Grünschnittwetter

Spätestens, wenn die Straßenmeistereien mit dem Grünschnitt beginnen und Staus auf den Autobahnen produzieren, weiß die findige Gärtnerin: Jetzt ist es Zeit, auch im eigenen Garten Hand anzulegen.

Gleichzeitig ist es ein schönes Ritual, um das neue Gartenjahr einzuläuten: Alles in Form stutzen, damit es ab dem Frühjahr umso üppiger wachsen kann.

Diesmal lag der Schwerpunkt auf der Haselnuss.

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Die Haselnuss steht an der Grenze zum Nachbargrundstück und wuchs ursprünglich bis an die Dachrinne des Hauses hinauf. Die Nachbarn im zweiten Stock wohnten vollständig im Wald. Ich glaube, das hat sie gar nicht mal gestört, trotzdem haben wir die Haselnuss bei unserem Einzug großzügig gekappt.

Doch sie wächst sehr schnell. Außerdem zieht sie mittlerweile die Terrasse der Nachbarn zur Rechten in Mitleidenschaft und nimmt dort Platz weg. Die Nachbarn haben sich noch nicht beschwert; sie schneiden einfach weg, was sie stört. Aber die Arbeit muss ja nicht sein.

Also lieh der Mitbewohner eine elektrische Motorsäge aus, und wir kappten vorne und hinten ein paar der vielen Stämme.

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Das hat auch den Vorteil, dass die frisch gepflanzten Apfelbäume zukünftig mehr Licht bekommen. Denn die Sonne kommt ab dem Mittag aus Richtung der Haselnuss, so dass sie Licht wegnimmt.

Die Arbeiten mit der Elektrosäge liefen reibungslos: Für das, was sie tun sollte, war die Kraft der Säge absolut ausreichend.

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Die Arbeiten produzieren natürlich jede Menge Holz. Doch anders als bei den Baumschnitten vorher, nach denen wir immer auf einem Haufen Grünzeug saßen und nicht wussten, wohin damit, lernen wir dazu und haben uns schon vorher überlegt, was wir mit den Resten tun wollen.

Die Äste haben wir erstmal an der Hauswand gelagert. Sie werden in den Hochbeeten des Gewächshauses, die der Mitbewohner im März baut, eine Grundlage für den Gemüseanbau bilden.

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Dazu werden wir sie häckseln und auf dem Boden der Hochbeete verteilen. Im nächsten Jahr werde ich vielleicht kleine Beet- und Wegeinfassungen daraus bauen.

Die Stämme gehen an die Verwandtschaft im Sauerland. Dort stehen Kaminöfen, die sich über Futter freuen.

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Außerdem behalte ich zwei oder drei, um den Haufen Totholz, den ich ohnehin im Garten habe, etwas anzureichern. Das freut die Insekten und die Molche.

Die übrigen Büsche und Bäume waren gut in Schuss, so dass wir dort nur wenig weggeschnitten haben: ein bisschen an der Kirsche, ein bisschen am Hibiskus. Am Kirschbaum haben wir die Äste entfernt, die aus der Krone direkt und gerade nach oben wachsen. Tipps zum Baumschnitt, insbesondere bei Obstgehölzen, gibt es unter anderem hier und hier.

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