Eingemachtes

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Sonnige, luftige Einzimmervilla im Skandinavienstil, großzügiger Südbalkon

 

Die geräumige, luftige und perfekt ruhig gelegene Villa (Erstbezug 2016) ist komplett aus Holz gebaut und innen mit einem komfortablen, weichen, outdoortauglichen Teppich in waldgrün ausgelegt. Zwei Fenster in Ost- und Südlage ermöglichen eine schöne, weite Aussicht und Lichtgarantie, solange es Tag ist. Eine große Eingangstür gewährleistet jederzeit Zutritt. Handgenähte Vorhänge mit Baumwollstoff aus einem großen schwedischen Showroom runden das Gesamtbild ab. Ein Stromanschlus ist geplant, wurde aber bislang ob der unterschiedlichen Meinungen der jetzigen Mieter bezüglich der Medienausstattung nicht bewilligt. Sanitäre Anlagen sind für den kleinen Bedarf direkt unter dem Objekt zu finden, für größere Geschäfte ist die WC-Abteilung in etwa 10 Sekunden Fußweg zu erreichen. Wasser kommt bei Regenwetter automatisch von oben und kann mit der Zunge bei Bedarf aufgefangen werden, ansonsten ist ein Schlauch in Reichweite.

Der großzügige Südbalkon lädt zum längeren Verweilen ein, von hier hört man Vogelstimmen aller Art und auch ein sportliche Betätigung in Form von hochklettern-rutschen-hochklettern-rutschen-hochklettern-rutschen ist jederzeit möglich. Eine Küche befinden die jetzigen Mieter nicht für nötig, werden doch Snacks vom Service bei Bedarf direkt hochgereicht.
Es besteht eine sehr gute Hausgemeinschaft mit allen Vögeln der Nachbarschaft – diese haben besonderen Wert auf Corporate Identitiy gelegt und deshalb darauf bestanden, Ihren Supermarkt farblich der Villa anzupassen.

So oder so ähnlich war die Annonce wohl versehentlich in den Medien „Wespenimmobilien aktuell“, „Insektimmoscout“ und „Neue Wespfälische“ abgedruckt. Sonst würde sich diese stete Ansammlung von Wespennestern in dem Objekt nicht erklären. Also bitte, liebe Medien, nehmt die Anzeige wieder raus, es reicht. Wir stellen demnächst ein Insektenhotel auf, da finden dann alle anderen einen schönen und artgerechten Platz.

Agapanthus: Schmucklilie teilen und vermehren

Garten im Juli: Agapanthus

Vor drei Jahren habe ich einen Agapanthus, eine Schmucklilie, geschenkt bekommen. Inzwischen habe ich drei – denn ich habe sie zweimal geteilt. Das letzte Mal vor ein paar Wochen, in Vorbereitung auf das neue Gartenjahr.

Die Schmucklilie bildet sehr viele Wurzeln. Mit der Zeit hat sie kaum noch Platz im Topf, Kunststofftöpfe sprengt sie sogar. Fast der ganze Topf besteht dann aus Wurzeln. Wenn das so ist, hat der Ballen kaum mehr Platz. Das ist nicht gut für die Pflanze: Sie verkümmert.

Deshalb teile ich Schmucklilien regelmäßig.

Agapanthus: Schmucklilie zwischen zwei Stöcken mit dem Spaten teilen

Dazu löse ich sie aus dem Topf und lege den Ballen in ein Beet. Mit dem Spaten teile ich den Ballen robust zwischen zwei Stöcken.

Jede Pflanze pflanze ich dann in einen eigenen Topf.

Agapanthus: Geteilte Schmucklilie im Kübel

Die erste Trennung haben die Schmucklilien schadlos überstanden. Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, dass es diesmal wieder so sein wird. Lediglich der Blütenstand war im Jahr nach der Trennung kleiner als im Folgejahr.

Während die Pflanze auf den Bildern den Winter gut überstanden hat, hat ihr Bruder mehr gelitten: Alle Blätter sind braun geworden. Ich habe die Blätter allesamt entfernt und hatte Sorge, dass die Pflanze eingeht.  Inzwischen wachsen sie aber bereits wieder.

Agapanthus: Schmucklilie erholt sich

Die zweite Schmucklilie teile ich dann im nächsten Jahr. Jetzt soll sie sich erstmal erholen.

Höllenminze


Das Eingrooven mit der Schwiegermutter hat etwas gedauert, zeitweise war die angehende Gartensaison etwas kippelig. Es hilft wenn man gegenseitig freundlich, aber laut und bestimmt klare Worte findet. Momentan läuft´s und so habe ich beschlossen, uns ein Birnenspalier zu spendieren. Ich denke langfristig. Da der Ex-Freund mit den hilfreichen Lieferwagen nicht mehr zur Verfügung steht, steht das Spalier noch in der Baumschule (Seit 3 Wochen, um genau zu sein). Das war aber bei dem Frost der letzten Tage bestimmt kein Fehler.


In der Zwischenzeit habe ich den dafür vorgesehenen Platz „gerodet“. Die Japanische Weinbeere umgesetzt (Yummie), und haufenweise Minze rausgeholt. Dass die Minze überall wuchert ist klar, aber das sie SOLCHE Wurzeln hat, unglaublich. Ich musste da mit dem Spaten ran.

Der Ex-Mann übernimmt freundlicherweise mein Urlaubsvertretung zum giessen, ich bin ja während der Saison, und teilweise auch noch in den heissen Pflanz- und Erntephasen, weg. Die Diskussion mit der Schwiegermutter hebe ich mir aber für später auf, so genau weiss sie das noch nicht. Ich werde ihr „verkaufen“ müssen, dass sie während meiner Abwesenheit meine Experimente betreut. Die da wären: Ringelbete, Mairüben und Melonen. Wenn´s was wird, bin ich die Heldin. Sie wiederum zieht Zuccini, wie üblich mehr als eine. Ich hatte letztlich auf irgendeiner Speisekarte irgendwas mit Zuccini stehen, vorbeugend auf den kommenden üppigen Zuccinisommer hatte ich DAS schon mal nicht gewählt.
Und der Ex-Freund hat sich immerhin bereit erklärt, mir einen Eimer groben Sand vor die Tür zu stellen. Die Schwiegermutter schwört jetzt da darauf, das hätte letztes Jahr geholfen. Leider hatten wir viel zu spät damit angefangen. Ich werde das beobachten und an dieser Stelle berichten.

Die Kräuterschnecke nach dem Winter

Die Kräuterschnecke ist eine Einrichtung in meinem Garten, die ich sehr liebgewonnen habe. Sie befindet sich direkt neben der Terrasse. Ich brauche nur wenige Schritte aus der Küche hinaus in den Garten machen und kann frische Kräuter ernten – und sie natürlich direkt verwerten.

Vor dem Winter habe ich mich gefragt, welche Kräuter wohl winterhart sind. Jetzt weiß ich es.

Winterhart sind:

  • Schnittlauch
  • Thymian
  • Oregano
  • Waldmeister
  • Bohnenkraut

Nicht winterhart sind:

  • Petersilie
  • Rosmarin
  • Majoran
  • Minze
  • Salbei

Das Basilikum hat natürlich auch nicht überlebt. Von ihm habe ich aber auch nicht erwartet, dass es Kälte übersteht.

Der Oregano ist die größte Überraschung: Er machte nicht den Eindruck, als wolle er wiederkommen. Nur braune, trockene Äste schauten noch aus der Erde. Aber jetzt zeigt er deutlich, dass Leben in ihm steckt:

Inzwischen habe ich die Kräuterschnecke wieder vollständig bepflanzt. Von oben nach unten wachsen dort dieses Jahr: Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran, Estragon, krause und glatte Petersilie, Kapuzinerkresse, Frühlingszwiebeln, kriechender Sellerie, Schnittlauch, Basilikum, Minze, Melisse und Waldmeister.

Kräuterschnecke im April

In dem Gefäß sind übrigens Nüsse und Vogelfutter. Mein Garteneichhörnchen kommt immer bis an die Terrasse, um sich etwas rauszufischen. Das ist sehr putzig.

Die Schnur ist eine Lichterkette, die als Weihnachtsbeleuchtung im Baum war. Sie kringelt sich jetzt durch die Kräuterspirle und spendet an langen Grill- und Gartenabenden Licht. Zusammen mit ein paar Tischkerzen reicht die Beleuchtung für gemütliches Beisammensitzen.

Frühjahrsüberblick

Das Gartenjahr hat natürlich längst begonnen und die Unterholz-Neugartencrew hat sich bisher wirklich ganz gut geschlagen. Zumindest wurden Horst und seine Freunde noch nicht hilfesuchend zu Rate gezogen.

Angefangen haben wir mit der auf dem Grundstück befindlichen Immobilie für den Nachwuchs – da musste noch das wasserabweisende Dach drauf, zumal die Teerpappepakete in der Garage mit der Zeit auch nicht ansehnlicher wurden. Also – Akrophobie hin oder her – rauf auf die Leiter und das Zeug beherzt aufs Dach genagelt. Zwischendurch erreichten die Bodencrew in regelmäßigen Abständen Panik-gifs von hilflosen Katzen in Bäumen, aber alles in allen hat das super geklappt.

Hier sieht man das Haus mit der wunderschön blühenden Magnolie der Nachbarn:

Ein bisschen neidisch sind wir auf die blühende Pracht, das liegt aber auch daran, dass auf unserer Seite ein bisschen doll viel am Blühzeug (hier: Rhododendron) herumgerodet wurde. Was wiederum daran liegt, dass die neue Säge soviel Spaß macht.

Dann waren erstmal Holzterrasse und Holzfassade dran. Diese wurden gereinigt, bevor sie mit einer lecker riechenden Ölmischung eingepinselt und wir damit zu einem gefühlt 48-stündigen Betretungsverbot verdonnert wurden. Aber es hat sich gelohnt, das Regenwasser perlt ab wie im Werbespot für Kalkreiniger und alles sieht aus wie neu.

Und dann endlich schlug auch endlich mal die Stunde für den Gartenboden und die floralen Projektideen. Also die Stunde für die Strafarbeit. Das Gras, das erst letztes Jahr unter windigen Bedingungen eingesät wurde, musste jenseits der Begrenzungssteine wieder raus aus dem Beet. Endgültig und wirklich und wahrhaftig. Des Drames erster Akt ist nachzulesen hier.

Also opferte ich mich eines sonnigen Tages, nahm Spaten, Hacke und Karre und zog los, um zunächst zwei Testmeter von Rasen zu befreien. Erst einmal grub ich noch funktionierende Stauden aus und legte sie zur Seite, um dann großzügig mit dem Spaten und der Hacksprungparforcetechnik in strategisch günstigen Abständen auflockernde Gräben reinzupflügen, um im nächsten Schritt mit der Hacke die Grasschicht loszukratzen. Anmutig wie eine stolze Katze, die eine noch lebende Maus gefangen hat und sie touretteartig im Spiel hochwirft, kloppte ich das Grasbüschel mehrfach auf den Boden, entfernte so möglichst viel Erde und schmiss dann mit elegentem Runterschwung das ganze Grasbündel von der Gabel in die Karre.

Wenn ich vierzehn gewesen und dazu von Fräulen Rottenmeier verdonnert worden wäre, hätte der erste Satz in meinem Ferientagebuch wie folgt gelautet: „Liebes Tagebuch, ich musste die ganzen Ferien Gras wegmachen, das war voll anstrengend und voll ätzend und außerdem waren die Säcke mit dem ganzen Erdegraswasweißichwasgemisch voll schwer.“

Nunja, so gruben wir uns voran, bisweilen halfen auch die osterferienbeglückten Kinder mit, die fanden aber am tollsten, wenn wir wieder mal zum Wertstoffhof fahren durften. Nicht, weil da tolle Müllautos, Trecker und Frontlader fahren. Nein, weil „Mexdongels“ nämlich fast direkt nebenan ist und sogar auch die Mama nach solchen Hauruck-das-Gras-muss-weg-Aktionen immer einen leichten Pommeshunger verspürt. (Nein, aber nicht das, was Ihr jetzt meint.)

Jedenfalls heute, am Ende der Ferienwoche, ist alles fertig geworden. Ein bisschen Erde musste natürlich nachgefüllt werden und ein paar schöne, bienenfreundliche, bunte Stauden durften bei der Gelegenheit auch noch mit, denn der sensible Salbei hat den Rasenangriff tatsächlich nicht überstanden. Ganz sicher sind wir allerdings noch nicht, was mit dem Beet jetzt passieren soll. Rindenmulch oben drauf? Oder Pinienrinde? Oder „en nature“?

Nun muss nur noch die noch im Winterschlaf dümpelnde Hecke aus sich raus kommen. Und dann, liebes Tagebuch, dann wirds auch bei uns voll schön.

Plastiktöpfe fasten

In den vergangenen Wochen war Fastenzeit. Zumindest für diejenigen, die sich aus religiösen oder persönlichen Gründen diese Zeit im Jahr für Enthaltsamkeit reservieren.

Nicht immer sind es Süßigkeiten, auf die die Fastenden verzichteten. Maike von Wohlfühlblog Flower & Candies fastete zum Beispiel Plastik. Sie schreibt darüber: 

Zum einen stört mich schon lange der ganze Müll, der sich bei mir sammelt. Ich trag ihn hoch, ich trag ihn wieder runter. Völlig nutzlos. Und das mit dem Wissen, dass es zwischen 100 und 450 Jahren dauert, bis Plastik verrottet ist. Und dass so unfassbar viel Plastik im Meer schwimmt. Krasse Vorstellung, oder?

Und auch für die Gesundheit soll Plastik nicht gut sein.

Also mein Plan: Ich will mal eine Zeit versuchen, deutlich weniger Einweg-Plastik zu konsumieren.

Auch Hildegard von Vintage your life hat sich Gedanken über plastikfreies Einkaufen gemacht.

Als Maike und ich uns letztens trafen, fragte sie mich, wo sie Blumen ohne Kunststoffübertöpfe kaufen könne. Ich war ziemlich ratlos. Denn alle großen Bau- und Gartenmärkte bieten ihre Pflanzen nur im Plastiktopf an. Auch Gärtnereien verkaufen ihre Pflanzen nur im Kunststofftopf.

Natürlich kann man den Topf im Laden lassen, damit er ihn entsorgt. Aber das ist ja nur die halbe Lösung.

Kennen Sie Möglichkeiten, wie man als Gärtnerin ganz auf Plastik verzichten kann und welcher Anbieter Pflanzen ohne Kunststofftopf verkauft?

Der Garten Anfang April: Pfirsich, Kirsche und Blühendes im Steingarten

In den vergangenen vier Wochen ist der Garten buchstäblich explodiert: von Null auf Hundert in 28 Tagen. Hätte ich jeden Tag ein Foto gemacht, könnte ich ein Zeitraffervideo daraus basteln.

Gartenpanorama am 1. April

Am vergangenen Wochenende musste ich deshalb auch das erste Mal Rasen mähen: Das Gestrüpp wuchs einfach zu hoch.

Das Gemüse ist bereits eingepflanzt und eingesät. In den Töpfen auf der Terrasse und auf dem Balkon stehen Reste aus dem Winter, kombiniert mit Hornveilchen. Sie vertragen zur Not noch etwas Kälte. Das Zitronenbäumchen scheint auch über den Winter gekommen zu sein: Es ist etwas blässlich, aber sonst gut dabei.

Der Kirschbaum steht in voller Blüte. Die Bienen und Hummeln summen und brummen.

Blühender Kirschbaum

Gerade morgens bei Sonnenschein ist das alles sehr hübsch anzusehen (Instagram).

Vor dem Gewächshaus schlagen auch die Apfelbaumspaliere aus, und die ersten Blüten zeigen sich. Ich kann täglich zuschauen, wie sie sich verändern:

Apfelbaum: Die Blüte Anfang April

Im vergangenen Jahr habe ich im Schlussverkauf des Baumarkts einen kleinen Pfirsichbaum erstanden. Er wuchs sehr zuückhaltend, verlor bald seine Blüten und auch die meisten seiner Blätter.

Ich habe ihn erstmal im Garten belassen. Denn manchmal brauchen gerade größere Pflanzen und Gehölze ja eine Saison, um anzukommen.

Jetzt blüht der kleine Zwerg mit allem, was er hat – was nicht viel ist, aber immerhin:

Der Pfirsichbaum blüht

Im restlichen Garten blühen die Frühlingsblumen: Osterglocken, die ersten Tulpen, Hyazinthen und Gänsekresse.

Steingarten Anfang April

Besonders mag ich die sternförmigen Wildtupen, deren Bild ich schon auf Instagram gepostet habe.

In den beiden Teigwannen, die wir im Garten haben (Relikte von den Vorbesitzern), kommen die ersten Schwertlilien. Die Sumpfdotterblume blüht:

Schwertlilien und Sumpfdotterblume

Die Schwertlilien sind, wenn sie blühen, sehr schön. Danach sind sie nur noch grün.

Abgesehen davon haben sie sich auf wundersame Weise im gesamten Garten ausgebreitet. Sie tauchen überall auf! Ihre Rizome durchziehen unterirdisch Teile der Beete und sogar des Rasens und sind nur sehr schwer auszubuddeln. Falls Sie also erwägen, sich Schwertlilien anzuschaffen: Wägen Sie gut ab.

Wenn ich mir überlege, wie das hier früher mal ausgesehen hat

 

Ein Flechtzaun als Beetbegrenzung

In meinem Garten gibt es eine Haselnuss. Sie war ziemlich groß, als wir einzogen. Sie reichte bis über das zweite Stockwerk des Hauses hinaus. Wir haben sie gründlich gestutzt – und beschneiden sie nun jedes Jahr. Denn sie wächst jedes Jahr mehrere Meter in die Höhe und in die Breite.

Vom letzten Schnitt haben wir noch jede Menge Äste übrig, die wir nicht entsorgt haben. Daraus habe ich jetzt eine Beetbegrenzung für das Gemüsebeet gebastelt: einen Flechtzaun.

Flechtzaun aus Haselnussruten fürs Gemüsebeet

Ich habe die leise Hoffnung, dass der Zaun auch die Schnecken abhält, ins Beet zu kriechen. Wahrscheinlich hoffe ich vergeblich.

Einen Flechtzaun – auch einen größeren – selbst zu machen, ist ganz einfach:

Schritt 1: Pflöcke einschlagen

Nehmen Sie die dicksten, etwa daumendicken Äste und benutzen Sie sie als Pflöcke. Um sie herum flechten sie die dünneren Ruten. Sie sollten genauso tief in der Erde stecken, wie sie rausgucken.

Je kürzer die Äste sind, die sie flechten, desto kürzer sollten die Abstände der Äste sein, die sie in die Erde stecken. Ich habe einen Abstand von 20 bis 25 Zentimetern gewählt.

Schritt 2: Die ersten Äste um die Pflöcke flechten

Fangen sie beim ersten Ast an, der in der Erde steckt, und schlängeln sie die Ruten links und rechts an den nächsten vorbei. Wenn sie mit dem ersten Ast rechts angefangen haben, beginnen sie mit dem zweiten links – und so weiter.

Beginnen sie aber nicht immer beim ersten in der Erde steckenden Ast. Arbeiten Sie versetzt.

Der Anfang des Flechtzauns

So haben Sie hinterher einen durchgehenden Zaun.

Schritt 3: Füllen Sie auf.

Füllen Sie nun weitere Äste auf. Ideal ist es, wenn Sie die Dicke der Äste variieren: mal dickere, mal dünnere. Dickere Ruten stabilisieren den Zaun. Ich hatte aber auch viele dünnere, die ich dann untergemischt habe.

Der Flechtzaun im Entstehen

Optimal ist es, wenn die Rute so lang ist, dass sie genau an einem Pflock beginnt und an einem weiteren endet. Meistens passt es aber nicht. Entweder kürzen Sie die Rute dann so. Oder Sie nuddeln das dünne Ende in den bestehenden Zaun, so dass es nicht herausschaut.

Schritt 4: Kürzen Sie, was zu lang ist

Kürzen Sie nun die Pflöcke, die zu lang sind. Schneiden Sie ab, was absteht und herausschaut. Dann haben Sie am Ende eine hübsche, kleine Beetbegrenzung.

Flechtzaun rund ums Salatbeet

Flechtzaun aus Haselnusszweigen

Sechs Gemüsesorten für Anfänger

„Ich möchte demnächst auch Gemüse anbauen. Was eignet sich denn für Anfänger?“, fragte mich letztens eine Bekannte. Hier mal eine Liste, welches Gemüse sich gut für den Start ins Gärtnerleben eignet:

Mangold

Mangold

Das ultimative Einsteigergemüse ist Mangold. Mangold wächst überall. Er braucht wenig Pflege. Man kann ihn abschneiden, und er wächst nach. Die Ernte ist bis zum Frost möglich. Er eignet sich für Pasta, Quiche, Puffer und Flammkuchen und kann wie Spinat verwendet werden.

  • Vorteil: wächst auch im Halbschatten; sagt, wenn er gegossen werden möchte
  • Nachteil: beim Essen werden die Zähne stumpf

Zucchini

Zucchini

Zucchinis sind genügsam und versprechen schnelle Erfolge. Die Ernte ist meistens sehr ertragreich, auch wenn gegen Ende des Sommers immer der Mehltau kommt. Bis dahin hatte ich aber stets viele (manchmal fast zu viele) Früchte, ohne dass ich mich groß kümmern musste.

Zucchini sind vielseitig verwendbar, man braucht nur etwas Fantasie: gefüllt mit Feta oder Hack, als Zucchinipuffer oder auf dem Grill – mit Rosmarin, Knoblauch und Salz. Man kann auch nur die Blüten frittieren. Tipp: Gelbe Zucchini finde ich schmackhafter als grüner.

  • Vorteile: gute Ernte, wenig Pflege, resitent gegen Schädlinge
  • Nachteile: Zucchini benötigen Platz. Die Pflanzen nehmen gerne zwei Meter im Durchmesser ein.

Kohlrabi

Kohlrabi

Mit Kohlrabi hatte ich meistens Glück. Am besten als Setzlinge in der Gärtnerei oder im Baumarkt kaufen. Einsetzen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Anfangs tut sich nicht viel, dann geht’s aber ab. Vor Schnecken schützen und rechtzeitig ernten. Sobald die Kohlrabi schießen und oval werden, sind sie nicht mehr genießbar.

Ich esse Kohlrabi am liebsten froh – frisch geerntet.

  • Vorteile: wenig Pflege
  • Nachteile: müssen vor Schnecken geschützt werden, bei zu viel Regen und zu wenig Sonne unleidlich

Salat

Salatkopf

Ich nehme immer Kopfsalat und Lollo bionda. Vorteil beim Lollo: Man kann die Blätter von außen wegschneiden, und der Salat wächst weiter. Von zehn Pflanzen gedeihen bei mir acht. Nicht zu eng pflanzen, denn die Pflanzen werden später größer als gedacht. Unbedingt vor Schnecken schützen. Gießen, falls es nicht ausreichend regnet.

Sobald der Salat schießt, dass heißt aus der Mitte heraus in die Höhe wächst, wird er bitter. Also rechtzeitig ernten, wenn er eine ausreichende Größe hat.

  • Vorteile: auch gut geeignet für Balkonbeete oder -kästen; sagt, wenn er gegossen werden will
  • Nachteile: Schnecken lieben Salat

Möhren

Möhrenernte im Waschbecken

Auch Möhren sind genügsam. Allerdings werden sie nicht unbedingt so groß wie im Supermarkt. Wer sich aber mit kleinen Ergebnissen zufrieden gibt, fährt mit Möhren gut.

Ich säe Möhren im Frühjahr ein. Dann dauert es allerdings fast bis in den Herbst, bis ich sie ernten kann. Das Einsäen ist ein bisschen fummelig: Die kleinen Saatkörner in ausreichender Entfernung zu platzieren, erfordert etwas Geschick. Alternative ist ein Saatband. Das kann ich jedoch nicht empfehlen: Meine Möhrensaatbänder sind allesamt nicht angegangen.

Meiner Erfahrung nach haben Kinder großen Spaß an Möhren: Sie sind eine schöne Überraschung, wenn sie aus der Erde gezogen werden, und lassen sich dann gut essen.

  • Vorteil: gedeihen auch mit weniger Sonne, können gut mit Radieschen kombiniert werden
  • Nachteil: lange Reifezeit, es gibt wenig zu sehen

Tomaten

Garten im September: Thorsten im Gewächshaus

Tomaten eignen sich gut für den Balkon – fast sogar noch besser als für den Garten. Sie müssen geschützt stehen: Wind und Regen bekommen ihnen nicht gut. Außerdem benötigen sie viel Sonne. Wenn Sie also ein überdachtes, sonniges Plätzchen oder einen Südbalkon haben, sind Tomaten für Sie ideal. Anfängern empfehle ich, Pflanzen im Garten- oder Baumarkt oder bei der Gärtnerei des Vertrauens zu kaufen. Dann gelingen sie bestimmt.

Tomaten sollten einen ausreichend großen Topf haben. Außerdem sollten Sie die Pflanzen anbinden können. Bienen brauchen freie Fahrt; wenn Sie Zweifel haben, ob genug Bienen Ihre Pflanzen besuchen: einfach selbst mit einem Q-Tipp oder einem kleinen Pinsel nachhelfen.

Kleine Früchte sind besonders geschmacksintensiv. Besonders dunkle und gelbe Cherrytomaten kann ich empfehlen.

  • Vorteil: schmackhafte Früchte, bei guten Bedingungen reiche Ernte
  • Nachteil: brauchen viel Wasser und sind etwas wählerisch, was den Standort angeht

Viel Erfolg im Gartenjahr!

[Rezension] Ein junger Garten auf dem Land

Als ich den Garten gerade neu hatte, habe ich immer wieder nach Gartenbüchern geguckt und auch einige gekauft: zum Thema Biogarten, Kräutergarten, Bauerngarten und zur Gartengestaltung. Oft ist es aber so, dass dort zwar viele tolle Ratschläge drinstehen, dass mir im Alltag aber die Muße und die Geduld fehlt, nach Anleitung zu gärtnern. Ich bin lieber intuitiv unterwegs und nehme dabei Irrtümer in Kauf. Deshalb habe ich lange kein Gartenbuch mehr gelesen.

Dieses Buch von Christa Brand und Elke Zimmermann ist eine Ausnahme. Denn in „Ein junger Garten auf dem Land“ gibt es wenig langweilige Theorie, dafür viel Praxis und viel „mit gutem Beispiel voran“.

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Elke Zimmermann portraitiert nämlich ihren eigenen Garten in einem kleinen Dorf im Allgäu. Im Jahr 2000 zog sie mit ihrem Partner ins Hinterland des Bodensees in das Bauernhaus ihrer Urgroßeltern. Es stammt aus dem Jahr 1770. Zum Haus gehört eine große Gartenfläche, die sie 2003, also drei Jahre nach dem Einzug und nach der Renovierung des großen Bauernhauses, neu strukturierte. Heraus kam ein wunderbarer Bauerngarten.

Die Autorinnen erzählen, wie und unter welchen Gesichtspunkten Elke Zimmermann den Garten gestaltet hat, welche Pflanzen dort wachsen, wie und mit welchen Mitteln die große Fläche aufgeteilt ist und wo es etwas zu entdecken gibt. Denn es gibt viele Ecken – wie etwa ein Fensterelemente, die ein Beet schützen – die den Zauber des Gartens ausmachen.

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Das Buch gibt Anregungen, ohne belehrend zu sein. Es zeigt in vielen Fotos die Details einer gelungen Gestaltung: Beetbegrenzungen, Rasenkanten, Rankhilfen und Treppen – alles abseits der Gestaltung, die Baumärkte in petto haben. Außerdem kann man die Beete anschauen und bekommt Infos zu den Blumen, Stauden, Gräsern und Büschen, die dort wachsen.

Christa Brand, Elke Zimmermann: Ein junger Garten auf dem Land. Ideenreich, lebendig, farbenfroh. DVA. Preis: 19,90 Euro

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