Monatsernte: Mai 2016

Darwinismus bestätigt

Ich kann mich Vanessa nur anschließen. Vor dem Haus der Oma wachsen mehrere, riesige Hortensiensträucher, aka Wasserschlucker. Es gibt dort weder einen Wasseranschluss noch eine andere Möglichkeit zu gießen. Außer die einzige Mieterin, das wäre dann ich, schleppt Gießkanne über Gießkanne von der Waschküche über den Hof bis vors Haus. Was sie nicht tut !!
Das heisst, außer Regenwasser bekommen die armen, hübschen keine Extradosis Wasser. Und wir hatten eine richtige Dürreperiode letztes Jahr im Rhein-Main-Gebiet. Was soll ich sagen, so prächtig blühende Hortensien habe ich selten gesehen.

Un·glaub·lich

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Der Darwinismus in meinem Garten

Vor zwei Jahren bekam ich eine Fuchsie geschenkt – und sie lebt immer noch.

Ich bin selbst überrascht, aber sie hat tatsächlich auch ihren zweiten Winter überlebt. Während des ersten Winters stand sie, mit Luftpolsterfolie und Rosenvlies umwickelt, auf der Terrasse. Während des vergangenen Winters wohnte sie im Gewächshaus – jeweils zurückgeschnitten bis auf die Blumenerde.

Fuchsie und Gazanie in Töpfen

Fuchsie (vorne) und Gazanie (hinten rechts)

Die Gazanien scheinen es auch geschafft zu haben. Im vergangenen Sommer wohnten sie auf dem Balkon, und eigentlich hatte ich nicht vor, sie zu überwintern. Ein-Jahres-Balkonblümchen halt. Sie gingen allerdings nicht richtig ein, ich wollte sie nicht auf dem Kompost beerdigen, also schmiss ich sie im November ins Gewächshaus und wartete, bis sie verendeten (ich weiß, ich bin mies). Sie verendeten aber nicht, trotz Nicht-Pflege und Nicht-Gießen.

Dieses Bemühen rührt mich. Nun habe ich alle trockenen Blätter abgezupft und sie neu eingepflanzt. Aktuell sieht es so aus, als wollten sie noch einen Sommer bei mir erleben.

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Erbschaftsgedanken

Die Schwiegermutter hat sich heute beim Rhabarber-Baiser Kaffeetrinken im Gadde Gedanken über meinen Erbschaftsantritt gemacht. Das ja dann der technische Wart, welches ihr Sohn und mein Ex ist, seine Tätigkeiten wie Rasenmähen, Umgraben, Hütte streichen und sonstige Reparaturen abrupt einstellen wird. Das wird so sein!!! Aber ich bin ein großes Mädchen, ich werde das hinbekommen. Und falls doch nicht, kann ich zur Not den Freund fragen. Das wiederum weiss die Schwiegermutter nicht.
Und der Freund verbringt seine knappe Zeit momentan auch lieber in seinem 5.000qm Garten. Ist aber kein Gärtner-Garten, sondern ein Rasen-Chill-Grill-Garten.

Gartenbett

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Hochbeete fürs Gewächshaus

Schon als das Gewächshaus noch im Bau war, war klar: Dort kommen Hochbeete rein.

Denn ich möchte dort nicht bei tropischen Temperaturen über den Boden kriechen und Setzlinge streicheln. Das ist nicht gut fürs Gesamtbefinden, und für den Rücken auch nicht. Außerdem bieten Hochbeete die Möglichkeit, darunter etwas zu verstauen – zum Beispiel all das Zeug, das mir im Geräteschuppen im Weg ist: Erde, Übertöpfe, Gedöns.

Inzwischen wohnen die ersten Gurken, Tomaten und Paprika in den Beeten.

Hochbeet mit Paprika und Gurke

Ich habe den Vorteil, dass ich ziemlich lang bin und die Beete deshalb ordentlich breit und tief sein können: Meine Arme reichen trotzdem noch bis ans hintere Ende zum Einpflanzen, Gießen und ernten. Die Maße sind für Riesen:

B 140 cm x T 100 cm x H 100 cm bzw. 50 cm

Die reine Beetfläche ist also

  • 1,40 Meter von links nach rechts breit und
  • 1 Meter von vorne nach hinten tief.

Das Holzgestell selbst ist 1 Meter hoch: 50 Zentimeter tief ist das Beet mit der Erde, die verbleibenden 50 Zentimeter zum Boden nutze ich zum Verstauen von Kram.

So sah es beim Bauen aus:

Sechs Bilder in einem: Die Hochbeete im Bau

Gebaut sind die Beete aus Kanthölzern. Draußen ist eine Bretterverkleidung dran. Den Boden bilden MDF-Platten.

Auf dem Bild haben sie noch kein Loch: In die Mitte jeder Platte hat der Mitbewohner ein circa 10 Zentimeter großes Loch gebohrt, damit das Gießwasser ablaufen kann. Da sich die Platten unter dem Gewicht der Erde leicht (und geplant) biegen, bildet sich ein kleines Gefälle in Richtung Plattenmitte.

Nach dem Zusammenbauen hat er die Hochbeete mit Wetterschutzfarbe gestrichen und Gewebeplane reingetackert.

Die Hochbeete im Gewächshaus

Den Boden der Beete haben wir mit Holzschnitt und Rindenmulch gefüllt. Erst dann kommt Erde (Tipps zum Befüllen). Insgesamt passen in die Beete 1400 Liter Blumenerde. Bevor Sie fragen: Nee – hat keinen Spaß gemacht, sie ranzuschleppen. Aber was will man machen.

Auf dieser Website kann man das Volumen von Behältern und das Gewicht von Baustoffen ausrechnen. Die Erde wiegt circa 1,3 Tonnen – ohne Wasser. Ich hoffe, die Konstruktion hält das längerfristig aus.

Am vergangenen Freitag hatte das Gewächshaus übrigens muckelige 36 Grad – bei 23 Grad Außentemperatur. Schön zu sehen, dass es tut, was es soll.

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Walliser Walnusskuchen

Für 1 Kranzform von 18 cm Ø (8 Stück)
Zubereitungszeit: 35 Minuten
Dauer: ca. 60 Minuten

200 g Walnusskerne, 1 EL Butter, 100 g Zucker, 30 g Zwieback (3 Stück), 3 Eier, 1 TL Backpulver, 100 g Vollmilch-Kuvertüre, Fett und Mehl für die Form

Zum Garnieren 8 Walnusskerne beiseitelegen. 50 g Walnusskerne fein hacken. Butter in einer Pfanne erhitzen, gehackte Walnusskerne zufügen und unter Wenden kurz rösten. 1 EL Zucker darüberstreuen, leicht karamellisieren, abkühlen lassen.

Die restlichen Walnüsse und grob zerbrochene Zwiebäcke im Blitzhacker fein mahlen. Die Form gründlich einfetten und mit Mehl ausstreuen. Den Backofen auf 175° vorheizen.

Eier und restlichen Zucker kräftig verrühren, bis die Masse schaumig ist. Walnuss-Zwieback-Mischung, Backpulver und karamellisierte Walnüsse unterrühren. Teig in die Form füllen. Im Ofen (unten, Umluft 160°) 20-25 Min. backen. Herausnehmen, 10 Min. in der Form stehen lassen, dann auf ein Kuchengitter stürzen und abkühlen lassen.

Kuvertüre grob hacken und im Wasserbad bei milder Hitze schmelzen lassen. Den Kuchen damit überziehen und mit den ganzen Walnusskernen verzieren.

YUMMIE

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Work-LIFE unterm Walnussbaum geht voran

Heute wurde die Liege geliefert. Sie entpuppte sich aber doch mehr als Liegesessel, auf Grund der Länge. Meine Beine hängen leicht über die Kante, da habe ich wohl die Maße nicht richtig beachtet. Oder die haben sich die Länge schöngerechnet, da man dieses Möbelstücks durch das flexible Innenleben verformen kann. Habe es vor dem möglichen zurück schicken aber doch erst mal ausprobiert. Ist superbequem als Lese-Liegesessel, und ich werde es behalten. Zum richtig liegen nehme ich dann halt doch die olle Liege-Liege. 2 Grills, 2 Liegen, das nennt man wohl Luxus. Aber wer hart arbeitet darf auch hart entspannen!  Und dann kam beim Einliegen-Lesen auch noch eines unserer Eichhörnchen ganz nah und ganz langsam an meinen Füßen vorbeigehuscht. Was für ein Glücksgefühl. Da muss der Freund sich mal kurz hinten anstellen.

Im Gärtchen wohnen 2 Eichhörnchen, die für ihre Art relativ unscheu sind. Ist ja auch kein Wunder, bei dem Futter das sie hier abschleppen und vergraben. Die Oma bekommt kaum Nüsse vom Baum, denn sobald die fallen sind A- und B-Hörnchen schon da. Und dieser Walnussbaum trägt nicht so viel. Darüber ist sie jedes Jahr etwas traurig. Mir persönlich ist es egal, ich habe ja noch den Nussbaum im Gadde. Und der hat so viele Nüsse, dass wir zu dritt jetzt noch davon haben. Trotz Walliser Walnusskuchen, Versorgung von Freunden und auch die Oma bekommt auch noch welche ab. Trotz eigenem Baum.

Der Rasen von der Oma besteht eigentlich nur aus ein bißchen Gras, viel Moos (schön weich für die Füße) und ganz vielen Walnussgräbern.

Lesesessel

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Monstergemüse

Gestern haben wir die Tomaten (Hessisch: Tomädsche Singular+Plural) von der Fensterbank ins Gewächshaus umgezogen. Großes Drama. Die von der Schwiegermutter auf der Fensterbank gezogenen, und die von ihrer Nachbarin obendrüber angezüchteten und an uns verschenkten.

Monsterzanzucht

Ihr dürft Raten. Ja, die kleinen sind von uns, und die Monster-Fensterbank-Anzucht (im Eimer) ist von der Nachbarin. Sie sagt nicht, wie sie die so groß bekommt. Und die Schwiegermutter möchte nicht fragen. Erde, Dünger, Licht, das Geheimnis bleibt uns verborgen. Die Nachbarin gehört aber zu der Sorte Gärtnerinnen, die morgens um 8 in den Garten geht, und um 18 Uhr nach Hause. Die Sorten der Nachbarin heißen Diplom, Masters und Sportivo. Das sagt ja eigentlich auch alles. Und wenn die Schwiegermutter nicht bald fragt, wird sie womöglich ihr Geheimnis irgendwann mit ins Grab nehmen, sie ist auch schon über 80.

sportivo

Dafür haben wir wiederum einen gigantischen Rhabarber, ohne Genmanipulation, ich schwörs! Morgen gibt es die ersten Rhabarber Hefeschnecken, hmmmm.

MonsterrhabarberDazwischen gibt es aber auch normal wachsendes. Der Kampf mit den Schnecken hat begonnen. Ich bin ja wirklich super tierlieb, setzte alle Spinnen zurück in die Natur und bekomme die Krise wenn ich aus Versehen einen Regenwurm verletzte, aber Schnecken die MEIN Gemüse und Salat anknabbern haben bei mir keine Daseinsberechtigung.

BissiwasAußer Tomaten setzen war alles getan, und so haben wir uns doch tatsächlich mal eine Auszeit gegönnt. Das kommt bei der Schwiegermutter eher selten vor. Ausruhen kann man nach getaner Arbeit, sagt sie, und die wird ja bekanntlich nie fertig.

Ausruhen

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Work-LIFE unterm Walnussbaum

Zur Zeit bin ich etwas nachlässig was den Gadde angeht. Es ist alles gepflanzt und gesät, und der Regen tut sein übriges. Totale Entspannung also bevor´s dann richtig losgeht. Selbst die bodennahe spontane Begleitvegetation kann mich derzeit nicht aus der Ruhe bringen.
Derweil ist mein Grossangriff auf den Freizeitgarten in vollem Gange. Der Schwerpunkt von Life innerhalb meiner Work-Life Balance ist dieses Jahr LIFE unter dem Walnussbaum.
Vorhandenes Equipment bislang: Tisch und Stühle für laue und gesellige Sommerabende, eine Gartendusche, eine Liege die keine Blasen auf dem Rücken hinterlässt wenn man zulange darauf liegt (bestellt, ist unterwegs), 2 Grills (wahlweise Holzkohle oder Gas), und seit heute ein Kickertisch, ein Garten-Partyzelt und eine Hängematte. Ich habe mit einer Freundin die Garage vom Ex ausgeräumt. Ihres Ex. Die vermehren sich.
Der Sommer kann kommen, ich wüsste nicht was noch fehlt. Außer tollem Sommerwetter, und ich gehöre zu den Optimisten.

Ich muss lediglich aufpassen, dass die Schwiegermutter mich nicht enterbt vor lauter Freizeit in meinem Zweitgarten.

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Die Fichte

Mit der Fichte hat eigentlich alles angefangen. Also unser Gartenprojekt. Die Fichte war ein riesiger, den gesamten Häuserblock überragender Hingucker im hinteren Garten. Dicht, breit und perfekt gewachsen. Ziemlich genau 50 Jahre lang.

Der Vorbesitzer des Grundstücks hat sie irgendwann in den Sechzigern im Garten eingeplanzt, da war er ein kleiner Junge und sie ein kleiner Weihnachtsbaum.

Inzwischen war sie auf etwa 40 Meter Länge gewachsen und ihr Stamm so dick, dass man eine ganze Gartenhütte dahinter verstecken konnte. Ihre Wurzeln drängten sich hoheitsvoll am benachbarten Zaun vorbei, an einigen Stellen hoben sie ihn sogar ein wenig aus den Angeln.

Wenn man die Fichte bis ganz oben anschauen wollte, musste man den Kopf sehr weit in den Nacken legen und gegen das Licht blinzeln. Auf ein hochformatiges Foto passte sie von Nahem gar nicht drauf (man stelle sich jetzt nochmal die dreifache Länge jenseits des oberen Bildrandes vor):

 

Was für ein Baum. Leider bei Sturm ein ziemlicher Wackelkandidat, das Knarzen bei Wind war überall zu hören und das letzte Gutachten, das die Standfestigkeit bestätigte, lag Jahre zurück.

Erstes Projekt – erster Konflikt: Darf man so einen Baum einfach fällen? So einen wunderschönen? Es ging hin und her, wir diskutierten dieses Thema vermutlich länger als den gesamten Hausumbau. Abschließendes Urteil: Die Fichte wird gefällt. Der Sicherheit zuliebe.

Wir haben dann versucht, der Stadt den Baum als Weihnachtsbaum für den Marktplatz zu vermachen, aber selbst dort wurde von diesem wuchtigen Geschenk Abstand genommen, weil kein ausreichend großer Kran zum Abtransport bereit gestanden hätte.

Um es ihr ein bisschen leichter zu machen, haben wir für das Fällen zwei versierte Baumkletterer engagiert, die sich an einem diesigen Dezembertag sachte und mit großtmöglichem Respekt mit Gurt, Säge und Seilen gen Spitze aufmachten. Das alleine dauerte schon sehr lange. Dann sprang die Säge an und die ersten Äste fielen.

Schritt für Schritt arbeiteten die beiden sich von oben nach unten voran. Auch der ehemalige Grundstücksbesitzer war gekommen, um sich von seinem Baum zu verabschieden.

Irgendwann stand dann nur noch der Stamm.

Der Garten indes war mit den Zweigen gefüllt, und zwar nicht zu knapp. Ein durch das Spektakel und den Fichtennadelduft herbeigeeilter Nachbar mit botanischen Fachkenntnissen klärte uns dann noch über die genaue Art auf. Es handelte sich wohl um eine Coloradofichte.

Als eine Woche später die Zweige abtransportiert waren, wurde der Stamm scheibchenweise abgesäbelt und formschön überall im Garten platziert. Kaminbesitzer rückten an und machten sich an die Zerteilung und den Abtransport, was mindestens  bis Ostern dauerte. Auch, weil gleich noch zwei weitere Fichten den selben Weg gingen.

 

Die Spitze der Coloradofichte diente uns übrigens in dem Jahr als Weihnachtsbaum. Und so schloss sich dann doch noch so ein wenig der Kreis.

 

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