Eingemachtes von Pia :

platt.

Mein kleiner Gemüsegarten am Haus hat sich in ein zertrampeltes Schlammfeld verwandelt. Heute haben wir die Himbeeren runtergeschnitten und die Rankhilfen aus der Erde gezogen. Die Bohnen mussten weg, die letzten blühenden Strohblumen ebenfalls.

In den nächsten Tagen wird das Gerüst gestellt, das neue Dach für die Grüne Villa kommt, danach wird die Fassade gestrichen. Der Gemüsegarten muss dann wohl bis zum Frühling warten, denn bis alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, ist der November da. Im November macht mir Gartenarbeit erfahrungsgemäß wenig Spaß.

Im restlichen Garten gibt es viel Verblühtes zurückzuschneiden und das erste fallende Laub zu Haufen zusammen zu rechen. Der „Rasen“(Anführungszeichen deshalb, weil der Rasen keiner ist, sondern eher eine Grünfläche voller Gänseblümchen, Klee, Taubnesseln und Moos.) wurde ein letztes Mal gemäht und die allerletzten vom Baum gefallenen Äpfel liegen im Gestrüpp, damit verspätete Igel noch ein paar Vitamine bekommen. Realistisch betrachtet ist es wohl eher so, dass ich damit Mäuse füttere, aber die werden wiederum vom glücklichen Kater gefangen und das ist ja auch gut. Freie Stellen grabe ich um, damit ich vielleicht noch ein paar Schneckengelege finde. Jede Schnecke, die im nächsten Frühling nicht das zarte Grün abnagt, ist eine gute Schnecke.

Diese letzten Arbeiten im Herbst mag ich nicht. Ich mag den Garten erst wieder, wenn er voller Raureif glitzert oder sich unter dichtem Schnee versteckt.

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Bäume im Garten

Der alte Kirschbaum auf den Ländereien

Der alte Kirschbaum auf den Ländereien

Wenn Kinder einen Garten malen, dann sieht das meistens so aus: Der untere Blattrand ist breit grün ausgemalt, darauf Blumen: ein senkrechter, grüner Strich, von dem zwei blattförmige Gebilde abstehen, je nach Talent mehr oder weniger rechtwinklig. Darüber ein gelberKreis, um den sich vier oder fünf andersfarbige Blütenblattkreise formieren. Fortgeschrittene Künstler malen Tulpen. In der Mitte des Bildes ein Baum: eine grüne Wolke, die auf einem senkrechten, braunen Strich balanciert. In der grünen Wolke sind oft rote Punkte, die entweder Äpfel oder Kirschen sind, je nach Lieblingsobstsorte des Kindes. In einer der oberen Blattecken eine leuchtend gelbe Sonne, der obere Blattrand ist (himmel)blau, manchmal schweben Wolken in hellblau darunter. Und Halbkreisflügel-Vögel. Wichtig aber ist immer der Baum, ein Baum gehört in einen richtigen Garten.

Auf den Ländereien der Grünen Villa stehen einige Bäume. Im unteren Gartenteil Obstbäume, im oberen Teil eine Birke und ein sehr alter, sehr hoher Kirschbaum. Letzteren liebe ich vor allem im Frühjahr, wenn er wie eine weiße Wolke strahlt (und vor lauter Hummeln und Bienen brummt und summt). Im Herbst mag ich ihn auch sehr, weil er erst Mitte November die Blätter verliert. Bis dahin haben diese sich quietschgelb verfärbt und leuchten gegen das Novembergrau. Wir kehren die Blätter zu großen Haufen zusammen und lassen diese liegen. Igel haben bis dahin längst irgendwo Winterquartier bezogen, aber viele Insekten überwintern in den Kirschbaumlaubhaufen und das ist ja auch ganz prima.

Die Birke und mich verbindet eine Hassliebe. Naja, eigentlich ist es mehr Hass, denn Liebe. Die Birke ist groß und alt, der Stamm hat eine wunderschöne Zeichnung, sie rauscht ganz toll, wenn der Wind hindurchfegt und junge Birkenblätter sind im allerschönsten Frühlingsgrün gefärbt, das Herbstlaub leuchtet intensiv gelb. Mehr Positives fällt mir gerade nicht ein, denn meistens ärgert mich die Birke! Das ganze Jahr über bewirft sie mich, die Terrasse, die zum Trocknen aufgehängte Wäsche auf der Terrasse, die Kaffeetassen auf dem Terrassentisch mit verblühten Blüten, Blättern, Reisig, dürren Ästen, Birkensamen. Die Birkensamen sind äußerst fertil, kleinste Ritzen zwischen Terrassenfliesen reichen als Nährboden, im Frühling jäte ich Millionen von Birken im Garten, in der Feuerstelle, in Blumentöpfen auf der terrasse, in den Fliesenfugen der Terrasse. (und Holunderbüsche, aber dazu ein anderes Mal mehr). Tauben lieben Birken und das ist besonders perfide, denn Tauben mag ich (auch) nicht. Tauben sind doof und lernen nie, dass diese dünnen Birkenästchen ihr Gewicht nicht tragen. Immer wieder versuchen sie darauf zu landen, um dann mitsamt einem Schauer von weiterem Reisig, Blättern und was die Birke jahreszeitlich sonst gerade zu bieten hat, zu Boden rauschen. Aufgeregtes Taubenflügelgeflatter führt dann dazu, dass Birkensamen wirklich in die hintersten Eckchen verteilt werden, wo sie heimlich zu sehr widerstandsfähigen Birkensprösslingen heranwachsen. Birken gehören zu den Pionierpflanzen und ja, ich weiß warum.

Die Terrasse muss deshalb wöchentlich gekehrt werden und um diese Aufgabe reisst sich wirklich keiner, denn sie ist sehr groß. Wird aber der Birkenmüll nicht beseitigt, reicht ein Regenguss, um Blätter und Ästchen in allerfruchtbarsten Humus zu verwandeln, in dem die von den Taubenflügeln verteilen Birkensamen umso schneller keimen und wachsen. Das Aufsammeln des Birkenreisigs übernimmt der Kater. Unglücklicherweise trägt er die Äste ins Haus, gerne bis in mein Bett, weswegen ich versuche, ihm zuvorzukommen.

„Die Birke muss weg.“, beschloss ich im Sommer, als mir Sommergewitter tagelang hintereinander Birkenmatsch auf die Terrasse zauberten und die Abflüsse verstopften. Wie aber fällt man einen sieben Meter hohen Baum? Die Feuerwehr tut es nicht mehr. (früher rückte sie an, fällte den Baum und man bezahlte eine Spende und einen Kasten Bier. Früher war alles gut.) Ein Gärtner oder Landschaftspfleger muss her, am Besten einer, der den Baum direkt mitnimmt. Allerdings muss der Baum hier im Garten zerlegt werden, denn wir haben keinen Zugang zur Straße, müssen alles durch die Kelterhalle transportieren und ach – es ist kompliziert. Kompliziert mag ich nicht.

Geliebte, gehasste Birke

Geliebte, gehasste Birke

Die Birke bleibt also stehen.Vielleicht würde ich mich ohne sie langweilen. Könnte nicht mehr über doofe Tauben lachen.

(Wenn Sie Ende Februar, Anfang März zufällig ein Stethoskop in die Finger bekommen, suchen Sie sich eine Birke und lauschen Sie am Stamm.)

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Gib her, geh weg – Auberginen!

Scheinbar kann man Auberginen entweder nur hassen oder lieben. Ein Dazwischen gibt es nicht, kein „joar, nicht mein Lieblingsessen, aber der Hunger treibt es rein.“

Ich mochte Auberginen bisher auch nicht. Zum einen hatte ich im Hinterjopf, dass Auberginen Nikotin enthalten und das fand ich dann doch mehr als überflüssig (mittlerweile weiß man aber, dass der Nikotingehalt sehr, sehr gering bis nicht vorhanden ist), zum anderen mochte ich das Mundgefühl nicht: schwammig-knatschig. Letzteres wahrscheinlich meinen zögerlichen Zubereitungsversuchen geschuldet. Es ist nämlich so, dass ich oft diese Auberginen kaufte … weil sie so hübsch aussehen. Das ist eventuell kein ausreichender Grund und ich stehe auch mich schämend in der Ecke, aber mal ehrlich: aussehen tun die doch wirklich toll?!

Im Frühjahr entdeckte ich beim Gärtner meines Vertrauens eine Auberginenpflanze. Weil sie ziemlich mickrig war, hatte man sie reduziert. Ich habe immer Mitleid mit reduzierten Pflanzen, deshalb nahm ich sie mit und pflanzte sie an die Gartenmauer. Zwei Wochen später hatte sie sich verdoppelt, wofür ich sicherlich nichts kann, denn meine Pflege bestand lediglich darin, sie zu gießen und die Erde ein bißchen zu lockern.

Bis zum Sommer wuchs die Aubergine einen Meter hoch und entwickelte jede Menge sehr hübsche Blüten und kurz darauf auch nicht weniger hübsche Früchte.

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Oma Eis war begeistert und nahm mir die Ernte gerne ab, denn ein Versuch, die Auberginen zu einer Portion Ofengemüse zu mischen, führte zu einem eher unharmonischen Mittagessen. Schwammig-knatschiges Mundgefühl eben. Ich klagte Oma Eis mein Leid und sie erklärte mir, wie man diese Auberginen zubereiten muss, damit sie wirklich lecker sind! Als Auberginen-Feta-Creme!

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„Du musst die Aubergine waschen, das Grünzeug abschneiden und die Aubergine halbieren. Dann stichst du die Schale mit dem Messer ein paar mal ein, pinselst die Schnittfläche mit Öl ein und legst die Aubergine mit der Schnittfläche nach unten auf ein Blech. Dieses schiebst du bei 200°C Ober/Unterhitze so lange in den Ofen, bis die Schale runzelt. Und es gut riecht.“ (die beiden Knoblauchzehen habe ich ganz eigenmächtig mit auf das Blech gelegt)

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„Das Fruchtfleisch kannst du aus der Schale löffeln, aber das muss nicht sein. Püriere die Aubergine mit Knoblauch und Schafskäse und ein bißchen Olivenöl. Salz muss wahrscheinlich keines dazu, der Schafskäse ist würzig genug. Aber ein bißchen frischer Pfeffer schadet nicht. Lass es dir schmecken!“

Das Ergebnis sieht nicht schön aus. Und mein Talent als Foodfotografin ist auch eher unterentwickelt; selbst wenn ich die Creme in ein Glas umfülle, sieht es eben nur aus wie komische Pampe mit dunklen Stückchen drin hinter Glas.

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Aber schmecken tut das wirklich sehr, sehr gut, von schwammig-knatschig keine Spur mehr!

Manche Auberginenpflanzen sind mehrjährig. Ich hoffe, eine solche erwischt zu haben. Insgesamt habe ich zehn Auberginen geerntet, eine kleine hängt noch an der Pflanze. Das ist kein riesiger Ertrag, aber die Pflanze gefällt mir außerordentlich gut (auch wenn das Jäten darunter gemein ist, Stiele und Blätter pieksen hinterlistig!).

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Hilfe, Kürbisschwemme! Und jetzt?

Ganz ernst gemeint ist dieser Hilferuf nicht, denn wir lieben Kürbisse! Ich freue mich somit über jeden (Hokaido)Kürbis, der noch vor dem Winter im Gemüsegärtchen heranreift.

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Dieses Prachtexemplar habe ich bereits vor vier Wochen geerntet. Nach der Ernte ließ ich ihn auf der Terrasse liegen, bis er zu diesem tiefen, satten Orange nachgereift war. Im Garten konnte ich ihn nicht mehr liegen lassen, der Stiel faulte bereits.

Nach der Entfernung der Kerne wog ich den Kürbis: zwei Kilo Fruchtfleisch, die auf Verarbeitung warteten.

(Ich las neulich, dass man Kürbisse auf den Boden werfen soll, damit sie aufplatzen. Dies würde beim Zerteilen helfen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wieviel Freude das Wegputzen der vielen Kürbiskerne und -fasern macht, weswegen ich weiterhin das größte, schärfste Messer des Haushalts bemühe.)

Ein Kilo des Kürbis´ schälte und schnitt ich in kleine Stücke, die ich mit ein wenig Wasser sehr weich kochte. Das Kochwasser wurde weggegossen, die Stücke mit dem Pürierstab zu Mus verarbeitet. Die Hälfte des Kürbismus fror ich ein, die andere Hälfte wurde zu Kürbiskuchen mit Walnüssen und Datteln verbacken. Unserem Lieblings-Herbstkuchen!

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300g Mehl
1,5 Pckg Backpulver
1 TL Zimt
0,5 TL Salz

-> vermischen

250g weiche Butter
150g Zucker
2 große Eier
200- 250ml Kürbispüree

-> verrühren

300g Datteln grob hacken und mit
50g Mehl vermengen
150g Walnüsse grob hacken

Die trockenen Zutaten in die Kürbismischung rühren, Datteln und Walnüsse unterheben.
Eine Backform (22×34 cm) ausbuttern, den Teig hineingeben. Bei 185°C Ober- und Unterhitze 45 Minuten backen.
Nach dem Backen den Kuchen auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, später in Stücke schneiden. Wer mag, darf Puderzucker überstäuben.

Wir backen immer das doppelte Rezept, denn je länger der Kuchen liegt, desto köstlicher wird er.

*****

Die andere Kürbishälfte gab es zum Abendessen:

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In einer kleinen Schüssel vermenge ich Olivenöl mit gehacktem Knoblauch, Kreuzkümmel, frisch gemörsertem Kardamom, Cayennepfeffer und Kurkuma. Diese Mischung pinsele ich großzügig auf die Kürbisspalten, bevor sie bei 200°C Ober- und Unterhitze so lange in den Ofen kommen, bis die Spitzen deutlich bräunen. Das dauert ca. zwanzig Minuten. In die Schüssel mit dem Ölrest rühre ich Naturjoghurt. Diese Mischung passt ganz prima zum gebackenen Kürbis. Und (optional) ein Glas Dornfelder rundet das Ganze perfekt ab.

(ein Butternußkürbis schmeckt so zubereitet auch hervorragend!)

*****

Jetzt bin ich auf der Suche nach dem perfekten Kürbissuppenrezept. Hätten Sie da was für mich?

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Exotisches!

Vor zwei Jahren las ich irgendwo, dass Physalis (Kapstachelbeeren) auch in unserem Klima wachsen und sogar Früchte tragen. Natürlich hatte ich vergessen, woher ich diese Information hatte und um genauer zu recherchieren, wie ich Pflanzen züchten kann, hatte ich keine Lust. Dafür hatte ich aber eine sehr schrumpelige Physalis in der Obstschale liegen. Ich stopfte sie in einen Topf mit Erde und vergaß sie umgehend. Zwei Wochen später schüttete ich ein bißchen Wasser auf die staubtrockene Erde. Wiederum zwei Wochen später schaute ein Büschel Keimblätter über den Topfrand, ich rupfte beherzt über die Hälfte davon aus. Und goss etwas regelmäßiger.

Das meiner Meinung nach kräftigste Pflänzchen wurde in einen großen Topf gepflanzt, die restlichen Pflanzen pflanzte ich in den Garten, wo sie über Nacht umgehend von Schnecken gefressen wurden. Scheinbar mögen auch Schnecken ein bißchen Exotik, nicht immer nur langweiligen, heimischen Salat.

Das Pflänzchen im Topf wuchs und entwickelte große, gezackte, ganz samtige Blätter. Spät im September kamen die ersten Blüten. Ich entdeckte sie eher durch Zufall, denn sie „hängen“ nach unten und sind so eher unscheinbar.

 

Physalisblüte

Erste Fruchtstände entwickelten sich, die bekannten „Hüllen“, in saftigem Grün mit einer Zeichnung in violett.

 

Physalis, unreif

Mittlerweile war es schon Oktober und ich ahnte, dass diese Pflanze Frost nicht überstehen würde. Mitte November schuf ich ihr Platz im Wintergärtchen – und vergaß sie erneut. Als sie mir wieder ins Auge fiel, hingen ihre Blätter schlapp herab und ich war davon überzeugt, dass ich sie zu Tode gepflegt hatte. Ein halber Liter Wasser wirkte allerdings Wunder.
Im Dezember begann die Ernte!

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Es schimmerte orange durch die „Hülle“ und diese fühlte sich an wie Papier, so wie ich es von den gekauften Beeren kannte. (außerdem löste sich der Stiel von der Pflanze, als ich an die Frucht tippte) Die Geschmacksprobe ergab: Physalis, eindeutig. Aber sehr, sehr sauer.
Ich ließ die restlichen Physalis etwas länger an der Pflanze, aber wahrscheinlich fehlte da einfach die Sonne. Sehr viel süßer wurden sie nicht. Geerntet habe ich zwei Hände voll, satt wurde also niemand. Es ist aber schön, auch im Winter etwas ernten zu können!
Nach der Ernte verlor die Pflanze etliche Blätter und stand letztlich sehr wackelig im Topf herum. Ich schnitt sie eine gute handbreit über der Erde ab und stellte sie im April an einen geschützten Platz auf der Terrasse. Sie trieb umgehend und sehr kräftig wieder aus.
Die Bilder von der Blüte und den grünen Früchten sind von heute, ich werde also auch in diesem Winter wieder eigene Physalis ernten können. Und ich freue mich darauf!

neue Liebe: Bohnen

Bohnenliebe

Vor einigen Jahren brachten die Kinder aus dem Kindergarten kleine Töpfchen mit wackeligen Pflänzchen darin mit nach Hause. „FEUERBOHNEN sind das, Mama!“, jubelten sie und baten um umgehendes Einpflanzen im Garten. Wochen später hatten die wackeligen Pflänzchen die rasch aufgebauten Bohnenstangen überwuchert und aus hübschen roten Blüten waren lange, grüne Bohnen gewachsen. Die Kinder waren enttäuscht, unter Feuerbohnen hatten sie sich Spektakuläreres vorgestellt, mindestens ein bißchen Funkenflug bei der Ernte. Als dann die Bohnen nach dem Kochen auch geschmacklich nicht dem nudelverwöhnten Gaumen der Kinder entsprachen, war das Thema Bohnen erstmal vom eigenen Tisch. Nur an Weihnachten gab es bei den Schwiegereltern traditionell grüne Bohnen zum Lamm, im Februar zum Geburtstag der brasilianischen Bekannten dicke Bohnen als Feijoada mit Reis, Orangenscheiben und sehr viel Zuckerrohrschnaps. Und jedes Jahr im Frühling steckte ich zwei, drei (Feuer)Bohnen in einen Blumentopf mit der vagen Vorstellung, dass die Bohnen den eher unschönen Teil der Terrasse überranken könnten. Jedes Jahr scheiterte dieses Experiment, weil Bohnen einfach mehr Platz möchten, als so ein Blumentopf bietet.

Dieses Jahr fiel mir im Juni ein Saatpäckchen für lila Bohnen in die Hände. Ein bißchen spät fast, aber wir haben ein mildes Klima, bis weit in den Herbst ist es warm. Warum nicht noch rasch Bohnen säen? Ich lehnte ein alte Leiter als Kletterhilfe an die Hauswand und steckte um jeden Leiterholm sechs Saatbohnen. Heute, knapp ein Vierteljahr später, habe ich gelernt, dass drei Bohnen pro Leiterholm gereicht hätten, die Leiter ist über und über zugewuchert. Ausserdem habe ich gelernt, dass Bohnen Hauswände hochkrabbeln können, vor allem dann, wenn der Putz an diesen Wänden ein bißchen bröckelt. Ich weiß jetzt, das Bohnen völlig anspruchslos sind, sie wollen nicht gegossen werden, es ist ihnen egal, ob der Boden aufgelockert ist oder nicht und ein paar Läuse machen ihnen auch nichts aus. Sie tragen trotzdem so viele Bohnen, dass ich täglich zwei Hände voll ernten kann. Ich ernte die Bohnen dann, wenn die Schoten noch flach sind, breche sie in Stücke, koche sie und vermenge sie mit Tomaten und Zwiebeln zu einem Salat, den wir beinahe täglich genießen. Sogar die Kinder. Die lila Schoten werden beim Kochen übrigens grün und das ist fast ein bißchen schade!

Einen Teil der Bohnen lasse ich hängen, damit dicke, weiße Bohnen in den Schoten ausreifen. Für baked beans oder Chili oder viele neue Bohnenpflanzen im nächsten Jahr.

 

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Der Herbstgarten

Der Garten im Herbst

Der Garten im Herbst

wird leider immer unattraktiver.
Der Kürbis hat gnadenlos alles überwuchert und unter sich begraben. Könnte ich nicht wöchentlich allerfeinste Kürbisse (Hokaido) ernten, hätte ich die Pflanze längst aus der Erde gerupft. Zumal sie sich mit Mehltau und diversen anderen Krankheiten schmückt. Und mich obendrein daran hindert, die letzten Kartoffeln auszugraben.

Das Regenwetter der letzten Woche hat den Tomaten den Rest gegeben, für nächstes Jahr muss ich mir eine Dachlösung überlegen.

Das Einzige, was im Gemüsegärtchen derzeit prima gedeiht sind Gänsedisteln und Melde. Und die drei Rosenkohlstöcke. Letzteres ist großartig, weil ein echtes Experiment! Jede Menge kleine Rosenköhlchen sitzen am Strunk und trotzen diesen fiesen kleinen Kohlmotten. Ich warte beinahe sehnsüchtig auf den Frost, damit ich zum ersten Mal im Gartenleben Rosenkohl ernten kann. Ersteren rücke ich jätend zu Leibe. Unwillig, aber die Gänsedisteln vermehren sich sonst rasend schnell.

Die orangefarbenen Blüten vorne rechts im Bild gehören zu einer Pflanze, deren Samen mir eine Nachbarin mit den Worten “ein hübscher Bodendecker!” schenkte. Mein Bodendecker ist anderthalb Meter hoch gewachsen, was entweder für meinen grünen Daumen oder meine tolle Gartenerde spricht. Oder beides. Wahrscheinlich gehört die Pflanze zu den Schmuckkörbchen, quasi orangefarbene Cosmea. Ich werde Samen für nächstes Jahr “ernten”, ich mag das leuchtende Orange.

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