Monatsernte: April 2017

Höllenminze


Das Eingrooven mit der Schwiegermutter hat etwas gedauert, zeitweise war die angehende Gartensaison etwas kippelig. Es hilft wenn man gegenseitig freundlich, aber laut und bestimmt klare Worte findet. Momentan läuft´s und so habe ich beschlossen, uns ein Birnenspalier zu spendieren. Ich denke langfristig. Da der Ex-Freund mit den hilfreichen Lieferwagen nicht mehr zur Verfügung steht, steht das Spalier noch in der Baumschule (Seit 3 Wochen, um genau zu sein). Das war aber bei dem Frost der letzten Tage bestimmt kein Fehler.


In der Zwischenzeit habe ich den dafür vorgesehenen Platz „gerodet“. Die Japanische Weinbeere umgesetzt (Yummie), und haufenweise Minze rausgeholt. Dass die Minze überall wuchert ist klar, aber das sie SOLCHE Wurzeln hat, unglaublich. Ich musste da mit dem Spaten ran.

Der Ex-Mann übernimmt freundlicherweise mein Urlaubsvertretung zum giessen, ich bin ja während der Saison, und teilweise auch noch in den heissen Pflanz- und Erntephasen, weg. Die Diskussion mit der Schwiegermutter hebe ich mir aber für später auf, so genau weiss sie das noch nicht. Ich werde ihr „verkaufen“ müssen, dass sie während meiner Abwesenheit meine Experimente betreut. Die da wären: Ringelbete, Mairüben und Melonen. Wenn´s was wird, bin ich die Heldin. Sie wiederum zieht Zuccini, wie üblich mehr als eine. Ich hatte letztlich auf irgendeiner Speisekarte irgendwas mit Zuccini stehen, vorbeugend auf den kommenden üppigen Zuccinisommer hatte ich DAS schon mal nicht gewählt.
Und der Ex-Freund hat sich immerhin bereit erklärt, mir einen Eimer groben Sand vor die Tür zu stellen. Die Schwiegermutter schwört jetzt da darauf, das hätte letztes Jahr geholfen. Leider hatten wir viel zu spät damit angefangen. Ich werde das beobachten und an dieser Stelle berichten.

Die Kräuterschnecke nach dem Winter

Die Kräuterschnecke ist eine Einrichtung in meinem Garten, die ich sehr liebgewonnen habe. Sie befindet sich direkt neben der Terrasse. Ich brauche nur wenige Schritte aus der Küche hinaus in den Garten machen und kann frische Kräuter ernten – und sie natürlich direkt verwerten.

Vor dem Winter habe ich mich gefragt, welche Kräuter wohl winterhart sind. Jetzt weiß ich es.

Winterhart sind:

  • Schnittlauch
  • Thymian
  • Oregano
  • Waldmeister
  • Bohnenkraut

Nicht winterhart sind:

  • Petersilie
  • Rosmarin
  • Majoran
  • Minze
  • Salbei

Das Basilikum hat natürlich auch nicht überlebt. Von ihm habe ich aber auch nicht erwartet, dass es Kälte übersteht.

Der Oregano ist die größte Überraschung: Er machte nicht den Eindruck, als wolle er wiederkommen. Nur braune, trockene Äste schauten noch aus der Erde. Aber jetzt zeigt er deutlich, dass Leben in ihm steckt:

Inzwischen habe ich die Kräuterschnecke wieder vollständig bepflanzt. Von oben nach unten wachsen dort dieses Jahr: Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran, Estragon, krause und glatte Petersilie, Kapuzinerkresse, Frühlingszwiebeln, kriechender Sellerie, Schnittlauch, Basilikum, Minze, Melisse und Waldmeister.

Kräuterschnecke im April

In dem Gefäß sind übrigens Nüsse und Vogelfutter. Mein Garteneichhörnchen kommt immer bis an die Terrasse, um sich etwas rauszufischen. Das ist sehr putzig.

Die Schnur ist eine Lichterkette, die als Weihnachtsbeleuchtung im Baum war. Sie kringelt sich jetzt durch die Kräuterspirle und spendet an langen Grill- und Gartenabenden Licht. Zusammen mit ein paar Tischkerzen reicht die Beleuchtung für gemütliches Beisammensitzen.

Frühjahrsüberblick

Das Gartenjahr hat natürlich längst begonnen und die Unterholz-Neugartencrew hat sich bisher wirklich ganz gut geschlagen. Zumindest wurden Horst und seine Freunde noch nicht hilfesuchend zu Rate gezogen.

Angefangen haben wir mit der auf dem Grundstück befindlichen Immobilie für den Nachwuchs – da musste noch das wasserabweisende Dach drauf, zumal die Teerpappepakete in der Garage mit der Zeit auch nicht ansehnlicher wurden. Also – Akrophobie hin oder her – rauf auf die Leiter und das Zeug beherzt aufs Dach genagelt. Zwischendurch erreichten die Bodencrew in regelmäßigen Abständen Panik-gifs von hilflosen Katzen in Bäumen, aber alles in allen hat das super geklappt.

Hier sieht man das Haus mit der wunderschön blühenden Magnolie der Nachbarn:

Ein bisschen neidisch sind wir auf die blühende Pracht, das liegt aber auch daran, dass auf unserer Seite ein bisschen doll viel am Blühzeug (hier: Rhododendron) herumgerodet wurde. Was wiederum daran liegt, dass die neue Säge soviel Spaß macht.

Dann waren erstmal Holzterrasse und Holzfassade dran. Diese wurden gereinigt, bevor sie mit einer lecker riechenden Ölmischung eingepinselt und wir damit zu einem gefühlt 48-stündigen Betretungsverbot verdonnert wurden. Aber es hat sich gelohnt, das Regenwasser perlt ab wie im Werbespot für Kalkreiniger und alles sieht aus wie neu.

Und dann endlich schlug auch endlich mal die Stunde für den Gartenboden und die floralen Projektideen. Also die Stunde für die Strafarbeit. Das Gras, das erst letztes Jahr unter windigen Bedingungen eingesät wurde, musste jenseits der Begrenzungssteine wieder raus aus dem Beet. Endgültig und wirklich und wahrhaftig. Des Drames erster Akt ist nachzulesen hier.

Also opferte ich mich eines sonnigen Tages, nahm Spaten, Hacke und Karre und zog los, um zunächst zwei Testmeter von Rasen zu befreien. Erst einmal grub ich noch funktionierende Stauden aus und legte sie zur Seite, um dann großzügig mit dem Spaten und der Hacksprungparforcetechnik in strategisch günstigen Abständen auflockernde Gräben reinzupflügen, um im nächsten Schritt mit der Hacke die Grasschicht loszukratzen. Anmutig wie eine stolze Katze, die eine noch lebende Maus gefangen hat und sie touretteartig im Spiel hochwirft, kloppte ich das Grasbüschel mehrfach auf den Boden, entfernte so möglichst viel Erde und schmiss dann mit elegentem Runterschwung das ganze Grasbündel von der Gabel in die Karre.

Wenn ich vierzehn gewesen und dazu von Fräulen Rottenmeier verdonnert worden wäre, hätte der erste Satz in meinem Ferientagebuch wie folgt gelautet: „Liebes Tagebuch, ich musste die ganzen Ferien Gras wegmachen, das war voll anstrengend und voll ätzend und außerdem waren die Säcke mit dem ganzen Erdegraswasweißichwasgemisch voll schwer.“

Nunja, so gruben wir uns voran, bisweilen halfen auch die osterferienbeglückten Kinder mit, die fanden aber am tollsten, wenn wir wieder mal zum Wertstoffhof fahren durften. Nicht, weil da tolle Müllautos, Trecker und Frontlader fahren. Nein, weil „Mexdongels“ nämlich fast direkt nebenan ist und sogar auch die Mama nach solchen Hauruck-das-Gras-muss-weg-Aktionen immer einen leichten Pommeshunger verspürt. (Nein, aber nicht das, was Ihr jetzt meint.)

Jedenfalls heute, am Ende der Ferienwoche, ist alles fertig geworden. Ein bisschen Erde musste natürlich nachgefüllt werden und ein paar schöne, bienenfreundliche, bunte Stauden durften bei der Gelegenheit auch noch mit, denn der sensible Salbei hat den Rasenangriff tatsächlich nicht überstanden. Ganz sicher sind wir allerdings noch nicht, was mit dem Beet jetzt passieren soll. Rindenmulch oben drauf? Oder Pinienrinde? Oder „en nature“?

Nun muss nur noch die noch im Winterschlaf dümpelnde Hecke aus sich raus kommen. Und dann, liebes Tagebuch, dann wirds auch bei uns voll schön.

Rasenjahr 2017: Weg mit Klee und Moos – jetzt ist der Rasen dran! [Bezahlter Produkttest]

Mein Rasen ist grün und dicht – wenn man ihn aus der Ferne anschaut. Geht man näher heran, sieht man das:

Vorher: Der Rasen voller Klee und ... Zeugs

Vorher: Der Rasen voller Klee und … Zeugs

Nach dem großen Gartenumbau 2015, dem Bau des Gewächshauses und der Neubepflanzung des Gartens 2016 sind die groben Arbeiten abgeschlossen. Kommen kommen die Schönheitsoperationen dran. Zum Beispiel am Rasen.

Meine Gartenphilosophie ist: naturnah und gleichzeitig gepflegt. Bezogen auf den Rasen heißt das: Es darf ruhig rustikal sein, es muss kein englischer Rasen sein. Ich krieche nicht mit der Nagelschere übers Gras. Doch was zu viel ist, ist zu viel: Mein Rasen besteht an manchen Stellen nur aus Klee, Moos, Löwenzahn und Gänseblümchen. Wobei: Gänseblümchen finde ich schön. Wenn halt noch etwas Gras zu sehen ist.

Die Lösung: vertikutieren. Der Zeitpunkt jetzt, im April, ist dazu super geeignet.

Was passiert beim Vertikutieren?

Beim Vertikutieren ritzt ein rotierendes Messer die Grasnarbe der Rasenfläche an. Moos und Unkraut werden herausgezogen. Das Anritzen trägt zur Belüftung des Rasens bei und regt ihn so zum Wachsen an.

Mein Schwiegervater besitzt einen Vertikutierer – und freut sich, wenn er ihn uns leihen kann. Kaffee und Kuchen gibt’s beim Abholen gratis dazu.

Was ist der Unterschied zum Lüften?

Beim Lüften besteht die Rolle nicht aus Messern, sondern aus nadelartigen Zinken, die den Boden nicht einschneiden, sondern den Rasen lediglich ausbürsten. Das hilft vor allem gegen Moos.

Der Vertikutierer ist so groß wie ein Rasenmäher und passt in einen durchschnittlichen Kofferraum. Es gibt ihn in Elektro und als Benzinvariante. Der Schwiegervater hat einen Elektrogerät. Das reicht in unserem Fall aus. Leiht man sich einen Vertikutierer beim Geräteverleih, kostet das zwischen 20 Euro (für vier Stunden) und 40 Euro (für den ganzen Tag).

Schritt 1: Rasen mähen

Um den Rasen zu vertikutieren, sollte er nicht zu lang sein. Vor zwei Wochen habe ich den Rasen das erste Mal gemäht. Jetzt folgt der zweite Schnitt. Ideal für ein gutes Ergebnis!

Schritt 1: Rasen mähen

Schritt 1: Rasen mähen

Wir mähen also wie gewohnt den Rasen. Idealerweise sollte er vorher einmal gedüngt sein. Das haben wir verpasst. Ich bin aber sicher, dass die Neusaat auch so gut wachsen wird.

Schritt 2: Werkzeug richten und los!

Wir bauen zunächst das richtige Werkzeug in den elektrischen Vertikutierer: das Vertikutiermesser. Danach fährt der Mitbewohner mit dem Gerät über den Rasen: erst längs, denn quer.

Rasen mit dem elektrischen Kultivator vertikutieren

Schritt 2: Das Lüftungsmesser raus, das Vertikutiermesser (im Karton) rein – und dann los!

Zwei Runden waren bei uns dringend nötig, denn nach dem ersten Durchgang meinte der Mitbewohner: „Jetzt ist alles Gras weg und das Unkraut noch da.“ Nach dem zweiten Mal vertikutieren war aber auch ein Großteil des Klees draußen.

Der Kompost war danach jedenfalls proppenvoll: Wir holten mehr als drei große Säcke Grünzeug aus dem Rasen. Tipp deshalb: genug Platz bereit halten. Oder eine Fahrt zum Grüncontainer einplanen.

Schritt 3: Säen

Anfang des Jahres hat die Baumarktkette toom mich gefragt, ob ich ihre neue Produktlinie für den Rasen testen wolle. toom bietet mit seinem Rasenkonzept alles von der Rasenerde und verschiedenen Rasensaaten bis hin zu Dünger, Sand und Kalk. Ich habe zugesagt.

Am Wochenende startete ich mit der Saat. Weil ich schon einen Rasen habe, den ich nur bearbeite, nehme ich den toom-Vertikutiermix. Außerdem teste ich den Schattenrasen. Denn der Teil meines Rasens, der neben der Terrasse liegt, hat dauerhaft Schatten. Ich bin gespannt, was „Der Genügsame“, wie der Schattenrasen heißt, dort reißen kann. Die Durchsetzungskraft seiner Vorgänger war nämlich überschaubar.

Schritt 3: Neuen Rasen einsäen

Schritt 3: Neuen Rasen einsäen

Im Vertikutiermix sind Starterdünger und Algenkalk enthalten, so dass ich beim ersten Einsäen nicht extra düngen muss. Das empfinde ich als praktisch.

toom hat eine Streuhilfe mitgeliefert, die wir ebenfalls testen. Denn wirft man den Samen mit der Hand auf den Rasen, ist er nicht gleichmäßig verteilt. Das war vor zwei Jahren, bei meinem letzten Versuch, einen schönen Rasen zu haben, so. Ich hatte dann puschelige, grüne Inselchen – und dazwischen Ackerfläche.

O-Ton des Mitbewohners zur Streuhilfe: „Reicht vollkommen. Da brauchste keinen Streuwagen.“ Allerdings ist das Herausnehmen der Streuöffnung zum Ein- und Nachfüllen ein bisschen fummelig.

Schritt 4: Rasensand streuen und Rasen wässen

Zuletzt geben wir (auch mit der Streuhilfe) Sand auf den Rasen. Der Sand lockert den verdichteten Boden und macht ihn luftdurchlässiger.

Rasensand streuen

Schritt 4: Rasensand streuen und den Rasen wässern

Die Tüte mit den Rasensand ist ziemlich schwer. Hier wären kleinere Portionen beim Einfüllen einfacher zu handhaben. Insgesamt ist das Einsäen aber sehr einfach und das Streuen perfekt: Mit der Hilfe lassen sich in sehr kurzer Zeit große Mengen verteilen. Die ganze Aktion, einschließlich Rasen mähen und vertikutieren, geht erstaunlich schnell: Nach zwei Stunden sind wir fertig. Sie war auch nicht sonderlich beschwerlich. Ich hatte mit mehr Aufwand gerechnet.

Zum Schluss muss  der Rasen gewässert werden. Das haben wir direkt nach dem Säen gemacht. Der Regen der vergangenen Tage hat den Rest erledigt.

Rasen nach dem Vertikutieren: ein Acker

Rasen nach dem Vertikutieren: ein Acker, frisch eingesät

So geht’s weiter:

Erstmal muss der Rasen jetzt wachsen. Ob das gut klappt, werde ich in den nächsten Wochen berichten. Außerdem werde ich Dünger und Rasenkur testen.

Offenlegung: Beim „Rasenjahr 2017“ handelt es sich um einen bezahlten Produkttest. 

Plastiktöpfe fasten

In den vergangenen Wochen war Fastenzeit. Zumindest für diejenigen, die sich aus religiösen oder persönlichen Gründen diese Zeit im Jahr für Enthaltsamkeit reservieren.

Nicht immer sind es Süßigkeiten, auf die die Fastenden verzichteten. Maike von Wohlfühlblog Flower & Candies fastete zum Beispiel Plastik. Sie schreibt darüber: 

Zum einen stört mich schon lange der ganze Müll, der sich bei mir sammelt. Ich trag ihn hoch, ich trag ihn wieder runter. Völlig nutzlos. Und das mit dem Wissen, dass es zwischen 100 und 450 Jahren dauert, bis Plastik verrottet ist. Und dass so unfassbar viel Plastik im Meer schwimmt. Krasse Vorstellung, oder?

Und auch für die Gesundheit soll Plastik nicht gut sein.

Also mein Plan: Ich will mal eine Zeit versuchen, deutlich weniger Einweg-Plastik zu konsumieren.

Auch Hildegard von Vintage your life hat sich Gedanken über plastikfreies Einkaufen gemacht.

Als Maike und ich uns letztens trafen, fragte sie mich, wo sie Blumen ohne Kunststoffübertöpfe kaufen könne. Ich war ziemlich ratlos. Denn alle großen Bau- und Gartenmärkte bieten ihre Pflanzen nur im Plastiktopf an. Auch Gärtnereien verkaufen ihre Pflanzen nur im Kunststofftopf.

Natürlich kann man den Topf im Laden lassen, damit er ihn entsorgt. Aber das ist ja nur die halbe Lösung.

Kennen Sie Möglichkeiten, wie man als Gärtnerin ganz auf Plastik verzichten kann und welcher Anbieter Pflanzen ohne Kunststofftopf verkauft?

Der Garten Anfang April: Pfirsich, Kirsche und Blühendes im Steingarten

In den vergangenen vier Wochen ist der Garten buchstäblich explodiert: von Null auf Hundert in 28 Tagen. Hätte ich jeden Tag ein Foto gemacht, könnte ich ein Zeitraffervideo daraus basteln.

Gartenpanorama am 1. April

Am vergangenen Wochenende musste ich deshalb auch das erste Mal Rasen mähen: Das Gestrüpp wuchs einfach zu hoch.

Das Gemüse ist bereits eingepflanzt und eingesät. In den Töpfen auf der Terrasse und auf dem Balkon stehen Reste aus dem Winter, kombiniert mit Hornveilchen. Sie vertragen zur Not noch etwas Kälte. Das Zitronenbäumchen scheint auch über den Winter gekommen zu sein: Es ist etwas blässlich, aber sonst gut dabei.

Der Kirschbaum steht in voller Blüte. Die Bienen und Hummeln summen und brummen.

Blühender Kirschbaum

Gerade morgens bei Sonnenschein ist das alles sehr hübsch anzusehen (Instagram).

Vor dem Gewächshaus schlagen auch die Apfelbaumspaliere aus, und die ersten Blüten zeigen sich. Ich kann täglich zuschauen, wie sie sich verändern:

Apfelbaum: Die Blüte Anfang April

Im vergangenen Jahr habe ich im Schlussverkauf des Baumarkts einen kleinen Pfirsichbaum erstanden. Er wuchs sehr zuückhaltend, verlor bald seine Blüten und auch die meisten seiner Blätter.

Ich habe ihn erstmal im Garten belassen. Denn manchmal brauchen gerade größere Pflanzen und Gehölze ja eine Saison, um anzukommen.

Jetzt blüht der kleine Zwerg mit allem, was er hat – was nicht viel ist, aber immerhin:

Der Pfirsichbaum blüht

Im restlichen Garten blühen die Frühlingsblumen: Osterglocken, die ersten Tulpen, Hyazinthen und Gänsekresse.

Steingarten Anfang April

Besonders mag ich die sternförmigen Wildtupen, deren Bild ich schon auf Instagram gepostet habe.

In den beiden Teigwannen, die wir im Garten haben (Relikte von den Vorbesitzern), kommen die ersten Schwertlilien. Die Sumpfdotterblume blüht:

Schwertlilien und Sumpfdotterblume

Die Schwertlilien sind, wenn sie blühen, sehr schön. Danach sind sie nur noch grün.

Abgesehen davon haben sie sich auf wundersame Weise im gesamten Garten ausgebreitet. Sie tauchen überall auf! Ihre Rizome durchziehen unterirdisch Teile der Beete und sogar des Rasens und sind nur sehr schwer auszubuddeln. Falls Sie also erwägen, sich Schwertlilien anzuschaffen: Wägen Sie gut ab.

Wenn ich mir überlege, wie das hier früher mal ausgesehen hat

 

Ein Flechtzaun als Beetbegrenzung

In meinem Garten gibt es eine Haselnuss. Sie war ziemlich groß, als wir einzogen. Sie reichte bis über das zweite Stockwerk des Hauses hinaus. Wir haben sie gründlich gestutzt – und beschneiden sie nun jedes Jahr. Denn sie wächst jedes Jahr mehrere Meter in die Höhe und in die Breite.

Vom letzten Schnitt haben wir noch jede Menge Äste übrig, die wir nicht entsorgt haben. Daraus habe ich jetzt eine Beetbegrenzung für das Gemüsebeet gebastelt: einen Flechtzaun.

Flechtzaun aus Haselnussruten fürs Gemüsebeet

Ich habe die leise Hoffnung, dass der Zaun auch die Schnecken abhält, ins Beet zu kriechen. Wahrscheinlich hoffe ich vergeblich.

Einen Flechtzaun – auch einen größeren – selbst zu machen, ist ganz einfach:

Schritt 1: Pflöcke einschlagen

Nehmen Sie die dicksten, etwa daumendicken Äste und benutzen Sie sie als Pflöcke. Um sie herum flechten sie die dünneren Ruten. Sie sollten genauso tief in der Erde stecken, wie sie rausgucken.

Je kürzer die Äste sind, die sie flechten, desto kürzer sollten die Abstände der Äste sein, die sie in die Erde stecken. Ich habe einen Abstand von 20 bis 25 Zentimetern gewählt.

Schritt 2: Die ersten Äste um die Pflöcke flechten

Fangen sie beim ersten Ast an, der in der Erde steckt, und schlängeln sie die Ruten links und rechts an den nächsten vorbei. Wenn sie mit dem ersten Ast rechts angefangen haben, beginnen sie mit dem zweiten links – und so weiter.

Beginnen sie aber nicht immer beim ersten in der Erde steckenden Ast. Arbeiten Sie versetzt.

Der Anfang des Flechtzauns

So haben Sie hinterher einen durchgehenden Zaun.

Schritt 3: Füllen Sie auf.

Füllen Sie nun weitere Äste auf. Ideal ist es, wenn Sie die Dicke der Äste variieren: mal dickere, mal dünnere. Dickere Ruten stabilisieren den Zaun. Ich hatte aber auch viele dünnere, die ich dann untergemischt habe.

Der Flechtzaun im Entstehen

Optimal ist es, wenn die Rute so lang ist, dass sie genau an einem Pflock beginnt und an einem weiteren endet. Meistens passt es aber nicht. Entweder kürzen Sie die Rute dann so. Oder Sie nuddeln das dünne Ende in den bestehenden Zaun, so dass es nicht herausschaut.

Schritt 4: Kürzen Sie, was zu lang ist

Kürzen Sie nun die Pflöcke, die zu lang sind. Schneiden Sie ab, was absteht und herausschaut. Dann haben Sie am Ende eine hübsche, kleine Beetbegrenzung.

Flechtzaun rund ums Salatbeet

Flechtzaun aus Haselnusszweigen

Die Gemüsesaison beginnt

Das Gartenjahr hat offiziell begonnen! Das erste Gemüse ist im Freibeet. Die Thorstomaten haben das Gewächshaus bezogen.

Kopfsalat und Feldsalat

Salat ins Freibeet pflanzen

Der Salat kommt immer als erstes ins Freibeet, immer im April. Bei Salat pflanze ich stets Vorgezogenes aus dem Gartenmarkt. Mit eigenem Samen habe ich nur mäßige Erfahrungen gemacht.

Am besten gehen der klassische Kopfsalat und Lollo bionda. Lollo hat den Vorteil, dass er nachwächst, wenn man nur die äußeren Blätter abschneidet.

Dieses Jahr pflanze ich zusätzlich Feldsalat.

Kohlrabi

Kohlrabi gehen bei mir auch immer gut – und schmecken deutlich besser als im Laden. Abends in den Garten gehen, eine Kohlrabi ernten und direkt zum Abendessen verzehren – das ist toll!

Gurken

Gurken im Gewächshaus

Zum zweiten Mal, seit ich den Garten habe, pflanze ich Gurken. Im vergangenen Jahr konnte ich im Gewächshaus vier Früchte ernten, die allesamt sehr gut geschmeckt haben. Ich wusste vorher gar nicht, wie gurkig Gurken schmecken können.

Deshalb habe ich dieses Jahr gleich drei Pflanzen gesetzt. Denn vier Gurken in einem Jahr sind ja quasi nix.

Tomaten

Natürlich gibt’s auch wieder Thorstis!

Tomatenpflanzen im Gewächshaus

Diesmal habe ich sie jedoch nicht selbst eingesät. Damit war ich im vergangenen Jahr nämlich zu spät dran, die Pflanzen wuchsen eher zögerlich, trugen erst spät und auch nicht viele Früchte. Deshalb ich dieses Jahr im Gartemarkt eingekauft. Es gibt Cocktailtomaten, Cocktail-Roma-Tomaten und große Roma-Tomaten.

Zusätzlich zu den Pflanzen im Bild habe ich Sonderthorstis im Internet bestellt. Denn ausgefallenere Sorten haben die Gartenmärkte in der Umgebung nicht. Die Sonderthorstis werden Ende April geliefert. Es sind die Sorten

  • Indigo Ruby (dunkelrot bis schwarz),
  • White Currant (gelbfleischig),
  • Black Tomato (dunkelrot bis schwarz),
  • Sacher (ebenfalls dunkel) und
  • Primagold (gelbe Buschtomate).

Sie ziehen dann im Mai ein.

Kürbis, Paprika, Zucchini

Dann sind Kürbis und Zucchini bestimmt schon groß genug, um ins Freie zu ziehen. Momentan sind sie noch: Samen.

Kürbis, Paprika, Zucchini einsäen

Ich säe immer mehr Pflanzen ein, als ich letztendlich ins Beet setze. Nur die kräftigsten Pflanzen verwende ich weiter. Meiner Erfahrung nach sind das auch die, die als erstes ihren Kopf aus der Erde strecken.

Kürbis habe ich dieses Jahr zwei Sorten: Hokkaido und Atlantic Giant. Seltsamerweise gedeihen die großen Sorten bei mir besser als der kleine Hokkaido.

 

Auf ein ertragreiches Gemüsejahr!

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