa Gartenhüttchen, die leeren Holzkisten standen im Garten herum, weil … „da kann ich noch irgendwas Tolles draus machen!“

Vor zwei Wochen entdeckte ich auf Instagram selbstgebaute Hochbeete und somit war die neue Bestimmung der Holzkisten klar: mein Salat wird künftig völlig schneckensicher und rückenfreundlich in einem Hochbeet wachsen.

Hinter dem Kartoffeläckerchen war noch ein bißchen Platz, dort scheint morgens und ab Nachmittag die Sonne hin – perfekt! Unter der Holzkiste liegen ein paar Steinplatten, damit das Holz nicht direkt verfault. (diese Platten graben wir ständig im Garten aus. Entweder handelt es sich dabei um ein heimisches, sehr produktives Gewächs oder der Vorbesitzer der Grünen Villa hat versucht, den Garten komplett mit Platten auszulegen, dann die Lust verloren und wieder kubikmeterweise Erde darüber gekippt.)

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Die Holzkiste wurde mit Teichfolie ausgekleidet. Ich wollte zuerst nur solch ein dünnes, weißes Vlies nehmen, doch der beste Vater meiner Kinder sprach von Erwärmung der Erde in der Kiste und Schutz der Kiste vor Nässe und einige andere gut klingende Dinge und er hat ja wahrscheinlich recht. Das Auskleiden klappte prima, die überstehende Folie tackerte ich an die Kiste. In die Folie auf dem Kistenboden stach ich etliche „Wasser-ablauf-Löcher“, hoffentlich genug. Notfalls ließen sich aber weitere Löcher in die Seiten stechen.

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Den harten Teil der Arbeit übernahmen die Söhne, die allerbeste Freundin beaufsichtigte mit strengem Blick die sachgemäße Befüllung der Kiste.

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Eine Mischung aus reifem und nicht so reifem, noch sehr glitschigem Kompost und entwurzelter Gartenerde wurden im Wechsel auf eine Schotterschicht geschüttet.

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Damit es hübsch aussieht kam obendrauf eine Schicht torffreie Blumenerde.

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Ins Hochbeet habe ich geheimnisvolle portugiesische Salatsamen gesät, die ich mit einem verschwörerischen „wächst und schmeckt viel besser als der deutsche Salat“ in die Hand gedrückt bekam. Ich werde selbstverständlich berichten, ob portugiesischer Salat besser ist als deutscher. Schneckenresistenter würde ja fast schon reichen, denn die Salatköpfchen im anderen Garten können gar nicht so schnell wachsen, wie sie angeknabbert werden. Da muss wohl Schneckenkorn her. Aber das Thema Schädlingsbekämpfung wird sicher ein eigener Artikel.

Die zweite Holzkiste wird auch ein Hochbeet, aber ich weiß noch nicht genau, wo ich es hinbauen soll. Nie hat man genug Platz im Garten. Und nie hat man genug Erde zum Befüllen einer solchen Kiste. Vielleicht drehe ich die Kiste auch um und funktioniere sie zu einem großen Anzuchttisch um. Sie werden das erfahren.

Die Beetbegrenzungen sind fertig

Nun ja, nicht ganz. Die Überschrift ist ein bisschen geflunkert, aber „Die Beetbegrenzungen sind fast fertig“ klingt einfach nicht so gut. Außerdem ist der wesentliche Teil der Arbeit erledigt, und ich habe das Bedürfnis, mein Erfolgserlebnis mit Ihnen zu teilen.

Seitdem der Zaun steht, habe ich in den vergangenen Wochen Erde umgegraben und Beete angelegt. Die Beete umgeben mehr oder wenig unmotiviert den Garten: Es fehlte bislang an Beetbegrenzungen, die dem Garten Struktur geben.

Beet: angepflanzt mit Salat und Kohlrabi

Folgendes hatte ich mir zu meiner Beetbegrenzung gedacht:

  • Sie sollte sich natürlich in den Garten einfügen und nicht aus Kunststoff oder sonstwie geschmacksverirrt sein.
  • Sie sollte ebenerdig sein, damit ich mit dem Rasenmäher darüber fahren kann, ich mir keinen Rasenkantenschneider anschaffen und zukünftig Stunden damit zubringen muss, wie so ein Erbsenzähler Rasenkanten zu schneiden.
  • Sie sollte bezahlbar sein.
  • Ich muss die Steine selbst verlegen können – ohne dreijährige Ausbildung.

Aus diesen Gründen habe ich mich für einen Mähkanten-Stein entschieden, dessen eine Seite konvex und die andere konkav ist. Die Form ermöglicht es mir, Kurven zu legen. Ein guter Kompromiss zwischen „hübsch“ und „praktisch“.

So bin ich vorgegangen: 

Zuerst habe ich mit zwei Stöcken und einem Bindfaden eine gerade Linie entlang des Beetes gezogen. Entlang dieser Linie habe ich mit dem Spaten einen kleinen Graben ausgehoben, etwa doppelt so tief wie der Stein.

Beetbegrenzung: ausgehobene Rinne

In die Rinne habe ich Kies gekippt, etwa zwei Zentimeter hoch. Durch den Kies hat der Stein festen Grund, und ich kann so lange herumruckeln, bis er gerade ist – sowohl nach vorne und hinten als auch, was die seitliche Neigung betrifft.

Anfangs habe ich die Rinne zu schmal ausgehoben, nur so breit wie der Stein. Ich habe aber festgestellt, dass es einfacher ist, wenn sie großzügig breit ist und ich nach dem Verlegen einfach wieder Erde dranschiebe.

Beetbegrenzung: Kies in der Rinne

Dann habe ich die Steine hintereinander gelegt, sie mit einem Gummihammer festgeklopft und so Unebenheiten ausgeglichen. Normalerweise sollte man mit der Wasserwaage überprüfen, dass man die Steine nicht wellig verlegt. Da mein Garten aber ein deutliches Gefälle hat, fiel diese Möglichkeit aus.

Ich habe deshalb nach Augenmaß verlegt, und auch mal andere gucken lassen. Meine lieben Nachbarn waren nämlich vor Ort, haben mir geholfen, Rinnen auszuheben, und mich bei Laune gehalten.

Beetbegrenzung im rechten Winkel

Mein größtes Beet, das Gemüsebeet mit Kohlrabi, Salat und Zucchini, sollte auf der einen Seite angerundet sein. Dadurch, dass die Steine mit ihrem Anfang und Ende ineinander passen, müssen sie nicht zwangsläufig in einer Linie hintereinander verlegt werden, sondern ich kann eine leichte Kurve legen, ohne dass Anschlusslücken entstehen.

Beetbegrenzung: Steine im Kies

Das Beet ist ein bisschen größer geworden, als es anfangs war. Macht aber nichts: Ich habe so umfassende Gemüsepläne, dass ich über zwei Quadratmeter mehr Platz nicht böse bin.

Eventuell werde ich noch einen kleinen Weg aus Rindenmulch ausstreuen, damit das Beet besser begehbar ist.

Beetbegrenzung: Kurve legen

Der größte Teil ist also geschafft – ein bisschen fehlt aber noch: Ich muss noch eine Linie vom Gemüsebeet zu meinen zwei Teichbecken legen. Vor der Terrasse fehlt noch einmal dieselbe Länge.

Aber was wäre es für ein Garten, wenn es nichts mehr zu tun gäbe!

Beetbegrenzung: Blick in den Garten

Was braucht man also, um Beetbegrenzungen aus Steinen zu verlegen?

  • Steine, am besten auch ein paar in Reserve. Zwei, drei gehen immer kaputt.
  • ausreichend Kies
  • Stöcke und Bindfaden
  • Gummihammer
  • Wasserwaage
  • ein Zollstock, um Abstände zu messen
  • Spaten
  • kleine Schaufel
  • Arbeitshandschuhe
  • ein Kniekissen schadet nicht
  • Geduld, Unterhaltung und nette Nachbarn

Die Steine haben übrigens 99 Cent pro Stück im örtlichen Baumarkt gekostet. Auf die Länge der Beete gerechnet (23 Meter), habe ich insgesamt 130 Euro bezahlt.

Die Nachbarin – die andere, aus dem angrenzenden Garten –  meinte am nächsten Tag übrigens: „Das hat Ihr Mitbewohner aber schön verlegt!“

Pffff!
Selbst ist die Bauarbeiterin.

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Der Maigarten

Es grünt! Es wächst! Es wuchert!

Der Birnbaum hat eine Woche lang prahlerisch geblüht und erfreut mich jetzt mit sattem Grün. Schade, dass die Birnen, die er im Hochsommer trägt, nicht gut schmecken. (aber Vögel und Wespen freuen sich darüber) Die Erdbeeren dahinter blühen und setzten erste grüne Früchte an. Ich bin froh, dass ich die unzähligen Ableger noch nicht gejätet habe, denn von den neu gesetzten Erdbeeren sind einige nicht angewachsen, ich kann also die entstandenen Lücken noch auffüllen. Das wird dann nächstes Jahr hoffentlich eine reiche Ernte!

Im Staudenbeet tut sich einiges, das zeige ich demnächst mal detailierter. Einige Stauden sind bereits wieder verblüht, andere wie die Lupine, setzen dicke Knospen an. Da das Staudenbeet noch immer sehr, sehr kahl aussieht, habe ich versucht, die überall im Garten wachsenden, wunderbar orange blühenden Ringelblumen zu versetzen. Das klappt nicht. Obwohl ich sie mit dem Spaten komplett aushob und liebevoll wieder einbuddelte, hingen sie am nächsten Tag schlapp in der Gegend herum und waren am vierten Tag trotz aufopferungsvoller Pflege nicht mehr zum Leben zu erwecken. Ich warte also auf die Samen, die ich großzügig verteilen kann. Ebenfalls nicht verpflanzen lässt sich Mohn, gleiches Bild wie bei den Ringelblumen. Die ganzen Blumensamen, die ich händeweise im Staudenbeet verteilt habe, haben vielleicht eine Ameisenkolonie glücklich gemacht oder verweigern einfach das Keimen. Da tut sich fast nichts und ja, das Säen und ich, wir müssen uns wohl noch irgendwie zusammenraufen.
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Vor dem Gartenhüttchen ließ ich mir vom großen Sohn die knochentrockene Erde umgraben. Bevor dort aber am Wochenende/Anfang nächster Woche die Tomaten hinziehen können, sollte es bitte noch einmal kräftig regnen, damit ich diese Erdschollen kleinhacken kann. So wunderbar fruchtbar diese schweren Ton/Lehmböden auch sind, wenn sie austrocknen, lassen sie sich nicht bearbeiten. Dann ist übrigens auch Jäten nicht möglich, unliebsames Kraut kann nur abgerissen und nicht mitsamt Wurzel ausgestochen werden. Doof.

Hinten rechts im Bild kann man ungefähr die Spargelreihe erkennen. Jeden zweiten Tag können dort gut zwei Hände voll grüner Spargel geerntet werden. Tolle Sache und Arbeit machen Spargel auch nicht, wenn sie sich erstmal angesiedelt haben.
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Im Gemüseteil haben die Schnecken jetzt erste Opfer gefordert. Ein Kohlrabipflänzchen hat nur noch ein kümmerliches Blatt, der Endiviensalat hat Fraßspuren. Noch halten sich die Schäden in Grenzen, noch muss ich nicht auf Schneckenjagd gehen, aber meine spitze Schaufel zum Meucheln liegt bereit.

Neulich wurde ich gefragt, was es mit diesen Drahtgestellen auf sich hat: das ist fester Hasendraht, mit einem Durchmesser von ca. einem Meter zum Kreis geformt und knapp 20 Zentimeter tief eingegraben. Ringsherum sind Erbsen gesteckt (die auch schon fröhlich hochranken). In einem schlauen Buch las ich, dass diese Anbaumethode platzsparender als der Reihenanbau sei. Es gab da auch eine phantastische Formel dazu (die ich Ihnen bei Bedarf gerne heraussuche, gerade ist das Buch aber im Gartenhüttchen), aber mir gefiel in erster Linie das Erbsenrund. In der Mitte des einen Erbsenkreises wachsen Kartoffeln, ich komme nämlich nicht bis ganz auf den Boden und kann sie nicht jäten. Mal schauen, ob sich Kartoffeln und Erbsen auch im Garten vertragen (nicht nur auf dem Teller).

Was so hübsch grün zwischen den Beeten wächst, ist Bienenweide (Phacelia), eine Gründüngung, die sich drei Jahre lang auf diesem Gartenteil immer wieder von allein aussäte. Wo sie mich nicht stört, darf sie wachsen. Untergehackt oder rausgezupft ist sie schnell. Es könnte allerdings sein, dass ich aus dem einen Beet statt Bienenweide die ganzen Karotten gezupft habe. Anfängerfehler und wir reden da jetzt nicht mehr drüber, ok?
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Die Blüten der Bienenweide sind von Bienen und Hummeln umsummt, es ist eine reine Freude zuzusehen. Im Herbst lässt man die Pflanzen einfach stehen. Im Winter frieren sie dann runter und im Frühling können die Reste leicht in die Erde eingearbeitet werden. Der Boden, auf dem einige Jahre diese Bienenweide wuchs, federt richtig beim Darübergehen, er lässt sich auch viel leichter bearbeiten, als der Rest des Gartens.
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Ich war einige Tage unterwegs, der Garten ist in dieser Zeit von der Familie nur gegossen werden. Jetzt heißt es für mich Un/Wild/Beikraut zu jäten. Jede Menge Disteln machen sich breit und die braucht ja keiner. Außerdem müssen die Beete gehackt werden! Ein älterer Gartennachbar sagt nämlich, dass dies Gießen spart. Und da ich jetzt schon jeden Abend 15 Gießkannen Wasser durch den Garten schleppe und hinterher das Fass wieder vollpumpen muss, bin ich gerne bereit, dieses Ratschlag zu testen.

Im Garten am Haus sind alle gesteckten Kartoffeln gekeimt, die von den Bauarbeitern platt getrampelten Beerensträucher haben sich erholt. Und der überwinterte Mangold kann schon wieder eine ganze Familie ernähren. (den Hausgarten zeige ich demnächst.) Das ist gerade die allerbeste Gartenzeit, weil man den Pflanzen beim Wächsen fast zusehen kann.

Bärlauchverwertung

Seit ich weiß, dass der Bärlauch im Garten wirklich Bärlauch ist, sage ich mir jeden Tag: Du musst mal was mit dem Bärlauch machen!

Heute war es soweit: Ich habe das Rezept, das Rudi in den Kommentaren gepostet hat, verwendet und konzentrierte Bärlauchpaste hergestellt. Das war recht einfach: alle Zutaten in ein hohes Gefäß, Stabmixer rein, fertig.

Dann aber habe ich einen Fehler gemacht: Ich habe probiert. Direkt vom Löffel. Das war – uuuh. Die Paste ist unangenehm scharf und salzig. Sie ist tatsächlich zu konzentriert, um sie pur zu essen oder auch nur zu kosten.

Aber ich esse sie ja nicht pur! Sondern zu Nudeln. Ein Teelöffel pro Portion, gut umrühren, und es schmeckt wunderbar. Ausprobiert mit kurz gebratenem grünen Spargeln und Spaghetti:

Spaghetti mit Bärlauchpaste und SpargelGut, dass ich direkt Paste aus 500 Gramm Bärlauch hergestellt und eingefroren habe. Das reicht erstmal für die nächsten Monate.

Übrigens auch toll als Geschenk!

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