Über Vanessa Giese

http://www.gaertnerinnenblog.de

Eingemachtes von Vanessa Giese:

Thorsten im Mitarbeiterjahresgespräch

Gestern hatte Thorsten sein Mitarbeiterjahresgespräch.

Es ist Mitte August, und die Performance in seinem Team ist leider unterdurchschnittlich. Als Leiter der Abteilung Greenhouse und in seiner operativen Funktion als Tomatenpflanze hat er bislang lediglich einen Output von drei Frühstückstomaten produziert. Damit bin ich als Garden Chairwoman zu diesem fortgeschrittenen Saisonzeitpunkt nicht zufrieden – und das sollte auch nicht Thorstens Anspruch als pioneer plant und ehemaliger  first mover sein. Es war höchste Zeit, miteinander in die Bütt zu gehen, um dem Business den entscheidenden Turn zu geben, bevor die Saison zu Ende ist.

Bislang – und den Schuh muss ich mir anziehen – hatte Thorsten keine klaren Wachstumsvorgaben. Wir haben bei seinem Start in meinem Garten lediglich über allgemeine Ziele gesprochen: fleischige, süße Früchte in angemessener Zahl bei kontinuierlicher Ernte. Wir waren uns außerdem einig, dass wir kein Quick-WinBusiness aufbauen, sondern nachhaltig im Sinne einer sustainable growth rate arbeiten.

Das hat Thorsten zu wörtlich genommen. Sein Team geht den Weg des geringsten Widerstandes und investiert in Blattwerk, statt sich auf seinen Unique Selling Point zu besinnen: Jede mittelmäßig talentierte Anemone hat Blätter, aber nur Tomaten haben Tomaten! Doch ausgerechnet bei seinem USP ist Thorstens Zielerreichung nicht akzeptabel. Auch wenn in meinem Garten das Motto „Kein Wachstum um jeden Preis“ gilt, muss es am Ende einen Return of Invest geben. We’re no charity!

Deshalb haben wir gestern Nachmittag lange geredet – was für Thorsten zugegebenermaßen nicht einfach war. Er tat sich zunächst schwer mit dem Gedanken, alte Gewohnheiten loszulassen, seine Führungsrolle ernst zu nehmen und sein Team in Richtung target achievement zu lenken. Im ausführlichen Feedbackgespräch haben wir uns darauf committed, den gemeinsamen Blick bis Ende November ausschließlich auf die business essentials zu lenken und als first step of progress alle low performing leaves sozialverträglich outzusourcen.

Die Abteilung Greenhouse sieht nun nicht mehr aus wie ein Wald. Die Arbeitsatmosphäre ist wesentlich heller und luftiger.

Tomatenpflanzen im Gewächshaus, unten ziemlich kahl

Das liegt auch an einer zweiten Maßnahme. Denn nicht nur für Thorsten galt gestern: Zurückstecken, um sich weiterzuentwickeln.

Weil in meinem Garten flexible Arbeitsmodelle und Diversity einen hohen Stellenwert haben, arbeitet Thorsten seit dieser Saison im office sharing mit Gurki. Schon sehr früh im farming process war klar, dass Thorsten und Gurki sich in der bewusst geschaffenen cross-border cooperation positiv befruchten. Leider investiert auch Gurki seine Expertise stark in Blattwerk; dahingehend agieren die beiden – ich vermute, sogar ohne jemals zielgerichtet darüber gesprochen zu haben – als mutual influencer. Ein interessanter Fall von subconscious agreement!

Gurki nimmt den Thorstens dadurch nicht nur Licht weg. Er liefert ihnen auch eine Entschuldigung für ihre below average performance: „Wir können ja nicht anders! Wären Gurkis Blätter nicht, wir würden ja sofort!“

Auch Gurki musste also Blätter lassen. Thorsten kann sich nun mit seinem Team unter Idealbedingungen beweisen.

trenner_tomate

 

Grilltipps – für Fisch, Fleisch, Gemüse und den Grillkauf

Kohle, Gas, Elektro: Die Sache mit den Grillen ist ja eine Glaubensfrage. Und ich gestehe: Ich bin Team Gas.

Was mich nämlich schon immer genervt hat, ist die lange Vorlaufzeit, bis man beim Kohlegrill zum Wesentlichen kommt: dem Grillen. Anzündwürzel, -paste oder -kamin, warten, wedeln, pusten – währenddessen eineinhalb Baguettebrote mit Kräuterbutter essen und wenn das Fleisch gar ist: keinen Hunger mehr.

Der Gasgrill hingegen: zack – los geht’s! Heiße Flamme, heißer Rost, und innerhalb von zehn Minuten liegt das erste Fleisch auf dem Grill.

Weitere Vorteile des Gasgrills: Ich kann indirekt grillen. Außerdem qualmt der Grill kaum – die Nachbarn danken es mir. Und wenn einer meiner Grillgäste das Grillen unterbrechen muss (zum Beispiel das Kind stillen oder zwischendurch zu Bett bringen) oder wenn ein Gast später dazukommt, kann ich ganz einfach nochmal anfeuern und etwas nachlegen.

Fleischtipp: Fleisch rechtzeitig vorher aus dem Kühlschrank nehmen. Dann gart es gleichmäßiger durch. Niemals direkt vor dem Grillen salzen, sonst wird es trocken – entweder eine halbe Stunde vorher oder danach, wenn es auf dem Teller liegt.

Gemüsetipp: Paprika und Zucchini in nicht zu kleine Stücke schneiden, großzügig Olivenöl, Rosmarin und Meersalz drüber, mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen und ab in die Gemüseschale auf den Grill. Geht immer und ist eine gute Alternative zum obligatorischen Salat.

Fischtipp: Keinen Grillkorb verwenden, sondern eine Planke aus Zedernholz. Sie macht ein schöneres Aroma, weil das Holz ätherische Öle enthält. Die Planke immer vorher durchfeuchten, circa eine Stunde. Man kann sie von Markenherstellern kaufen – oder einfach mal in der nächsten Schreinerei nachfragen.

Bei Lionshome können Sie den besten Grill für Ihre Zwecke aussuchen. Das Onlineportal führt das Angebot großer Shops – darunter Amazon, Conrad und Otto – mit dem kleinerer Shops zusammen. Das schafft Übersicht und man muss nicht überall einzeln hinklicken.

Sehr schön finde ich übrigens auch Feuerschalen für die Zeit nach dem Grilling. Die Lagerfeueratmosphäre hat was – und versöhnt vielleicht diejenigen der Grillgäste, die es gerne holzkohlig haben.

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Lionshome.

trenner_pilz

Der Dortmunder Garten im August

Ein kleiner Blick in den Garten – jetzt im August. Einer der schönsten Monate – der letzte Monat, bevor der Herbst beginnt.

Gartenpanorama im August

Am Terrassenbeet blühen die Zwergdahlien, die Husarenköpfchen und sogar mein bewachsener Stein.

Garten im August: Terrassenbeet

Garten im August: bewachsener Stein

Husarenköpfchen finde ich übrigens außerordentlich praktisch: Die Schnecken mögen sie nicht, sie blühen viele Monate lang, sind pflegeleicht und sagen Bescheid, wenn sie Wasser brauchen, sind nicht nachtragend und wachsen zu schönen Polstern.

Garten im August: Gelb blühende, kleine Husarenköpfchen

Im Gemüsebeet ist die Zeit von Zucchini, Kürbis und Mangold. Die Zucchiniblüten erreichen monströse Größen.

Man kann sie frittieren und essen, oder? Diese hier hätte es verdient:

Garten im August: riesige Zucchiniblüte

Mit drei Zucchinipflanzen habe ich wieder eine Zucchiniflut, die ich diesmal aber gut bewältige. Meist grille ich die Zucchini zusammen mit Paprika und Rosmarin. Gefüllte Zucchinischiffchen gibt es auch.

Sehr lecker ist übrigens dieses Rezept: Zucchinipuffer mit Joghurtsauce.

Garten im August: Zucchini

Ich habe zwei Kürbispflanzen: den Gelben Zentner und Hokkaido. Der erste Zentner hat sich allerdings eine unglückselige Stelle zum Wachsen ausgesucht – genau im Zaun.

Garten im August: zwischen Zaunpfählen eingequetscht wachsender Kürbis

Der erste Hokkaido-Kürbis ist auch fertig:

Garten im August: reifer Hokkaidokürbis

Der Rest des Gartens blüht so vor sich hin: Rosen, Gladiolen, Sonnenhut, Mädchenauge:

Garten im August: Rosen und Insektenhotel

Garten im August: Gladiolen

Die Gladiolen liegen fast im Beet. Das ist optisch nicht so schön. Warum tun sie das? Neigen sie sich der Sonne zu? Oder sind es solche Schluffis?

Wofür sie sich übrigens gut eignen: als Geschenk. Im Beet schauen sie wegen ihrer Schräglage bemitleidenswert aus. In der Vase sind sie toll.

Garten im August: Gewächshaus und Äpfel

Im kommenden Jahr werde ich übrigens nur noch Pflanzen kaufen, die schneckenresistent sind: Mädchenauge und Sonnenblumen sind es offenbar nicht, Sonnenhut ist es hingegen schon. Husarenköpfchen und Männertreu ja, Lupinen nein.

Vielleicht sollte ich hier mal eine Liste machen, bevor ich die Erfahrungen dieses Sommers vergesse und mir im nächsten Jahr wieder alles weggefressen wird.

trenner_karotte

Kompostzauber

In meinem Garten gibt es einen Kompost. Er schluckt den Rasen- und Grünschnitt, ein paar Gemüseabfälle und was an Unkraut so anfällt. Größere Grünabfälle, die ich ein- oder zweimal im Jahr habe – zum Beispiel zum Herbst -, bringen wir zum Bringhof.

Im vergangenen Jahr war der Kompost immer sehr gut gefüllt. Eigentlich zu gut. Wir haben deshalb über die Anschaffung eines zweiten Kompost diskutiert: Eigentlich wäre er nötig, andererseits nimmt er viel Platz weg und ist unschön anzusehen.

Kompost im Kompostgitter

Im Frühjahr unterhielt ich mich während einer Mittagspause mit einer Kollegin über das Kompostthema, und sie meinte: „Kennst Du nicht Humofix?“ Ich so: „Hä? Nee.“

Ihre Eltern, seit Jahrzehnten Gärtner und Kenner sämtlicher Tricks und Kniffe, verwendeten Humofix und kämen deshalb seit Ewigkeiten mit nur einem Kompost aus. Das Ganze sei ein pflanzlicher Schnellkompostierer und würde Wunder wirken.

Ich googelte. Auf der Website der Benediktinerinnen in Fulda, die das Pulver herstellen, heißt es:

„Das in Wasser angesetzte Pulver wirkt in erprobter homöopatischer Dosis als Aktivator:

  • Die zur gesunden Flotte notwendigen Mikroben werden gefördert, so dass sie sich fast explosionsartig vermehren
  • Dadurch wird die Umwandlung organischen Materials in Humus beschleunigt (4-6 Wochen im Frühjahr und Sommer)
  • Es wird eine hohe Anfangstemperatur von 60-65 °C erreicht, wodurch Unkraut-Samen, Schädlinge und Krankheitserreger zerstört werden
  • Das mühsame Umschaufeln ist nicht mehr nötig
  • Regenwürmer werden nach Abklingen der Heißphase angelockt und gefördert.“

Der Mitbewohner meinte: „Soso. Bestimmt aus geweihten Kräutern, die die Nonnen bei Vollmond pflücken.“

Ich bestellte mir das Zeug.

Flasche mit Humofix

Inzwischen habe ich es seit vier Monaten im Einsatz und kann sagen: Es funktioniert gut. Zwar sind die Grünabfälle nach sechs Wochen nicht duftender, zart krümeliger Humus, wie es auf der Website vollmundig steht. Aber der Kompost sackt sehr schnell zusammen. Irgendwas scheint darin also zu passieren. Jedenfalls benötige ich keine zwei Komposte mehr, um über das Jahr zu kommen.

Ein Päckchen kostet drei Euro. Ich habe einmalig in zehn Stück investiert und inzwischen fünf verbraucht: Zehn Stück reichen bei mir also dicke für ein Jahr.

Das angebotene Dosierset kann man sich übrigens sparen: Ich hatte es seinerzeit mitbestellt, aber die Flasche ist schon kurz darauf abhanden gekommen. Jetzt benutze ich Tetrapacks.

(Ich habe Humofix aus eigenem Interesse ausprobiert und bezahlt.)

trenner_kuerbis

Zurück aus dem Urlaub: Honigmelone entdeckt!

Am Sonntag kam ich aus dem Urlaub zurück – und was sah ich? Eine Honigmelone!

Hallelujah! Ich bin über Nacht erfolgreiche Melonenzüchterin geworden!

Honigmelone_Gewaechshaus

So richtig habe ich ja selbst nicht dran geglaubt, als ich im Frühjahr die Melonensetzlinge gekauft habe. Ich habe lediglich gedacht: Jetzt haste schon ein Gewächshaus, dann willste auch Melonen!

Nachdem drei Monate lang nur Blätter wuchsen und zwar Blüten kamen, diese aber immer wieder verkümmerten – und das, obwohl mein Q-Tipp und ich sie so liebevoll bestäubten -, hatte ich die Melonen schon abgeschrieben und die Pflanze als rankendes Deko-Element abgehakt. Und nun: Babymelone!

Nachbar Thorsten ist vor Freude ganz rot geworden:

Thorsten

trenner_kuerbis

Der Dortmunder Garten im Juli

Juli, einer der schönsten Monate des Jahres!

Im vergangenen Monat habe ich noch genölt, wie schlecht das Wetter im Juni war und wie viel es geregnet hat. Nun, allzu viel hat sich nicht geändert. Es regnet leider immer noch – so wie heute:

Garten im Juli: Terrassenblick

Aber ich bin guten Mutes: Eine richtige Sonnenperiode hatten wir hier in Dortmund zwar immer noch nicht, aber der Regen ist weniger geworden. Vielleicht wird es also bald etwas mit dem Supersommer. Noch bleiben ja zwei Monate übrig.

Der Regen tut immerhin den Pflanzen gut. Alles blüht und sprießt: die Blumen, das Gemüse und die Kräuter. In den Gemüsebeeten ist der Salat gar. Ich konnte die ersten Zucchini ernten, und der erste Kürbis reift heran. Gemüsebeet Eins mit Rotkohl, Salat, Möhren und Radieschen:

Garten im Juli: Gemüsebeet mit Rotkohl, Salat, Möhren und Radieschen

Gemüsebeet Zwei mit Salat, Zucchini und Kürbis – im Vordergrund das Saatband „Schneckenschreck“, das nur auf einem von fünf Metern was gebracht hat. Es sieht schon recht zerrupft aus:

Garten im Juli: Gemüsebeet mit Kopfsalat, Zucchini, Kürbis

Der Kopfsalat schießt schon. Ich habe deshalb am Wochenende noch einmal reichlich Salatcremesuppe gekocht und eingefroren. Im Gewächshaus habe ich eine zweite Rutsche Kopfsalat eingesät, die ich beizeiten aussetzen werde. So schnell, wie er wächst, kann ich dann im September eine zweite Ernte einfahren.

Im Gewächshaus wachsen die Thorstis und die Gurken jede Woche fünfzehn Zentimeter in die Länge. Blüten und Früchte gibt’s aber bislang nur ein ganz paar.

Garten im Juli: Im Gewächshaus

Mit den Gurken gibt’s auch ein Problem. Dazu schreibe ich mal einen extra Beitrag – da brauche ich Hilfe.

Für die Tomaten ist das Gewächshaus super: kein Regen von oben, kein Wind von der Seite, viel Licht und ein feuchtwarmes Klima. Jedesmal, wenn ich die Tür öffne, höre ich ein wohliges Brummen. Dadurch, dass wir noch keine wirklich heißen Tage hatten, habe ich auch kein Belüftungsproblem.

Neben Thorsten habe ich zwei Paprika gepflanzt. Sie bekommen jetzt die ersten Kinder:

Garten im Juli: Paprikakind

Vor der Tür wird mein „Rindenmulch-Valley“ jetzt immer bunter. Wenn’s nach mir geht, könnte es noch wilder sein. Aber so eine Neubepflanzung eines Gartens geht ganz schön ins Geld, muss ich feststellen. Es ist erstaunlich: Ich schleppe Pflanze um Pflanze in den Garten, aber er wird gefühlt nicht voller.

Garten im Juli: Gewächshaus

Deshalb ziehe ich einige Blumen nun selbst – zum Beispiel Lupinen. Die sind winterhart und schauen hübsch aus. Leider mögen die Schnecken sie auch gern. Die Lupinen, die ich gekauft und gepflanzt habe, sind fürchterlich abgefressen.

Meine Lupinenkinder:

Garten im Juli: Lupinenkind

Wahrscheinlich ist es auch klug, das erste Jahr abzuwarten und nicht jeden Quadratmeter vollzupflanzen. Im nächsten Sommer werden die meisten Pflanzen wahrscheinlich erst richtig angegangen sein. Wenn dann noch etwas fehlt, kann ich immer noch nachlegen.

Überhaupt braucht manche Pflanze offenbar zwei Jahre, um heimisch zu werden. Von den zwei Apfelbaumspalieren, die ich im vergangenen November gepflanzt habe, trägt nur der Topaz.

Garten im Juli: Topaz-Apfelkind mit Fliege drauf

Der Boskop hatte zwar Blüten, trägt aber keine Früchte.

Die Montbretien, die ich im vergangenen Frühjahr gesetzt habe und von denen 2015 nur die Blätter – ohne Blüten – aus der Erde kamen, blühen jetzt in voller Pracht:

Garten im Juli: Montbretien

Falls Sie übrigens auch eine Kräuterschnecke planen: Machen Sie! Es ist wirklich toll! Bei mir ist sie direkt neben der Terrasse und duftet wie verrückt!

Ich kann allerdings gar nicht so viel kochen und essen, wie ich Kräuter habe. Besonders den Salbei habe ich unterschätzt: Er ist ein Wald.

Garten im Juli: Kräuterschnecke

Bis auf Kerbel sind alle Kräuter angegangen. Von oben nach unten: Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran, Melisse, Salbei, Minze, Bohnenkraut, Schnittlauch, Basilikum, Waldmeister.

Das Oregano blüht momentan sehr hübsch:

Garten im Juli: Blühender Oregano

Demnächst mehr von meinen Gurken – und von meinem Kompost. Für den habe ich ein Geheimrezept aus Fulda entdeckt.

Habt einen schönen Juli!

trenner_radi

 

Lange Dingsies

Vor dem Winter habe ich jede Menge Blumenzwiebeln in der Erde versenkt.

Ich komme mir mit Blumenzwiebeln immer vor wie ein Eichhörnchen: Mit Freude vergrabe ich, vergesse aber, wo ich was gepflanzt habe. Meistens weiß ich noch, dass ich an einem Ort etwas gepflanzt habe. Nur halt nicht, was.

An der Terrasse wachsen jetzt diese langen Dingsies:

Lange Dingsies

Ich glaube, es ist Allium. Muss aber nicht. Kann auch etwas anderes sein. Ich kann mich nämlich nicht erinnern.

Die Stängel sind jetzt fast zwei Meter lang. Bald ragen sie wie die legendäre Bohnenranke bis hinauf in den Himmel, ich kann hinaufklettern und bin im Reich der Riesen, wo ich wilde Abenteuer erlebe.

Lange_Dingsies_02

Falls nicht: Meine Erwartungen wachsen auf jeden Fall mit jedem Zentimeter Ständel. Nach nunmehr viermonatigem, ausschließlichem Höhenwachstum erwarte ich eine gigantomanische, fantastische, zum Umfallen tolle Blüte, die bis in den Winter hinein wunderschön sein wird. Mit Zauberkräften.

Lange_Dingsies_01

Was man durch die Haut erahnen kann, sieht allerdings eher kleinteilig aus.

Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

trenner_karotte

Da haben wir den Salat

Aktuelles Luxusproblem: viel Salat.

Der Kopfsalat ist die Zucchini des frühen Sommers: Erst tut er nix, dann wächst er innerhalb eines Wimpernschlags zu Audrey-hafter Größe heran. Das ganze Beet ist voll davon. Die Lösung:

Salatcremesuppe

Ja, ich fand’s auch erst skurril. Aber ich hab’s ausprobiert: schmeckt. Und dauert nur 20 Minuten in der Herstellung – nach Hause kommen und Jacke aufhängen mit eingerechnet. Also ein hervorragendes After-Work-Gericht.

Zutaten:
3 kleine Kopfsalate aus dem Garten
1 Liter Gemüsebrühe
Zwiebeln
Knoblauch
1 Becher Sahne (oder Cremefine oder ähnliches)
Fett zum Andünsten, Pfeffer, Salz

Kopfsalat in der Spüle

Zwiebeln hacken, Knoblauch hacken und in einem Topf glasig dünsten. Ich habe von beidem reichlich genommen, fünf Zwiebeln und fünf Knoblauchzehen, aber das sollte jeder halten, wie er mag.

Den gewaschenen Kopfsalat leicht auszupfen und dazugeben. Dann die heiße Brühe drüberkippen und pürieren.

Salatsuppe pürieren

Zum Schluss noch salzen und pfeffern, Sahne rein, fertig.

Man muss nichts großartig auf- oder einkochen, nichts muss reduzieren, und man braucht auch wirklich nur diese Zutaten. Die Suppe schmeckt nach … nun ja, Salat halt. Sie hat aber auch etwas von einer französischen Kräutersuppe.

Salatsuppe in der Schüssel

Ich bin übrigens tatsächlich satt geworden. Okay – ich musste zwei Schüsseln davon essen, und danach war mein Magen ein Ballon. Aber ich war satt. Sogar für länger.

trenner_brocco

Kräuterpflanzen aus dem Internet

Vor einigen Wochen bekam ich ein Paket. Darin waren …

Waschbär-Paket: Kräuter

… duftende Limonaden-Kräuter von Bioland, gespendet von Waschbär, dem Umweltversand für Naturmode und Bioprodukte.

Für mich war das eine Premiere: Ich habe zum ersten Mal Pflanzen per Post zugesendet bekommen. Die Kleinen waren sehr liebevoll verpackt, hatten genug Wasser und waren deshalb nur ein bisschen zerzauselt von der Reise.

Ich habe sie in meine Kräuterschnecke eingepflanzt.

Waschbär-Kräuter: eingepflanzt

Im Paket befanden sich:

  • Limonadenkraut
  • moldawische Melisse
  •  Waldmeister
  • Zitronenmelisse
  • marokkanische Minze
  • Orangenduft-Thymian

Diese Kräuter können Sie bei Waschbär bestellen – ebenso wie andere Bioland-Pflanzen. 

Mit im Paket waren auch ein Buch mit Rezepten für Sommerlimonaden und sechs Limonadenkelche. Besten Dank dafür. Lust darauf, eine Limo nachzumachen? Hier ein Rezept:

Zitronenmelissenlimo

Zutaten:
Zitronenmelissenblätter (ca. eine Handvoll) und
4 Zweige Zitronenmelisse
2 Liter Mineralwasser
3 Limetten
2 Zitronen
2 Esslöffel brauner Rohrzucker
2 Zimtstangen

Blätter und Zweige waschen und mit dem Wasser aufgießen. Zwei der drei Limetten und die Zitronen auspresse, zum Wasser geben. Zucker und Zimtstangen ebenfalls dazugeben. Die restliche Limette klein schneiden und ebenfalls ins Wasser geben. Kalt stellen und ein paar Stunden ziehen lassen. 

Seit ich das Paket bekam, sind sechs Wochen vergangen. Die zarten Pflänzchen haben sich seither bestens eingelebt – alle leben und gedeihen bestens und duften herrlich! Bald sind die pflückreif:

Die Waschbär-Kräuter nach einem Monat

Fehlt nur noch der passende Sommer zur Sommerlimonade.

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Waschbär. 

trenner_birne

Das Kirschendesaster

Es regnet und regnet und regnet.

Das Ergebnis: Die Kirschen sind im Eimer. Alle Früchte: schimmelig.

Verschimmelte Kirschen im Baum

Ich schiebe es auf den Dauerregen. Denn der Nachbarin geht es genauso: Auch ihre Kirschen sind alle oll.

Im Juni gab es kaum einen Tag in Dortmund, an dem es nicht geregnet hat – und wenn, dann war es schwül und feuchtwarm. Symbolbild:

Kirschbaum im Regen

Es ist frustrierend, das schimmelige Zeug im Baum hängen zu sehen. Aber abpflücken und entsorgen? Uuuuaah. Eklig.

Eine Handvoll Kirschen konnte ich retten. Dachte ich. Nur einen halben Tag später begannen auch sie, in der Schale zu schimmeln. Also weg damit.

Kirschen in weißer Schale

Adé, Kirschensommer. Bis nächstes Jahr.

trenner_brocco

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen