Blumenwiese

Blumen, Büsche, Stauden, Rasen und sonstigen Zierrat.

Der Dortmunder Garten im September

Ein paar Tage zu spät – trotzdem möchte ich diesen wunderschönen September nicht unkommentiert verstreichen lassen.

Das Gartenpanorama aus dem September:

Garten im September: Gartenpanorama

Der September war ein wunderbarer Monat. Schöner, als alle Gartenmonate vorher zusammen. Nachdem mir im Frühjahr die Kirschen vom Baum schimmelten, nachdem die Tomaten kaum einen Sonnenstrahl bekamen und auch ich jämmerlich fror, war der September eine Wucht.

Das Wetter veranlasste die Nachbarin sogar, uns einen kleinen Pool zu kaufen, damit wir im Liegestuhl sitzen und die Füße reinhalten konnten.

Garten im September: Pool

Die Nachbarin ist die Kreisläuferin der Kalendergirls, jener Mannschaft aus Handballrentnerinnen, bei der ich jüngst wieder angefangen habe, Handball zu spielen. Wir haben also gar nicht faul herumgelegen, sondern aktive Regeneration betrieben, während nebendran unsere Trikots trockneten:

Garten im September: Wäscheleine

Eine Wäscheleine im Garten, von Baum zu Baum, finde ich übrigens wahnsinnig romantisch. Na gut – es ist eher bescheidene Haushaltsromantik. Aber die Wäsche duftet danach einfach super. Außerdem trocknet sie innerhalb von zwei Stunden.

Unter der Wäscheleine und unter dem Kirschbaum, dort wo die Vogelfutterstation hängt, wachsen nun Sonnenblumen. Das, was die Meisen, Finken, Rotkehlen und Dompfaffen fallen ließen und was Haustaube Gundula nicht schnell genug aufgepickt hat, ist seiner Bestimmung nachgekommen und gewachsen:

Garten im September: Sonnenblume

So richtig schön war es im Garten aber erst, als ich den Lebkuchen ausgepackt habe. Hach, wie toll! Im Liegestuhl, mit den Füßen im Pool, die Sonne brennt, in der Hand ein kühles Getränk und dabei einen weichen, schokoladigen Lebkuchenstern zum Mund führen. Was will man mehr?

Garten im September: Lebkuchen

Abends dann: Grilling. Im September haben wir nochmal richtig viel gegrillt: Gemüse (Zucchini!), Fleisch und Pizza. Seit neuestem gibt es einen Pizzastein im Haushalt, und wir haben ihn schon viel benutzt – für Pizza, Flammkuchen und Brötchen. Der Teig wird sehr knusprig – ich hätte das vorher nicht erwartet. Ein guter Einkauf des Mitbewohners! Nun möchte ich Pizza nicht mehr anders essen als vom Pizzastein.

Außerdem neu: eine Feuerschale.

Garten im September: Schwedenfeuer

Das Schwedenfeuer hat ziemlich gequalmt, obwohl es augenscheinlich trocken war. Gibt’s da einen Trick? Ich möchte die Nachbarn nicht belästigen.

Zum Gemüse: Es wächst. Immer noch. Oder endlich mal, je nachdem. Thorsten und Gurki entwickeln jedenfalls Ehrgeiz in ihrem kleinen, weißen Gewächshaus und hauen raus, was sie zu bieten haben.

Garten im September: Thorsten im Gewächshaus

Garten im September: Gurke

Im Gemüsebeet ist auch noch was los. Anfang August habe ich ein zweites Mal Salat gesetzt. Eine weitere Ernte sollte drin sein, hatte ich mir gedacht.

Das war eine gute Idee. Denn der Salat gedeiht prächtig und ist bald erntereif.

Garten im September: Salat

Aufgaben im Oktober: Salat aufessen, die restlichen Möhren ernten, Tulpenzwiebeln eingraben, den Garten winterfest machen. Doch bis es soweit ist: die Sonne genießen.

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Zwischen harter Aggression und weinerlicher Verzweiflung

Die Hitze der vergangenen Woche und das Heraufziehen des Herbstes haben einen dicken Vorteil: Die Nacktschnecken haben aufgegeben. Endlich, endlich darf was, was wachsen soll, ohne über Nacht von einer Schneckenarmee zerfressen zu werden!

Gut … es wachsen jetzt bald nur noch Christrosen, aber was solls.

War die Schneckenplage in diesem Sommer besonders schlimm? Ich habe es so empfunden. Schon im Mai ging es los. In den vergangenen Jahren hat es bis in den Juni oder Juli hinein gedauert – also bis Schwüle und Sommergewitter kamen -, eh dass die große Plage ausbrach. In diesem Jahr ging’s von Mai bis September durch. Sie Schnecken haben alles, aber auch wirklich alles abgefressen:

Sonnenblume mit Schneckenfraß

Gebeutelte Sonnenblume

Lupine mit Schneckenfraß

Lupine ohne Chance

Dahlie mit Schneckenfraß

Leidende Dahlie

Meine Gefühle schwankten zwischen harter Aggression und weinerlicher Verzweiflung.

Nicht einmal Kräuter haben sie stehen lassen. Sogar im Thymian hingen sie und haben ihn gefressen. Der Basilikum hatte bis in den August hinein keine Chance. Auch die Minze haben sie weggefräst.

Ich habe alles, wirklich alles versucht. Auch auf die nette Tour. Ich habe die Viecher abgesammelt. So muss sich Sisyphos einst beim Steinerollen in der Unterwelt gefühlt haben.

Ich habe Moos um die ersten Setzlinge gelegt (Kaffeesatz gibt es in diesem Haushalt nicht). Das half ein bisschen. Ich habe allerdings nicht viel Moos im Garten, das ich abzupfen konnte.

Ich habe ein Schneckenschreck-Saatband gepflanzt, das eine unüberwindbare Mauer zwischen Beet und Schnecke bilden sollte: Salat drinnen, Schnecke draußen. Es sprossen ein paar Blüten. Sie wurden von den Schnecken großzügig ignoriert.

Ich habe Schneckenkorn gestreut. Denn es half sonst alles nichts. Bestes Produkt, nach einigem Ausprobieren: Celaflor Limex. Hält lange, schimmelt nicht bei Regen, sehr effizient. Wie man sieht:

Rotkohl mit Schneckenleichen

Rotkohl an Schneckenleichen

(Andere Schneckenabwehrmaßnahmen – darunter Holzschnitze und Kupfer – werden im Hobby-Garten-Blog ausführlich diskutiert.)

Die Schneckenarmee lag danach tot in den Beeten, in ihrem eigenen Schleim, von Fliegen umschwirrt. Das war nicht schön. Aber besser so als anders. Ich bin übrigens sehr sicher, dass genug Tiere überlebt haben, um den Arterhalt zu sichern.

Nächstes Jahr werde ich es mit einem Schneckenstopp-Kupferband probieren, das ich um die Beete spanne. Das ist einigermaßen erschwinglich (pro Meter etwa 1 Euro).

Bis dahin werden die Leichen der in 2016 Dahingeschiedenen die Beete ausreichend düngen.  Ich habe sie jedenfalls regelmäßig und gründlich untergeharkt. Ihre Nachfahren können dann in 2017 gerne am Zaun stehe, von dort auf üppig gedeihendes Gemüse gucken – und Gras fressen.

Immerhin: Der Anfang August noch nachgepflanzte Salat und Kohl gedeiht aktuell prächtig. Jetzt, wo die Schnecken weg sind.

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Schattenbeet – das Problembeet im Garten

Neben der Kräuterschnecke, im Schatten des Hauses, gibt es ein Beet.

Bevor wir den Garten umgestaltet haben, wuchs dort Rasen. Nicht sehr üppiger Rasen. Eher Moos mit Löwenzahn und ein paar Halmen. Denn der Bereich liegt 85 Prozent des Tages im Schatten.

Schattenbeet gestalten

Früh morgens scheint ein bisschen Sonne drauf, danach, bis Mittag, noch ein paar Sprenkel und dann nichts mehr.

Leider ist es so, dass man, wenn man ins Gartencenter fährt, nur wenig Informationen über Schattenpflanzen bekommt. Das Verkaufspersonal braucht man gar nicht fragen; auf den Etiketten der Pflanzen steht es manchmal, mit etwas Glück – dann aber nur „Halbschatten bis Sonne“. Pflanzen, die kompletten Schatten mögen, findet man nicht oder sind nicht als solche ausgezeichnet. Und den Pflanzen mein Beet als „Halbschatten“ zu verkaufen, ist sehr gewagt.

So googelte ich also „Schattenpflanzen“ und „Stauden Schattenbeet“,  las Artikel wie diesen hier, ging in die Gartencenter und stand mit Handy vor den Pflanzen, um zu eruieren, ob „Halbschatten“ möglicherweise auch „Ganzschatten“ bedeuten kann. „Winterhart“ wäre außerdem auch schön.

Das Ergebnis meiner Bemühungen: Ein zusammengewürfeltes Schattenbeet mit Funkie, Farn, Eisenhut, Purpurglöckchen und ein paar Gräsern.

Schattenbeet bepflanzen: Hosta_Funkie

Schattenbeet bepflanzen: Purpurglöckchen

Schattenbeet bepflanzen: Farn

Den Farn habe ich an verschiedenen Stellen im Garten ausgegraben (er wächst bei mir wild) und ihn ins Schattenbeet umgesiedelt. Das hat er gut vertragen. Die Gräser sind ebenfalls gut angegangen und fühlen sich wohl.

Bei Funkie, Eisenhut und Purpurglöckchen muss ich noch schauen. Es geht ihnen nicht schlecht, aber so richtig üppig sind sie bislang nicht. Vielleicht dauert es eine Saison.

Haben Sie sonst noch Tipps? Gerne Pflanzen, die zwischendurch auch mal blühen.

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Der Dortmunder Garten im August

Ein kleiner Blick in den Garten – jetzt im August. Einer der schönsten Monate – der letzte Monat, bevor der Herbst beginnt.

Gartenpanorama im August

Am Terrassenbeet blühen die Zwergdahlien, die Husarenköpfchen und sogar mein bewachsener Stein.

Garten im August: Terrassenbeet

Garten im August: bewachsener Stein

Husarenköpfchen finde ich übrigens außerordentlich praktisch: Die Schnecken mögen sie nicht, sie blühen viele Monate lang, sind pflegeleicht und sagen Bescheid, wenn sie Wasser brauchen, sind nicht nachtragend und wachsen zu schönen Polstern.

Garten im August: Gelb blühende, kleine Husarenköpfchen

Im Gemüsebeet ist die Zeit von Zucchini, Kürbis und Mangold. Die Zucchiniblüten erreichen monströse Größen.

Man kann sie frittieren und essen, oder? Diese hier hätte es verdient:

Garten im August: riesige Zucchiniblüte

Mit drei Zucchinipflanzen habe ich wieder eine Zucchiniflut, die ich diesmal aber gut bewältige. Meist grille ich die Zucchini zusammen mit Paprika und Rosmarin. Gefüllte Zucchinischiffchen gibt es auch.

Sehr lecker ist übrigens dieses Rezept: Zucchinipuffer mit Joghurtsauce.

Garten im August: Zucchini

Ich habe zwei Kürbispflanzen: den Gelben Zentner und Hokkaido. Der erste Zentner hat sich allerdings eine unglückselige Stelle zum Wachsen ausgesucht – genau im Zaun.

Garten im August: zwischen Zaunpfählen eingequetscht wachsender Kürbis

Der erste Hokkaido-Kürbis ist auch fertig:

Garten im August: reifer Hokkaidokürbis

Der Rest des Gartens blüht so vor sich hin: Rosen, Gladiolen, Sonnenhut, Mädchenauge:

Garten im August: Rosen und Insektenhotel

Garten im August: Gladiolen

Die Gladiolen liegen fast im Beet. Das ist optisch nicht so schön. Warum tun sie das? Neigen sie sich der Sonne zu? Oder sind es solche Schluffis?

Wofür sie sich übrigens gut eignen: als Geschenk. Im Beet schauen sie wegen ihrer Schräglage bemitleidenswert aus. In der Vase sind sie toll.

Garten im August: Gewächshaus und Äpfel

Im kommenden Jahr werde ich übrigens nur noch Pflanzen kaufen, die schneckenresistent sind: Mädchenauge und Sonnenblumen sind es offenbar nicht, Sonnenhut ist es hingegen schon. Husarenköpfchen und Männertreu ja, Lupinen nein.

Vielleicht sollte ich hier mal eine Liste machen, bevor ich die Erfahrungen dieses Sommers vergesse und mir im nächsten Jahr wieder alles weggefressen wird.

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Der Dortmunder Garten im Juli

Juli, einer der schönsten Monate des Jahres!

Im vergangenen Monat habe ich noch genölt, wie schlecht das Wetter im Juni war und wie viel es geregnet hat. Nun, allzu viel hat sich nicht geändert. Es regnet leider immer noch – so wie heute:

Garten im Juli: Terrassenblick

Aber ich bin guten Mutes: Eine richtige Sonnenperiode hatten wir hier in Dortmund zwar immer noch nicht, aber der Regen ist weniger geworden. Vielleicht wird es also bald etwas mit dem Supersommer. Noch bleiben ja zwei Monate übrig.

Der Regen tut immerhin den Pflanzen gut. Alles blüht und sprießt: die Blumen, das Gemüse und die Kräuter. In den Gemüsebeeten ist der Salat gar. Ich konnte die ersten Zucchini ernten, und der erste Kürbis reift heran. Gemüsebeet Eins mit Rotkohl, Salat, Möhren und Radieschen:

Garten im Juli: Gemüsebeet mit Rotkohl, Salat, Möhren und Radieschen

Gemüsebeet Zwei mit Salat, Zucchini und Kürbis – im Vordergrund das Saatband „Schneckenschreck“, das nur auf einem von fünf Metern was gebracht hat. Es sieht schon recht zerrupft aus:

Garten im Juli: Gemüsebeet mit Kopfsalat, Zucchini, Kürbis

Der Kopfsalat schießt schon. Ich habe deshalb am Wochenende noch einmal reichlich Salatcremesuppe gekocht und eingefroren. Im Gewächshaus habe ich eine zweite Rutsche Kopfsalat eingesät, die ich beizeiten aussetzen werde. So schnell, wie er wächst, kann ich dann im September eine zweite Ernte einfahren.

Im Gewächshaus wachsen die Thorstis und die Gurken jede Woche fünfzehn Zentimeter in die Länge. Blüten und Früchte gibt’s aber bislang nur ein ganz paar.

Garten im Juli: Im Gewächshaus

Mit den Gurken gibt’s auch ein Problem. Dazu schreibe ich mal einen extra Beitrag – da brauche ich Hilfe.

Für die Tomaten ist das Gewächshaus super: kein Regen von oben, kein Wind von der Seite, viel Licht und ein feuchtwarmes Klima. Jedesmal, wenn ich die Tür öffne, höre ich ein wohliges Brummen. Dadurch, dass wir noch keine wirklich heißen Tage hatten, habe ich auch kein Belüftungsproblem.

Neben Thorsten habe ich zwei Paprika gepflanzt. Sie bekommen jetzt die ersten Kinder:

Garten im Juli: Paprikakind

Vor der Tür wird mein „Rindenmulch-Valley“ jetzt immer bunter. Wenn’s nach mir geht, könnte es noch wilder sein. Aber so eine Neubepflanzung eines Gartens geht ganz schön ins Geld, muss ich feststellen. Es ist erstaunlich: Ich schleppe Pflanze um Pflanze in den Garten, aber er wird gefühlt nicht voller.

Garten im Juli: Gewächshaus

Deshalb ziehe ich einige Blumen nun selbst – zum Beispiel Lupinen. Die sind winterhart und schauen hübsch aus. Leider mögen die Schnecken sie auch gern. Die Lupinen, die ich gekauft und gepflanzt habe, sind fürchterlich abgefressen.

Meine Lupinenkinder:

Garten im Juli: Lupinenkind

Wahrscheinlich ist es auch klug, das erste Jahr abzuwarten und nicht jeden Quadratmeter vollzupflanzen. Im nächsten Sommer werden die meisten Pflanzen wahrscheinlich erst richtig angegangen sein. Wenn dann noch etwas fehlt, kann ich immer noch nachlegen.

Überhaupt braucht manche Pflanze offenbar zwei Jahre, um heimisch zu werden. Von den zwei Apfelbaumspalieren, die ich im vergangenen November gepflanzt habe, trägt nur der Topaz.

Garten im Juli: Topaz-Apfelkind mit Fliege drauf

Der Boskop hatte zwar Blüten, trägt aber keine Früchte.

Die Montbretien, die ich im vergangenen Frühjahr gesetzt habe und von denen 2015 nur die Blätter – ohne Blüten – aus der Erde kamen, blühen jetzt in voller Pracht:

Garten im Juli: Montbretien

Falls Sie übrigens auch eine Kräuterschnecke planen: Machen Sie! Es ist wirklich toll! Bei mir ist sie direkt neben der Terrasse und duftet wie verrückt!

Ich kann allerdings gar nicht so viel kochen und essen, wie ich Kräuter habe. Besonders den Salbei habe ich unterschätzt: Er ist ein Wald.

Garten im Juli: Kräuterschnecke

Bis auf Kerbel sind alle Kräuter angegangen. Von oben nach unten: Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran, Melisse, Salbei, Minze, Bohnenkraut, Schnittlauch, Basilikum, Waldmeister.

Das Oregano blüht momentan sehr hübsch:

Garten im Juli: Blühender Oregano

Demnächst mehr von meinen Gurken – und von meinem Kompost. Für den habe ich ein Geheimrezept aus Fulda entdeckt.

Habt einen schönen Juli!

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Lange Dingsies

Vor dem Winter habe ich jede Menge Blumenzwiebeln in der Erde versenkt.

Ich komme mir mit Blumenzwiebeln immer vor wie ein Eichhörnchen: Mit Freude vergrabe ich, vergesse aber, wo ich was gepflanzt habe. Meistens weiß ich noch, dass ich an einem Ort etwas gepflanzt habe. Nur halt nicht, was.

An der Terrasse wachsen jetzt diese langen Dingsies:

Lange Dingsies

Ich glaube, es ist Allium. Muss aber nicht. Kann auch etwas anderes sein. Ich kann mich nämlich nicht erinnern.

Die Stängel sind jetzt fast zwei Meter lang. Bald ragen sie wie die legendäre Bohnenranke bis hinauf in den Himmel, ich kann hinaufklettern und bin im Reich der Riesen, wo ich wilde Abenteuer erlebe.

Lange_Dingsies_02

Falls nicht: Meine Erwartungen wachsen auf jeden Fall mit jedem Zentimeter Ständel. Nach nunmehr viermonatigem, ausschließlichem Höhenwachstum erwarte ich eine gigantomanische, fantastische, zum Umfallen tolle Blüte, die bis in den Winter hinein wunderschön sein wird. Mit Zauberkräften.

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Was man durch die Haut erahnen kann, sieht allerdings eher kleinteilig aus.

Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

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Nach dem Düngen ist vor dem Düngen

Die Rasengeschichte geht natürlich weiter. Aber da so eine Düngung ja auch erst einmal einwirken, einregnen und ankommen muss und dazu noch diverse andere Schauplätze im Garten (Schnecken! Sumpfgebiete! Fehlendes Blühwerk!) abzuarbeiten waren, gibt es die Fortsetzung erst jetzt.

Wir haben also gedüngt. Aus dem Handgelenk und ohne Wagen. Der Dünger hatte eine neutrale Färbung, was das Wiederkennen auf dem Rasenboden auch nicht gerade vereinfachte. Hände voller Dünger wurden also generös über den etwa 300 m² Rasen verteilt. So in etwa würde es wohl passen, so dachten wir.

Es dauerte genau eine Woche und 47 Regenschauer, bis sich das Ergebnis von jetzt auf gleich recht deutlich zeigte. Ich entschuldige mich, dass ich davon keine Bilder habe, aber mir wäre wahrscheinlich vor lauter Lachen ohnehin die Kamera aus den Händen gefallen. Stellen Sie sich unseren Rasen einfach als übergroße, räudige, grüngrüne Tüpfelhyäne vor, deren Friseur gerade noch ein paar Fellstellen mit der Heckenschere gestutzt hat.

Wir kamen – ernsthaft – aus dem Lachen nicht mehr heraus: An den Stellen, die ordentlich Dünger abbekommen hatten, wuchs tiefgrünes sattes Gras, das sich unter dem prüfenden Barfuß fest und wunderbar griffig anfühlte. An den Stellen, die ungeplantermaßen leer ausgingen, zeigte sich eine blassgrüner, räudig-holziger Tritt.

Also fuhr diesmal der Mann in den Gartenmarkt, um nur eine halbe Stunde später mit zwei weiteren Säcken Dünger und ungebremster Euphorie zurückzukehren.

Diesmal sollten die hellgrünen Passagen sowie das komplett ungedüngte Stück Rasen am Vorgarten mit den nährenden Kügelchen beglückt werden. Gesagt – getan. Die Technik hingegen war diesmal systematischer und es wurde streng in Reihen gedüngt. So ein Düngewagen ist wirklich für Anfänger. Geht doch! Zwischendurch klingelt mal das Telefon und man kommt ein bisschen raus aus dem Flow, aber dennoch. Hey. Cool.

Eine Woche später hatte sich die Tüpfelhyäne aus dem hinteren Garten in eine glatthaarige, gleichmäßige Fläche verwandelt, der Vorgarten hingegen präsentierte sich als gleichmäßiges Zebra im schicken Streifenlook. Hellgrün, dunkelgrün, hübsch im Wechsel. Und der Dünger? Alle. Klar.

Wir verzichteten darauf, die restlichen Streifen noch mit dem Zeug zu bewerfen und widmeten uns in der Zwischenzeit den anderen botanischen Topics auf der Liste.

Der Rasen hingegen wuchs und wuchs. Und wuchs. Zeit, ihn zu mähen, hatte keiner von uns. Montag war er eigentlich schon am Limit. Aber nein. Es kam was dazwischen. Der Rasen wuchs weiter, es war Donnerstag und nach zwanzig Uhr, als wir erneut aktiv ans Mähen dachten. Zu spät. Freitag regnete es den ganzen Tag. Dann also Samstag.

Endlich war der Samstag gekommen und mit ihm eine akute, schwere Männergrippe beim Mähbeauftragten. Das Fieber und die Schwäche zwangen den Mann, umgehend das Bett aufzusuchen und mir alle zehn Minuten die stetig ansteigende Körpertemparatur per WhatsApp mitzuteilen. Zwischendurch wurde im Wechsel nach einer persönlichen Visite oder nach frischem Obst verlangt. Also was machen wir da? Selber mähen. Geht natürlich in den Suburbs erst ab 15:00 Uhr, wegen Mittach und so.

Das Regenradar hingegen meldete schwere Schauer ab etwa 15:15 Uhr. Ich begann also ab etwa 14:30 Uhr, mich mental schonmal einzustimmen und die niemals zuvor selbst genutzte Technik klarzumachen. Grassammelbox, Benzinhahn, Anlasser, Mähhöhe. Check.

Punkt 14:55 Uhr gings los. Ich fand, fünf Minuten vor der Zeit sei tolerabel. Ich schickte die Kinder in sichere Entfernung auf den Beobachtungsposten (Balkon, zur Sicherheit, man weiß nie) und zog an der Anlasserschnur. Nichts. Okay, nochmal. Nichts. Obwohl „EasyStart“ drauf steht, startete gar nichts easy. Nochmal. Dann gemerkt, dass der Hebel falsch steht. Auf Schildkröte. Gut, Nochmal. Und siehe da, es rappelt und knattert und die Möhre springt an. Yeah!

Man muss erwähnen, dass der Rasenmäher ein Weihnachtsgeschenk für uns Neugartenbesitzer war und ein echtes Hightechteil ist. Der fährt quasi selber. Vorbei also die Zeiten wie vor 25 Jahren, als man den schweren, antiken Briggs-and-Stratton-Mäher von Vati leise stöhnend vor sich her schob, das Bier von gestern noch in der Birne und die zwei Mark Belohnung eisern im Blick.

Ich zog also diesen Sicherheitshebel und gab vorsichtig Gas. Und hopp, war das Teil schon zwei Meter allein gefahren. Mit mir hintendran. Huiiiiii, eine feine Sache. Also auf ins Glück und in einem Affenzahn den ganzen Rasen gemäht. Keine Minute zu früh war ich fertig, als über mir alle Schleusen brachen und es just im Finish anfing zu gallern.

Ich war sehr stolz auf das Ergebnis. Nach abschließender Evaluation lässt sich allerdings anmerken, dass die Abstände von Reihe zu Reihe beim nächsten Mal etwa 20 cm geringer sein könnten, wenn man nicht kleine Kanten nach Art einer Zebratüpfelhyäne mit Rasierschwäche über die gesamte Fläche stehen lassen möchte.

 

Edit: Jetzt gibt es auch ein Bild. Bei näherer Betrachtung könnte es sich auch um eine Wassermelone handeln:

Gras_Duenger1_Unterholz

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Vom Optimieren

Man ist ja nie zufrieden. Also das bedeutet, dass man ständig immer alles noch optimieren muss, eine Art innerer Verbesserungsprozess, der nie aufhört. Nie.

Besonders spannnend wird das in den Themenbereichen, in denen man sich erst seit neuestem auskennt. Also sich auf Partys (die, seitdem man beim Thema Kinder mitredet, im übrigen vormittags oder nachmittags veranstaltet werden, wegen der Kinder) mit Gleichgesinnten misst und somit diesen intrinsischen Ehrgeiz munter voran treibt.

Was ich aber eigentlich sagen will: Der Rasen, von dem hier ja bereits das eine oder andere Mal die Rede war, ist inzwischen gewachsen. Ein frisches Hellgrün erfreut er das Auge, eine samtweiche Unterlage die bebarfußten Extremitäten. Aber wehe, einer von uns stellt sich ins Obergeschoss ans Fenster, kneift die Augen zusammen und macht hellere, weniger dicht bewachsene Flecken aus. Ha!

Es folgt die Diagnostik, natürlich mittels einer großen Internetsuchmaschine. Soll man nicht machen, sagt schon jeder Arzt. Tun wir natürlich trotzdem und finden gleich sieben potentielle Diagnosen. Es könnte ja sein, dass der Rasen wirklich krank und nicht einfach nur jung, zart und frisch ist. Oder der Boden, da weiß auch wieder kein Mensch, wo der ursprünglich herkommt.

Nach unerquicklichen Stunden der Recherche entscheiden wir profimäßig wie immer: Der Rasen muss mal gedüngt werden. Sagt auch der Nachbar. Und der hat immerhin eine Rasenfläche in Bundesligaqualität unter seinen Loungemöbeln, welche spätestens alle vier Tage sicherheitshalber umplatziert werden.

Ich gehe also nachmittags, damit die Kinder mitkönnen, in den Gartenfachmarkt und plane eine ausführliche Fortbildung zu den verschiedenen Sorten Rasendünger. Gehalt, fungizide, bakterizide und wasweißichwelcheweitere Wirkung, Grünstufe, Körnung, Gramm pro Quadratmeter, Aussehen, undsoweiter.

Derweil der Nachwuchs leicht hektisch in der benachbaren Zooabteilung die Fische per Klopfzeichen zum Zurückgrüßen animieren will. Damit es aber weder Glasbruch noch Reanimationen im Aquarium geben muss, entscheide ich mich kurzerhand einfach für den Dünger mit dem romantischsten Coverbild:

Unterholz_Duenger_2016-06-14

Schnell noch ein paar Kleinigkeiten eingepackt – wo man doch schonmal da ist – und ab ins Auto, wo eine muntere Diskussion über Haustiere und deren Vorteile entsteht. (Ob es auf diesem Themengebiet allerdings überhaupt Optimierungspotential gibt, müssen wir noch festlegen.)

Abends findet dann mangels Düngewagen („Hätte ich den auch kaufen sollen? Nicht im Ernst, oder? Hättest Du das gemacht?“) das Auswerfen der kostbaren Bodennahrung chefmäßig per Hand statt. Zwischen zwei Gewitterschauern huschen wir elfengleich über das Grün und düngen, als hätten wir noch nie etwas anderes gemacht.

Unterholz_regen_2016-06-14

Der Dünger wirkt nun in Ruhe und mit viel Regen ein und wir sind wieder mal eins: nämlich gespannt. Auf das Ergebnis und natürlich auch auf alle weiteren ehrgeizig und profimäßig vorbereiteten Gartenprojekte.

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Der Dortmunder Garten im Mai

Der Mai ist so super! Innerhalb von nur wenigen Wochen wechselt der Garten vom braunen Winter-Matsch-Modus ins Sommerprogramm. Ich kann mich grad gar nicht sattsehen.

Gartenpanorama Mai 2016

Der Garten im Mai

Anfang Mai habe ich viel gepflanzt, auch wenn man davon aktuell noch nicht so viel sieht. Die zarten Neulinge müssen halt erst wachsen. Auf und an den Mauern stehen auf jeden Fall jetzt Edelweiß, Grasnelken, Lavendel, Mauerpfeffer, Rosen, Pfingstrosen und Stockrosen, Lupinen, Canna und irgendwelche Stauden, deren Namen ich vergessen habe.

Die Nacktschnecken hatten schnell raus, welche Pflanzen sie mögen. Nämlich Lupinen und Edelweiß. Außerdem fressen sie im Kräuterbeet den Thymian und die Minze weg. Komisch, hätte ich nicht gedacht. Denn die beiden riechen ja sehr stark. Der Kampf Mensch gegen Schnecke hat jedenfalls begonnen.

Neulich fragte mich Livia, wie es in den Gemüsebeeten aussehe. Die Antwort: bescheiden.

Noch leeres Gemüsebeet

Im Hintergrund: Karotten, Radieschen und Salat. Bald.

Okay – bis vor drei Wochen war’s auch noch bitterkalt. Ich habe erst Ende April angefangen, einzusäen.

Salat, Möhren und Radieschen habe ich in diesem Jahr mithilfe eines Saatbandes gesät. In den vergangenen Jahren hatte ich per Hand gesät, das war suboptimal, weil zu eng. Ich konnte die feinen Samen nicht sehr gut portionieren und bin dann auch zu bequem, die Pflanzen auseinanderzufriemeln und zu vereinzeln. Allerdings ist die Saatband-Sache entweder ein Schuss in den Ofen oder das Gemüse lässt sich Zeit. Jedenfalls ist nur mit viel gutem Willen ein Hauch von Radieschen zu sehen.

Die Salatsetzlinge, die ich zusätzlich gepflanzt habe, sind auch alles andere als motiviert.

Salat - noch ziemlich winzig

Salat, noch unentschlossen

Um die Ecke, ein bisschen ums Haus rum, habe ich meinen Obstgarten. Bislang dümpelte dort ein roter Johannisbeerbusch. Ich habe ihm Gesellschaft verschafft: schwarze Johannisbeere, Heidelbeere, Gojibeere (Bocksdorn), einen Zwergpfirsichbaum und eine Kiwi.

Der Zwergpfirsich kümmert ein bisschen vor sich hin. Eine Seite sieht gut aus: grüne Blätter, erste Früchte. Die andere Seite welkt. Ich hatte ihn im Schlussverkauf erworben, er war preiswert, aber ein bisschen mitgenommen – ich hoffe, er kriegt die Kurve. Manchnmal brauchen Pflanzen ja auch ein bisschen, um sich einzuleben, und kommen dann im nächsten Jahr groß raus.

Zwergpfirsichkind

Zwergpfirsich

Ich liebe übrigens Heidelbeeren. Sie sind mein absolutes Lieblingsobst, besonders mit Joghurt oder auf meinen Overnight Oats. Was liegt also näher, als sie anzupflanzen.

Die Heidelbeerbüsche waren übrigens die teuersten unter den Obstbüschen. Das scheint eine Parallel zur Obsttheke im Supermarkt zu sein.

Heidelbeerfrüchte

Heidelbeere

Die Nachbarn meinten schon: „Das ist ja wie im Rewe! Demnächst kannste am Gartentörchen ’ne Kasse aufstellen und wir kommen mit’m Körbchen!“ Allerdings wunderten sie sich über die Kiwi. „Is’n dat Neuseeland hier?!“ Hallo?! Dortmund ist ja wohl fast wie Neuseeland.

Angeblich soll die Kiwi winterhart sein. Wohlfühlen tut sie sich jedenfalls: Sie geht ab wie Schmidts Katze und kringelt sich in Formel1-Geschwindigkeit die Rankhilfe hoch.

Kiwiranke

Kiwikringel

Kiwiknospe

Kiwiknospe

Allerdings sagten mir nun schon zwei Leute, dass es eine männliche und eine weibliche Pflanze braucht, damit es Früchte gibt. Naja, dann bewundere ich dieses Jahr halt nur die Blüten.

Ansonsten: Im Gewächshaus gibt’s bald Gurken. Die erste Frucht ist da. Die Thorstens wachsen und wachsen. Der Eigenbau tut, was er soll und macht ein tolles Klima (für die Pflanzen, für mich nicht so sehr). Bald ziehen noch Auberginen, Honig- und Wassermelone ein.

Überall blüht’s, und die Apfelbäume haben sich auch eingelebt.

Apfelblüte

Spalierapfel

Blühender Busch vor Gewächshaus

Busch vor Gewächshaus

Blume für Gewächshaus

Es blüht.

Es blüht.

Auch hier blüht’s.

Kräuterschnecke

Große Kräuterschneckenliebe

Schleifenblume

Schleifenblume

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Der Darwinismus in meinem Garten

Vor zwei Jahren bekam ich eine Fuchsie geschenkt – und sie lebt immer noch.

Ich bin selbst überrascht, aber sie hat tatsächlich auch ihren zweiten Winter überlebt. Während des ersten Winters stand sie, mit Luftpolsterfolie und Rosenvlies umwickelt, auf der Terrasse. Während des vergangenen Winters wohnte sie im Gewächshaus – jeweils zurückgeschnitten bis auf die Blumenerde.

Fuchsie und Gazanie in Töpfen

Fuchsie (vorne) und Gazanie (hinten rechts)

Die Gazanien scheinen es auch geschafft zu haben. Im vergangenen Sommer wohnten sie auf dem Balkon, und eigentlich hatte ich nicht vor, sie zu überwintern. Ein-Jahres-Balkonblümchen halt. Sie gingen allerdings nicht richtig ein, ich wollte sie nicht auf dem Kompost beerdigen, also schmiss ich sie im November ins Gewächshaus und wartete, bis sie verendeten (ich weiß, ich bin mies). Sie verendeten aber nicht, trotz Nicht-Pflege und Nicht-Gießen.

Dieses Bemühen rührt mich. Nun habe ich alle trockenen Blätter abgezupft und sie neu eingepflanzt. Aktuell sieht es so aus, als wollten sie noch einen Sommer bei mir erleben.

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