Über Nathalie Kranichsfeld

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Eingemachtes von Nathalie Kranichsfeld:

Versteckspiel

Am Sonntag bei Sonnenschein habe ich mein 2016er Zertifikat als Fachfrau für bodennahe spontane Begleitvegetation im Gärtchen erneuert. Alles raus, und die Biotonne prall gefüllt. Das dort alles zugewuchert war, ist nur leicht untertrieben. Jetzt aber ist das Beet wie neu und die kommenden Tulpen sind wieder zu erkennen. Allerdings läuft das bei der Oma unter „massiver Veränderung“. Es war doch alles so schön grün, da muss man doch nichts rausreißen? O-Ton von letztem Jahr. Deshalb werde ich jetzt einige Tage Versteck spielen und versuchen der Oma aus dem Weg zu gehen, bis die Tränen getrocknet sind.

Im Gadde steht das noch an, und ich kann nicht behaupten, dass ich mich sonderlich darauf freue. Es werden viele „Stellungen des Kindes“ nötig sein, um den Rücken wieder schmerzfrei zu bekommen.

Fugen

Für die Fugen werde ich mir dieses Jahr etwas überlegen, damit wenigstens an dieser Front Ruhe einkehrt. Ich muss mich da noch aufschlauen, Fugenmörtel oder Sand, oder was es sonst noch gibt. Der Freund erzählt was von Silikon, das hört sich für mich erst mal merkwürdig an. Aber er ist Handwerker und sollte wissen wovon er spricht. Der Schwiegermutter sind die Fugen mit dem Dreck egal, „da mach ich mir kein Kopp drum“. Ist klar, ist ja auch nicht ihr Job, es arbeiten ja andere das ab.

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Saisonstart

Heute war Saisoneröffnung im Gadde. Was die Schwiegermutter mal plant wird auch in der Regel so abgerufen. Nur Starkregen oder akuter Temperaturabfall unter die Minusgrenze könnte daran etwas ändern. Da die Sonne heute möglicherweise in Frankfurt an der Oder war, keinesfalls aber in Frankfurt am Main, haben wir aber „nur“ das Gestrüpp runter geschnitten und einen kleinen Scheiterhaufen gebastelt. Die Gartennachbarn schieben den Start klugerweise auf sonniges Wetter, es war niemand zu sehen heute für ein Nach-Winter-Schwätzchen.

scheiterhaufen

Mal eben, mal kurz, nur ein bißchen, nicht viel, geht ganz schnell heute, ach mal gucken kann Arbeitseinsätze bis zu 3 Stunden beinhalten, keinesfalls aber unter einer Stunde. Heute haben wir die Mitte getroffen und danach erst mal bei Apfelweinkuchen und Tee die Kälte abgeschüttelt.

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In rauen Mengen

Die Mengen sind bei uns mit den meisten Gemüsen so, dass wir bei Erreichen der Reife durchaus einen Marktstand beschicken könnten. Ihr erinnert Euch, wird sind nur zu dritt ?

Mit den Tomaten geht das so: Das komplette Gewächshaus wird voll, eine Seite der Hütte mit Strauchtomaten, ergänzend noch jede Menge Töpfe für Balkone und mein Gärtchen hier. Wenn dann also die Tomaten reif werden, gehen wir in die Suppen-, Saucen-, Mark-, und Ketchup-Großproduktion. Außerdem ist dann Mozzi Saison, der frischeste und beste wird dann extra in Offenbach geholt, ein Hochgenuss. Und nein, wir kippen keinen Balsamico drauf.

Mit dem Salat ist es ähnlich, nur dass der ja leider nicht verarbeitet werden kann und zeitgleich auf einmal da ist. Da freuen sich dann die Freunde und Kollegen. Ich bekomme diese Salatmengen nicht aus der Schwiegermutter heraus, jedes Jahr die Diskussion um „etwas“ weniger. Selbst mit Salat Smoothies ist es nicht zu bewältigen.

Und was für ein Irrsinn, gleich 2 Zucchini für nur 2 Gärtnerinnen zu pflanzen, der Ex und technische Wart mag nämlich gar keine. Wer weiss wie reichlich und schnell Zucchini wachsen kann jetzt schön die Augen verdrehen, so wie ich auch immer. Außerhalb der Zucchini Saison esse ich die Dinger dann nicht, in KEINSTER Form. Am schlimmsten finde ich es dann immer, wenn irgendwo Zucchinisuppe auf der Karte im Resturant steht. Trauma lässt grüßen. Es müsste eigentlich nicht erwähnt werden, ich sag´s trotzdem: Sämtliche Zucchinirezepte habe ich schon „dorsch“, wie der Hesse sagt.  Aber für dieses Jahr konnte ich mich durchsetzten, es wird nur eine(n) geben. Dafür mehr Aubergine, denen kann man wenigstens nicht beim wachsen zuschauen und es verteilt sich besser mit der Ernte. Hoffentlich erinnert sich die Schwiegermutter noch an ihr Versprechen, wenn sie vor den zarten Jungzuccini im Gartencenter steht.

Und zum Schluß noch etwas zum Klugscheißen ;-)
Bei Zucchini handelt es sich bereits um den Plural, die Singularform lautet der Zucchino. Die Pluralform „Zucchinis“ ist daher als „doppelter Plural“ nicht korrekt.

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Am Gartenzaun im Gärtchen

Der langsame Saisonstart zieht sich, es regnet. Vielleicht noch ein Schwätzchen bis dahin ?

Es hat sich so zugetragen letzten Herbst:
Von den netten Nachbarn kam ein Kürbis durch den Zaun geschlängelt. Der machte sich auf dem Beet von der Oma breit und wuchs und wuchs und wuchs. Sie hat ihn ja, wie alles, nicht geerntet, damit sie sich jeden Tag vom Küchenfenster an dem Anblick erfreuen kann. Dann kam aber der Nachbar durchs Gartentor und hat, Zack, seinen Kürbis einfach geerntet und mitgenommen. Schließlich kam der ja ursprünglich von seiner Seite des Zauns.
Das Verhältnis zwischen der Oma und den Nachbarn auf der anderen Seite ist erst mal auf arktische Temperaturen abgekühlt, die auf absehbare Zeit wohl auch nicht ansteigen werden.
Mit den Äpfeln von ihren 2 kleinen Bäumen hält sie es auch so. Bloß nicht pflücken, lieber warten bis diese zum Fallobst werden. Ab und zu begehe ich Mundraub und stibitze mir einen, sonst ist das ja nicht zu ertragen. Ich frage mich ab und an schon, ob mich hier eine höhere Macht prüft?

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Winterschlaf

Es zeichnet sich ab, der Winterschlaf wird bald vorüber sein. Die Schwiegermutter hat angerufen, wir müssten dann mal….. Das heißt übersetzt, dass es beim nächsten halbwegs schönen Wetter losgehen kann.

Sie hat keinen Führerschein, also fahre ich Sie zu Preisvergleichen in diverse Gartenmärkte. Mir persönlich würde ja einer ausreichen, aber die Schwiegermutter ist sehr preisbewusst. Viele günstige Preise hat Sie aber auch auf ihrem Radar, so die Anzuchterde vom Discounter, jedes Jahr um die gleiche Zeit. Nur diese darf es dann auch sein.

Also sind wir losgezogen und haben vornehmlich Tomatensamen erstanden, ein bisschen Aubergine noch. Dazu besagte Anzuchterde und jetzt hat sie erst mal Beschäftigung sämtliche Fensterbänke in ihrer Wohnung mit vorgezogenen Pflanzen belegen. Von dort wandern sie dann zu gegebener Zeit ins Gewächshaus. Da ist es gut, dass ich einen Kompaktvan fahre. Als Single hätte ich eigentlich lieber gern ein flotteres Auto, aber dann könnte ich keine Schwiegermutter, Bio-Abfall nicht-kompostierbar, besagte Pflanzenumsiedlungen, 50L Säcke Mulch und ähnliches transportieren.

Während sie die Tomatentütchen begutachtet hat, bin ich zum Mulch rüber. Mulch ist mein Metier, gehört ja zur Kategorie Dreckvermeidung. Auch das eine Neuerung meinerseits, sie ist ja immerhin 50 Jahre ohne ausgekommen. Der technische Wart schlepp ganz emanzipiert die 50L Säcke nicht, der Dreck gehört ja nicht zu seiner Job Description. An der Kasse hat sie dann kurz gezuckt, weil ich uns zum normalen, ordinären Mulch auch einen Sack Kiefern- und Lärchenmulch gegönnt habe, für den wunderbaren Geruch, den ich so liebe. Für die preisbewusste Schwiegermutter läuft das unter Luxus, und „wehe man riecht da nichts“.

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Hallo, darf ich vorstellen……

Mein Name ist Nathalie, bin vor kurzem 50 geworden (hat gar nicht wehgetan) und ich bepflanze, ernte, jäte, gieße und kümmere mich um 2 Gärten. Als Ausgleich für meinen stressigen Vertriebsjob ist das super für den Kopf, weniger supi für den Rücken. Für den wiederum zum Ausgleich gibt’s dann Yoga in den Variationen Power, Yin und Hot.

Der eine Garten ist mehr ein „Gärtchen“ und ich teile mir ein Beet mit der Oma. Die Oma ist 88, meine Vermieterin, wohnt unten im Haus und ist resistent gegenüber jeglicher Veränderung, auch den Garten betreffend.

gaertchen

Sie lässt gerne das Unkraut wachsen, „es blüht so schön“, was bei einem geteilten Beet durchaus Konfliktpotential birgt. Ich reiße gerne mal was raus, wenn sie nicht so genau hinschaut. Nebenher arbeite ich weiter an meinem Change Management bei der Oma, aber das geht noch langsamer als Pole Pole, wie der Kenianer sagt wenn er langsam meint. Was die Oma auf ihrer Seite pflanzt wird auch nicht geerntet. Entweder wächst nichts (der Tomatenstock im Vollschatten), oder sie lässt es blühen und gedeihen bis es umgeht.

Der andere Garten „der Gadde“ wie der Hesse sagt, ist in einer kleinen, wilden Kleingartenkolonie ohne Vorschriften, mit einem Lineal zu säen oder was sonst noch so in Gartenvereinen üblicherweise vorgegeben wird.

gadde

Die handelnden Gärtner sind Ich, der Ex und meine Ex-Schwiegermutter. Sie ist zwar Ex, wird aber immer meine liebe Schwiegermutter bleiben. Das hindert sie aber nicht daran, gerne mal freundlich aber seeeehr bestimmt, anfallende Arbeiten zu verteilen.

Der Ex ist unser Technischer Wart und für alles grobe zuständig wie Rasenmähen, Beete umgraben, Reparaturen ausführen, Bäume fallen.

Die Schwiegermutter ist IMMER im Garten, und abwechselnd dann entweder der Ex oder ich, je nachdem was anfällt oder wer Zeit hat. Dann kommt man sich nicht unnötig in die Quere, schließlich ist man ja auseinander. Sie ist die Pächterin, hat den Überblick, sagt wo´s langgeht, welche Farben die Blumen dieses Jahr haben sollen, so halt. Wenigstens ist sie nicht Resistent gegenüber Wünschen und Veränderungen (sie gärtnert dort immerhin seit ca. 50 Jahren) und ich kann Erste Bio-Erfolge vermelden. Und das auch noch nachhaltig „Ach, Bio ist gar nicht sooo schlecht“.

Ich darf dann zuarbeiten, betreibe mein Hildegard-von-Bingen-Möchtegern-Kräuterbeet (Don`t touch it) und bin die Fachfrau für bodennahe spontane Begleitvegetation, vulgo Unkraut, im alpenländischen auch gerne Dreck genannt.

Der Gadde ist auch Ersatzmuckibude, denn zum gießen müssen wir das Wasser pumpen. Das gab letztes Jahr bei der anhaltenden Trockenheit 1A definierte Oberarme.

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