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Das Schattenbeet: Vom hässlichen Entlein zum Schwan

Lange war das Schattenbeet mein Sorgenkind: Ich hatte keine Ideen, wie ich es bepflanzen sollte. Im vergangenen Jahr habe ich mich dann rangemacht – auch nach ein paar Tipps hier – und habe Pflanzen auszusuchen, die gut Schatten vertragen.

Jetzt ist es ein richtig tolles Beet!

Die Pflanzen gedeihen prächtig – und haben sich ihren Platz erobert. Es sind der blaue Eisenhut, zwei Funkien, Farn und zwei Sorten Gräser: Seggen und Reitgras.

Die Gräser vermehren sich wie wild: Ich habe schon mehrmals Teile abgestochen und an andere Plätze im Garten umgesiedelt, damit sie auch dort gedeihen. Zum Herbst hin werde ich sie an Freunde verschenken, denn sie machen sich gut im Winterkübel.

Der Eisenhut blüht sehr schön und genügsam im Schatten. Die Staude wächst so hoch, dass ich sie aus dem Schlafzimmerfenster heraus sehen kann. Das macht morgens direkt gute Laune!

 

Farn wächst in meinem Garten an verschiedenen Stellen, vor allem im Schatten. Er hat sich selbst gesät. Ich habe ihn ausgestochen und ins Schattenbeet gesetzt. Dort gedeiht er nun prächtig – und an den bisherigen Stellen wundersamerweise auch. Farn ist einfach unausrottbar.

Schattenbeet

Gerade erobert er auch die Steinmauern im Garten und wächst gemeinsam mit den Dickblattgewächsen aus den Ritzen. Das schaut sehr hübsch aus.

Fast ist es nun so, dass mein Schattenbeet das hübscheste Beet im Garten ist. Vom hässlichen Entlein zum Schwan!

Der Dortmunder Garten im Juni – nach dem Sommerregen

Der Juni ist einer meiner Lieblingsmonate: Niemals sind die Tage länger. Der Garten steht in voller Pracht. Die ersten Früchte werden reif. Die Vögel und Eichhörnchen sind ständig unterwegs. Es gibt jeden Tag etwas Neues zu entdecken.

Gartenpanorama von der Terrasse aus

Das Wetter lässt es zu, dass der große Tisch draußen bleibt: Es ist fast durchgehend warm. Gerne sitze ich draußen, arbeite, lese – oder frühstücke. Nur regnen tut es selten: Ich musste schon oft den Garten wässern.

Die nächsten Fotos entstanden deshalb nach einem Sommergewitter. Schade, dass Sie den Garten nicht riechen können!

Für die Terrasse habe ich eine rankende Fuchsie gekauft. So toll! Ich mag Fuchsien sehr. Vielleicht, weil während meiner Kindheit auch immer ein großer Kübel mit Fuchsien auf der Terrasse des Elternhauses stand.

Fuchsie auf der Terrasse, dahinter Rosen

Dahinter die Rosen: Sie sind dick und duftig. Ich habe sie bewusst ausgewählt, um nahe an der Terrasse zu stehen. So kann ich sie den ganzen Sommer genießen. Das ist überhaupt das Tolle an Rosen: Sie benötigen kaum Pflege, sind winterhart, können gut Trockenzeiten überstehen und blühen vielen Monate.

Rose vor Kompost und Gartenhaus

An der Seite des Hauses steht auch ein schönes Exemplar – schon seit wir die Wohnung gekauft haben. Sie stammt noch von den Vorbesitzern.

Dahinter steht der Kompost: Er ist im Sommer immer voll – fällt aber auch schnell in sich zusammen. Vor dem Kompost wachsen die Erdbeeren.

Erdbeeren mit Gartenhandschuh

Ich konnte schon die ersten Früchte ernten. Wahnsinn, wie aromatisch sie sind! Neben den Erdbeeren ranken einige Himbeeren. Auf sie passe ich höllisch auf: Sonst wuchern sie alles zu. Die Himbeeren sind sehr beliebt bei den Bienen und Hummeln.

Ein Insektenparadies ist auch der Lavendel.

Lavendel und Rosen

Ich habe zwei große und mehrere kleine Lavendel im Garten. Die kleinen stehen mit Rosen zusammen. Das bewahrt sie vor Läusen.

Das Schöne am Sommer ist auch die Wäscheleine.

Blick aufs Gewächshaus

Im Garten getrocknete Wäsche riecht einfach viel besser als übliche Wäsche. Oder bilde ich mir das nur ein?

Das Gemüsebeet wird üppiger und üppiger. Zucchini und Kürbis lieben es warm und feucht. Entsprechend motiviert sind sie zurzeit.

Gemüsebeet mit Zucchini, Möhren, Kürbis und im Hintergrund Salat

Wie immer habe ich mit drei Zucchinpflanzen wieder zu viel angebaut. Doch wenn aus allen drei Kernen Pflanzen werden? Ich bringe es einfach nicht übers Herz, die kleinen Zucchinibabys auf dem Kompost zu beerdigen, bevor ihr Leben richtig begonnen hat.

Dieses Jahr gibt es mehr Kürbispflanzen als sonst. Ich habe Kürbis sehr schätzen gelernt, seit ich ihn selbst anbaue. Im Angebot: Hokkaido und Atlantic Giant.

Im Vordergrund sind Möhren und noch ein paar Radieschen. Im Hintergrund: die letzten drei Kopfsalate.

Seltene Kartoffelsorten: Ich werde Knollen-Züchterin

Anfang des Jahres lag mir Vatta in den Ohren: „Bau doch mal Kartoffeln an. Ich möchte Kartoffeln.“

Sein Kumpel, ebenfalls Rentner, hatte im Jahr zuvor welche angebaut, ihm einige abgegeben, und der Geschmack muss ein Geschenk Gottes gewesen sein. Vatta war total angefixt. Das sei doch auch etwas für mich, sagte er. Und meinte: für ihn.

Ich selbst bin nicht unbedingt Kartoffel-begeistert. In meiner Kindheit hatten wir ein Kartoffelschoss im Keller und immer Kartoffeln im Haus. Ständig gab es Kartoffeln. Mit Soße, ohne Soße, als Salzkartoffeln, Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Stampfkartoffeln, als Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer und Kartoffelauflauf. Als ich auszog, bin ich erstmal  für mehrere Jahre auf Abstand zur Kartoffel gegangen – totale Kartoffelabstinenz.

Heute esse ich sie manchmal ganz gerne. Insgesamt ist meine Kochkultur aber bunt; ich esse Reis, Pasta – und ganz oft auch gar keine Sättigungsbeilage. Jedenfalls sind selten Kartoffeln dabei.

Aber gut. Für Experimente bin ich ja immer offen. Doch wenn schon Kartoffeln, dachte ich mich, dann Sorten, die man nicht im Supermarkt kaufen kann. Also orderte ich auf Empfehlung hier im Blog (durch Isabel vom Freigarten) Pflanzkartoffeln:

Rote Emmalie eingraben

Die Rote Emmalie

Ich entschied mich für andersfarbige Sorten:

  • Rote Emmalie
  • Blauer Schwede und
  • Blaue Anneliese

Außerdem bestellte ich noch Linda, den Klassiker.

Dann las ich nach, wie man Kartoffeln anpflanzt. Ich hatte aus irgendwelchen Gründe die Vorstellung, das sei wahnsinnig kompliziert: ständig müsse man nachsehen und etwas anhäufeln. Das stimmt auch. Es ist aber weder schwierig noch aufwändig.

Zuerst ließ ich die Kartoffeln keimen – bei Licht, auf der Fensterbank. Das dauert ungefähr zwei Wochen. Dann grub ich Furchen, legte die Kartoffeln hinein und häufelte Erde darauf.

Wenn die Blätter aus der Erde schauen, soll man regelmäßig weiter Erde anhäufeln. So bildet die Pflanze möglichst viele Tochterknollen.

Kartoffelpflanzen gucken aus der Erde

Der Versuch, Erde anzuhäufeln

Das funktionierte so mittelgut. Irgendwann konnte ich nicht mehr häufeln, weil die Erde einfach runterrieselte – und weil die Menge an Erde einfach begrenzt ist. Ich nehme jetzt erstmal, was kommt. Wenn ich nur doppelt so viel rausbekomme, wie ich eingepflanzt habe, reicht mir das schon.

Man kann Kartoffeln auch im Erdsack anbauen, sogar auf dem Balkon. Dann geht das mit den Anhäufeln besser.

Inzwischen stehen die Pflanzen kniehoch. Die ersten von ihnen blühen.

Kartoffelpflanzen im Garten

Kartoffelplantage

Blühende Kartoffelpflanze

„Das ist blaue Kartoffel.“ – „Und was macht sie?“ – „Sie blüht blau.“

Vatta kommt regelmäßig vorbei, wirft einen prüfenden Blick auf seine Knollen und nickt zufrieden.

Sonnige, luftige Einzimmervilla im Skandinavienstil, großzügiger Südbalkon

 

Die geräumige, luftige und perfekt ruhig gelegene Villa (Erstbezug 2016) ist komplett aus Holz gebaut und innen mit einem komfortablen, weichen, outdoortauglichen Teppich in waldgrün ausgelegt. Zwei Fenster in Ost- und Südlage ermöglichen eine schöne, weite Aussicht und Lichtgarantie, solange es Tag ist. Eine große Eingangstür gewährleistet jederzeit Zutritt. Handgenähte Vorhänge mit Baumwollstoff aus einem großen schwedischen Showroom runden das Gesamtbild ab. Ein Stromanschlus ist geplant, wurde aber bislang ob der unterschiedlichen Meinungen der jetzigen Mieter bezüglich der Medienausstattung nicht bewilligt. Sanitäre Anlagen sind für den kleinen Bedarf direkt unter dem Objekt zu finden, für größere Geschäfte ist die WC-Abteilung in etwa 10 Sekunden Fußweg zu erreichen. Wasser kommt bei Regenwetter automatisch von oben und kann mit der Zunge bei Bedarf aufgefangen werden, ansonsten ist ein Schlauch in Reichweite.

Der großzügige Südbalkon lädt zum längeren Verweilen ein, von hier hört man Vogelstimmen aller Art und auch ein sportliche Betätigung in Form von hochklettern-rutschen-hochklettern-rutschen-hochklettern-rutschen ist jederzeit möglich. Eine Küche befinden die jetzigen Mieter nicht für nötig, werden doch Snacks vom Service bei Bedarf direkt hochgereicht.
Es besteht eine sehr gute Hausgemeinschaft mit allen Vögeln der Nachbarschaft – diese haben besonderen Wert auf Corporate Identitiy gelegt und deshalb darauf bestanden, Ihren Supermarkt farblich der Villa anzupassen.

So oder so ähnlich war die Annonce wohl versehentlich in den Medien „Wespenimmobilien aktuell“, „Insektimmoscout“ und „Neue Wespfälische“ abgedruckt. Sonst würde sich diese stete Ansammlung von Wespennestern in dem Objekt nicht erklären. Also bitte, liebe Medien, nehmt die Anzeige wieder raus, es reicht. Wir stellen demnächst ein Insektenhotel auf, da finden dann alle anderen einen schönen und artgerechten Platz.

Agapanthus: Schmucklilie teilen und vermehren

Garten im Juli: Agapanthus

Vor drei Jahren habe ich einen Agapanthus, eine Schmucklilie, geschenkt bekommen. Inzwischen habe ich drei – denn ich habe sie zweimal geteilt. Das letzte Mal vor ein paar Wochen, in Vorbereitung auf das neue Gartenjahr.

Die Schmucklilie bildet sehr viele Wurzeln. Mit der Zeit hat sie kaum noch Platz im Topf, Kunststofftöpfe sprengt sie sogar. Fast der ganze Topf besteht dann aus Wurzeln. Wenn das so ist, hat der Ballen kaum mehr Platz. Das ist nicht gut für die Pflanze: Sie verkümmert.

Deshalb teile ich Schmucklilien regelmäßig.

Agapanthus: Schmucklilie zwischen zwei Stöcken mit dem Spaten teilen

Dazu löse ich sie aus dem Topf und lege den Ballen in ein Beet. Mit dem Spaten teile ich den Ballen robust zwischen zwei Stöcken.

Jede Pflanze pflanze ich dann in einen eigenen Topf.

Agapanthus: Geteilte Schmucklilie im Kübel

Die erste Trennung haben die Schmucklilien schadlos überstanden. Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, dass es diesmal wieder so sein wird. Lediglich der Blütenstand war im Jahr nach der Trennung kleiner als im Folgejahr.

Während die Pflanze auf den Bildern den Winter gut überstanden hat, hat ihr Bruder mehr gelitten: Alle Blätter sind braun geworden. Ich habe die Blätter allesamt entfernt und hatte Sorge, dass die Pflanze eingeht.  Inzwischen wachsen sie aber bereits wieder.

Agapanthus: Schmucklilie erholt sich

Die zweite Schmucklilie teile ich dann im nächsten Jahr. Jetzt soll sie sich erstmal erholen.

Höllenminze


Das Eingrooven mit der Schwiegermutter hat etwas gedauert, zeitweise war die angehende Gartensaison etwas kippelig. Es hilft wenn man gegenseitig freundlich, aber laut und bestimmt klare Worte findet. Momentan läuft´s und so habe ich beschlossen, uns ein Birnenspalier zu spendieren. Ich denke langfristig. Da der Ex-Freund mit den hilfreichen Lieferwagen nicht mehr zur Verfügung steht, steht das Spalier noch in der Baumschule (Seit 3 Wochen, um genau zu sein). Das war aber bei dem Frost der letzten Tage bestimmt kein Fehler.


In der Zwischenzeit habe ich den dafür vorgesehenen Platz „gerodet“. Die Japanische Weinbeere umgesetzt (Yummie), und haufenweise Minze rausgeholt. Dass die Minze überall wuchert ist klar, aber das sie SOLCHE Wurzeln hat, unglaublich. Ich musste da mit dem Spaten ran.

Der Ex-Mann übernimmt freundlicherweise mein Urlaubsvertretung zum giessen, ich bin ja während der Saison, und teilweise auch noch in den heissen Pflanz- und Erntephasen, weg. Die Diskussion mit der Schwiegermutter hebe ich mir aber für später auf, so genau weiss sie das noch nicht. Ich werde ihr „verkaufen“ müssen, dass sie während meiner Abwesenheit meine Experimente betreut. Die da wären: Ringelbete, Mairüben und Melonen. Wenn´s was wird, bin ich die Heldin. Sie wiederum zieht Zuccini, wie üblich mehr als eine. Ich hatte letztlich auf irgendeiner Speisekarte irgendwas mit Zuccini stehen, vorbeugend auf den kommenden üppigen Zuccinisommer hatte ich DAS schon mal nicht gewählt.
Und der Ex-Freund hat sich immerhin bereit erklärt, mir einen Eimer groben Sand vor die Tür zu stellen. Die Schwiegermutter schwört jetzt da darauf, das hätte letztes Jahr geholfen. Leider hatten wir viel zu spät damit angefangen. Ich werde das beobachten und an dieser Stelle berichten.

Die Kräuterschnecke nach dem Winter

Die Kräuterschnecke ist eine Einrichtung in meinem Garten, die ich sehr liebgewonnen habe. Sie befindet sich direkt neben der Terrasse. Ich brauche nur wenige Schritte aus der Küche hinaus in den Garten machen und kann frische Kräuter ernten – und sie natürlich direkt verwerten.

Vor dem Winter habe ich mich gefragt, welche Kräuter wohl winterhart sind. Jetzt weiß ich es.

Winterhart sind:

  • Schnittlauch
  • Thymian
  • Oregano
  • Waldmeister
  • Bohnenkraut

Nicht winterhart sind:

  • Petersilie
  • Rosmarin
  • Majoran
  • Minze
  • Salbei

Das Basilikum hat natürlich auch nicht überlebt. Von ihm habe ich aber auch nicht erwartet, dass es Kälte übersteht.

Der Oregano ist die größte Überraschung: Er machte nicht den Eindruck, als wolle er wiederkommen. Nur braune, trockene Äste schauten noch aus der Erde. Aber jetzt zeigt er deutlich, dass Leben in ihm steckt:

Inzwischen habe ich die Kräuterschnecke wieder vollständig bepflanzt. Von oben nach unten wachsen dort dieses Jahr: Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran, Estragon, krause und glatte Petersilie, Kapuzinerkresse, Frühlingszwiebeln, kriechender Sellerie, Schnittlauch, Basilikum, Minze, Melisse und Waldmeister.

Kräuterschnecke im April

In dem Gefäß sind übrigens Nüsse und Vogelfutter. Mein Garteneichhörnchen kommt immer bis an die Terrasse, um sich etwas rauszufischen. Das ist sehr putzig.

Die Schnur ist eine Lichterkette, die als Weihnachtsbeleuchtung im Baum war. Sie kringelt sich jetzt durch die Kräuterspirle und spendet an langen Grill- und Gartenabenden Licht. Zusammen mit ein paar Tischkerzen reicht die Beleuchtung für gemütliches Beisammensitzen.

Frühjahrsüberblick

Das Gartenjahr hat natürlich längst begonnen und die Unterholz-Neugartencrew hat sich bisher wirklich ganz gut geschlagen. Zumindest wurden Horst und seine Freunde noch nicht hilfesuchend zu Rate gezogen.

Angefangen haben wir mit der auf dem Grundstück befindlichen Immobilie für den Nachwuchs – da musste noch das wasserabweisende Dach drauf, zumal die Teerpappepakete in der Garage mit der Zeit auch nicht ansehnlicher wurden. Also – Akrophobie hin oder her – rauf auf die Leiter und das Zeug beherzt aufs Dach genagelt. Zwischendurch erreichten die Bodencrew in regelmäßigen Abständen Panik-gifs von hilflosen Katzen in Bäumen, aber alles in allen hat das super geklappt.

Hier sieht man das Haus mit der wunderschön blühenden Magnolie der Nachbarn:

Ein bisschen neidisch sind wir auf die blühende Pracht, das liegt aber auch daran, dass auf unserer Seite ein bisschen doll viel am Blühzeug (hier: Rhododendron) herumgerodet wurde. Was wiederum daran liegt, dass die neue Säge soviel Spaß macht.

Dann waren erstmal Holzterrasse und Holzfassade dran. Diese wurden gereinigt, bevor sie mit einer lecker riechenden Ölmischung eingepinselt und wir damit zu einem gefühlt 48-stündigen Betretungsverbot verdonnert wurden. Aber es hat sich gelohnt, das Regenwasser perlt ab wie im Werbespot für Kalkreiniger und alles sieht aus wie neu.

Und dann endlich schlug auch endlich mal die Stunde für den Gartenboden und die floralen Projektideen. Also die Stunde für die Strafarbeit. Das Gras, das erst letztes Jahr unter windigen Bedingungen eingesät wurde, musste jenseits der Begrenzungssteine wieder raus aus dem Beet. Endgültig und wirklich und wahrhaftig. Des Drames erster Akt ist nachzulesen hier.

Also opferte ich mich eines sonnigen Tages, nahm Spaten, Hacke und Karre und zog los, um zunächst zwei Testmeter von Rasen zu befreien. Erst einmal grub ich noch funktionierende Stauden aus und legte sie zur Seite, um dann großzügig mit dem Spaten und der Hacksprungparforcetechnik in strategisch günstigen Abständen auflockernde Gräben reinzupflügen, um im nächsten Schritt mit der Hacke die Grasschicht loszukratzen. Anmutig wie eine stolze Katze, die eine noch lebende Maus gefangen hat und sie touretteartig im Spiel hochwirft, kloppte ich das Grasbüschel mehrfach auf den Boden, entfernte so möglichst viel Erde und schmiss dann mit elegentem Runterschwung das ganze Grasbündel von der Gabel in die Karre.

Wenn ich vierzehn gewesen und dazu von Fräulen Rottenmeier verdonnert worden wäre, hätte der erste Satz in meinem Ferientagebuch wie folgt gelautet: „Liebes Tagebuch, ich musste die ganzen Ferien Gras wegmachen, das war voll anstrengend und voll ätzend und außerdem waren die Säcke mit dem ganzen Erdegraswasweißichwasgemisch voll schwer.“

Nunja, so gruben wir uns voran, bisweilen halfen auch die osterferienbeglückten Kinder mit, die fanden aber am tollsten, wenn wir wieder mal zum Wertstoffhof fahren durften. Nicht, weil da tolle Müllautos, Trecker und Frontlader fahren. Nein, weil „Mexdongels“ nämlich fast direkt nebenan ist und sogar auch die Mama nach solchen Hauruck-das-Gras-muss-weg-Aktionen immer einen leichten Pommeshunger verspürt. (Nein, aber nicht das, was Ihr jetzt meint.)

Jedenfalls heute, am Ende der Ferienwoche, ist alles fertig geworden. Ein bisschen Erde musste natürlich nachgefüllt werden und ein paar schöne, bienenfreundliche, bunte Stauden durften bei der Gelegenheit auch noch mit, denn der sensible Salbei hat den Rasenangriff tatsächlich nicht überstanden. Ganz sicher sind wir allerdings noch nicht, was mit dem Beet jetzt passieren soll. Rindenmulch oben drauf? Oder Pinienrinde? Oder „en nature“?

Nun muss nur noch die noch im Winterschlaf dümpelnde Hecke aus sich raus kommen. Und dann, liebes Tagebuch, dann wirds auch bei uns voll schön.

Plastiktöpfe fasten

In den vergangenen Wochen war Fastenzeit. Zumindest für diejenigen, die sich aus religiösen oder persönlichen Gründen diese Zeit im Jahr für Enthaltsamkeit reservieren.

Nicht immer sind es Süßigkeiten, auf die die Fastenden verzichteten. Maike von Wohlfühlblog Flower & Candies fastete zum Beispiel Plastik. Sie schreibt darüber: 

Zum einen stört mich schon lange der ganze Müll, der sich bei mir sammelt. Ich trag ihn hoch, ich trag ihn wieder runter. Völlig nutzlos. Und das mit dem Wissen, dass es zwischen 100 und 450 Jahren dauert, bis Plastik verrottet ist. Und dass so unfassbar viel Plastik im Meer schwimmt. Krasse Vorstellung, oder?

Und auch für die Gesundheit soll Plastik nicht gut sein.

Also mein Plan: Ich will mal eine Zeit versuchen, deutlich weniger Einweg-Plastik zu konsumieren.

Auch Hildegard von Vintage your life hat sich Gedanken über plastikfreies Einkaufen gemacht.

Als Maike und ich uns letztens trafen, fragte sie mich, wo sie Blumen ohne Kunststoffübertöpfe kaufen könne. Ich war ziemlich ratlos. Denn alle großen Bau- und Gartenmärkte bieten ihre Pflanzen nur im Plastiktopf an. Auch Gärtnereien verkaufen ihre Pflanzen nur im Kunststofftopf.

Natürlich kann man den Topf im Laden lassen, damit er ihn entsorgt. Aber das ist ja nur die halbe Lösung.

Kennen Sie Möglichkeiten, wie man als Gärtnerin ganz auf Plastik verzichten kann und welcher Anbieter Pflanzen ohne Kunststofftopf verkauft?

Der Garten Anfang April: Pfirsich, Kirsche und Blühendes im Steingarten

In den vergangenen vier Wochen ist der Garten buchstäblich explodiert: von Null auf Hundert in 28 Tagen. Hätte ich jeden Tag ein Foto gemacht, könnte ich ein Zeitraffervideo daraus basteln.

Gartenpanorama am 1. April

Am vergangenen Wochenende musste ich deshalb auch das erste Mal Rasen mähen: Das Gestrüpp wuchs einfach zu hoch.

Das Gemüse ist bereits eingepflanzt und eingesät. In den Töpfen auf der Terrasse und auf dem Balkon stehen Reste aus dem Winter, kombiniert mit Hornveilchen. Sie vertragen zur Not noch etwas Kälte. Das Zitronenbäumchen scheint auch über den Winter gekommen zu sein: Es ist etwas blässlich, aber sonst gut dabei.

Der Kirschbaum steht in voller Blüte. Die Bienen und Hummeln summen und brummen.

Blühender Kirschbaum

Gerade morgens bei Sonnenschein ist das alles sehr hübsch anzusehen (Instagram).

Vor dem Gewächshaus schlagen auch die Apfelbaumspaliere aus, und die ersten Blüten zeigen sich. Ich kann täglich zuschauen, wie sie sich verändern:

Apfelbaum: Die Blüte Anfang April

Im vergangenen Jahr habe ich im Schlussverkauf des Baumarkts einen kleinen Pfirsichbaum erstanden. Er wuchs sehr zuückhaltend, verlor bald seine Blüten und auch die meisten seiner Blätter.

Ich habe ihn erstmal im Garten belassen. Denn manchmal brauchen gerade größere Pflanzen und Gehölze ja eine Saison, um anzukommen.

Jetzt blüht der kleine Zwerg mit allem, was er hat – was nicht viel ist, aber immerhin:

Der Pfirsichbaum blüht

Im restlichen Garten blühen die Frühlingsblumen: Osterglocken, die ersten Tulpen, Hyazinthen und Gänsekresse.

Steingarten Anfang April

Besonders mag ich die sternförmigen Wildtupen, deren Bild ich schon auf Instagram gepostet habe.

In den beiden Teigwannen, die wir im Garten haben (Relikte von den Vorbesitzern), kommen die ersten Schwertlilien. Die Sumpfdotterblume blüht:

Schwertlilien und Sumpfdotterblume

Die Schwertlilien sind, wenn sie blühen, sehr schön. Danach sind sie nur noch grün.

Abgesehen davon haben sie sich auf wundersame Weise im gesamten Garten ausgebreitet. Sie tauchen überall auf! Ihre Rizome durchziehen unterirdisch Teile der Beete und sogar des Rasens und sind nur sehr schwer auszubuddeln. Falls Sie also erwägen, sich Schwertlilien anzuschaffen: Wägen Sie gut ab.

Wenn ich mir überlege, wie das hier früher mal ausgesehen hat

 

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