Monatsernte: Juli 2015

Die Bewässerungsfrage

Als es dieser Tage so heiß war, habe ich mir einige Gedanken über Bewässerung gemacht – sowohl über die Bewässerung der Beete als auch über Wasser im Gewächshaus. Denn dort werden die Tomaten und Auberginen in naher Zukunft einiges an Wasser benötigen.

Zudem war ich vor einigen Wochen bei Bekannten im Rheinland. Sie haben eine im Rasen eingebaute Bewässerungsanlage: Abends um elf fährt ein Sprinkler aus dem Rasen und sprenkelt den Rasen nass. Der Rasen ist sehr grün und sehr schön flauschig – die gute Pflege scheint also etwas zu bringen.

Eine vollautomatische Bewässerungsanlage muss es in meinem Garten nicht sein. Aber ein bisschen mehr Automatik wäre schon gut. Derzeit bin ich nämlich an warmen Abenden mit dem Gartenschlauch unterwegs. Das nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch und ist einigermaßen mühselig.

Ein Wassersprenger, den ich einfach nur auf den Rasen stelle, würde schon helfen. Wasser aufdrehen, zehn Minuten laufen lassen, fertig. Ich sitze derweil auf der Terrasse und schaue zu, wie die Pflanzen sich freuen.

Für das Gewächshaus hätte ich gerne einen Bewässerungscomputer – sozusagen die Convenience-Variante von Charlys Raspberry-Pi-Selbstbau, mit Bodenfeuchtesensor und einfacher Programmierung. Wird die Erde zu trocken, geht das Wasser an, und die Tomaten sind rund um die Uhr glücklich.

Mindestens eine Bewässerungsuhr muss allerdings sein: zweimal täglich eine automatische Wasserzufuhr, das würde sehr helfen.

Wie handhaben Sie die Bewässerung Ihres Gartens?

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von contorion.de.

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Ein Gewächshaus aus alten Fenster – Teil 5: Das Fachwerk

Juchhu! Es wächst in die Höhe!

Nach Wochen der Arbeit sieht das Gewächshaus endlich aus wie ein Gewächshaus. Mit ein bisschen Fantasie.

Gewächshaus-Fachwerk aus Balken

Das Fachwerk steht. Lediglich einzelne Querbalken, in die die Fenster eingesetzt werden, fehlen noch. Sie sind aber bereits gestrichen und müssen nur noch angebracht werden.

Zur Erinnerung – das war die Ursprungszeichnung (künsterlischer Ansatz; nicht die Maße nachrechnen):

Gewächshausskizze

Der Aufbau ging relativ schnell vonstatten. Er hat nur eineinhalb Tage gedauert. Wir hatten mit mehr Zeit und mehr Fummelarbeit gerechnet. Aber es ist ja auch mal schön, wenn etwas spontan klappt und glatt geht.

Weitere eineinhalb Tage hat das Streichen der Balken in Anspruch genommen. Die Balken sind aus unbehandeltem Holz, Durchmesser acht Zentimeter. Wir haben das Holz mit weißer Zaun- beziehungsweise Wetterschutzfarbe gestrichen. Sie hält laut Produktbeschreibung sieben Jahre und schützt das Holz vor Umwelteinflüssen.

Die bodennahen Bereiche sind zusätzlich mit Bitumen behandelt, damit sie widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit sind.

Holzbalken, behandelt

Zu Beginn haben wir die vertikalen Balken aufgerichtet und festgeschraubt. Dafür hatten wir vorher Pfostenträger in das Fundament integriert – in die haben wir die Balken gestellt.

Gewächshaus: Längsbalken

Danach kamen die horizontalen Balken. Wir haben sie mit Winkeln an den vertikalen Trägern festgeschraubt. Zunächst haben wir nur zwei Schrauben pro Winkel eingebracht. Später haben wir dann die restlichen verschraubt und angezogen.

Fachwerk: Verschraubung mit Winkeln

Folgendes Material und Werkzeug haben wir insgesamt benötigt:

  • Stichsäge
  • Böcke zum Drauflegen und Sägen der Balken
  • Schraubzwinge (oder jemandem zum Festhalten)
  • Leiter, besser ein kleines Gerüst
  • Schwerlast-Winkelverbinder zum Verbinden der vertikalen und horizontalen Balken
  • Sparren-Pfettenanker zum Verbinden der vertikalen Balken mit den Dachträgern
  • Winkel (das Messwerkzeug)
  • Bleistift
  • Akkuschrauber
  • viele, viele Schrauben
  • Schutzbrille zum Sägen
  • Zum Streichen: Farbe, Bitumen bzw. Isolieranstrich, Pinsel & Rolle, Abdeckplane
  • Hammer (Der Meister staunt und kann’s kaum glauben: Auch mit dem Hammer kann man schrauben!)

Die nächsten Schritte:

  1. Die restlichen Querbalken anbringen.
  2. Kies für den Boden organisieren und rankarren.
  3. Den Boden pflastern.

Danach geht es weiter mit dem Einpassen der Fenster in Dach und in die Wände. Tschakka!

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Was bisher geschah:

Thorsten wird ein Wald

Was macht eigentlich Thorsten?

Meine Thorstens sind dabei, die Weltherrschaft zu übernehmen. Es ist ja immer so mit ihnen: Anfangs, wenn ich die Keime einpflanze, passiert erstmal nichts. Irgendwann gucken sie aus der Erde, und danach kommt eine ziemlich lange Phase sehr überschaubaren Fortschritts, bis sie ungefähr Kniehöhe erreicht haben. Aber dann!

Dann geht’s ab. Dann kennen sie nur noch eins: Wachstum und Wuscheligkeit.

Tomatenpflanzen im Juni, die eher an Bäume erinnern

Dieses Jahr habe ich drei Sorten angepflanzt: rote Cherrytomaten, Black Cherry und gelbe Cherrytomaten. Die gelben Cherrytomaten können Sie auf dem Bild gut erkennen: Es sind die kleinen, kompakten Büsche im Vordergrund.

Die gelben Cherrytomaten hatte ich schon abgeschrieben: Sie keimten erst nach fünf oder sechs Wochen – also vier Wochen nach den anderen Sorten -, und das auch noch ziemlich kümmerlich. Dann waren sie zwar da, wuchsen aber auch genauso langsam, wie sie gekeimt sind. Dafür – Überraschung! – waren sie die ersten Pflanzen, die vor anderthalb Wochen Früchte trugen.

Im Grunde ist es mit meinen Tomaten wie im Leben: Man muss nicht immer als erster losrennen, damit am Ende das Ergebnis stimmt.

Tomatenpflanzen im Juni von oben

Es sind jetzt ein paar viele Pflanzen, die auf meiner Terrasse und meinem Balkon stehen. Eigentlich sollten sie auch gar nicht dort sein, sondern im Gewächshaus, aber das Gewächshaus – nun ja, Sie wissen ja um den Stand der Bauarbeiten. Die haben sich etwas verzögert.

Aber was einmal gewachsen ist, kann ich auch nicht einfach kompostieren. Das ist ja wie lebendig begraben. Zumal Thorsten wirklich alles aus sich herausholt. Also erfreue ich mich an all den Tomatenpflanzen.

Tomatenbaby

Nun warte ich sehnlich darauf, die ersten Thorstomaten ernten zu können – und hoffe, dass es keine schlimmen Gewitterstürme gibt, die mir alles zerlegen.

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Ein Blick in andere Gärten

Damit wir Sterne am Himmel sehen können, ist es vielerorts zu hell. Die International Dark Sky Association vergibt deshalb Gütesiegel für Orte mit geringer Lichtemission. Eines davon klebt in der Eifel. Ein Interview über Dunkelheit und Genickstarre.

Der Wisley Garden in Surrey, England, ist ein Ort der Perfektion und des Wilden. Wie das zusammenpasst? Lesen Sie selbst.

Stimmungsvolle Bilder von der Grünkern-Ernte. Das Einbringen des Korns ist bei Hitze ein Wettlauf gegen die Zeit. Dass das  für die Erntehelfer eine ziemliche Maloche ist, kann man sich vorstellen.

Natürliche Geschlechtsumwandlung: Bei Echsen bestimmt die Umgebungstemperatur, ob eine Echse sich männlich oder weiblich entwickelt. Mit männlichen Genen geboren, kann ein Tier deshalb trotzdem weiblich werden – und umgekehrt.

72 Kombinationen für Saftschorlen. Alternativ: Sommerpizza oder Mango-Erdbeer-Pfirsich-Smoothie.

Wem Schmusi nicht genügt – für die Kohlenhydratfraktion: Rosennudeln, hergestellt mit einem Mus aus duftenden Rosenblütenblättern. Zum Nachtisch: Beeren-Fool.

Guten Appetit!

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Kirschenernte

Kennen Sie diesen Intelligenztest für Schimpansen? Wenn die Tiere Stöcke benutzen müssen, um an ihr Futter zu kommen?

So fühle ich mich beim Kirschenernten. Denn der Kirschbaum sieht so aus:

Kirschen hoch oben im Baum

Ich: unten. Die Kirschen: oben. In meinem Besitz: eine Trittleiter.

Ich bin zwar ein großer Mensch. Aber leider nicht groß genug, um an die Kirschen im Baum zu kommen. Auch nicht, wenn ich mich auf die Trittleiter stelle. Und auch nicht, wenn ich mich nicht auf die oberste Stufe, sondern auf den Henkel der Trittleiter stelle. (Gibt es Untersuchungen dazu, ob Gier wesentlich zu Haushaltsunfällen beiträgt?)

Trittleiter vor Kirschbaum

Aber hey – wozu ist man ein Schimpanse Checkerbunny  abstrahierender Mensch, der Werkzeuge einsetzen kann: Mit Trittleiter und Besenstiel habe ich die Kirschen dann doch irgendwie vom Baum geschubst.

Kirschen in einer Schale

Lecker.

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Ein Gewächshaus aus alten Fenstern – Teil 4: Das Schotterbett

Am Wochenende ging die Arbeit am Gewächshaus weiter.

38 Grad im Schatten – aber egal. Die Arbeit ging halt etwas langsamer voran. Außerdem ist Hitze in einer Hinsicht total praktisch: Trotz 4 Litern Wasser, die man oben in sich rein kippt, kommt unten nix raus. Zeit für Toilettengänge gespart!

Aber von vorn:

Am Freitagmorgen fuhr ein Laster vor und kippte den bestellten Schotter in die Einfahrt. Es wäre schön gewesen, wenn er ihn direkt in den Garten gekippt hätte. Aber das geht mangels Zuwegung leider nicht. Also hat der Mitbewohner sich eine Schaufel und eine Schubkarre genommen und hat den Schotter von der Garageneinfahrt in den Garten gefahren.

Das hat rund acht Stunden gedauert. Zusatz-Feature: Es geht von der Einfahrt in den Garten deutlich berghoch. Verstehen Sie diesen Beitrag deshalb bitte auch als öffentliche Würdigung.

Nun sieht das Bett des Gewächshauses so aus:

Schotterbett für GewächshausTadaa! Die Grube ist voller Schotter (zur Erinnerung: vorher).

Auf den Schotter kommt noch Splitt, darauf dann das Pflaster, also der eigentliche Boden des Gewächshauses, den man hinterher betreten kann und auf dem die Beete und Töpfe stehen werden.

Schotterbett für Gewächshaus

Das etwas Ernüchternde ist momentan: Wir arbeiten und schaufeln, schieben Schubkarren und malochen – aber so richtig sieht man keine Veränderungen. Es wird Zeit, dass wir mit dem Aufbau des Fachwerks beginnen.

Die Balken dafür liegen bereits in der Garage. Ein paar sind auch schon gestrichen. Weil die Fenster weiß sind, werden die Balken auch weiß – und wetterfest.

Balken für Gewächshaus werden geweißelt

Nächstes Wochenende beginnen wir dann, das Fachwerkgerüst aufzubauen und können hoffentlich schon Richtfest feiern.

Was bisher geschah:

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Ein Blick in andere Gärten

Hitze- und vergnügungsbedingt werfen wir in dieser Woche nicht wie sonst am Freitag, sondern erst am Sonntag einen Blick in andere Gärten.

Deshalb direkt am Anfang: Tipps zur Gartenpflege bei Hitze. 

Dein Leben auf der Erde: eine tolle, interaktive Infografik der BBC. Man kann sein Geburtsdatum, sein Geschlecht und seine Körpergröße eintragen und erfährt, was seitdem passiert ist. Seitdem ich auf der Welt bin, hat mein Herz zum Beispiel zwei Milliarden Mal geschlagen. Ein Mammutbaum ist 14 Meter gewachsen. Wenn Ölressourcen knapp werden, werde ich 89 Jahre als sein.

Vom Blick zurück zum Blick nach vorn: Ein spanisches Architekturbüro macht sich Gedanken dazu, wie man die wachsende Menschheit mit Gemüse versorgen kann. Die Idee: schwimmende Solarfarmen.

Malen mit Gemüse und Obst.

Plattwürmer, die sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane haben, wissen sich zu helfen: Wenn sie keinen Partner finden, injizieren sich einfach ihr eigenes Sperma – in den Kopf. Das wandert dann zu den Eiern und befruchtet sie. Zack – schwanger!

So werden Möhren geerntet:

Vieles ist jetzt schon reif und kann geerntet werden. Deshalb an dieser Stelle nochmal der Hinweis zur Mundraub-Karte. Sie listet Orte und Stellen auf, an denen Köstlichkeiten wild wachsen.

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Projekt PomodoPi: Ernstfall

So, jetzt muss es funktionieren. Ich bin seit ein paar Tagen mit der Familie zum Camping in der Toscana und fräse mich dort durch die mitgebrachte Rezeptesammlung (praktisch: Rosmarin wächst hier in brusthohen Büschen gleich nebenan) und durch das literarische Lebenswerk von Richard Fortey und Bill Bryson sowie die großartige Neuübersetzung von 1001 Nacht von Claudia Ott.

Die ersten Cherrytomaten waren bei unserer Abfahrt gerade dabei, schüchtern zu erröten:
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Unsere Haussitterin haben wir mit uneingeschränkter Ernteerlaubnis ausgestattet, die Bewässerungstechnik läuft im „Augen-zu-und-durch“-Vollautomatikmodus. Momentan macht sie aufgrund der Witterung gerade Überstunden, gestern war die Erdtemperatur(!) in 10 cm Tiefe genau so hoch wie die Lufttemperatur hier in Italien:

toscanapi

Ein stinknormales Thermometer hatte ich leider nicht dabei, deshalb musste ein Raspberry Pi mit einem DS18B20-Temperatursensor herhalten.

Ansonsten gehe ich hier gerne „noch mal kurz auf die Acht“ – das ist die niedrigste Einstellungsstufe des Liegestuhls – und sinniere, welche gärtnerischen Heldentaten ich dem Garten als nächstes angedeihen lasse. Unkrautvernichtung mit Neodymglaslasern? Oder einfach nur eine Kräuterspirale? Fliederinnenbeleuchtung?

Hier in der Toscana kann man auch keine zehn Meter gehen, ohne auf einen prächtigen Oleanderstrauch zu treffen. Tante Google verrät, dass es unter den 160 gängigen Sorten etwa fünf gibt, die mit einem mitteleuropäischen Winter klarkommen… wir werden sehen. Erstmal bin ich gespannt, ob die Haussitterin in 14 Tagen noch was für uns übrig gelassen hat. Bis bald!

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Ein Gewächshaus aus alten Fenstern – Teil 3: Übergangsarbeiten

Der Juni ist vergangen, ohne dass der Bau des Gewächshauses vorangeschritten ist.

Nein, ich habe nicht vergessen, es aufzuschreiben. Es ist tatsächlich nichts passiert. Das liegt an zahlreichen Wochenendterminen und Geburtstagen, die im Juni waren; und auch am schlechten Wetter: Hatten wir Zeit, hat es in Strömen geregnet. Sehen wir es positiv: So konnte das Fundament vollständig aushärten.

Jetzt geht es weiter. Am Freitag kommt Kies für den Boden. Und es kommen Balken für den Aufbau.

Der Plan:

  • Kies ins Innere des zukünftigen Gewächshauses kippen und verteilen. Das Innere pflastern. Die Pflastersteine lagen vorher schon an dieser Stelle – als Freisitz neben der Hütte des Grauen. Sie werden einfach wiederverwertet.
  • Die Holzbalken weiß streichen, damit sie witterungsbeständig werden und hübsch aussehen.
  • Den Aufbau bauen.

Mehr als die ersten beiden Punkte schaffen wir an diesem Wochenende bestimmt nicht. Zumal bei 38 Grad.

Zur Vorbereitung habe ich gestern schonmal eine Umrandung geschaufelt, damit wir das Gewächshausinnere mit Kies füllen können.

Gewächshausboden mit Erd-Umrandung

Mit Bau-Latten als festen Rahmen wäre es etwas praktikabler gewesen. Aber so wird es am Ende auch gehen. Der Feinschliff kommt eh noch. Es ging erstmal nur darum, das Drumherum ebenerdig zu haben.

Wenn irgendwo Erde hin muss, muss anderswo Erde weg: Praktischerweise habe ich jetzt einen Versatz im Garten. Hier soll später die Natursteinmauer hin, um den Höhenunterschied, den es ohnehin gibt, auszugleichen.

Versatz für Natursteinmauer mit Schubkarre davor

Heute, nach ungefähr 50 Schubkarrenladungen Erde, habe ich ein bisschen Muskelkater und fühle mich sehr straff. Gartenarbeit ersetzt echt jedes Fitnessstudio.

Für die Nachbarskatze ist das neue Gewächshaus übrigens noch ein riesiges Katzenklo.

Katzenklo

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