Monatsernte: April 2016

Grünkraut von der Fensterbank

Unabhängig von jeder Jahreszeit, nach knapp sechs Tagen zu ernten und anspruchslos in der Pflege – so könnte man Kresse beschreiben. Neben dem schnellen Wachstum hat Kresse noch einen Vorteil: Sie ist gesund. Vitamin C, Vitamin B, Kalium und Kalzium tummeln sich in den kleinen Pflänzchen.

Kresse auf Watte

Als „Kresse“ wird normalerweise die „Gartenkresse“ bezeichnet, die es auch in den meisten Supermärkten in Pappschachteln zu kaufen gibt. Neben der Gartenkresse kann man zum Beispiel auch Radieschen-, Rote Bete-, Sellerie-, Senfkraut oder Rucolasamen aussäen und wie Kresse ernten. Richtig würde das dann „Grünkraut“ heißen, aber wir wollen mal nicht päpstlicher als der Papst …

Rucola-, Radieschen und Kressesamen

Der Igel bekommt Stacheln

Für die Kressezucht braucht es nicht viel. Eigentlich reicht ein Teller und etwas Watte. Diese sollte feucht (aber nicht nass) sein und dann streut man die Samen darauf. Angeblich funktioniert das auch mit Küchenkrepp statt Watte, bei mir ist das Krepp aber immer sehr schnell getrocknet und die Samen haben deshalb nicht gekeimt. Bei der Watte nehme ich Bio-Watte aus dem Drogeriemarkt, die ist ohne Chlor gebleicht.

Kresseigel aus Ton

Wer es ein bisschen hübscher möchte, der kann sich einen Kresseigel anschaffen. Dieser wird gewässert und braucht keine Watte, Küchenkrepp oder ähnliches. Dafür bekommt er dann Kresse“stacheln“. Meinen Kresseigel hat meine Mutter getöpfert und glasiert, dann muss man doch wieder auf Watte zurückgreifen.

Mini-Gewächshaus

Ganz einfach in der Handhabung ist ein System, in dem auf Trägerpapier aufgebrachte Samen nur in ein kleines Plastikgewächshaus gelegt werden. Das hat den Vorteil, dass überschüssiges Wasser abfließen kann und sich ordentlich Luftfeuchtigkeit bildet. Allerdings muss man dann auch die Pads des Herstellers kaufen.

Kressepad

Einen ähnlichen Gewächshauseffekt kann man auch bei der Tellermethode anwenden: Falls der Teller einen höheren Rand hat, einfach Klarsichtfolie über den Teller spannen. Falls es ein flacher Teller ist, den ganzen Teller in einen Gefrierbeutel packen und diesen verschließen.

Wenn die Samen zu Pflänzchen geworden sind, sind sie gerne an der frischen Luft, sonst ist die Gefahr groß, dass sie schimmeln. Allerdings werden auch oft die zarten und flaumigen Wurzeln der Kresse für Schimmel gehalten.

Kresse

Kresse im Sternerestaurant

Dass Kresse auch Sternetauglich ist, zeigt das Tessiner Sternerestaurant Ecco. Dort bekommt man zu Brot und Butter ein kleines Kressebeet auf den Tisch, welches man mit der mitgelieferten Schere selber ernten kann.

Kresse im Sternerestaurant

Meine Kresse esse ich auch am liebsten auf einem Brot mit Frischkäse. Allerdings gibt es noch viele andere Verwendungsmöglichkeiten für das „Grünkraut“, zum Beispiel als Suppe, in Soße, auf Spargel …

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Neues aus dem Unterholz

Erinnert sich noch jemand ans Unterholz? Also das Blog Unterholzbewohner?

Das bin ich. Lange ist es her.

Deshalb freue ich mich sehr, hier zu schreiben, denn nach der etwa sechsjährigen Blogpause gibt es viel zu berichten.
Und es dreht sich tatsächlich um Unterholz – nach Jahren der beengten Altbauwohnerei haben wir es in einen Vorort der Stadt geschafft und bewohnen seit kurzem ein Haus mit Garten. Noch befindet sich dieser allerdings eher im Rohzustand:

Unterholz_nix_2016-04-21

Garten. Das war bis Mitte dreißig das, wo man in Kindheit und Jugend immer samstags mit den Eltern hinmusste und eine verantwortungsvolle Aufgabe bekam. Den Biomülleimer auf dem Kompost entleeren und anschließend mit der alten Wurzelbürste gründlich ausspülen. Oder die Steinkanten mit Hilfe eines alten Küchenmessers von Gras und Moos befreien. Wenns gut lief und wir in der Samstagshierarchie aufgestiegen waren, durften wir das Auto waschen oder die Kaninchen während des Ausmistvorgangs beaufsichtigen. (Oder die Kaninchen waschen. Dann war aber in der kommenden Woche wieder strenges Jäten angesagt.)

Ja, und jetzt haben wir auch so einen Garten. Und fangen ziemlich bei null an, in jeder denkbaren Hinsicht. Wann schneidet man was? Was braucht Wasser, was Licht, was beides und was gar nichts davon? Und wie kann man heimlich mit dem Radlader ein wenig hin und her fahren? (Antwort: Gar nicht. Den Schlüssel hat Horst, der Gartenbauer.)

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Ist doch toll, sagen alle, für Kinder gibt es nichts besseres. Was damit auf uns zukommt, ahnen wir möglicherweise noch nicht einmal, es kann also lustig werden hier.

Bislang sind übrigens auch nur die Gartenbauer am Werk. Weil es ist nämlich so: Während der Renovierung des Hauses ist der eine oder andere Teil des Gartens beschädigt worden oder hat unter einer monatelang geparkten Schwerlastmulde ein unerwünschtes Eigenleben entwickelt.

Momantan bewegen wir uns deswegen also noch im Radlader- und Baggerstadium und verfolgen von der anderen Seite des Fensters alles mit großer Bewunderung und leiser Ehrfurcht.

Horst trinkt seinen Kaffee übrigens mit Milch und Zucker, die anderen nur mit Milch.

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Aber dazu beim nächsten Mal mehr. Schön, dass ich hier sein darf.

 

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Farbgestaltung und Vodoozauber

Kürzlich im Gadde

Schwiegermutter: Wenn Du im Gartenmarkt vorbeikommst, bring doch bitte 3 Dahlien mit.
Ich: Alles klar. Was bestimmtes?
Schwiegermutter: Die hohen mit 1,20M
Ich: Alles klar. Welche Farben? (Die Frage stelle ich, weil ich ja meine liebe Schwiegermutter ganz gut kenne)
Schwiegermutter: Mir ist das egal, such Du mal die Farben aus.
Ich: Alles klar, mach ich.

Da Schwiegermutter und ich unterschiedliche Vorstellung der Farbgestaltung haben, kommt mir das sehr gelegen. Sie mag es gerne sehr bunt durchgemischt, ich mag es lieber Ton in Ton mit Grün dazwischen. 3 Stück erschien mir ein bisschen wenig, also habe ich 5 schöne Dahlien bis 1,20M erstanden.

Schwiegermutter: Was ist das?
Ich: Dahlien !?
Schwiegermutter: Ja, aber es sind ja nur 2 Farben.
Ich: Ganz genau, 2 weiße und 3 orange.
Schwiegermutter: Ach (enttäuschter Seufzer). Das sind aber wenig Farben, für 5 Dahlien.
Ich: Ich sollte doch die Farben aussuchen!
Schwiegermutter: Ja, aber doch nicht sooo.

Aaaahhhh………

Ich mag sie sehr. Aber manchmal überlege ich, ob es in unseren Breitengraden auch Vodoopüppchen gibt. Mit den dazugehörigen Nadeln. Wobei es, glaube ich, ein paar Haare der betreffenden Person auch tun. Wenn die Dahlien blühen werde ich aber erfahrungsgemäß ihre Zustimmung erhalten. Das mit dem Voodogedanken ist auch immer nur sehr kurzfristig.

Wenn ich allerdings den Gadde mal geerbt habe, ziehe ich andere Farbseiten auf und rot/gelb wird runtergefahren.

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Das Gärtnerinnenteam im Frühjahr 2016

Unser schönes Gärtnerinnenblog geht nun in seinen zweiten Sommer.

Damals, im September 2014, sind Pia und ich gestartet: Pia ist erfahrene Gärtnerin und hat seinerzeit – zusätzlich zum eigenen – Ernels Garten übernommen. Ich habe begonnen, das Grün jenseits meiner neu erworbenen Terrasse zu bewirtschaften, nachdem ich vorher schon Balkontomaten gezüchtet habe.

Das Gärtnerinnenblog ist also seit jeher ein Gemeinschaftsblog. Denn jeder Garten ist anders und bringt andere Themen hervor. Außerdem hat jede Gärtnerin ihre eigenen Vorlieben und Tricks – und Sie haben bestimmt auch Ihre Lieblingsgärtnerin hier im Gartenblog.

Inzwischen füllen wir den Gärtnerinnenblog zu Sechst (ja, so viele sind es schon). Demnächst kommt eine siebte Gärtnerin hinzu (mehr sollen es aber nicht werden). Damit Sie nicht den Überblick verlieren, hier nochmal eine kurze Vorstellung unserer GastschreiberInnen:

Die Gartennerds

Gartennerd Charly repräsentiert das Thema „IT-Technik im Garten“. Er hat sich mit dem Raspberry Pi eine automatische Bewässerung zusammengeklöppelt. Seine Beiträge sind unter den meistbesuchten im Gärtnerinnenblog. Ich bekomme regelmäßig E-Mails mit Fachfragen, die ich an Charly weiterleite.

Charlys Mit-Nerd Martin hält sich etwas zurück. Er druckt aber weiterhin Blumentöpfe.

Nathalie

Seit dem März ist Nathalie dabei. Sie bewirtschaftet ihren hessischen „Gadde“ in einer besonderen Familienkonstellation – mit dem Ex und der Ex-Schwiegermutter. Das passiert alles viel professioneller und in größerem Stil als bei mir. Außerdem gibt es ein Hildegard-von-Bingen-Möchtegern-Kräuterbeet.

Sandra

Sandra hat gar keinen Garten, fühlt sich im Innern aber wie eine Gärtnerin und repräsentiert damit die große Gruppe der Hausgärtnerinnen oder auch „Gärtnerinnen der Herzen“. Aus Ermangelung einer Grünfläche baut sie im Keller Pilze an, demnächst auch Kresse in der Küche und ganz demnächst – ich möchte nichts vorwegnehmen, aber die Spatzen pfeifen es von den Dächern – kommt dann doch ein Garten. Aber das wird sie zu gegebener Zeit selbst erzählen.

In der kommenden Woche bekommen wir noch einmal Gesellschaft von jemandem, der den Garten komplett neu anlegt:

Frau Unterholz

Frau Unterholz (Twitter-Account) wohnt mit ihrer Familie in einer Stadt irgendwo in Ostwestfalen, ist auf dem Land aufgewachsen und hatte bereits in sehr jungem Alter Kontakt zu biologisch-dynamischer Gartenbewirtschaftung. Dann kamen Jahre der Auflehnung, was sie jetzt bereut. Denn nun muss sie selbst ran und fängt bei Null an. Sie mag Radlader, den munteren Gartenbauer Horst und den neuen Rasenmäher.

Damit ist unsere Mannschaft erst einmal komplett. Jetzt muss ich nur noch die Gärtnerinnen-Übersichtsseite ergänzen, damit Sie beim Lesen auch nicht durcheinander kommen.

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Ein Blick in andere Gärten

Das Smithsonians Museum of Natural History lagert seine Artensammlung in Schubkästen – und hat sie für ein paar Fotos geöffnet.

Frau Novemberregen sinniert über Jahreszeiten.

Beetlebum, Nadini und ihre unterschiedliche Beziehung zu Tieren.

Sternekoch Marco Müller über gute Lebensmittel, den Duft von Tomaten und welche Supermarktkarotten die besseren sind.

Der Jardin Majorelle liegt in Marrakesch ist einer der schönsten Gärten der Welt. Früher wohnte hier Yves Saint Laurent. Ein Portrait über den Obergärtner Youssef Jellab, der eigentlich kein Gärtner werden wollte.

In Yarmouk, Syrien, herrscht Krieg. Die Not ist groß, die Menschen müssen essen – wenn Urban Gardening Leben rettet.

In Berlin-Kreuzberg sieht Urban Gardening deutlich anders aus. Dort beschloss ein Mann aus Anatolien im Jahr 1983, einen Garten an der Berliner Mauer einzurichten. Es gibt ihn heute noch. Er liegt jetzt mitten in der Stadt – und ist eine Attraktion, die sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat.

A Burglar’s Guide to the City – mit Interview darüber, die Einbrecher eine Stadt sehen.

[Vielen Dank an Sandra für diverse Link-Tipps.]

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Ordnung im Gartenschuppen

Mein Gartenschuppen ist eine Blechhütte mit einer Schiebetür.

Er wohnt schon länger im Garten als ich, ich habe ihn von den Vorbesitzern geerbt. Er ist weder besonders schön noch besonders hässlich, er ist vor allem praktisch, und für eine neue Hütte fehlten mir bislang Geld, Nerven und die Notwendigkeit, etwas zu ändern.

Von außen also ganz adrett, war der Schuppen von innen bislang eine Rumpelkammer: Alles verteilte sich auf dem Boden und in der Schubkarre, den Rasenmäher musste ich immer zwischen dem Gedöns herausziehen, und ständig vernuddelte alles mit allem, die Harken mit den Harken, der Spaten mit dem Stromkabel, die Wäscheleine mit dem Häcksler, die Heckenschere mit dem Rasenmähergriff und der Beetschutz wieder mit den Harken. Zugegeben, es lag auch an meiner mangelnden Disziplin, Ordnung zu halten.

Am Wochenende stand plötzlich der Gartenbauer im Törchen – der, der die Steinmauern angelegt hat. Er sei in der Gegend gewesen und wollte mal schauen, wie es nun aussehe, im Frühjahr, wenn der Bewuchs komme. Außerdem habe er ein Brett im Wagen, das fahre er jetzt schon ein paar Tage mit sich herum, das könne ich doch bestimmt gebrauchen, ich hätte doch dieses Gartenschuppenproblem.

Er sägte es zurecht und baute es mir ein – einfach so. Wie großartig! Jetzt liegen die Werkzeuge oben, Rasenmäher und Häcksler stehen unten und oh Wunder! Es ist Ordnung im Gartenschuppen!

Aufgeräumter Gartenschuppen

Jetzt: durchschauen, was bleibt und was weg kann.

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Der Dortmunder Garten im April

Gartenpanorama April 2016

Hurra! Der Frühling ist endgültig da! Denn Frühling ist für mich, wenn der Kirschbaum blüht. Das tut er seit einer Woche.

Im Herbst habe ich gefühlte Unmengen von Blumenzwiebeln vergraben. Jetzt denke ich: Och – könnte noch ein bisschen mehr sein.

An der Terrasse wachsen Tulpen und Perlhyazinthen:

Perlhyazinthe an der Terrasse, im Hintergrund Gewächshaus

Die Schleifenblume wohnte schon vor dem Gartenumbau in meinem Garten, in einem der Betonkübel. Der Gartenbauer hat sie beiseite gelegt, als er zu arbeiten begann; im Winter sah sie ziemlich traurig aus, aber nun wächst sie neben den Hyazinthen an der Terrasse.

Weiße Blüten vor Rasen

An einem Teil der Gartenmauern habe ich am vergangenen Wochenende ein paar Steingartenpflanzen gepflanzt. Hauswurz gibt es schon, Alpenveilchen und Grasnelken sind dazugekommen.

Steingarten_pflanzen_mauer

Sie sehen noch ziemlich einsam aus, aber ich lasse sie jetzt erstmal wachsen.

An anderer Stelle ist die Steinmauer über den Winter und die vielen Regenfälle etwas weggesackt. Der Gartenbauer kommt nochmal und richtet das.

Natursteinnmauer, eingesackt, mit Hyazinthe

Am Teichbecken blüht derweil die Sumpfdotterblume.

Sumpfdotterblume

Das erste Mal Rasenmähen hat übrigens richtig Spaß gemacht! Ich bin mir allerdings sicher, dass die Freude daran im Laufe des Jahres wieder nachlassen wird.

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Gartenplaner

Seit einer Woche habe ich im Garten Unterstützung von einem jungen Nachwuchstalent. Mein Nachwuchsgärtner wird demnächst acht Jahre alt und mit der Energie und Motivation seines Alters hat er sich in das Abenteuer „Mein erstes, eigenes Beet“ gestürzt. Schon vor dem ersten Spatenstich hat er etwas getan, was mir bisher noch nie gelungen ist: er hat sich einen Plan gemacht.

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Das nötigt mir allerhöchsten Respekt ab, denn ich selbst bin in Gartenbelangen höchst unorganisiert. Ich habe zwar meistens eine recht genaue Vorstellung davon, was ich anpflanzen möchte, verschwende aber keinen Gedanken daran, ob Platz (und/oder Budget) ausreichen oder welche Mengen ich von was benötige. Meine Lieblingsgärtnerei freut sich natürlich darüber, denn planlose Einkäufer kaufen immer mehr als andere.

Mein Nachwuchsgärtner hat zwei Tage lang im Garten geschuftet. Hat umgegraben, gehackt, gejätet und endlich auch gepflanzt. Zu seinem großen Glück wurde mein Nachbargarten gerade komplett umstrukturiert und dafür ganz leergeräumt. Er durfte sich also nach Herzenslust an Blumen und Gemüse bedienen und diese in sein Beet pflanzen. So wurde das Beet recht schnell voll, es blieb nur noch wenig Platz für Radieschen- und Karottensamen.

Nach der schweren Arbeit im Beet hatte mein Nachwuchsgärtner trotzdem noch Kraft für dies:

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Und ja, auch hier hat er mir einiges voraus. Ich säe wirklich gerne und liebevoll, vergesse aber ziemlich schnell, was ich wo gerne und liebevoll gesät habe mit dem Ergebnis, dass ich ein paar Tage später gerne und liebevoll Gesätes jäte und mich dabei im besten Fall schnell wundere, warum die Spontanvegetation so gleichmäßig wächst. (Säen ist sowieso schwierig, weil es so lange dauert, bis etwas wächst und die Schnecken so schnell sind … aber dies ist eigentlich ein Thema für einen eigenen Artikel)

Offensichtlich bin ich nicht die Einzige, die sich mit Ordnung und Organisation im Garten schwertut, denn man kann sich zur Unterstützung ein Gartentagebuch zulegen. Rechts das Exemplar meines Nachwuchsgärtners, links ein professionelles Exemplar aus dem Familia Verlag.

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Mittlerweile gibt es ja Planer und Organisationshilfen für alle Lebensbereiche. Ob und wann ein Planer sinnvoll ist und wann man sich vielleicht einfach ein bißchen Spontaneität erlauben darf, darüber kann man streiten, ein Gartenplaner ist (für mich) sicher nicht die unnötigste Anschaffung.

Das Gartentagebuch ist ein Ringbuch. Ich mag Ringbücher, in denen kann man rasch hin- und herblättern.

Auf den ersten Seiten des Buches ist Platz für Notizen über den eigenen Garten. Größe, Bodenart und Lage können vermerkt, Vor- und Nachteile notiert werden. Danach gibt es Platz für Pläne und Vorhaben.

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Es folgen allgemeine Tipps zur Bodenvorbereitung für die Saat, Ableger, Teilungen und Absenker und danach Tabellen, in denen Name und Saat- und Pflanzdaten eingetragen werden können. Für unorganisierte Menschen wie mich wirklich gut. (fehlt nur noch der kleine Motivationsschubs, diese Tabellen auch wirklich zu pflegen)

Der Rest des Tagebuchs ist in Monate gegliedert, diese sind wiederum in Wochen aufgeteilt.

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Jeden Monat gibt es allgemeine Gartentipps, zusätzlich Vorschläge und Ideen, die im Garten umgesetzt werden können.

Für eigene Ideen und Projekte ist Platz, genauso wie für besondere Beobachtungen. Und für die Statistikfreunde unter uns gibt es wöchentlich eine Tabelle für Niederschlagsmenge, Wetter, Sonne und Mondphasen.

Am Ende des Tagebuchs bleibt Platz für eine Auswertung der Jahreszeiten und für Notizen. Außerdem liegt dem Tagebuch ein Päckchen mit Salatsamen bei. (die werde ich säen, sowie das zweite Hochbeet steht, das erste ist bereits voll)

Ich bin ein bißchen hin- und hergerissen. Einerseits gefällt mir die Idee sehr gut, planvoll zu arbeiten und ggfs nachlesen zu können, was ich wann ein Jahr vorher tat und ob sich das bewährt hat. Denn man kann sich einfach nicht alles merken. Andererseits tobt mein innerer Revoluzzer, der sich nicht gerne einengen lässt und bei vorgedruckten Tagebüchern umgehend an „Freundebücher“ samt Fragen wie „Was ist dein Lieblingsgemüse“ denken muss. Es gab sehr viele Freundebücher in unserem Leben. Zu viele. Insofern bin ich da wirklich voreingenommen, das streite ich nicht ab.

Das Tagebuch bekommt auf jeden Fall eine Chance bei mir, aber ich werde damit bis Januar warten. So groß ist mein innerer Revoluzzer dann doch nicht, dass er mich ein vorgedrucktes Tagebuch erst im April beginnen lassen würde. Mir gefällt am meisten die Idee, ein paar Jahre später von Erfolg und Scheitern nachlesen zu können. Und vielleicht kann ich mit Hilfe des Saatplans tatsächlich Gesätes ernten, statt es vorher zu jäten. Das wäre eine feine Sache.

 

Herzlichen Dank an den familia Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars!

 

Herzerweichend

Das ist zwar kein direktes Gartenthema, aber auf Nachfrage erzähle ich gerne wie die Rehkitzrettung funktioniert.

Wenn das Gras hoch steht und die Mähsaison beginnt, setzen die Ricken ihre Kitze in die Wiesen. Die Ricken kommen dann nur zum säugen in die Wiesen zurück. Die Kitze können noch nicht aufstehen und haben auch, noch, keine Scheu vor irgendetwas oder irgendjemand. Wenn dann die Bauern ihre Wiesen mähen haben die Kitze keine Chance. Sie werden durch die Mähwerke verstümmelt oder getötet. Man sieht sie nicht im hohen Gras, und es geht auch alles viel zu schnell. Wenn man auf dem Bild die Hand anschaut, sieht man die Relation zum Kitz, die sind wirklich, wirklich winzig. Gerade mal eine Handvoll in den ersten Wochen.

KitzEs gibt eine Organisation von Freiwilligen im Odenwald, die koordiniert die Landwirte, Jagdpächter und freiwilligen Helfer. Man geht in Reihen mit ca. 10 Personen in einem Abstand von maximal 1m, eher dichter, durch die Wiesen und schaut angestrengt ins hohe Gras. Und zwar so, dass kein Stück der Wiese unbelaufen und unbeguckt bleibt. Und es gibt große Wiesen! Wenn ein Kitz gefunden wird, meisten sind sie zu zweit, nimmt man sie mit viel Gras auf und setzt sie in eine Kiste an den Wiesenrand. Auf keinen Fall darf man sie einfach vom Boden aufnehmen und wegtragen. Der von der Kleidung übertragene menschliche Geruch bewirkt, dass die Ricke ihr Kitz dann nicht mehr annimmt. Also immer dick in frisches Gras einpacken. Wenn die Wiese abgelaufen ist gibt es eine Entwarnung an den Landwirt, der dann sofort kommt und mäht. Wenn er damit fertig ist, setzt er oder der Jagdpächter die geretteten Kitze wieder auf die Wiese zurück.

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Letztes Jahr haben wir so 108 Kitze retten können.

 

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Heute im Gärtchen

Im Gadde habe ich Ruhe bis zum Sonntag, der Ex darf auch mal was tun. Da ist die Gelegenheit günstig, mich um das Gärtchen zu kümmern.

Ich hatte ein Hochbeet erstanden um meine Kräuter besser und einfacher zu hegen und zu pflegen. Ein Schnäppchen, das Hochbeet. Vermeintlich! Nach 3maligem Auf- und Abbau hatte ich es dann kapiert und richtig zusammen. Musste es nur noch zum Schluss mit viel Muskelkraft passend machen, damit die Bretter sich auch ineinander fügen. Dann noch 2x 70L Erde gewuchtet und das Beet befüllt, hat aber nicht ganz gereicht. Also nochmal wuchten.

Hochbeet

In solchen Momenten wünscht man sich, also ich, nicht Single zu sein, sondern einen Freund an seiner Seite zu haben der das Ruck Zuck erledigt.  Da bin ich ganz unemanzipiert.

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