Eingemachtes

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Zuckererbsen

Zugegeben: Meine Erbsen-Ernte war nicht besonders üppig.

Erbsenernte im Sieb

Genau eine Portion. Eine sehr leckere Potion, wie ich hinzufügen möchte. Gerne hätte ich jemanden eingeladen und die Früchte meines Harkens geteilt. Aber nun denn.

Was ich aus dem Erbsen-Experiment gelernt habe:

  • Eine Samen-Packung ist zu wenig, um mehr als einen Menschen einmal satt zu machen.
  • Erbsen wachsen selbst an der blödesten Ecke.
  • Sonne muss nur als Idee vorhanden sein.
  • Erbsen wachsen unfassbar schnell. Zack!, ist die Pflanze groß. Einmal umgedreht, sind Schoten dran. Hamma.
  • Es braucht Kletterhilfen.
  • Erbsen brauchen größere Kletterhelfen, als ich zur Verfügung hatte. Nächstes Jahr muss ich also etwas bauen – Gestelle wie für den Hopfenanbau. Wobei ich dann natürlich auch direkt Hopfen anbauen kann.
  • Die Zucht von Hopfen würde mir sicherlich viele Freundschaften verschaffen.

Mit Erbsen geht es mir übrigens wie mit Zucchini: Bevor ich sie selbst angebaut habe, mochte ich sie nicht essen. Jetzt mag ich sie. Zumindest die eigenen. Mein Vater, mit dem ich in der Kindheit raumgreifende Verhandlungen übers Erbsenessenmüssen geführt habe, schüttelt ungläubig den Kopf.

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Die Kürbisfrage – Teil II

Eine Kürbisschwemme wie meine Mitgärtnerin Pia habe ich nicht gerade. Eher den zarten Ansatz einer Kürbiszucht. Er bestand bislang aus drei Kürbissen, von denen zwei allerdings nur handtellergroß waren.

Reifer Kürbis

Aber sei’s drum! Ich freue mich über jeden Zögling, der es auf meinen Teller schafft. Die drei Kürbanten habe ich zu Suppe verarbeitet. Das Rezept ist so ähnlich wie das von Vinni:

800 g Kürbisfleisch
600 g Möhren
1 Zwiebel
5 cm Ingwer
2 EL Butter
500 ml Kokosmilch
Gemüsebrühe
Sojasauce, Salz, Pfeffer, Zitronensaft

Die Möhren und die Zwiebel würfeln. Den Kürbis und den Ingwer ebenfalls zerkleinern. Alles in Butter andünsten. Danach mit einem Liter Brühe aufgießen und etwas köcheln lassen. Danach pürieren. Kokosmilch hinzufügen, abschmecken, fertig. Ein Traum! Und noch dazu so einfach.

In meinem Garten wachsen noch einige Nachzügler. Sie haben es in eine gekappte, kleine Buche hinauf geschafft und erfreuen sich der Aussicht:

Kürbis (im Werden)

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Hilfe, Kürbisschwemme! Und jetzt?

Ganz ernst gemeint ist dieser Hilferuf nicht, denn wir lieben Kürbisse! Ich freue mich somit über jeden (Hokaido)Kürbis, der noch vor dem Winter im Gemüsegärtchen heranreift.

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Dieses Prachtexemplar habe ich bereits vor vier Wochen geerntet. Nach der Ernte ließ ich ihn auf der Terrasse liegen, bis er zu diesem tiefen, satten Orange nachgereift war. Im Garten konnte ich ihn nicht mehr liegen lassen, der Stiel faulte bereits.

Nach der Entfernung der Kerne wog ich den Kürbis: zwei Kilo Fruchtfleisch, die auf Verarbeitung warteten.

(Ich las neulich, dass man Kürbisse auf den Boden werfen soll, damit sie aufplatzen. Dies würde beim Zerteilen helfen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wieviel Freude das Wegputzen der vielen Kürbiskerne und -fasern macht, weswegen ich weiterhin das größte, schärfste Messer des Haushalts bemühe.)

Ein Kilo des Kürbis´ schälte und schnitt ich in kleine Stücke, die ich mit ein wenig Wasser sehr weich kochte. Das Kochwasser wurde weggegossen, die Stücke mit dem Pürierstab zu Mus verarbeitet. Die Hälfte des Kürbismus fror ich ein, die andere Hälfte wurde zu Kürbiskuchen mit Walnüssen und Datteln verbacken. Unserem Lieblings-Herbstkuchen!

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300g Mehl
1,5 Pckg Backpulver
1 TL Zimt
0,5 TL Salz

-> vermischen

250g weiche Butter
150g Zucker
2 große Eier
200- 250ml Kürbispüree

-> verrühren

300g Datteln grob hacken und mit
50g Mehl vermengen
150g Walnüsse grob hacken

Die trockenen Zutaten in die Kürbismischung rühren, Datteln und Walnüsse unterheben.
Eine Backform (22×34 cm) ausbuttern, den Teig hineingeben. Bei 185°C Ober- und Unterhitze 45 Minuten backen.
Nach dem Backen den Kuchen auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, später in Stücke schneiden. Wer mag, darf Puderzucker überstäuben.

Wir backen immer das doppelte Rezept, denn je länger der Kuchen liegt, desto köstlicher wird er.

*****

Die andere Kürbishälfte gab es zum Abendessen:

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In einer kleinen Schüssel vermenge ich Olivenöl mit gehacktem Knoblauch, Kreuzkümmel, frisch gemörsertem Kardamom, Cayennepfeffer und Kurkuma. Diese Mischung pinsele ich großzügig auf die Kürbisspalten, bevor sie bei 200°C Ober- und Unterhitze so lange in den Ofen kommen, bis die Spitzen deutlich bräunen. Das dauert ca. zwanzig Minuten. In die Schüssel mit dem Ölrest rühre ich Naturjoghurt. Diese Mischung passt ganz prima zum gebackenen Kürbis. Und (optional) ein Glas Dornfelder rundet das Ganze perfekt ab.

(ein Butternußkürbis schmeckt so zubereitet auch hervorragend!)

*****

Jetzt bin ich auf der Suche nach dem perfekten Kürbissuppenrezept. Hätten Sie da was für mich?

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Black Cherry: Die beste je da gewesene Thorstomate

Meine Tomatenzuchtexperimente gehen jetzt ins dritte Jahr.

Sie begannen, als ich noch ohne Garten war, nur mit Balkon. Die befreundete Torfrau brachte mir eine Tomatenpflanze mit, ich stellte sie ans Fenster, goss sie, topfte sie zwischendurch mal um und am Ende hatte ich Tomaten. Weil sie irgendwann haarige Arme bekam, nannte ich sie Torsten – nach einem Jungen aus der Grundschule, der auch im zarten Alter schon ebensolche Arme hatte.

Dieses Jahr habe ich erstmals nicht nur „Balkonzauber“-Thorstens gezüchtet, sondern auch die Sorten „Oxheart“ und „Black Cherry“ – wieder dank der Torfrau, die mir ermunternd Samen schenkte. Sie mag es, glaube ich, wenn ich häuslich bin.

Beide Sorten erwiesen sich als äußerst mäkelig, gerade in ihrer Frühkindheit. Es durfte nicht zu trocken und nicht zu nass, nicht zu hell und nicht zu warm, aber auch nicht zu dunkel sein. Irgendwas war immer, die Frühjahrsstürme taten ihr Übriges, und von jeder Sorte überlebten nur zwei Pflanzen – von denen eine genau eine einzige Tomate hervorbrachte.

Leider sind die Oxheart-Tomaten ziemlich mehlig. Sie brauchen ewig, bis sie rot werden, und sind sie es dann, sind sie auch schon sämig. Ich verwende sie ausschließlich zum Kochen.

Oxheart Tomate

Aber! Mein lieber Herr Gesangsverein – Black Cherry!

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Ich habe noch niemals köstlichere Tomaten gegessen! Sie sind wirklich sehr dunkel, fast schwarz, und schmecken gewaltig. Eine Explosion von Süße und Tomatigkeit. Meist schaffen sie es nicht mal ins Haus, weil ich sie direkt vom Strauch weg nasche.

Deshalb steht jetzt schon fest: Die Tomatensaison 2015 ist der schwarzen Kirsche gewidmet.

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Monsterzucchini

Ich züchte Monsterzucchini. Ohne Dünger. Ohne Gentechnik. Ohne spirituelle Rituale.

Als meine ersten Zucchini herwanwuchsen, habe ich darauf gewartet, dass sie grün werden. Sie wurden aber nicht grün. Sie wurden nur immer größer. Bis ich mir dachte: Vielleicht stehen sie irgendwann auf und laufen zu Fuß in meine Küche. Aber grün werden sie bestimmt nicht mehr.

Also habe ich sie gepflückt. Das ging sehr leicht, ich brauchte sie nur kurz anheben. Als hätten sie darauf gewartet, dass ich sie endlich erlöse und heim in die Pfanne hole.

Monsterzucchini

Von einer einzelnen Zucchini werde ich allein gut satt. Das ist einerseits erfreulich. Ergiebigkeit ist schließlich nicht nur etwas für Waschmittel. Andererseits führt es dazu, dass ich an einem Abend nicht mehr als eine Zucchini essen kann und folglich jeden Abend Zucchini essen muss. Das trübt das Erlebnis auf Dauer ein wenig.

Seit Wochen meine Freunde, ob sie nicht mal etwas mit Zucchini kochen möchten. Sie lehnen meist aus fadenscheinigen Gründen ab. Also lade ich sie zum Grillen ein, denn dann können sie nicht weg, dann müssen sie kommen und Zucchini essen.

Mein liebstes Rezept ist gegrilltes Rosmaringemüse. Man nehme dazu:

2 Auberginen
2 Zucchini
2 rote Paprikaschoten
2 gelbe Paprikaschoten
1 Bund Rosmarin
2 Knoblauchzehen
200 ml neutrales Öl
Salz, Pfeffer

Ich persönlich ersetze die Auberginen durch Zucchini. Und die gelben Paprika durch … äh … Zucchini. Das Gemüse in Stücke schneiden, Rosmarin waschen und fein hacken, Knoblauch pressen, alles mit Öl vermengen und mindestens eine Stunde marinieren. Anschließend auf den Grill legen. Fertig!

So kriegt man sogar Monsterzucchini weg.

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Der Herbstgarten

Der Garten im Herbst

Der Garten im Herbst

wird leider immer unattraktiver.
Der Kürbis hat gnadenlos alles überwuchert und unter sich begraben. Könnte ich nicht wöchentlich allerfeinste Kürbisse (Hokaido) ernten, hätte ich die Pflanze längst aus der Erde gerupft. Zumal sie sich mit Mehltau und diversen anderen Krankheiten schmückt. Und mich obendrein daran hindert, die letzten Kartoffeln auszugraben.

Das Regenwetter der letzten Woche hat den Tomaten den Rest gegeben, für nächstes Jahr muss ich mir eine Dachlösung überlegen.

Das Einzige, was im Gemüsegärtchen derzeit prima gedeiht sind Gänsedisteln und Melde. Und die drei Rosenkohlstöcke. Letzteres ist großartig, weil ein echtes Experiment! Jede Menge kleine Rosenköhlchen sitzen am Strunk und trotzen diesen fiesen kleinen Kohlmotten. Ich warte beinahe sehnsüchtig auf den Frost, damit ich zum ersten Mal im Gartenleben Rosenkohl ernten kann. Ersteren rücke ich jätend zu Leibe. Unwillig, aber die Gänsedisteln vermehren sich sonst rasend schnell.

Die orangefarbenen Blüten vorne rechts im Bild gehören zu einer Pflanze, deren Samen mir eine Nachbarin mit den Worten “ein hübscher Bodendecker!” schenkte. Mein Bodendecker ist anderthalb Meter hoch gewachsen, was entweder für meinen grünen Daumen oder meine tolle Gartenerde spricht. Oder beides. Wahrscheinlich gehört die Pflanze zu den Schmuckkörbchen, quasi orangefarbene Cosmea. Ich werde Samen für nächstes Jahr “ernten”, ich mag das leuchtende Orange.

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Minimöhrchen

Minimoehren, frisch aus der Erde gezogen

Das erste Jahr meiner Gärtnerinnen-Zeit ist nichts als ein großes Experiment. Eines weiß ich aber schon: Minimöhren wird es auch 2015 wieder geben.

Die kleinen Dinger sind nicht nur wahnsinnig lecker, sondern auch maximal pflegeleicht: einsäen, drei Monate später wiederkommen – fertig. Keine Raupen, kein Schneckenfraß, kein besonderer Betreuungsbedarf.

Man muss sie einfach liebhaben.

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