Monatsernte: September 2016

Mangoldrisotto

Kurzes Update aus dem Mangoldwald:

Ich habe das von Ina und Stefanie empfohlene Mangoldrisotto gemacht – und es war ein Erfolg!

 

Ich hatte vorher noch nie Risotto zubereitet, weil ich großen Risottorespekt habe: rühren, Brühe zugießen, nicht anbrennen lassen – ich dachte, das sei sehr kompliziert. Ist es aber nicht. Man muss halt nur dabeistehen und ein bisschen aufpassen. Das war machbar.

Wie von den beiden empfohlen, habe ich ein normales Risottorezept als Grundlage genommen:

300 g Risottoreis
2 kleine Zwiebeln oder ein paar Schalotten
1 ½ l Gemüsebrühe
100 ml Weißwein
Butter zum Anschwitzen
Parmesan

Diesen Zutaten habe ich noch Mangold hinzugefügt:

  • Mangold ernten, Stiele kleinschneiden, Blätter kleinschneiden und beides getrennt lagern.
  • Zwiebeln kleinschneiden und
  • zusammen mit den Mangoldstielen in Butter anschwitzen.
  • Reis dazugeben und gut verrühren, so dass jedes Korn benetzt ist.
  • Weißwein dazugießen und verdampfen lassen.
  • Nach und nach kellenweise die Brühe zugeben, reduzieren lassen, nächste Kelle zugeben – bis sie weg ist.

Die Brühe dabei in einem Topf warmhalten, damit der Garvorgang beim Hinzufügen nicht unterbrochen wird.

Wenn nur noch eine oder zwei Kellen Brühe übrig sind,

  • die Mangoldblätter zugeben, einkochen lassen,
  • fertig!

Mit frisch geriebenem Parmesan servieren.

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Das Erbe muss erarbeitet werden

Ha, von wegen Erbe. Ein Probejahr soll es erst geben, nächstes Jahr. Ich muss erst beweisen, ob ich dieses Erbes würdig bin. Damit kam die Schwiegermutter neulich um die Ecke. Ich bin nicht amused.

Sie möchte wissen ob ich das alleine schaffe. Sie wird mir beratend zur Seite stehen und ich kann tun und lassen was ich will.
DAS habe ich schon gemerkt, unter anderem an den Erdbeeren.

Schwiegermutter: Wir müssen mal bei den Erdbeeren das trockene Gestrüpp abmachen.
Ich: Wieso?
Schwiegermutter: Na, für nächstes Jahr. Damit wir nächstes Jahr Erdbeeren haben.
Ich: Wieso?
Schwiegermutter: ?????????
Ich: Ich brauche diese Erdbeeren nicht.
Schwiegermutter: Waaaas ?!

Und im Pflanzenmarkt:
Schwiegermutter: Schau mal, diese schöne Staude. Und mehrjährig.
Ich: Aha. Aber ich weiss doch noch gar nicht, was ich nächstes Jahr so alles möchte.
Schwiegermutter: ?????????

Soviel dazu, haha.

Allerdings weiß ich wirklich noch nicht, wie ich das alles alleine bewältigen soll, ich habe für nächstes Jahr 9 Wochen Urlaub geplant. Das steht im krassen Gegensatz zur alleinigen Gartenverantwortung. Alter Urlaub, neuer Urlaub, Bildungsurlaub, ich habe viel vor. Ich denke darüber nach, mir eine Mitgärtnerin zu suchen. Zum ernten findet sich ja immer jemand, aber die Gartennachbarn sind zum Aushilfsgießen nicht so brauchbar. Schwanger, krank, nie da, übermotiviert, die Liste ist lang.
Ich spekuliere ja auch auf den Garten vom Freund, der wäre groß genug um zu gärtnern UND dort Hühner zu halten. Aber der zickt bockt rum wie ein großer und es ist nicht absehbar.
Der geht so gut wie nie in Urlaub, was könnte ich da gärtnern und urlauben. Ein Träumsche, wie der Hesse sagt.

Tja, und dann ist da noch der Ex. Der hat jetzt eine Flamme. Wenn die auch am Gadde und am gärtnern interessiert ist, wird´s gar lustig bei uns. Ich bin gespannt. Nicht, dass die dann erbt, womöglich noch ohne Probejahr.

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Ein durchaus durchwachsenes Gartenjahr

Es ist ein komisches Gartenjahr, und es ist noch nicht vorbei. Die Schwiegermutter sagt, so eines hat sie in über 50 Jahren noch nicht erlebt. Oder möglicherweise doch, und nur verdrängt? Meine Erfahrung geht ja erst 4 Jahre zurück.
Zwischen Schnecken und Regen ist nicht viel gewachsen. Außer der bodennahen Vegetation und den Brennnesseln, vom Nachbar kommend.
Die Schnecken lachen sich schlapp, die ernähren sich von Schneckenkorn (Power for the slugs) und ignorieren jegliche Hindernisse, die wir uns so ausgedacht hatten. Schutzwälle aus Kaffee, Sand (grob), Stroh und Mulch haben sie nicht am fressen gehindert. Auch absammeln bei Regen hat die Populationsdichte nicht verringert.

  • Der Wildsalat – nicht angegangen
  • Die Brombeeren, wenige. Fast zu wenig für Konfitüre
  • Von drei Auberginenpflanzen haben wir jetzt dann doch eine ! Frucht !!
  • Tomaten und Gurken haben im Gewächshaus gewuchert, aber wenig Früchte getragen
  • Von 2 Reihen Karotten werden wir 3 ernten. Stück, nicht Reihen !
  • Salat – komplett abgefressen
  • Das Hildegardbeet hatte ich zuerst vernachlässigt, daraufhin hat die Schwiegermutter Borretsch gepflanzt. Das war´s dann gewesen mit Kräutern für dieses Jahr, ich wusste nicht das Borretsch vom Wachstum her mit Minze gleichzusetzen ist. Ich mag auch gar keinen Borretsch, lediglich die Blüten sind schön in Eiswürfeln gefroren, und sie locken unzählige Bienen an

Auf der Positivseite

  • Zum ersten Mal Radicchio gepflanzt, so langsam wird er rot und schließt sich. Große Vorfreude
  • Auch Chinakohl ist im Erstversuch (man weiß noch nicht was wird)
  • Und dann die Zucchini. Ich weiß nicht, ob das wirklich auf die Positivseite gehört. Die erste Pflanze kahlgefressen, daraufhin eine zweite gesetzt. Auch die wurde vernichtet. Beide stehen gelassen, und noch 2 gesetzt. Die 2 haben überlebt und megaviele Früchte und Blüten. Die 2 abgefressen haben sich aber erholt und schmeißen jetzt auch wie blöd Zucchini ab. 4 Zucchinipflanzen für 2 Personen = aaaaahhhhh. Ich erwähnte es bereits, im Winter bin ich dann Zucchini-intolerant.
  • Der Mangold, wie schon vielfach hier im Blog lobend erwähnt, ist eine Hydra. Ich traue mich fast nicht mehr diesen zu ernten. Heute habe ich Mangold Pesto gemacht. Warum funktioniert diese Vermehrung nur mit Mangold, und nicht mit meinem Portemonnaie. 50€ rausnehmen, und am nächsten Tag sind 100€ drin. LOL.
  • Die Schwiegermutter und ich haben unser geballtes Expertenwissen zusammengeschmissen und den gemauerten Holzkohlegrill vom Ex angefeuert. Verhungert sind wir nicht, aber beim nächsten Mal wird´s wohl etwas leichter (und schneller) gehen
  • Eine große Freude haben uns die zahlreichen Hummeln und wilden Bienen dieses Jahr gemacht. In großer Zahl am Allium und am Borretsch.

Bienen

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Apfelernte verwerten: Apfelkuchen mit Vanillepudding

Meine Nachbarin aus dem angrenzenden Garten hat Apfelbäume – und viele Äpfel. Wenn ich auf der Terrasse sitze, höre ich regelmäßig ein dumpfes „Plock“: Dann fällt ein Apfel vom Baum.

„Möchten Sie welche haben?“, fragte sie mich neulich.
„Klar!“, antwortete ich.
„Sie sind aber nicht schön. Taugen nur zum Backen.“
„Macht ja nix.“

Am nächsten Tag standen die Äpfel am Zaun – und ein Kürbis.

Apfelernte und Kürbisernte der Nachbarin

Ich mag es nicht, wenn der Apfelkuchen so trocken ist. Deshalb war klar: Irgendwas Cremiges muss da rein. Ich kramte in meinen Rezepten und fand: Apfelkuchen mit Vanillepudding. Perfekt!

Das ist aus den Äpfeln geworden:

Apfelkuchen mit Vanillepudding

Und das ist das Rezept:

Für den Teig

240 g weiche, zimmerwarme Butter
140 g Zucker
1 Packung Vanillezucker
2 – 3 Eigelb
300 – 330 g Mehl
1 Prise Salz

Butter, Zucker und Eigelb verkneten. Mehl hinzugeben. Hier muss man ein bisschen flexibel mit der Mehl- und Eigelbmenge sein: Der Teig muss halt zusammenpappen und darf nicht zu bröselig sein. Ich habe eine Mischung aus backstarkem 550er Mehl und Dinkelmehl genommen. Aber es geht auch normales Mehl – wie man mag.

Den Teig in der gefetteten Springform andrücken und einen Rand formen. Bei 200 Grad mit Unterhitze 15 Minuten vorbacken. In dieser Zeit Pudding zubereiten und Äpfel schneiden.

Pudding und Äpfel

2 Packungen Vanillepudding
Zucker und Milch nach Packungsanweisung
Äpfel
Zitronensaft

Pudding nach Packungsanweisung kochen. Ich habe zwei Packungen Kochpudding mit Bourbon-Vanille aus 1 l Milch gemacht. Es geht auch Rührpudding ohne kochen. Wer weniger Pudding mag, nimmt weniger. Mehr würde ich nicht empfehlen – dann schwappt’s über und wird zu instabil, wenn man hinterher Stücke schneidet.

Die Äpfel schälen, entkernen, vierteln und an der Außenseite der Viertel einschneiden wie auf dem Bild. Leicht mit Zitronensaft benetzen, damit sie nicht braun werden.

Den gekochten Pudding auf den vorgebackenen Teig geben. Äpfel drauflegen. Mit etwas Zucker bestreuen, ein paar Butterflöckchen drauflegen. Bei 180 Grad weitere 40 Minuten backen (Ober- und Unterhitze).

Viel Spaß!

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Ein Blick in andere Gärten

Wie geht es eigentlich Pia? Schauen Sie doch mal in ihrem Blog vorbei. Sie hat gerade ihre Tochter Anne nach Afrika verabschiedet. Dort leistet Anne einen Freiwilligendienst – und bloggt darüber: Afrikaanne.

Demnächst braucht man nicht mehr selbst Hand anlegen: Der Farmbot Genesis sät und wässert das Gemüse – und stupst das Unkraut zurück unter die Erde.

Viele haben bereits einen anderen Roboter im Garten: den Mähroboter. Für Igel und andere Tiere sind Rasenmähroboter allerdings sehr gefährlich.

Anja von der Gartenbuddelei hat sich ein Teichbecken neben die Terrasse gebaut. Das sieht toll aus!

Ein Rezept für selbst eingelegte Gewürzgurken – und eins für Zucchinikuchen.

In Deutschlands Großstädten wird die Idee der „Gartenstädte“ wiederbelebt.  Gartenstädte sind genossenschaftlich organisierte Planviertel, meist kreisförmig und mit viel Grün (Wikipedia).

Wie legt man das perfekte Kräuterbeet an? Die Antwort.

Es hat nichts mit Garten zu tun, ist aber trotzdem schön: Katrin Scheib war am Baikalsee, erzählt davon und zeigt Bilder.

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