Über Vanessa Giese

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Eingemachtes von Vanessa Giese:

Winter-Vorbereitungen

Der Garten bereitet sich auf den Winter vor.

Er deckt sich mit Blättern zu und legt sich schlafen. Nicht einmal das Unkraut wagt sich vor. Nur vereinzelte Triebe übereifrigen Girschs lassen sich zwischen den abgeschnittenen Rosen blicken. Moose feiern eine Party. Laub kuschelt sich in die Wiese.

Herbsthügel

Herbsthügel

Die Vögel sind erstaunlich umtriebig. Amseln, Meisen, Rotkehlchen und Eichelhäher suchen nach Samen und Körnern. Sie wirken geschäftiger als im Frühjahr, geradezu hyperaktiv. Auch das Eichhörnchen sehe ich nun fast jeden Morgen. Es wirkt jedoch keineswegs hyperaktiv. Tut es niemals. Es sitzt auf der Wiese und glotzt in die Gegend. Ab und an lege ich Futter aus. Aber ich könnte ihm die Nüsse vor die Füße rollen, es würde sie nicht finden. Ein Eichhörnchen mit Förderbedarf.

Was mich besonders freut: Meine Lieblingstaube ist nach weitgehender Sommerabstinenz wieder da. Sie ist keine einfach Stadttaube, keine von den schmuddeligen, sondern glänzend und von nobler Geburt. Gediegen spaziert sie über den Rasen und sieht Queen-Mom-haft nach dem Rechten.

Die Garteneule hingegen zeigt sich passiv. Sie hat, seit alle Kästen und Pflanzschalen eingemottet wurden, ihren Platz im Lavendel gefunden.

Garteneule

Meine Garteneule.

Nachdem ich alle Büsche und Stauden zurückgeschnitten habe, liegt nun wieder frei, was sonst im Verborgenen bleibt. Einer meiner Lieblingsorte ist ein Stein, der sommertags sein Zuhause im Schatten unter Farn hat. Er ist dicht mit Moos und Flechten bewachsen – ein eigene, kleiner Kosmos. Er muss schon sehr alt sein; der Quastenflosser meines Gartens.

Lieblingsstein

Bewachsener Lieblingsstein.

Am Wochenende habe ich die letzten Tulpen eingepflanzt: verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Blütezeiten. Schon zehn Minuten nach dem Einpflanzen habe ich vergesse, welche Tulpe wo in der Erde ist. Das nächste Frühjahr wird eine große Überraschungsparty.

Tulpenpflanzwerkzeuge

Tulpenpflanzwerkzeuge

Bis dahin liegt der Garten brach. Direkt nach dem Sommer, nachdem alles in voller Pracht, in Saft und Kraft stand, empfand ich die Vergänglichkeit deprimierend. Inzwischen habe ich mich an den Anblick der kahlen Beete gewöhnt und freue mich sogar ein wenig, das zu betrachten, was aus der reichen Zeit geblieben ist. Das Weniger an Opulenz schärft die Sinne.

Blüten im November

Einige wenige halten sich tapfer.

Ein bisschen warte ich sogar auf Schnee. Damit sich alles endgültig schlafen legt.

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Eine Handwerker-Soap in 5 Akten – Akt 2: „Heit bringe mer noch Putz auf!“

Was bisher geschah: Mitgärtnerin Pia hat Handwerker bestellt. Sie sollen Dach und Fassade der grünen Villa renovieren.

Das Gerüst ist aufgebaut, die Farbe ist geliefert. Die Vorbereitungen sind beendet. Nun kann es losgehen mit den eigentlichen Arbeiten.

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Fortsetzung folgt: „Macht nix! Krieje mer hin!“

Balkonsitzen im November

Ich bin hin- und hergerissen.

Einerseits mag ich es warm. Auf den kanarischen Inseln arbeiten, das ganze Jahr über in Rock und T-Shirt herumlaufen – eine schöne Vorstellung. Gerade schmuddelige Herbsttage liegen mir nicht (es sei denn, ich liege – und zwar auf dem Sofa). Insofern war ich am Wochenende hoch erfreut, als das Thermometer 14 Grad zeigte.

Allerdings: Etwas komisch ist es schon. Ende November auf dem Balkon sitzen und die Sonne genießen? Zwar mit einer Decke im Rücken und in mehr als Badekleidung – aber sonst? Alles wie im Sommer.

Balkon im November

Das Balkonquartier

Nun ja – nicht ganz wie im Sommer. Denn statt Geranien blühen Erika, und nur der Buchsbaum ist noch genauso munter wie im Juli.

Schnee wäre nicht schlecht. Vielleicht nicht ganz so viel wie in den USA. Eher so wie bei der Mäusedoktorin in Finnland. Natürlich mit klirrender Kälte und Sonnenschein. Denn das geht genauso gut wie Kanarische Inseln.

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Eine Handwerker-Soap in 5 Akten – Akt 1: „Tach! Mir wolle des Gerüst uffbaue!“

Seit Mitte Oktober vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens eine Minute fröhlich bin. Der Grund: Mitgärtnerin Pia. Sie renoviert gerade ihr grüne Villa – beziehungsweise: lässt renovieren. Und twittert über die fröhlichen Handwerker, in deren rheinhessischem Dialekt. Weil es so schön ist, habe ich das Ganze mal als Handwerker-Soap zusammengefasst.

Die kleine Serie beginnt mit Teil 1: Gerüstaufbau und sonstige Vorbereitungen.

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Akt 2: „Heit bringe mer noch Putz auf!“

Ein Blick in andere Gärten

Eine amerikanische Studie hat herausgefunden, dass Pflanzen nervös werden, wenn sie verspeist werden sollen. Passend dazu fragt sich Jörg Albrecht in der FAZ, ob Pflanzen eine Würde haben.

Zeit Online hat seine LeserInnen gebeten, ihren Lieblingsbäcker zu nennen. 15.000 Menschen haben mitgemacht. Herausgekommen ist eine Deutschlandkarte des Backgenusses. Ist Ihr Bäcker auch dabei?

Urban Gardening ist in: Naturverbundenheit, Entschleunigung, Slow Food – was der Berliner Hipster stolz vor sich herträgt (und der Stadt beim Sparen hilft), ist den Menschen in den Favelas von Managua ziemlich schnuppe. Sie erhalten durch ein Entwicklungsprojekt, das urbanen Gartenbau fördert, Lebensmittel, die sonst viel zu teuer wären.

Weg vom Garten, hin zum Meer: Australische Forscher haben sich daran gemacht, die Grenzen der Ozeane neu einzuteilen – nach Müllvorkommen.

Zum Schluss ein Weihnachtsgeschenketipp, fair und transparent: Sonnenlicht im Einmachglas, ein ganzer Liter davon.

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Ein Blick in andere Gärten

Der heutige „Blick in andere Gärten“ beginnt mit einem musikalischen Höhepunkt.

Das Blumenbüro Holland ist der Meinung, man solle nicht allzu sehr an einer sterbenden Topffplanze hängen. Verständlich – es verdient schließlich Geld mit neuen Blumen. Um virale Abschiedswilligkeit zu verbreiten, gibt es jetzt diesen Song:

Es folgt direkt das Anschlussthema: Wohin nur mit der Mülltonne, in die die verwelkten Blumen kommen? Renate vom Genießer-Garten hat sich einige Mülltonnenhäuschen angeschaut und schöne Lösungen in Bildern festgehalten.

Der Trend ist: In Supermärkten wird es bald keine Preisschilder aus Papier mehr geben. Stattdessen wird eine digitale Auszeichnung am Regal sichtbar sein. Das ermöglicht es dem Supermarkt theoretisch, mehrmals im Tag die Preise zu ändern. Ein Supermarkt in Hamburg-St.-Georg erprobt den Einsatz.

Der Amazonas-Regenwald schwindet: Pro Stunde (!) wurden in den vergangenen 40 Jahren 526 Fußballfelder abgeholzt.

Am 31. Oktober war Deadline für den Fotowettbewerb von National Geographic. Der Boston Globe zeigt in seiner Rubrik „Big Picture“ eine Auswahl der Einreichungen.

Ben vom Blog „Vegetation daheim“ hat ein neues Smartphone und direkt mal Garten- und Pflanzenapps für Android getestet.

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Handwerker und Baumärkte

Pia alias Frau Mutti ist zu Hause gerade unabkömmlich: Sie kommandiert Handwerker herum. Gleichzeitig beklagt sie sich, dass die Handwerker sie oft nicht ernst nehmen:

„Ich könnte knallen vor Wut.

Seit wir in der Grünen Villa wohnen, haben wir schon mit sehr vielen Handwerkern zu tun gehabt. Von ‚ist ihr Mann da? Wann kommt er denn? Ich komme dann wieder!‘ bis ‚Ich weiß ja nicht, ob sie das verstehen!‘ über komplettes Ignorieren habe ich schon alles erlebt.“

Ich selbst habe im vergangenen Jahr viel renoviert – und hatte in diesem Zusammenhang auch mit Handwerkern zu tun: Fliesenleger, Parkettleger, Elektriker. Sowohl Fliesenleger als auch Parkettleger haben hervorragend gearbeitet und haben mich bei Entscheidungen selbstverständlich zu Rate gezogen.

Der Elektriker – und das ist eher ein generelles Problem mit Handwerkern – hat weder zugehört noch (wie sich am Ende herausstellte) einen sinnvollen Kostenvoranschlag abgegeben, hat nicht erbrachte Leistungen abgerechnet und auch sonst nicht durch Kompetenz und Zuverlässigkeit geglänzt. Das hatte allerdings nichts mit mir als weibliche Kundin zu tun, das schien mir eher eine grundsätzliche Taktik zu sein.

„Wütend bin ich nicht nur auf die Handwerker. eigentlich bin ich noch wütender auf die Frauen, die dieses Verhalten füttern. Die das hilflose Weibchen geben, das sich um Kleidung, Frisur und Fingernägel sorgt und den Mann vorschiebt, der in den meisten Fällen ja genauso wenig Ahnung hat.“

Ich habe die Erfahrung gemacht: Wenn man von Anfang an ganz selbstverständlich auftritt, wenn man sich kundig gemacht hat und schon bestimmte Fragen und Vorstellungen hat, wird man auch ernst genommen. Zugegeben, manchmal ernte ich leichtes Erstaunen, wenn die Handwerker merken, dass ich im Thema bin und weiß, was ich möchte. Aber nach ungefähr zehn Sekunden haben sie ihre Überraschung überwunden und es geht normal weiter. Wahrscheinlich reagieren sie bei informierten Männern, vor allem bei solchen, die ansonsten Schreibtischtäter sind, genauso. Möglicherweise ist der ziellose Kunde einfach eher die Regel als die Ausnahme.

Baumärkte sind übrigens besser als ihr Ruf: Immer, wenn ich einen Verkäufer gefunden hatte (okay, ich gebe zu: Das ist tatsächlich der Knackpunkt an der ganzen Geschichte), wurde ich stets gut und ernsthaft beraten. Vielleicht, weil ich immer maximal abgeranzt im Baumarkt auflaufe und aussehe, als hätte ich gerade schon fünf Stunden im Rohbau malocht. Wenn ich dann noch frage, ob sich vor der Arbeit mit Strukturputz zusätzlich zum Tiefgrund eine Haftgrundierung empfiehlt und welche Taktik für Rigips zu empfehlen ist, dann bin ich direkt drin, im Herzen des Baumarktverkäufers.

Ich ertappe mich allerdings dabei, dass ich Männer, die sich angesichts handwerklicher Herausforderungen hilflos geben, etwas befremdlich, um nicht zu sagen lächerlich finde. In diesem Fall bin ich leider Opfer von Rollenklischees. Oder meiner eigenen Tatkraft.

Übrigens ist es ein Märchen, dass Frauen sich nicht für Werkzeug interessieren. Es gibt beim Renovieren und im Garten nichts Tolleres als gutes, taugliches Werkzeug. Und eins ist mal klar: Für eine Bohrmaschine mit richtig Wumms lasse ich jede Bordüre links liegen.

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Vielen Dank!

Vielen Dank an Wibke!

Buch: Der geheime Garten

Vergangene Woche hat Wibke mir „Der geheime Garten“ von F.H. Burnett ans Herz gelegt. Ich habe den Titel direkt auf meine Amazon-Wunschliste gesetzt.

Am Freitagabend bekomme ich unverhofft eine SMS von meiner Packstation: Ein Paket sei angekommen. Nanu, wie konnte das sein? Ich hatte doch gar nichts bestellt. Gestern bin ich schnell rumgefahren, habe nachgesehen und … – ein Geschenk!

Ich bin platt! Ganz herzlichen Dank!

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Ein Blick in andere Gärten

Was es nicht alles gibt! Zum Beispiel den ersten Worldcup of Gardening (Facebook). Er findet im Juni 2015 in Detroit statt. Die Veranstaltung wird von einer gemeinnützigen Organisation gemanagt.

Die Krautreporter haben sich mit einer Studie beschäftigt, in der es um Gen-Mais geht. In einem Versuch haben Ratten ihn zu essen bekommen. Sie haben Tumore entwickelt und sind gestorben. Doch es ist nicht alles so, wie es scheint, denn jeder findige Wissenschaftler weiß: Korrelation ist nicht gleich Kausalität. Passend dazu: Es gibt eine Reissorte, die das Millionen Menschen das Leben retten könnte, weil sie Vitamin A enthält. Aber sie ist gentechnisch verändert. Ein Dilemma.

Münchener leben gefährlich. Zumindest erleiden sie die meisten Pilzvergiftungen in Deutschland. Also Obacht.

Anikó ist Tochter einer Deutschen und eines Ungarn und wuchs in Rostock auf. In ihrem Blog „Paprika meets Kardamom“ gibt es viele wunderbare Rezepte, viele davon ungarisch angehaucht – oder jüdisch wie zum Beispiel „Latkes„, Kartoffelpuffer.

Fledermäuse – sie wohnen in ganz vielen Gärten. Bei mir auch irgendwo, denn die Nachbarskatze hat letztens eine gefangen. Wussten Sie, dass es 1.300 verschiedene Arten gibt? Jedes Tier frisst zwischen 2.000 und 5.000 Insekten pro Nacht! Mehr über Fledermäuse in einem Interview in der New York Times.

Zum Schluss eine gute Nachricht: Endlich Normalität in Hamburg.

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