Balkonien

Balkonthemen

Sonnige, luftige Einzimmervilla im Skandinavienstil, großzügiger Südbalkon

 

Die geräumige, luftige und perfekt ruhig gelegene Villa (Erstbezug 2016) ist komplett aus Holz gebaut und innen mit einem komfortablen, weichen, outdoortauglichen Teppich in waldgrün ausgelegt. Zwei Fenster in Ost- und Südlage ermöglichen eine schöne, weite Aussicht und Lichtgarantie, solange es Tag ist. Eine große Eingangstür gewährleistet jederzeit Zutritt. Handgenähte Vorhänge mit Baumwollstoff aus einem großen schwedischen Showroom runden das Gesamtbild ab. Ein Stromanschlus ist geplant, wurde aber bislang ob der unterschiedlichen Meinungen der jetzigen Mieter bezüglich der Medienausstattung nicht bewilligt. Sanitäre Anlagen sind für den kleinen Bedarf direkt unter dem Objekt zu finden, für größere Geschäfte ist die WC-Abteilung in etwa 10 Sekunden Fußweg zu erreichen. Wasser kommt bei Regenwetter automatisch von oben und kann mit der Zunge bei Bedarf aufgefangen werden, ansonsten ist ein Schlauch in Reichweite.

Der großzügige Südbalkon lädt zum längeren Verweilen ein, von hier hört man Vogelstimmen aller Art und auch ein sportliche Betätigung in Form von hochklettern-rutschen-hochklettern-rutschen-hochklettern-rutschen ist jederzeit möglich. Eine Küche befinden die jetzigen Mieter nicht für nötig, werden doch Snacks vom Service bei Bedarf direkt hochgereicht.
Es besteht eine sehr gute Hausgemeinschaft mit allen Vögeln der Nachbarschaft – diese haben besonderen Wert auf Corporate Identitiy gelegt und deshalb darauf bestanden, Ihren Supermarkt farblich der Villa anzupassen.

So oder so ähnlich war die Annonce wohl versehentlich in den Medien „Wespenimmobilien aktuell“, „Insektimmoscout“ und „Neue Wespfälische“ abgedruckt. Sonst würde sich diese stete Ansammlung von Wespennestern in dem Objekt nicht erklären. Also bitte, liebe Medien, nehmt die Anzeige wieder raus, es reicht. Wir stellen demnächst ein Insektenhotel auf, da finden dann alle anderen einen schönen und artgerechten Platz.

Grünkraut von der Fensterbank

Unabhängig von jeder Jahreszeit, nach knapp sechs Tagen zu ernten und anspruchslos in der Pflege – so könnte man Kresse beschreiben. Neben dem schnellen Wachstum hat Kresse noch einen Vorteil: Sie ist gesund. Vitamin C, Vitamin B, Kalium und Kalzium tummeln sich in den kleinen Pflänzchen.

Kresse auf Watte

Als „Kresse“ wird normalerweise die „Gartenkresse“ bezeichnet, die es auch in den meisten Supermärkten in Pappschachteln zu kaufen gibt. Neben der Gartenkresse kann man zum Beispiel auch Radieschen-, Rote Bete-, Sellerie-, Senfkraut oder Rucolasamen aussäen und wie Kresse ernten. Richtig würde das dann „Grünkraut“ heißen, aber wir wollen mal nicht päpstlicher als der Papst …

Rucola-, Radieschen und Kressesamen

Der Igel bekommt Stacheln

Für die Kressezucht braucht es nicht viel. Eigentlich reicht ein Teller und etwas Watte. Diese sollte feucht (aber nicht nass) sein und dann streut man die Samen darauf. Angeblich funktioniert das auch mit Küchenkrepp statt Watte, bei mir ist das Krepp aber immer sehr schnell getrocknet und die Samen haben deshalb nicht gekeimt. Bei der Watte nehme ich Bio-Watte aus dem Drogeriemarkt, die ist ohne Chlor gebleicht.

Kresseigel aus Ton

Wer es ein bisschen hübscher möchte, der kann sich einen Kresseigel anschaffen. Dieser wird gewässert und braucht keine Watte, Küchenkrepp oder ähnliches. Dafür bekommt er dann Kresse“stacheln“. Meinen Kresseigel hat meine Mutter getöpfert und glasiert, dann muss man doch wieder auf Watte zurückgreifen.

Mini-Gewächshaus

Ganz einfach in der Handhabung ist ein System, in dem auf Trägerpapier aufgebrachte Samen nur in ein kleines Plastikgewächshaus gelegt werden. Das hat den Vorteil, dass überschüssiges Wasser abfließen kann und sich ordentlich Luftfeuchtigkeit bildet. Allerdings muss man dann auch die Pads des Herstellers kaufen.

Kressepad

Einen ähnlichen Gewächshauseffekt kann man auch bei der Tellermethode anwenden: Falls der Teller einen höheren Rand hat, einfach Klarsichtfolie über den Teller spannen. Falls es ein flacher Teller ist, den ganzen Teller in einen Gefrierbeutel packen und diesen verschließen.

Wenn die Samen zu Pflänzchen geworden sind, sind sie gerne an der frischen Luft, sonst ist die Gefahr groß, dass sie schimmeln. Allerdings werden auch oft die zarten und flaumigen Wurzeln der Kresse für Schimmel gehalten.

Kresse

Kresse im Sternerestaurant

Dass Kresse auch Sternetauglich ist, zeigt das Tessiner Sternerestaurant Ecco. Dort bekommt man zu Brot und Butter ein kleines Kressebeet auf den Tisch, welches man mit der mitgelieferten Schere selber ernten kann.

Kresse im Sternerestaurant

Meine Kresse esse ich auch am liebsten auf einem Brot mit Frischkäse. Allerdings gibt es noch viele andere Verwendungsmöglichkeiten für das „Grünkraut“, zum Beispiel als Suppe, in Soße, auf Spargel …

trenner_brocco

Frühlingsgefühle im Januar

Ein frohes neues Jahr!

Ich wünsche allen Gärtnerinnen einen grünen Daumen, ein dichtes Blütenmeer, leckeres Gemüse und natürlich Gesundheit und Kraft für die schöne Gartenarbeit!

Der Garten verspürt schon Frühlingsgefühle. Zwar ist es nun auch hier im Ruhrgebiet kalt (zumindest für ein paar Tage, nichtsdestotrotz kommen neben der Terrasse die ersten Schneeglöckchen aus dem Boden.

Januar 2016: Die Schneeglöckchen treiben aus

Dahlien ausgraben? Gladiolen winterfest machen? Bisher kein Thema. Ob es im Gewächshaus warm genug bleibt für Agathe Bauer? Fragen, die ich mir im Herbst gestellt habe und die völlig unnötig waren.

Nicht, dass ich Eisregen hätte haben wollen. Aber gar nichts? Ich bin ganz zufrieden, dass es heute den ganzen Tag über frostig war, mit Raureif auf Wiesen, Gräsern und Bäumen.

Gut außerdem, dass es im Urlaub kalt war. Denn ein Winter so ganz ohne frieren? Nee, das wäre nichts. Manchmal denke ich: Vielleicht bin ich eine Blumenzwiebel. Muss einmal im Jahr richtig runterkühlen, um wieder austreiben zu können.

A propos Gewächshaus: Dort überwintert unter anderem eine Fuchsie. Sie fühlt sich offensichtlich wohl.

Januar 2016: Die Fuchsie treibt aus

Vor der Tür das Gleiche: Die Rosen, die sonst erst im März oder April erste Knospen haben und die ich liebevoll unter wärmendem Rindenmulch versteckt habe, bekommen Blätter.

Januar 2016: Die Rosen treiben aus

Den Knaller habe ich allerdings auf dem Balkon entdeckt. Dort schlummert ein Balkonkasten vor sich hin: Erde, Unkraut und – ja, ich erinnere mich – irgendwo darin auch ein paar Blumenzwiebeln.

Ich meine, es sind Tulpen, bin mir aber nicht sicher. Auf jeden Fall irgendwas, das normalerweise erst im Mai oder Juni kommt.

An der Hauswand auf dem Westbalkon scheint es kuschelig zu sein:

Januar 2016: Im Balkonkasten treiben die Tulpen aus

Schon komisch, das alles.

trenner_brocco

Der Balkon kommt immer zu kurz

… nicht in der Pflege, aber hier im Blog.

Dabei sitze ich oft und gerne dort, vor allem nach der Arbeit und am Wochenende. Denn im Gegensatz zum Garten, in dem morgens und über Mittag die Sonne steht, ist der Balkon ab dem Nachmittag am schönsten.

Deswegen steht dort auch mein Liegestuhl, in dem ich gerne mal einschlafe. Er hat eine eingebaute Nickerchenfunktion – kaum liege ich drin und habe vier Seiten gelesen, werden meine Augen schrecklich schwer, mein Hirn vernebelt sich, die Geräusche der Straße versanden und ich gleite hinüber ins Powernapping-Paradies.

Balkon

Der Balkon geht nach vorne raus – zur Straße und zum Garagenhof. Wenn ich nicht gerade schlafe, bringt das unweigerlich mit sich, dass ich nichts verpasse: Wer kommt, wer geht, wer den Müll rausbringt, wer die Blumen gießt, wer die Straße hoch und wer sie hinunter geht, wer den Hund ausführt und wer das Auto saugt. Nicht, dass ich das alles wisse möchte, aber es ist nicht zu vermeiden.

Sitze ich nun abends auf dem Balkon und genieße die Sonne, sehe ich jeden, der von der Arbeit nach Hause kommt – und er oder sie sieht mich. Wir grüßen uns dann freundlich und meistens kommt es zu einem Schwätzchen: Wie geht’s, was macht das Knie? Bei den Prachtfinken alles in Ordnung? Marlenes Katze ist gestorben. Wie geht es eigentlich Herrn Müller, hab ihn lange nicht gesehen? Schon mitbekommen, gegenüber ist ein Neuer eingezogen. Sind Frankes eigentlich im Urlaub? Ach, auf den Malediven! Fuhren die nicht sonst immer in den Schwarzwald? Die Krügers könnten auch mal ihren Vorgarten machen. Was – Sabine hat einen Kreuzbandriss? Letztens das Gewitter – das ist sogar bei uns im Fernseher eingeschlagen!

Mein Balkon ist also ebenso investigativ wie erholsam. Ein Recherchebalkon.

Balkonüberblick

Aber das hier ist ja ein Gartenblog, deshalb: die Pflanzen. Auf dem Balkon habe ich hauptsächlich Hübsches – und ein paar Auberginen und Tomaten.

Die Auberginen gedeihen inzwischen prächtig, haben Blüten und auch die ersten, winzigen Früchte. Ich habe sogar die Befürchtung, dass ich in ein paar Wochen in Auberginen baden kann. Dabei mag ich doch gar keine Auberginen, sondern habe sie nur für die Torfrau angepflanzt.

Auberginen von unten

Der Balkon ist die Wetterseite – er bekommt mehr Sturm mit, aber auch mehr Sonne. Auf dem Balkon ist es wärmer als auf der Terrasse und im Garten. Manchen Pflanzen bekommt das besser. In kleinen Töpfen gedeihen Geranien und andere Blumen, deren Name ich allesamt nicht kenne.

Zum Beispiele eine, die sich abends zusammenfaltet und nur bei Sonne entknüselt. Wenn ein bisschen Sonne scheint:

Balkonblume halboffen

Wenn viel Sonne scheint:

Balkonblume in voller Blüte

Geht die Sonne unter, gibt es auf dem Balkon die schönsten Sonnenuntergänge. Ich habe also viele Gründe, meinen Balkon zu lieben – auch wenn er hier im Blog kaum erwähnt wird.

trenner_karotte

 

Balkonsitzen im November

Ich bin hin- und hergerissen.

Einerseits mag ich es warm. Auf den kanarischen Inseln arbeiten, das ganze Jahr über in Rock und T-Shirt herumlaufen – eine schöne Vorstellung. Gerade schmuddelige Herbsttage liegen mir nicht (es sei denn, ich liege – und zwar auf dem Sofa). Insofern war ich am Wochenende hoch erfreut, als das Thermometer 14 Grad zeigte.

Allerdings: Etwas komisch ist es schon. Ende November auf dem Balkon sitzen und die Sonne genießen? Zwar mit einer Decke im Rücken und in mehr als Badekleidung – aber sonst? Alles wie im Sommer.

Balkon im November

Das Balkonquartier

Nun ja – nicht ganz wie im Sommer. Denn statt Geranien blühen Erika, und nur der Buchsbaum ist noch genauso munter wie im Juli.

Schnee wäre nicht schlecht. Vielleicht nicht ganz so viel wie in den USA. Eher so wie bei der Mäusedoktorin in Finnland. Natürlich mit klirrender Kälte und Sonnenschein. Denn das geht genauso gut wie Kanarische Inseln.

trenner_tomate

Erster Balkon-Content

Das trübe Wetter ruft nach Blumen. Die Zeit ist außerdem reif für Balkon-Content – mein Balkon kam hier bislang viel zu kurz. Dabei habe ich einen zauberhaften Westbalkon – der, ganz nebenbei, trotz des Herbstes noch farbenfroh ist.

Balkon im Oktober

Den Balkon betrete ich vom Wohnzimmer aus, den Garten von der Küche. Auf dem Balkon ist nachmittags Sonne, im Garten morgens. Beides ist perfekt und der Grund, warum ich meine Wohnung liebe.

Im Sommer sah der Balkon freilich noch üppiger aus.

Balkon, vom Liegestuhl aus betrachtet

Auf meinem Balkon befinden sich zwei Koma-Liegestühle. Sie heißen so, weil ich, kaum dass ich mich in ihnen niedergelassen habe, einschlafe. Die Körperhaltung, die Wärme, die Behaglichkeit um mich herum – es gibt nichts, was mich wach hält. Und so schlummere ich regelmäßig, vor allem am Wochenende, halbe Nachmittage hinter Zierpflanzen.

Übrigens: Sehen Sie die Lücken zwischen der Verkleidung? Wenn Sie wie ich im Komastuhl liegen und den Kopf nach links wenden, können Sie mit einem Blick durch die oberste Lücke sehen, wer auf der Straße vor dem Haus unterwegs ist. Schauen Sie durch die untere Lücke, sehen Sie, welcher Nachbar grad den Müll runterbringt. Nicht, dass mich das interessieren würde. Aber ich kann’s ja auch nicht ändern.

trenner_radi

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen