Eingemachtes von Pia :

Hochbeet, hurra!

Letztes Frühjahr hievte mir ein Kran zwei Holzkisten voller Pflastersteine in den Garten. Die Pflastersteine wurden zu einem wunderschönen Boden in meinem Rosa Gartenhüttchen, die leeren Holzkisten standen im Garten herum, weil … „da kann ich noch irgendwas Tolles draus machen!“

Vor zwei Wochen entdeckte ich auf Instagram selbstgebaute Hochbeete und somit war die neue Bestimmung der Holzkisten klar: mein Salat wird künftig völlig schneckensicher und rückenfreundlich in einem Hochbeet wachsen.

Hinter dem Kartoffeläckerchen war noch ein bißchen Platz, dort scheint morgens und ab Nachmittag die Sonne hin – perfekt! Unter der Holzkiste liegen ein paar Steinplatten, damit das Holz nicht direkt verfault. (diese Platten graben wir ständig im Garten aus. Entweder handelt es sich dabei um ein heimisches, sehr produktives Gewächs oder der Vorbesitzer der Grünen Villa hat versucht, den Garten komplett mit Platten auszulegen, dann die Lust verloren und wieder kubikmeterweise Erde darüber gekippt.)

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Die Holzkiste wurde mit Teichfolie ausgekleidet. Ich wollte zuerst nur solch ein dünnes, weißes Vlies nehmen, doch der beste Vater meiner Kinder sprach von Erwärmung der Erde in der Kiste und Schutz der Kiste vor Nässe und einige andere gut klingende Dinge und er hat ja wahrscheinlich recht. Das Auskleiden klappte prima, die überstehende Folie tackerte ich an die Kiste. In die Folie auf dem Kistenboden stach ich etliche „Wasser-ablauf-Löcher“, hoffentlich genug. Notfalls ließen sich aber weitere Löcher in die Seiten stechen.

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Den harten Teil der Arbeit übernahmen die Söhne, die allerbeste Freundin beaufsichtigte mit strengem Blick die sachgemäße Befüllung der Kiste.

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Eine Mischung aus reifem und nicht so reifem, noch sehr glitschigem Kompost und entwurzelter Gartenerde wurden im Wechsel auf eine Schotterschicht geschüttet.

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Damit es hübsch aussieht kam obendrauf eine Schicht torffreie Blumenerde.

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Ins Hochbeet habe ich geheimnisvolle portugiesische Salatsamen gesät, die ich mit einem verschwörerischen „wächst und schmeckt viel besser als der deutsche Salat“ in die Hand gedrückt bekam. Ich werde selbstverständlich berichten, ob portugiesischer Salat besser ist als deutscher. Schneckenresistenter würde ja fast schon reichen, denn die Salatköpfchen im anderen Garten können gar nicht so schnell wachsen, wie sie angeknabbert werden. Da muss wohl Schneckenkorn her. Aber das Thema Schädlingsbekämpfung wird sicher ein eigener Artikel.

Die zweite Holzkiste wird auch ein Hochbeet, aber ich weiß noch nicht genau, wo ich es hinbauen soll. Nie hat man genug Platz im Garten. Und nie hat man genug Erde zum Befüllen einer solchen Kiste. Vielleicht drehe ich die Kiste auch um und funktioniere sie zu einem großen Anzuchttisch um. Sie werden das erfahren.

Der Maigarten

Es grünt! Es wächst! Es wuchert!

Der Birnbaum hat eine Woche lang prahlerisch geblüht und erfreut mich jetzt mit sattem Grün. Schade, dass die Birnen, die er im Hochsommer trägt, nicht gut schmecken. (aber Vögel und Wespen freuen sich darüber) Die Erdbeeren dahinter blühen und setzten erste grüne Früchte an. Ich bin froh, dass ich die unzähligen Ableger noch nicht gejätet habe, denn von den neu gesetzten Erdbeeren sind einige nicht angewachsen, ich kann also die entstandenen Lücken noch auffüllen. Das wird dann nächstes Jahr hoffentlich eine reiche Ernte!

Im Staudenbeet tut sich einiges, das zeige ich demnächst mal detailierter. Einige Stauden sind bereits wieder verblüht, andere wie die Lupine, setzen dicke Knospen an. Da das Staudenbeet noch immer sehr, sehr kahl aussieht, habe ich versucht, die überall im Garten wachsenden, wunderbar orange blühenden Ringelblumen zu versetzen. Das klappt nicht. Obwohl ich sie mit dem Spaten komplett aushob und liebevoll wieder einbuddelte, hingen sie am nächsten Tag schlapp in der Gegend herum und waren am vierten Tag trotz aufopferungsvoller Pflege nicht mehr zum Leben zu erwecken. Ich warte also auf die Samen, die ich großzügig verteilen kann. Ebenfalls nicht verpflanzen lässt sich Mohn, gleiches Bild wie bei den Ringelblumen. Die ganzen Blumensamen, die ich händeweise im Staudenbeet verteilt habe, haben vielleicht eine Ameisenkolonie glücklich gemacht oder verweigern einfach das Keimen. Da tut sich fast nichts und ja, das Säen und ich, wir müssen uns wohl noch irgendwie zusammenraufen.
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Vor dem Gartenhüttchen ließ ich mir vom großen Sohn die knochentrockene Erde umgraben. Bevor dort aber am Wochenende/Anfang nächster Woche die Tomaten hinziehen können, sollte es bitte noch einmal kräftig regnen, damit ich diese Erdschollen kleinhacken kann. So wunderbar fruchtbar diese schweren Ton/Lehmböden auch sind, wenn sie austrocknen, lassen sie sich nicht bearbeiten. Dann ist übrigens auch Jäten nicht möglich, unliebsames Kraut kann nur abgerissen und nicht mitsamt Wurzel ausgestochen werden. Doof.

Hinten rechts im Bild kann man ungefähr die Spargelreihe erkennen. Jeden zweiten Tag können dort gut zwei Hände voll grüner Spargel geerntet werden. Tolle Sache und Arbeit machen Spargel auch nicht, wenn sie sich erstmal angesiedelt haben.
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Im Gemüseteil haben die Schnecken jetzt erste Opfer gefordert. Ein Kohlrabipflänzchen hat nur noch ein kümmerliches Blatt, der Endiviensalat hat Fraßspuren. Noch halten sich die Schäden in Grenzen, noch muss ich nicht auf Schneckenjagd gehen, aber meine spitze Schaufel zum Meucheln liegt bereit.

Neulich wurde ich gefragt, was es mit diesen Drahtgestellen auf sich hat: das ist fester Hasendraht, mit einem Durchmesser von ca. einem Meter zum Kreis geformt und knapp 20 Zentimeter tief eingegraben. Ringsherum sind Erbsen gesteckt (die auch schon fröhlich hochranken). In einem schlauen Buch las ich, dass diese Anbaumethode platzsparender als der Reihenanbau sei. Es gab da auch eine phantastische Formel dazu (die ich Ihnen bei Bedarf gerne heraussuche, gerade ist das Buch aber im Gartenhüttchen), aber mir gefiel in erster Linie das Erbsenrund. In der Mitte des einen Erbsenkreises wachsen Kartoffeln, ich komme nämlich nicht bis ganz auf den Boden und kann sie nicht jäten. Mal schauen, ob sich Kartoffeln und Erbsen auch im Garten vertragen (nicht nur auf dem Teller).

Was so hübsch grün zwischen den Beeten wächst, ist Bienenweide (Phacelia), eine Gründüngung, die sich drei Jahre lang auf diesem Gartenteil immer wieder von allein aussäte. Wo sie mich nicht stört, darf sie wachsen. Untergehackt oder rausgezupft ist sie schnell. Es könnte allerdings sein, dass ich aus dem einen Beet statt Bienenweide die ganzen Karotten gezupft habe. Anfängerfehler und wir reden da jetzt nicht mehr drüber, ok?
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Die Blüten der Bienenweide sind von Bienen und Hummeln umsummt, es ist eine reine Freude zuzusehen. Im Herbst lässt man die Pflanzen einfach stehen. Im Winter frieren sie dann runter und im Frühling können die Reste leicht in die Erde eingearbeitet werden. Der Boden, auf dem einige Jahre diese Bienenweide wuchs, federt richtig beim Darübergehen, er lässt sich auch viel leichter bearbeiten, als der Rest des Gartens.
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Ich war einige Tage unterwegs, der Garten ist in dieser Zeit von der Familie nur gegossen werden. Jetzt heißt es für mich Un/Wild/Beikraut zu jäten. Jede Menge Disteln machen sich breit und die braucht ja keiner. Außerdem müssen die Beete gehackt werden! Ein älterer Gartennachbar sagt nämlich, dass dies Gießen spart. Und da ich jetzt schon jeden Abend 15 Gießkannen Wasser durch den Garten schleppe und hinterher das Fass wieder vollpumpen muss, bin ich gerne bereit, dieses Ratschlag zu testen.

Im Garten am Haus sind alle gesteckten Kartoffeln gekeimt, die von den Bauarbeitern platt getrampelten Beerensträucher haben sich erholt. Und der überwinterte Mangold kann schon wieder eine ganze Familie ernähren. (den Hausgarten zeige ich demnächst.) Das ist gerade die allerbeste Gartenzeit, weil man den Pflanzen beim Wächsen fast zusehen kann.

Hauptsache an der frischen Luft

Gartenarbeit hat ja bekanntermaßen sehr viele positive Aspekte. Neben der gepriesenen Beschäftigung an der frischen Luft, bekommt man jede Menge Bewegung und als Krönung des Ganzen auch noch eimerweise biologisch-dynamisch-fröhliches Obst und Gemüse. (Welches im Idealfall von keinem einzigen Familienmitglied verschmäht wird.) In Gartenzeitschriften werden im Garten schuftende Menschen gerne breit lächelnd mit einer hübschen Schere Rosen schneidend gezeigt. Ein Weidenkorb am Arm baumelnd, in dem eine bunte Mischung aus Möhren, Rüben, Tomaten und Salat leuchtet. In Variationen werden dazu Strohhüte, Latzhosen oder Arbeitshandschuhe mit Blümchendruck getragen.

Lassen Sie mich kurz berichten, wie wenig ich diesem Bild entspreche und was es mit dieser Gartenarbeit wirklich auf sich hat.

Dass ich keine Latzhosen trage ist eine persönliche Entscheidung, ich habe mir drei äußerst gemütliche Gummizugröcke genäht, die ich mit wetterabhängigen Schichten drumherum trage. Die Nachteile eines Rockes durfte ich allerdings neulich erfahren, als ich beim Jäten den Kampf gegen eine Wickenwurzel gewann, dabei aber leider rückwärts auf den Rücken plumpste. Mein Rock flog hoch, bedeckte mein schamrotes Gesicht und ließ ansonsten sehr viel mehr sehen als mir recht war. Seitdem grüßt mich mein Gartennachbar besonders freundlich.

Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich mich nicht irgendwie im Garten verletze, irgendwas schmerzt hinterher immer. Nach dem Jäten schmerzen Rücken, Knie und die hinteren Oberschenkelmuskeln. Nach dem Hacken der Rücken an einer anderen Stelle, die Schultern und die Blasen an den Händen. Nach dem Gießen die Schultern und die Muskeln in den Oberarmen, außerdem die Außenseiten der Waden, an die ich die Gießkannen beim Tragen immer dranbollere.

Brennnesseln oder Disteln pieksen in Hände, Füße oder Knie, Dornen, Stacheln und Schliffer (Spreisel) lassen sich an den merkwürdigsten Körperstellen finden. Gartengeräte fallen plötzlich um und landen auf Füßen oder an Schienbeinen oder liegen heimtückisch und beinstellend in der Gegend herum.

Außerdem gibt es noch diese Slapstick-Unfälle wie die neulich beschriebenen Versuche, die Bohnenstangen aufzustellen. Oder das hektische Gewedel, nachdem man mit dem Kopf in eine Spinnwebe geraten ist, bei dem eine Hand heftigen Birnbaumstammkontakt hat.

Am allerschlimmsten leiden allerdings meine Hände. Das ganze Wühlen und Buddeln rauht die Fingerkuppen so sehr auf, dass die Haut einreißt. (Und an eingerissener Haut läßt sich vortrefflich so lange herumzupfen, bis noch mehr Haut ein- und abgerissen ist.) Die perfekte Handcreme die mir meine Fingerkuppen retten könnte, muss wohl noch gerührt werden. Handschuhe, geblümt oder nicht, sind übrigens keine Alternative, ich muss spüren was ich tue.

Tja. Für ein bißchen Obst und Gemüse dieses ganze Leid und Elend? Ja, unbedingt. Bei der Gartenarbeit kann ich mich austoben, Ärger oder Traurigkeit verschwinden, neue Ideen für das Nähzimmer und Pläne für die Gärten tauchen auf. Ich komme müde, zerschlagen und völlig verdreckt aus dem Garten zurück – aber sehr, sehr glücklich. Und an der frischen Luft war ich auch.

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Gescheitertes und Erfolge

Während andere Gärtner hier berechtigt mit ihren Saaterfolgen prahlen, kann ich nach wie vor nur kümmerliche Zweiblatt-Keimlinge vorzeigen. Mittlerweile habe ich die Hoffnung fast aufgegeben, dass sie noch wachsen wollen. Ich goss mit kaltem und lauwarmem Wasser, aus der Leitung und aus dem Regenfass. Ich wechselte mit gebührendem Abstand den Standort von eventuell zu sonnig zu hell ohne direkte Sonne bis „geh halt raus spielen“. Morgens begrüßte ich meine Keimlinge freundlich, abends verabschiedete ich sie, dazwischen feuerte ich sie liebevoll an. Mein Anzucht-Repertoire ist nun erschöpft, mir bleibt nur noch ignorieren oder anschreien.

Derzeit im „knapp über Keimblatt-Stadium“: zehn Tomaten, acht Paprika, zwei Auberginen, neun Eichblattsalate. Anfeuerungswünsche werden gerne genommen.

Im Beet klappt es mit das Säen übrigens noch schlechter. Von zwei Reihen Radieschen (absolut anfängertauglich weil die werden immer was, wird behauptet) sind bisher drei (!) Radieschen gekeimt. Ich säte vor drei Wochen. Und nein, das war nicht zu früh, seitdem gab es keinen Frost mehr. Zwei Reihen Karotten melden sich überhaupt nicht und die vielen Quadratmeter Sommerblumenmischung warten auch noch auf irgendetwas.

Hier liegen jetzt noch Salatsamen aus Portugal, die angeblich viel besser seien als die deutschen Salatsamen. Es bleibt spannend, ob sie viel besser nicht keimen werden, als die deutschen. Kürbis, Melone und Zucchini sollten dann demnächst gesät werden, doch ich bin ein bißchen pessimistisch. Ich bilde mir ein, dass zum Gelingen dieser Säerei solch ein Saat- und Anzuchttisch unverzichtbar ist. Vielleicht fürchten sich die zarten Keimlinge am Boden? Letztes Jahr fand ich beim Sperrmüll ein altes Schulpult. Dieses wird nun zum Anzuchttisch umgebaut.

Was ich aber wirklich gut kann: Kohlrabipflänzchen kaufen und diese einpflanzen. Alle 46 Kohlrabi wachsen und gedeihen und werden wahrscheinlich im Abstand von maximal drei Tagen reifen. Mal schauen, wann die Familie und Freunde keine Kohlrabis mehr wollen. 

Alle Steckzwiebeln sind angewachsen, die (vorgezogen gekauften) Salate werden dicker und bevor ich mich als absolute Saatniete verkaufe: 42 Bohnen und 40 Erbsen gedeihen ohne Ausfall, da muss ich sogar noch ausdünnen.

Aus den Gemüsebeeten jäte ich die Kartoffeln, die dort letztes Jahr vergessen wurden, dafür jubele ich über die ersten Kartoffelblättchen auf meinem kleinen Kartoffeläckerchen. Drei alte Sorten habe ich gesteckt,  derzeit in Führung: der blaue Schwede.

Bis auf die Misserfolge beim Säen läuft das alles sehr, sehr gut im Gemüsegarten, ich bin glücklich und stolz. Und sehr froh, dass es endlich regnet!

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Hundsblume, Kuhblume, Pusteblume. Oder wie meine 87jährige Nachbarin sagt:“Des sinn Pissblumme.“ Und weil man es halt so macht, robbt sie auf Knien über ihren Rasen und jagt erbarmungslos den armen Löwenzahn.

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Es fällt mir schwer, Löwenzahn zu jäten. Nicht weil er eine lange Pfahlwurzel hat, die munter wieder austreibt, wenn man sie nicht ganz erwischt. Er ist viel zu hübsch! Überall im Garten leuchten gelbe Farbkleckse und wenn man sich diese Blüten genauer anschaut …
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… so viel Schönheit kann ich nicht ausreissen.

Und so ist mein „Rasen“ weit entfernt von dem, was man als den gepflegten, englischen Rasen bezeichnet. Neben Löwenzahn wachsen und blühen Gänseblümchen, Veilchen, Ehrenpreis und Klee. Es summt und brummt, weil unzählige Hummeln und Bienen dort Nahrung finden. Das ist übrigens seit zehn Jahren so und in diesen zehn Jahren gab es erst einen Bienenstich in die Fußsohle, obwohl wir alle meistens barfuß laufen.

Es gibt unzählige Rezepte für Löwenzahnhonig, die jungen Blätter schmecken als Salat und Tee kann man auch daraus brauen. Angeblich. Ich lasse ihn einfach blühen und in ein paar Wochen werde ich den Pusteblumen nicht widerstehen können.

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Im Gemüsegarten bin ich übrigens nicht ganz so entspannt mit dem Löwenzahn, in den Beeten darf er nicht wachsen. Nur auf den Wegen dazwischen.

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Der Aprilgarten

Es tut sich was!
Sämtliche Blumenstauden, die ich im März pflanzte, wachsen und gedeihen, blühen teilweise schon. Letzteres freut die rege Hummelpopulation im Garten besonders. Weil es ein bißchen albern aussieht, dass im Abstand von ca. vierzig Zentimeter eine Ministaude wächst, habe ich händeweise Mohn-, Zinien-, Cosmea- und Sonnenblumensamen auf die Beete geworfen. Jetzt muss ich dem Drang widerstehen, alle keimenden Pflänzchen zu jäten. Für weitere Üppigkeit baue ich auf den hiesigen Fundgrube-Laden, der in regelmäßigen Abständen Stauden und Einjährige sehr, sehr günstig anbietet. Kleine, traurige Pflänzchen, die sämtliche Blätter hängen lassen und die niemand mehr will, obwohl sie nur ein langes Bad und ein bißchen Erde brauchen.

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Die Rose, die den alten Birnbaum erklimmen soll, treibt fröhlich aus. Wie lange dauert es eigentlich, bis eine Kletterrose zwei, drei Meter hoch geklettert ist? (ich bin so schrecklich ungeduldig!)

Die Erdbeerableger sind alle angewachsen, nächstes Jahr kann ich also von 100 Pflanzen ernten und hoffentlich sehr viel Erdbeermarmelade kochen. (Erst nächstes Jahr! Ich bin so schrecklich ungeduldig!)

Auf der anderen Seite des Gartens habe ich Gemüsebeete vorbereitet. Für Rot- und Weißkraut, Broccoli und Blumenkohl, Kohlrabi und Rote Bete habe ich ein paar Fuhren Pferdemist in die Erde gegraben, ich erwarte vorbildliches Gemüse für meine Mühe!

Beim Aufstellen der Bohnenstangen sorgte ich eventuell für gute Unterhaltungen bei den Nachbarn , weil ich zuerst mit allen Bohnenstangen stolperte und bäuchlings im Garten lag, unter den Bohnenstangen begraben. Beim Aufstellen des ersten Paares, kippte dieses umgehend um. Als das erste Paar endlich ausbalanciert war, brachte das zweite Paar das erste zu Fall. Als glücklich alle drei Paare standen, stellte ich fest, dass ich auch hüpfend nicht groß genug bin, um die Paare und die Querstange zusammenzubinden. Also holte ich mir einen Hocker, stellte mich darauf und sank mit Hocker in die fluffig-weich gehackte Erde. Fast wünsche ich mir, irgendwer hätte das aufgenommen, in schwarz-weiß, unterlegt mit lustiger Klaviermusik. Wahrscheinlich wird einer dieser Sommerstürme die üppig bewachsenen Bohnenstangen umwerfen und dann werde ich noch lauter schimpfen müssen, als bei meiner unfreiwilligen Bohenstangen-aufstell-Slapstick-Nummer.

Gepflanzt habe ich Mangold, Eisberg- und Eichblattsalat und Radicchio. Auf ausdrücklichen Wunsch meiner Mutter auch Fenchel, den mag niemand in der Familie außer ihr, ich bin einfach nur neugierig, ob er wächst.

Radieschen und Karotten habe ich gesät, Erbsen gesteckt. Die Drahtkörbe im Vordergrund sind übrigens Kletterhilfen für die Erbsen.

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Zucchini, Auberginen, Kürbisse, Gurken, Paprikas und Tomaten pflanze ich Ende April/Anfang Mai. Eigentlich sollte man ja die Eisheiligen im Mai abwarten, aber die Chancen für einen wirklich strengen Nachtfrost sind mittlerweile äußerst gering.

Für die Tomaten muss ich noch das Beet vorbereiten und ein bißchen bauen. Bisher stehen da nämlich nur diese beiden Häuschen, die der Schreinerfreund für seine Tomaten zusammengeschraubt hatte und unter denen die Tomaten bis ans Dach wuchsen und weit in den November hinein trugen.

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Beim letztjährigen Sommersturm flog uns ein Plexiglasdach in den Garten, das seitdem niemand vermisst. Daraus will ich mir ein größeres Tomatenhaus bauen. Und bevor unter diesem Dach dann Tomaten wachsen können, sollte irgendwer Löwenzahn und Disteln jäten.

(Die Tomaten habe ich, wie meine Mitgärtner(in) hier, gesät. Doch anders als bei ihnen ist mein Daumen beim Säen eher braun. Meistens ertränke ich die zarten Keimlinge, nachdem sie jämmerlich nach Wasser jappsten. Drücken Sie mir die Daumen, dass wenigstens acht Pflanzen über das Keimblattstadium hinaus wachsen, danach haben sie sogar bei mir eine Chance.)

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Frühjahrsputz im Gartenschuppen

In meinem neuen Garten steht ein kleines Gerätehaus, das nahezu vorbildlich eingerichtet ist. An zwei Wänden haben die Arbeitsgeräte an einer Holzleiste ihren Platz. Hacken, Grubber und Rechen werden eingehängt, für Spaten und Grabgabel wurden Schrauben als Halterung angebracht. An der dritten Wand hängt ein Regal, in dem Kordeln, Sämereien, Handschuhe, Draht und der ganze Kleinkram untergebracht werden können. Vor dem Schuppen ist ein Wasserfass eingegraben, damit das Werkzeug nach Gebrauch vor dem Wegräumen direkt gesäubert werden kann. Ernel und Paul, denen dieser Garten gehört, haben das Gartenwerkzeug sehr gut gepflegt und das will ich genauso halten. (Allerdings werde ich es vermeiden, mir im Winter beim Schrubben des Spatenblattes zwei Fingerkuppen abzufrieren, so wie es Ernel passierte.)

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Der Schuppen auf den Ländereien der Grünen Villasieht längst nicht so vorbildlich aus. Und das liegt nicht nur daran, dass er nicht aus freundlichem Holz ist, sondern aus fiesen Eternitplatten. Das Werkzeug lehnte die letzten fünfzehn Jahre immer irgendwie an der Wand oder lag auf dem Boden herum. Mehrmals spielte ich die wahnsinnig witzige Sketchszene mit dem Tritt auf den Rechen und dem hochschnellenden Gerätestiel, einmal sogar mit blutender Nase. Die einfache und geniale Lösung mit dem Brett wie in Ernels und Pauls Schuppen brachte jetzt auch endlich Ordnung in diesen Schuppen.

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Der Blick zur anderen Seite des Schuppen zeigt allerdings, dass der Frühjahrsputz noch nicht beendet ist. Die alte Werkbank leistet mir beim Pflanzen und Säen in Töpfen gute Dienste, unglücklicherweise stelle ich gerne mal eben rasch Dinge darauf. Und ich habe eine Menge Dinge. Alte Backformen und Emailtöpfe stapeln sich, weil sie irgendwann mit Dachwurzen bepflanzt und gefällig im Garten verteilt werden sollen.

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Den Blick an den Werkzeugen vorbei erspare ich Ihnen übrigens, denn Rasenmäher, Schredder und diese blaue Plastik-Sandmuschel, die ich sicher irgendwann für irgendetwas noch brauche, kuscheln dort mit Brennholz, irgendwelchen Latten und Stickeln und zerbrochenen Bohnenstangen, liebevoll umwebt von Generationen von Kreuzspinnen. Man soll es mit dem Frühjahrsputz ja auch nicht übertreiben.

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Blumenpracht, künftig.

Schon der Uropa von Paul, meinem über 90 Jahre alten Gartenverpachter, hat im Garten Kartoffeln angebaut. Das erscheint mir lange und oft genug, deshalb habe ich beschlossen, dass der Kartoffelacker ein bunter Blumengarten werden soll. Und weil er in der vollen Sonne liegt, kann ich sämtliche sonnenliebenden Stauden, die in meinem eher schattigen Garten am Haus nicht gedeihen wollen, anpflanzen.

In der Gärtnerei ging es heute ein bißchen mit mir durch und vermutlich fiel ich ein bißchen auf, als ich „Rittersporn! OOOOH! Lupinen, will ich! WAH! Sonnenhut! Und STOCKROSEN!“ rufend von Tisch zu Tisch rannte und mir gleich zwei Einkaufswagen vollpackte. An der Kasse wurde ich kurz blass, aber da ich unglaublich viel Geld sparen werde, wenn ich im Sommer die Familie mit selbstgezogenem Gemüse ernähre, verdrängte ich die dreistellige Summe und freute mich auf´s Pflanzen.

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Das künftige Blumenbeet ließ ich vor Kurzem von den Kindelein umgraben, letzten Freitag überlegte ich mir, wie ich die Wege darin anlegen soll, damit ich bequehm jäten, gießen und die Stauden pflegen kann.Die Wege trampelte ich grob vor und zog sie dann einigermaßen mit einer Hacke glatt. Bis das richtige, stabile, gerade Gartenwege sind, muss ich aber noch oft hin- und herlaufen.

In der Mitte des Blumenbeetes wächst ein Walnussbaum. Die Baumscheibe möchte ich mit Kapuzinerkresse bepflanzen, weil diese hübsch aussieht und Läuse abhält, in den Baum zu klettern. Falls Läuse überhaupt in Walnussbäume klettern wollen. Vom Boden des Rosa Gartenhüttchens im anderen Garten sind noch einige Pflastersteine übrig, ideal, um die Baumscheibe zu begrenzen. Und ideal, um den Jüngsten zu nötigen, das theoretische Wissen über Umfangberechnung in die Praxis umzusetzen. Wieviele brauche ich? Er errechnete 45 und genau so viele passten neben den getrampelten Weg. (und genauso viele musste er zusammen mit seinem Bruder vom Garten der Grünen Villa bis zum künftigen Blumenbeet schleppen, vier Eimer voll.)

Die Pflastersteine will ich noch halb eingraben, aber der Boden ist derzeit so hart, da geht das nicht richtig.

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Zwei Einkaufswagen voller Pflanzen sehen verteilt etwas mickrig aus. Und das Einpflanzen war wegen des harten Bodens (trotz Umgrabens!) eine echte Qual, ich warte sehnsüchtig auf Regen, damit ich die großen Erdklumpen, die beim Umgraben übrig blieben, kleinhacken kann.

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Die Stauden wachsen hoffentlich gut an und breiten sich aus! Dazwischen werde ich noch verschiedene Sommerblumen (Mohn! Zinien! Sonnenblumen!)) säen, zum Herbst hin ergänze ich mit verschiedenen Astern und Chrysanthemen und im Spätherbst kann ich wahrscheinlich 500 Blumenzwiebeln verbuddeln.

Im Laufe der nächsten Zeit muss ich evtl. Gärtnereien und Blumenläden meiden, denn es ist ja noch so unglaublich viel Platz in diesem Garten und es gibt noch so viele Pflanzen, die Sonne lieben. (Lilien! Diese ganzen blühenden Kissen! Dachwurzen!)

Ich werde einmal im Monat zeigen, wie sich das Blumenbeet entwickelt und schonungslos über Fort- und Rückschritte berichten. (und womöglich ein bißchen jammern, weil so viel gegossen werden muss.)

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Gartenbücher zu verschenken – alle weg!

Die Gartenbücher stapeln sich in allen Ecken, so viele brauche ich wirklich nicht!

Weil sie eindeutige Nutzungsschäden haben, möchte ich sie verschenken. Jedes Buch ist nur einmal vorhanden, wer zuerst „hier! Buch Nummer XX!“ schreit, hat es. Ich melde mich dann per Mail, um zu erfahren, in welche Richtung ich das Buch schicken kann.

Buch Nummer 1

Ein bißchen Geschichte der Bauerngärten, Auflistung der typischen Bepflanzung eines Bauerngartens, Kräuter des Bauerngartens und ihre Anwendung. Dazu sehr schöne Bilder, die zu einem „jetzt, sofort will ich einen Bauerngarten“ führen. Die Ländereien der Grünen Villa ähnelten übrigens niemals auch nur annähernd einem Bauerngarten. Aber schön wäre es gewesen.

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Buch Nummer 2

Ein Grundlagenwerk. Empfehlungen, wann welche Gartenarbeiten erledigt werden können/sollen, schön in Monatsübersicht. Verschiedene Pflanzenportraits, Gestaltungsbeispiele für verschiedenste Gartenecken. Ein nettes Buch für den blutigen Anfänger.

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Buch Nummer 3

Siehe oben. Ich hoffe sehr, dass ich dieses Buch geschenkt bekam und nicht tatsächlich ein zweites Einsteigerbuch kaufte.

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Buch Nummer 4

Die allerbeste Freundin bekam dieses Buch zu Weihnachten geschenkt. Sie konnte nichts damit anfangen und reichte es an mich weiter. Ich las es interessiert, brauche es aber nicht weiter. Ein Buch zum Lesen und Weiterverschenken eben. Kein Ratgeber, sondern die Vorstellung der verschiedenen mittelalterlichen (Kloster)Gärten, samt Schemazeichnung und besonderer Merkmale. Macht Lust, die Gärten zu besichtigen. (Die Marksburg ist nicht weit von uns. Jetzt steht sie auf der Sommer-Ausflugsliste.)

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Buch Nummer 5

Die Grüne Villa hat eine sechzig Quadratmeter große Terrasse. Anfangs hatte ich die Idee, diese Terrasse in einen Garten zu verwandeln. Die Kindelein wollten aber lieber eine Rennstrecke für das Bobbycar und ein wirklich großes Plantschbecken. Einen Terrassengarten hat die Grüne Villa immer noch nicht, dafür wird das Plantschbecken noch immer aufgebaut und überall stehen beflanzte Kübel herum. Für diese habe ich mir durchaus Anregungen aus dem Buch geholt.

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Buch Nummer 6

Mein Lieblingsbuch! Ich habe es unzählige Male durchgeblättert, mich inspirieren lassen und vieles, vieles daraus in unseren Ländereien nachgebaut und umgesetzt. Sinngemäß sagt dieses Buch: „Wenn Sie Kinder haben, dann vergessen sie Ihre Vorstellung von einem gepflegten, akuraten Garten. Schaffen Sie einen Raum, in dem gespielt, getobt, entdeckt und gelebt werden kann.“ Unsere Kindelein sind nahezu erwachsen, das Buch darf jetzt eine junge Familie begleiten.

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