Bäume und Sträucher

Die Apfelspaliere haben ein neues Zuhause

Die Apfelspaliere haben ihr endgültiges Zuhause gefunden.

Der Mitbewohner hat liebevoll Löcher gegraben, ich habe geschaut, ob sie in der Reihe stehen, dann haben wir sie hineingehoben und wieder mit Erde bedeckt.

Nun wohnen sie neben dem Gewächshaus.

Eingepflanzte Apfelbäume

Die Baumschule Giesebrecht, die mir die Bäume zur Verfügung gestellt hat, hat eine gute Anleitung im Netz, wie man Obstbäume einpflanzt [pdf].

Apfelbäume kann man sehr gut im Oktober und November pflanzen. Vor dem Frost wurzeln sie dann ein und tragen im kommenden Sommer schöne Früchte.

Das Pflanzloch sollte anderthalbmal so tief und breit sein wie der Baum. Wenn Sie den Boden des Lochs noch etwas auflockern, ist es optimal. Der Pflanzabstand bei den Spalierbäumen sollte rund einen Meter betragen.

Wichtig ist: Den Baum gut wässern, auch wenn es regnet. Das Regenwasser genügt in der Regel nicht, damit der Baum gut anwächst.

Die Bäume, die nun bei mir im Garten wachsen, sind ein Topaz

Giesebrecht Baumschule & Pflanzen in Lünen: Obstsorten

… und ein Boskoop.

Giesebrecht Baumschule & Pflanzen in Lünen: Boskoop-Apfel

Der Boskoop eignet sich besonders gut zum Backen und um Apfelmus und Pfannkuchen herzustellen. Er hat einen hohen Säuregehalt.

Der Topaz soll aromatisch und süßlich-säuerlich im Geschmack sein.

Die meisten Apfelbaumsorten können sich nicht selbst befruchten. Sie brauchen immer einen zweiten Baum neben sich, damit der Ertrag gut wird. Da es im Nachbargarten auch Apfelbäume gibt, war das in meinem Fall nicht so relevant; vielmehr war der Platz da, und zwei Bäume sehen einfach besser aus.

Ein Spalier, an dem sie entlang wachsen sollen, bekommen sie im Frühjahr.

*

Die Baumschule Giesebrecht aus Lünen stellt mir die Bäume kostenlos zur Verfügung.

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Wie ich zwei Apfelbäume adoptierte

Am Samstag bin ich 15 Kilometer nach Norden gefahren und habe zwei Bäume adoptiert.

Neben meinem Gewächshaus werden zwei Apfelbäumchen wohnen: zwei Spaliere, die in die Breite wachsen sollen. Sie kommen aus der Baumschule Giesebrecht in Lünen.

Giesebrecht Baumschule & Pflanzen in Lünen: Hof mit Hühnern

Der Hof der Giesebrechts liegt auf dem Land in Lünen-Niederaden – gut zu erreichen über die A2. Es ist ein ehemaliger Landwirtschaftsbetrieb mit Fachwerkhäusern und einer weitläufigen Parkanlage – ziemlich toll! Es erstaunt mich immer wieder, welch hübsche Fleckchen es am Rande des Ruhrgebiets gibt.

Giesebrecht Baumschule & Pflanzen in Lünen: Panorama des Geländes

Auf dem Hof befinden sich eine Baumschule und ein Pflanzenmarkt. Die Giesebrechts haben sich auf Obstgehölze spezialisiert. Außerdem verkaufen sie Rosen und Sträucher – und natürlich auch andere Pflanzen.

Wenn man in den Pflanzenmarkt hineinkommt, sieht man gleich, worum es hier hauptsächlich geht:

Giesebrecht Baumschule & Pflanzen in Lünen: Obstsorten

Ein Schwerpunkt bei der Zucht von Obstbäumen liegt auf regionalen und historischen Sorten. Apfel-Allergiker können historische Apfelsorten trotz ihrer Allergie meist gut essen.

Es gibt auf dem Hof aber auch junge Neuzüchtungen. Bei den Neuzüchtigungen wird besonders darauf geachtet, dass sie in unser Klima passen und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge sind.

Giesebrecht Baumschule & Pflanzen in Lünen: Apfel "Ecolette"

So ein Pflanzenmarkt ist für mich ja immer wie Weihnachten. All die Möglichkeiten! Halleluja!

Giesebrecht Baumschule & Pflanzen in Lünen: Schild "Obst Besonderheiten"

Ich entschied mich für zwei Bäume im Container. Das sind Bäume, die in einem Kunststoffbehälter kultiviert sind und keinen nackten Wurzelballen haben. Im Gegensatz zu einem wurzelnackten Baum ohne Erde wachsen sie meist besser an.

Der erste Baum, für den ich mich entschied, ist eine Neuzüchtigung: ein Topaz.

Giesebrecht Baumschule & Pflanzen in Lünen: Apfelbaum "Topaz"

Er wurde erstmals 1984 gezüchtet und schmeckt süßlich-säuerlich. Wichtig war mir, dass sich die Äpfel gut lagern lassen; das soll beim Topaz der Fall sein.

Der zweite Baum, den ich mitnahm, war ein Boskoop.

Giesebrecht Baumschule & Pflanzen in Lünen: Apfelbaum "Roter Boskoop"

Der Boskoop ist eine alte Apfelsorte. Er ist recht säurehaltig und gut geeignet für Apfelmus, Apfelkuchen und Apfelpfannkuchen. Alles drei genau mein Thema.

Die beiden Bäume kamen auf den Anhänger. Dann ging es ab nach Hause.

Giesebrecht Baumschule & Pflanzen in Lünen: Apfelbäume auf Anhänger

Dort stehen die Bäume nun erstmal auf dem Rasen und warten auf die Fertigstellung der Wege und der Freifläche vor dem Gewächshaus. Dort sollen die Bäume nämlich hin: vor die Mauer zum Nachbarn und im Blick der Terrasse.

Apfelbaumspaliere von der Baumschule Giesebrecht

So entsteht eine schöne Nutzfläche. Außerdem kann ich im Frühjahr dann auf die blühenden Apfelbäume schauen – und im Sommer dem Obst beim Wachsen zugucken.

Ich freue mich schon sehr aufs Pflanzen!

Die Baumschule Giesebrecht aus Lünen stellt mir die Bäume kostenlos zur Verfügung.

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Der Garten im Oktober

Schneeregen! Und das am 14. Oktober!

Jetzt wird sich der Garten endgültig für den Winterschlaf einrichten. In den vergangenen Tagen haben die Pflanzen, die noch grünen, merklich nachgelassen – kein Wunder bei den frostigen Nachttemperaturen.

Am Wochenende sah es so aus:

Garten im Oktober: Überblick über die Beete

Die Beete sind weitestgehend leer. Die Stauden habe ich zurückgeschnitten – sie lagen mehr, als dass sie standen und waren allesamt verblüht. Am Sonntag habe ich den letzten Mangold geerntet. Abends gab es dann Mangold-Tomaten-Senf-Sauce mit Nudeln.

Der Kirschbaum ist immer der erste, der die Blätter abwirft. Die Wiese füllt sich mit Laub:

Laub

Sollten die Temperaturen weiterhin soweit unten bleiben, werden die anderen Bäume schnell folgen. Unglaublich nach so einem warmen Sommer! Wie schnell es doch geht, dass der Winter kommt.

Der Kürbis wird wohl nicht mehr groß werden:

Kürbisbaby

Nur die Rosen halten sich tapfer: Sie blühen immer bis in den späten Herbst hinein und können kalte Temperaturen einigermaßen gut ab.

Garten_Oktober_Rosen

To Dos für die nächsten Wochen:

  • Blumenzwiebeln fürs Frühjahr eingraben
  • ein letztes Mal (?) Rasen mähen
  • die Dahlien ausgraben und ins Winterquartier bringen
  • Apfelbäume pflanzen

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Spalierobst

Gerne hätte ich im Garten mehr Obst.

Zurzeit habe ich einen Kirschbaum.  Außerdem habe ich einen Johannisbeerstrauch. Ein bisschen mehr darf’s gerne sein. Doch um mehrere große Obstbäume zu pflanzen, reicht der Platz nicht. Deshalb möchte ich gerne Spalierobst pflanzen.

Spalierobst: Panorama auf den zukünftigen Pflanzort

Dort, wo jetzt noch die grüne Hecke das Grundstück begrenzt, soll Spalierobst wachsen.

Spalierobst, Apfel oder Birne, wächst nach links und rechts. Ich habe es dieses Jahr erstmals in einem Garten wahrgenommen und fand es ziemlich hübsch.

Man kann die Bäume an eine Hauswand oder freistehend als Hecke pflanzen. Bei mir sollen Apfelbäume diese Hecke ersetzen:

Hecke aus Lebensbäumen

Hecke weg, Apfelbaumspalier hin.

Obstbäume, habe ich mir sagen lassen, pflanzt man am besten im Oktober und November. Solange das Wetter frostfrei bleibt, können die Bäume im Herbst und Winter noch Wurzeln bilden und Feuchtigkeit speichern. Im Frühjahr haben sie dann genug Kraft, um Triebe, Blüten und Blätter wachsen zu lassen.

Die Apfelbäume bekomme ich von der Baumschule Giesebrecht in Lünen. Die Giesebrechts betreiben ihren Hof als Familienbetrieb und haben sich auf historische Apfel- und Birnensorten spezialisiert. Das finde ich sehr schön. Außerdem sind historische Sorten für Allergiker oft besser verträglich.

Am 10. Oktober, das ist ein Samstag, findet auf dem Hof übrigens der große Niederadener Hof- und Markttag statt. Dort können Sie die Obstsorten anschauen und testen. Außerdem ist die Veranstaltung eine tolle Sause für Kinder. Aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland ist der Hof sehr gut über die A1 und die A2 zu erreichen.

 So werden die Bäume übrigens aussehen, die ich einpflanze. Bevor ich allerdings neue Pflanzen setzen kann, muss ich Altes ausgraben. Das passiert dann demnächst.

*

Die Baumschule Giesebrecht aus Lünen stellt mir die Bäume, die ich einpflanze, kostenlos zur Verfügung.

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Thorsten wird ein Wald

Was macht eigentlich Thorsten?

Meine Thorstens sind dabei, die Weltherrschaft zu übernehmen. Es ist ja immer so mit ihnen: Anfangs, wenn ich die Keime einpflanze, passiert erstmal nichts. Irgendwann gucken sie aus der Erde, und danach kommt eine ziemlich lange Phase sehr überschaubaren Fortschritts, bis sie ungefähr Kniehöhe erreicht haben. Aber dann!

Dann geht’s ab. Dann kennen sie nur noch eins: Wachstum und Wuscheligkeit.

Tomatenpflanzen im Juni, die eher an Bäume erinnern

Dieses Jahr habe ich drei Sorten angepflanzt: rote Cherrytomaten, Black Cherry und gelbe Cherrytomaten. Die gelben Cherrytomaten können Sie auf dem Bild gut erkennen: Es sind die kleinen, kompakten Büsche im Vordergrund.

Die gelben Cherrytomaten hatte ich schon abgeschrieben: Sie keimten erst nach fünf oder sechs Wochen – also vier Wochen nach den anderen Sorten -, und das auch noch ziemlich kümmerlich. Dann waren sie zwar da, wuchsen aber auch genauso langsam, wie sie gekeimt sind. Dafür – Überraschung! – waren sie die ersten Pflanzen, die vor anderthalb Wochen Früchte trugen.

Im Grunde ist es mit meinen Tomaten wie im Leben: Man muss nicht immer als erster losrennen, damit am Ende das Ergebnis stimmt.

Tomatenpflanzen im Juni von oben

Es sind jetzt ein paar viele Pflanzen, die auf meiner Terrasse und meinem Balkon stehen. Eigentlich sollten sie auch gar nicht dort sein, sondern im Gewächshaus, aber das Gewächshaus – nun ja, Sie wissen ja um den Stand der Bauarbeiten. Die haben sich etwas verzögert.

Aber was einmal gewachsen ist, kann ich auch nicht einfach kompostieren. Das ist ja wie lebendig begraben. Zumal Thorsten wirklich alles aus sich herausholt. Also erfreue ich mich an all den Tomatenpflanzen.

Tomatenbaby

Nun warte ich sehnlich darauf, die ersten Thorstomaten ernten zu können – und hoffe, dass es keine schlimmen Gewitterstürme gibt, die mir alles zerlegen.

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Kirschenernte

Kennen Sie diesen Intelligenztest für Schimpansen? Wenn die Tiere Stöcke benutzen müssen, um an ihr Futter zu kommen?

So fühle ich mich beim Kirschenernten. Denn der Kirschbaum sieht so aus:

Kirschen hoch oben im Baum

Ich: unten. Die Kirschen: oben. In meinem Besitz: eine Trittleiter.

Ich bin zwar ein großer Mensch. Aber leider nicht groß genug, um an die Kirschen im Baum zu kommen. Auch nicht, wenn ich mich auf die Trittleiter stelle. Und auch nicht, wenn ich mich nicht auf die oberste Stufe, sondern auf den Henkel der Trittleiter stelle. (Gibt es Untersuchungen dazu, ob Gier wesentlich zu Haushaltsunfällen beiträgt?)

Trittleiter vor Kirschbaum

Aber hey – wozu ist man ein Schimpanse Checkerbunny  abstrahierender Mensch, der Werkzeuge einsetzen kann: Mit Trittleiter und Besenstiel habe ich die Kirschen dann doch irgendwie vom Baum geschubst.

Kirschen in einer Schale

Lecker.

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Ist das Bärlauch?

In meinem Garten wächst Wunderliches.

Im vergangenen Jahr habe ich genau an dieser Stelle drei Bärlauch-Pflanzen ausgesetzt. Allerdings sind sie binnen kürzester Zeit verkümmert. Ich vergaß, sie jemals gekauft zu haben, und widmete mich erfolgsversprechenderen Stellen im Garten.

Nun taucht an gleichem Ort dieses Gewächs auf:

Ist es Bärlauch?

Ob es Bärlauch ist?

Ob es wohl Bärlauch ist?

Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Doch bevor ich es esse, möchte ich gerne sicher sein. Nicht, dass ich elendig verenden muss.

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Edit, 15.04.: Ich habe gerochen, geguckt und gefühlt – es ist definitiv Bärlauch. Einmal zwischen den Fingern zerrieben, ist der Geruch tatsächlich unverkennbar. Und die Stängel sind ganz klar eckig.

Wintergartenarbeit

Das bißchen Puderzuckerschnee verdeckt kaum, dass eine Menge Arbeit im Garten auf mich wartet.

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Gestern war nämlich die Baumschneiderin da, um die Obstbäume zurückzuschneiden. Irgendwann werde ich es selbst lernen, wie man Obstbäume zurückschneidet, aber bis dahin bin ich sehr froh und glücklich, nicht bei feucht-kaltem Wetter mit sehr scharfem Schnittwerkzeug auf hohen Leitern balancieren zu müssen. Ein Birnbaum, ein Apfelbaum und zwei Pfirsichbäume wurden eingekürzt und ausgedünnt, fast sechs Stunden hat das gedauert.Die Bäume werden zur „Gesundhaltung“ geschnitten, nicht um den Ertrag zu steigern. Der Apfelbaum sollte nicht mehr viel größer werden, denn an die Äpfel ganz oben kommen wir nur noch mit Leiter und diesem langen Greifpflücker.

Ein Nachbar hat mir letzten Sommer das Leben wegen dieses Apfelbaums ziemlich schwer gemacht, denn ein Ast ragte hinüber auf sein Grundstück. Ein Ast, an dem sehr, sehr viele Äpfel reiften …. er mag wohl keine Äpfel, sondern verlangte per Einschreiben mit Fristsetzung die Entfernung dieses Astes. Wir kamen dem nach, konnten aber der Bitte, den Baum insgesamt „ein großes Stück runterzuschneiden“ nicht nachkommen. Zum einen, weil wir das nicht können, zum anderen, weil wir das nicht wollen. Ich befragte  gestern die Baumschneiderin hinsichtlich der Rechtslage und weiß jetzt: der Nachbar kann uns gar nichts. Sicher kann er verlangen, dass auf sein Grundstück ragende Äste entfernt werden, die Höhe des (Obst)Baums kann er nicht bestimmen, auch weil der Baum schon sehr alt ist. Beim Pflanzen neuer Obstbäume sollten wir aber dringend beachten, dass der Abstand zum Nachbargrundstück drei Meter beträgt.

Beim Rückschnitt des älteren Pfirsichbaums wurde ich von der Baumschneiderin gerügt. Ich hatte die Fruchtmumien nicht von den Zweigen gepflückt. Das führt nun dazu, dass sämtlich Pilze und Krankheiten direkt wieder in die frischen Knospen hüpfen und den Baum erneut befallen. Außerdem wollte sie wissen, ob der Baum die Kräuselkrankheite habe (hat er, die Blätter schrumpeln lustig vor sich hin und verfärben sich leuchtend rot) und was ich dagegen zu tun gedächte. Ich erklärte, dass ich viele befallene Blätter abpflücke und den Baum ansonsten in Ruhe ließe. Aktiv kann man die Kräuselkrankheit aber auch behandeln, indem man bei 10°C Außentemperatur den Baum spritzt, mit einem Stärkungsmittel. Die Kräuselkrankheit verhindert nämlich die Photosynthese, was wiederum zu Gedeihstörungen des Baumes führt. Mit Blick auf meinen Pfirsichbaum, der in einem Jahr zwei Meter Umfang gewonnen hat, winkte sie ab: „Dieser Baum braucht das nicht.“

Vielleicht ist das besondere Gedeihen des Baumes auch darauf zurückzuführen, dass er auf der Plazenta des jüngsten Sohnes wächst. Der zweite Pfirsichbaum steckt einfach nur in der Erde, mal sehen, ob er schlechter wächst. (so eine Plazenta hat man deshalb zum Bepflanzen herumliegen, weil man es nicht übers Herz bringt, sie nach der Geburt einfach in den Hausmüll zu werfen. Stattdessen kann man sie auch drei Jahre in einer Tupperschüssel eingefrieren und hoffen, dass niemand sie als Gulasch auftaut, bevor der richtige  Ort für den finalen Aufbewahrungsort gefunden ist. Das ist ein klitzkleines Bißchen gruselig, ich weiß.)

Der Birnbaum ist unschätzbar alt. Als wir die Grüne Villa kauften, entdeckten wir ihn ganz hinten im Garten, jämmerlich unter Efeu und Winden begraben. Die Spitze hatte man ihm herausgeschnitten, doch im Herbst trug er so viele Birnen (die allerköstlichsten Birnen!), dass wir sicher waren: das war die Notfrucht, er hat noch mal alles gegeben, nächstes Frühjahr wacht er nicht mehr auf. Das tat er aber und weil er wieder Platz hatte, begann er zu wachsen. Die Baumschneiderin kam zum ersten Mal und begann den Baum zu retten. Sie behandelte die große Wunde, die beim Herausschneiden des Leitastes entstanden war und zog gleichzeitig eine neue Spitze heran. Wir hofften sehr, dass sich keine Pilze ansiedelten und pflückten brav sämtliche vom Birnenpilz befallenen Blätter vom Baum. Der Lohn sämtlicher Mühen ist, dass jetzt hinten im Garten ein prächtiger Baum steht, der jeden Herbst viele Birnen trägt. Die allerköstlichsten Birnen. Die ersten kann man Ende August essen, wenn sie knackig grün sind, die letzten Mitte September, wenn sie gelb sind und im Mund schmelzen.

Ich bin sehr glücklich, diese wunderbare Baumschneiderin gefunden zu haben. Sollten Sie in der Nähe von Nierstein leben und Hilfe im Garten oder bei der Gartengestaltung brauchen: Rothgarten

Alle Äste, Zweige und „Wasserschosser“ die jetzt kreuz und quer im Garten herumliegen, hätte sie auch mitgenommen und entsorgt, aber ich mache das recht gerne selbst. Es ist der Start ins Gartenjahr. Die Wasserschosser und Zweige schreddere ich und werfe den Mulch dahin, wo ich denke, dass er hinpassen könnte. Die Äste werden klein gesägt, sie sind prima Feuerholz zum Grillen.

Es geht wieder los. Hurra!

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Bäume im Garten

Der alte Kirschbaum auf den Ländereien

Der alte Kirschbaum auf den Ländereien

Wenn Kinder einen Garten malen, dann sieht das meistens so aus: Der untere Blattrand ist breit grün ausgemalt, darauf Blumen: ein senkrechter, grüner Strich, von dem zwei blattförmige Gebilde abstehen, je nach Talent mehr oder weniger rechtwinklig. Darüber ein gelberKreis, um den sich vier oder fünf andersfarbige Blütenblattkreise formieren. Fortgeschrittene Künstler malen Tulpen. In der Mitte des Bildes ein Baum: eine grüne Wolke, die auf einem senkrechten, braunen Strich balanciert. In der grünen Wolke sind oft rote Punkte, die entweder Äpfel oder Kirschen sind, je nach Lieblingsobstsorte des Kindes. In einer der oberen Blattecken eine leuchtend gelbe Sonne, der obere Blattrand ist (himmel)blau, manchmal schweben Wolken in hellblau darunter. Und Halbkreisflügel-Vögel. Wichtig aber ist immer der Baum, ein Baum gehört in einen richtigen Garten.

Auf den Ländereien der Grünen Villa stehen einige Bäume. Im unteren Gartenteil Obstbäume, im oberen Teil eine Birke und ein sehr alter, sehr hoher Kirschbaum. Letzteren liebe ich vor allem im Frühjahr, wenn er wie eine weiße Wolke strahlt (und vor lauter Hummeln und Bienen brummt und summt). Im Herbst mag ich ihn auch sehr, weil er erst Mitte November die Blätter verliert. Bis dahin haben diese sich quietschgelb verfärbt und leuchten gegen das Novembergrau. Wir kehren die Blätter zu großen Haufen zusammen und lassen diese liegen. Igel haben bis dahin längst irgendwo Winterquartier bezogen, aber viele Insekten überwintern in den Kirschbaumlaubhaufen und das ist ja auch ganz prima.

Die Birke und mich verbindet eine Hassliebe. Naja, eigentlich ist es mehr Hass, denn Liebe. Die Birke ist groß und alt, der Stamm hat eine wunderschöne Zeichnung, sie rauscht ganz toll, wenn der Wind hindurchfegt und junge Birkenblätter sind im allerschönsten Frühlingsgrün gefärbt, das Herbstlaub leuchtet intensiv gelb. Mehr Positives fällt mir gerade nicht ein, denn meistens ärgert mich die Birke! Das ganze Jahr über bewirft sie mich, die Terrasse, die zum Trocknen aufgehängte Wäsche auf der Terrasse, die Kaffeetassen auf dem Terrassentisch mit verblühten Blüten, Blättern, Reisig, dürren Ästen, Birkensamen. Die Birkensamen sind äußerst fertil, kleinste Ritzen zwischen Terrassenfliesen reichen als Nährboden, im Frühling jäte ich Millionen von Birken im Garten, in der Feuerstelle, in Blumentöpfen auf der terrasse, in den Fliesenfugen der Terrasse. (und Holunderbüsche, aber dazu ein anderes Mal mehr). Tauben lieben Birken und das ist besonders perfide, denn Tauben mag ich (auch) nicht. Tauben sind doof und lernen nie, dass diese dünnen Birkenästchen ihr Gewicht nicht tragen. Immer wieder versuchen sie darauf zu landen, um dann mitsamt einem Schauer von weiterem Reisig, Blättern und was die Birke jahreszeitlich sonst gerade zu bieten hat, zu Boden rauschen. Aufgeregtes Taubenflügelgeflatter führt dann dazu, dass Birkensamen wirklich in die hintersten Eckchen verteilt werden, wo sie heimlich zu sehr widerstandsfähigen Birkensprösslingen heranwachsen. Birken gehören zu den Pionierpflanzen und ja, ich weiß warum.

Die Terrasse muss deshalb wöchentlich gekehrt werden und um diese Aufgabe reisst sich wirklich keiner, denn sie ist sehr groß. Wird aber der Birkenmüll nicht beseitigt, reicht ein Regenguss, um Blätter und Ästchen in allerfruchtbarsten Humus zu verwandeln, in dem die von den Taubenflügeln verteilen Birkensamen umso schneller keimen und wachsen. Das Aufsammeln des Birkenreisigs übernimmt der Kater. Unglücklicherweise trägt er die Äste ins Haus, gerne bis in mein Bett, weswegen ich versuche, ihm zuvorzukommen.

„Die Birke muss weg.“, beschloss ich im Sommer, als mir Sommergewitter tagelang hintereinander Birkenmatsch auf die Terrasse zauberten und die Abflüsse verstopften. Wie aber fällt man einen sieben Meter hohen Baum? Die Feuerwehr tut es nicht mehr. (früher rückte sie an, fällte den Baum und man bezahlte eine Spende und einen Kasten Bier. Früher war alles gut.) Ein Gärtner oder Landschaftspfleger muss her, am Besten einer, der den Baum direkt mitnimmt. Allerdings muss der Baum hier im Garten zerlegt werden, denn wir haben keinen Zugang zur Straße, müssen alles durch die Kelterhalle transportieren und ach – es ist kompliziert. Kompliziert mag ich nicht.

Geliebte, gehasste Birke

Geliebte, gehasste Birke

Die Birke bleibt also stehen.Vielleicht würde ich mich ohne sie langweilen. Könnte nicht mehr über doofe Tauben lachen.

(Wenn Sie Ende Februar, Anfang März zufällig ein Stethoskop in die Finger bekommen, suchen Sie sich eine Birke und lauschen Sie am Stamm.)

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