Monatsernte: Mai 2015

Ein Blick in andere Gärten

Eine Mitarbeiterin der Süddeutschen Zeitung wollte neulich mal wieder Fahrrad fahren. Ihr Fahrrad war aber besetzt. Mittlerweile ist der Nachwuchs da.

Infografik: Welcher Nützling gegen welchen Schädling hilft und welche Pflanzen wiederum den Nützlingen helfen. (Danke für den Tipp, Anne!)

Pauschalempfehlung: der Gartenblick von Sibylle.

Kommt ein Mann in eine Zoohandlung und tauscht die Schilder aus.

Sound aus Jahresringen: So klingt ein Baum auf dem Plattenteller.

Auch Baum, aber für Kletterfans: Im Rotkraut-Garten wird ein großer Spitzahornbaum gefällt.

Eine Nachricht, die traurig macht: Die biologische Vielfalt in Deutschland ist dramatisch bedroht. Sogar Allerweltsarten haben es schwer.

Die New York Times über „animal sanitation studies“, die Erforschung der Müllabfuhr in der Tierwelt.

Strom aus Windkraft – da denkt man sofort an riesige Rotorblätter. Muss aber nicht sein: Eine spanische Firma konstruiert jetzt Windkraftanlagen, die ohne Flügel auskommen.

Sven regt sich über den beklopptesten Fahrradständer in Hamburg auf.  Ganz in der Nähe gibt es auch wilde Einkaufswagen.

Für die umweltbewussten Nerds: der Server, mit dem Sie Ihren Privathaushalt heizen. 

Zum Freuen und Nachdenken: So blicken Asylbewerber auf Deutschland  – die Fotos ihrer Handykameras.

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Ein Gewächshaus aus alten Fenstern – Teil 2: Das Fundament gießen

So!

//*tatkräftiges In-die-Hände-klatschen

Weiter geht’s. Die Steine fürs Fundament liegen. Jetzt müssen sie noch gefüllt werden.

Ich möchte nichts beschönigen: Das Ganze ist eine beschwerliche, wenig aufmunternde Tätigkeit. Eine Art Durchhalteübung für Körper und Geist.

Gewächshausbau: Trockenbeton

Für die 12 Löcher des Punktfundaments hatten wir 1.000 Kilo Trockenbeton eingeplant. Am Ende haben wir 750 Kilo gebraucht.

Das bedeutete, dass wir 750 Kilo von der Garage in den Garten tragen mussten. Die Garage liegt ein bisschen den Berg runter. Wir mussten also ordentlich schleppen.

Der Beton ist in Säcken à 25 Kilo verpackt. Weil ich etwas empfindlich im Rücken bin, trage ich zwar schwerere Lasten, hebe sie aber nicht. Der Mitbewohner hat sie mir also von der Palette angereicht, so konnte ich ihm trotzdem helfen.

Und: 25 Kilo zügig den Berg rauftragen war auch ohne Anheben eine schöne Trainingseinheit. Am besten ging es übrigens, wenn ich den Sack auf dem Kopf trug (kein Witz).

Gewächshausbau: Fundament verfüllen

25 Kilo Beton werden mit 3 Litern Wasser vermengt. Wir haben das mit der Hand gemacht: in einer Wanne mit einer Schaufel. Wer eine Mischmaschine zur Verfügung hat: Yeah!

In jedes Pflanzsteinloch passten zweieinhalb Säcke Beton. Damit der Beton sich gut im Loch verteilt, hilft es, während des Verfüllens mit einem Stecken darin herumzustochern.

Das Ganze 12-mal.
Nun ja. Ich sagte ja schon: tolles Training.

Gewächshausbau: eingebauter Pfostenträger

Dort, wo sich die Strippen kreuzen, wo also der Holzaufbau, in den die Gewächshausfenster kommen, auf den Steinen aufsitzt, kommt ein Träger in den Beton. Das Ding ist quasi die Hardware-Schnittstelle zu den Balken. Fachwort: U-Pfostenträger mit Betonanker aus Riffelstahl.

Fertig!

Gewächshausbau: fertiges Punktfundament

Wir wässern die Fundamente nun zweimal am Tag – und das ein paar Tage lang. Dann bindet der Beton gut.

Gewächshausbau: Fundament wässern

Die nächsten Aufgaben:

  • Split für den Gewächshausboden auftreiben
  • den Boden legen
  • Balken organisieren

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Ein Gewächshaus aus alten Fenstern – Teil 1: Das Punktfundament

Seit Monaten rede ich davon, dass ich ein Gewächshaus bauen möchte.
Jetzt geht es endlich los!

Was ist nochmal der Plan?

Der Plan ist, ein Gewächshaus aus alten Fenster zu bauen.

Die Fenster haben der Mitbewohner und ich geschenkt bekommen. Freunde haben ein Einfamilienhaus aus den 1960er Jahren gekauft und renovieren es derzeit. Unter anderem haben sie die Fenster ausgetauscht: alte Holzfenster raus, neue Kunststofffenster rein.

Wir haben die Holzfenster abgeholt und benutzen sie, um ein Gewächshaus aus ihnen zu bauen.

So soll das Gewächshaus aussehen:

Gewächshausskizze

Es handelt sich, wie Sie sich anhand der Maße unschwer ausrechnen können, eher um eine künstlerische Skizze. Ich brauche allerdings immer zunächst ein Bild vor Augen, damit ich mir Dinge besser vorstellen kann.

Das Gewächshaus wird L-förmig sein.  An der linken Kopfseite wird es einen doppelflügeligen Eingang geben. Außerdem wird es einen Eingang in der Spitze des L geben – mit einer einflügeligen Tür. Die Türen sind ehemalige Balkon- und Terrassentüren aus dem 60er-Jahre-Haus.

Der Detailplan fürs Fundament:

Gewächshaus: Plan für das Fundament

Damit das Gewächshaus gut und fest auf der Erde steht, benötigt es ein Fundament.

Wir haben uns für ein so genanntes Punktfundament entschieden. Punktfundamente leiten ihre Last über mehrere Einzelfundamente in den Baugrund ab. Wir werden, wie auf dem Bild zu sehen, 12 Punkte gießen, jeweils 30×30 Zentimeter breit, auf denen dann eine Holzkonstruktion aus 8 Zentimeter breiten Balken aufliegt, in die wir wiederum die Fenster einbauen.

Die Konstruktion folgt der Anleitung meines sehr männlichen „Es gibt immer was zu tun“-Hornbach-Projektbuchs für zauberhafte Gärtnerinnen:

Gewöchshaus: Punktfundament im Hornbach-Projektbuch

Damit wir wissen, wo die 12 Punkte hin sollen, haben wir acht Strippen gezogen. Dort, wo sie sich kreuzen, werden die Löcher für die Fundamente gegraben.

So schaut das Ganze von oben aus:

Gewächshaus: Bau aus der Vogelperspektive

Es macht auf dem Foto den Eindruck, als stehe das Gewächshaus später im Wald. Das täuscht ein wenig. Die Sonne kommt die meiste Zeit des Tages außerdem aus der Richtung, aus der ich das Foto geschossen habe.

Leider sieht man auf dem Foto oben die Strippen für den Grundriss nicht so gut. Deshalb das Ganze noch einmal vom Boden aus:

Gewächshaus: Löcher für das Fundament

Die Fundamente werden jeweils bis zu 60 Zentimeter in der Erde sein. Das entspricht der Frosttiefe in unseren Breitengraden (dort kriecht im Winter übrigens auch der Regenwurm hin, damit er nicht zu einer Stange gefriert).

Falls Sie an dieser Stelle mahnend den Finger heben möchten: Laut DIN-Norm sind es tatsächlich 80 Zentimeter. Mein Patenonkel, 35 Jahre Erfahrung als Bauleiter, sagt aber: Gewächshaus? Dortmund? 60 reichen! Was er gebaut hat, steht heute alles noch. Also wird es wohl genügen.

60 Zentimeter sind trotzdem ganz schön tief, wenn man sie mit einem Spaten aushebt. Der Mitbewohner hat unter Fluchen tapfer gebuddelt.

Die Schalung

Sie fragen sich vielleicht noch, was das auf dem Foto für komische Loch-Dinger sind. Das sind unsere Schalsteine. Als Schalsteine benutzen wir Pflanzsteine. Die Pflanzsteine haben wir übrig. Sie haben genau die Größe, die wir brauchen. Wir vergießen Sie dann mit dem Beton.

Eine Sache ist noch unerwähnt: der rechte Winkel.

Unser Gewächshaus soll nicht nur einen festen Boden, sondern auch gerade Wände haben, die in einem rechten Winkel aufeinander treffen. Damit das so ist, haben wir Schnüre und Stöcke über die Erde geschoben und ein 3-4-5-Dreieck gemacht.

Was ist ein 3-4-5-Dreieck?

Ich erinnere mich nur sehr verschwommen an den Mathematik-Unterricht in der Schule, aber der Satz des Pythagoras ist mir noch präsent.

Gilt die Gleichung a² + b² = c² in einem Dreieck mit den Seitenlängen ab und c, so ist dieses Dreieck rechtwinklig, wobei der rechte Winkel der Seite c gegenüberliegt.

Nimmt man nun die Seitenlängen 3, 4 und 5 Meter, hat man keine krummen Zahlen, und der rechte Winkel liegt der 5 Meter langen Seite gegenüber:

3² + 4² = 5²

Wir haben also mit Bindfaden ein entsprechendes Dreieck geklöppelt, es um drei Stöcke gelegt und einen davon in die Erde gehauen. Mit den anderen haben wir uns so bewegt, dass ein rechtwinkliges Dreieck entstand – und der rechte Winkel sich dort befand, wo auch das Gewächshaus seinen rechten Winkel haben sollte.

Also vorzugsweise in der Ecke.
(Ich bin so pfiffig).

Gewächshaus: rechter Winkel

Dabei haben wir festgestellt, dass unser Garten nicht rechtwinklig ist. Aber hey, egal! Unser Gewächshaus wird es sein.

In ein paar Tagen geht es dann mit dem Beton weiter. Bleiben Sie dran!

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Ein Blick in andere Gärten

Ein elektrischer Schneckenzaun fürs Hochbeet: Heike vom Gartenblock hat einen gebaut – und er funktioniert!

Giersch – der Pflanze gewordene Alptraum. Christina vom „Harzer Garten“ macht aus der Not eine Tugend und isst ihn auf. Auch bei der ZEIT isst man Giersch.

Daniela Warndorf vom Blog „Gemacht mit Liebe“ hat ihren Balkon schön. Auch bei Anne wachsen die gepflanzten Erdbeeren, Himbeeren und Gurken. Auch Steffi Graf gärtnert.

Der SWR hat in seiner Sendung „Marktcheck“ Blumenerde getestet: Billig gegen teuer.

Das Skelett einer Schildkröte.

Ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel wird weggeworfen. Eine Scroll-Geschichte bei arte.

Sieben Städte starten Bemühungen, mehr und mehr autofrei zu werden. Darunter auch Hamburg. 

Wenn wir irgendwann einmal fertig gegärtnert haben, sitzen wir vielleicht auf der Terrasse oder dem Balkon und spielen ein Brettspiel: Die irrwitzige Geschichte des Spiels „Monopoly“.

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Ein schöner Naturgarten – so geht’s!

Als ich meinen Garten übernommen habe, war er ein Naturgarten im besten Sinne: üppig, wild und verwunschen.

Ich merkte schnell: Die Grenze zwischen „wild-romantisch“ und „zugewuchert“ ist nur ein My breit. Gerade Stauden und Efeu wuchsen mir schnell über den Kopf.

Nach erfolgreicher Rodung versuche ich nun, auf der romantischen Seite dieser Grenze zu bleiben – und trotzdem ein bisschen Wildheit im Garten zuzulassen.

Wie ich dabei festgestellt habe, ist es aber gar nicht so leicht, einen hübschen Naturgarten anzulegen, der wild und abwechslungsreich ist, dem ich aber trotzdem Herr werde.

  • Stauden mag ich zwar sehr gerne, am liebsten blühende. Aber was Staude ist und was Unkraut, liegt bisweilen sehr im Auge des Betrachters. Wie also ein hübsches Staudenbeet anlegen?
  • Eine Wiese mit Wildblumen finde ich prima, Gänseblümchen und Löwenzahn habe ich schon. Im vergangenen Jahr habe ich in einer Ecke des Gartens ein kleines Tütchen ausgesät. Es wuchs für meinen Geschmack aber ein bisschen viel grünes Gekröse und ein bisschen wenig Blume. Was also tun?
  • Zwischen Efeu und Brennnesseln habe ich bei der Rodung Totholz gefunden – ein zerlegter Stamm. Ich würde es gerne weiterverwenden, ebenso wie das anfallende Schnittgut – aber wozu?
  • Nistkästen habe ich bereits angebracht. Allerdings möchte niemand in ihnen wohnen. Irgendwas mache ich falsch. Nur was?

Antworten gibt es im Naturgarten-Ratgeber. Außerdem hält die Seite Infos zu Teichen und Trockenmauern bereit – mit konkreten Anleitungen.

Der Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Immowelt.

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Stöckchen? Stöckchen!

Machen wir doch so ein hübsches, altmodisches Bloggerding und schnitzen ein Stöckchen! Vanessa hat begonnen und von den „10 Dingen, die mich das Gärtnern gelehrt hat“ erzählt.

Hier sind meine 10 Dinge:

1. Egal wie sicher ich mir bin, dass ich mir merken kann, was ich wo gepflanzt habe: ich werde es vergessen. Ich muss mir dringend angewöhnen, Schildchen in die Erde zu stecken oder mir einen Plan zeichnen, in den ich eintragen kann, was wo wachsen wird/soll/könnte.

2. Die Babypflanzen von Romanesco, Blumenkohl, Rosenkohl, weißer Kohlrabi und Weißkraut sehen sich so ähnlich, dass es sein kann, dass ich zwanzig Rosenkohlpflanzen gesetzt habe und mir damit den lebenslangen Unmut meiner Kinder zugezogen habe.

3. Zwei Zucchinipflanzen reichen. Für zehn Menschen, die sehr hungrig sind und jeden Sommertag bis in den späten Herbst hinein gerne viele Zucchini essen möchten.

4. Irgendwo versteckt sich immer eine Brennnessel, in die man beim Jäten hineinfasst.

5. Wer einen von außen einsehbaren Garten hat, muss in Smalltalk geübt sein und stets Antworten auf diese und ähnliche Fragen haben: „Na? Wieder fleißig?“ oder auch „Wächst alles gut?“

6. Gutes Werkzeug ist wichtig! Schaufeln oder Hacken, die sich in der lehmigen Erde verbiegen oder gar abbrechen braucht niemand. Und dann ist es halt so, wie die 87jährige Nachbarin gerne betont: „Billig und gut gehören nicht zusammen.“

7. Gärtnern ist eine ernstzunehmende Tätigkeit, gleichzusetzen mit der Kindererziehung. Und wie bei dieser gehen Meinungen auseinander, weswegen sich leicht ein Streit vom Gartenzaun brechen lässt. Ob Bohnen nun gehackt werden dürfen oder Kartoffeln mehr als zweimal gehäufelt werden müssen, ob es Un- oder Wild- oder Beikraut heißt oder ob man am Morgen oder besser am Abend gießen sollte. Nicken, lächeln, so machen, wie man denkt. Das passt auch im Garten.

8. Hacken spart gießen, Regen auch. Letzterer wird von mir genauso hoch geschätzt wie von meiner Gartenkollegin. Mehr Regen für die Gärten!

9. Blattläuse sind doof, doch ohne Blattläuse gäbe es weniger Marienkäfer und Marienkäfer liebt eigentlich jeder. Schnecken sind fies, aber Igel mögen Schnecken und wer mag Igel nicht? Ich übe mich darin, das Ungeliebte anzunehmen und zu dulden. Aus Gründen halt.

10. Egal wie wütend oder traurig ich bin, wenn ich eine Stunde lang im Garten gewühlt, gebuddelt, gerupft und gezupft habe, bekomme ich das breite, glückselige Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Esotheriker sprechen da von „sich erden“ und verflixt, da haben die recht.

 

So. Solch ein Stöckchen will ja rumkommen und deshalb beginne ich jetzt damit und werfe es der ambitionierten Balkongärtnerin Anne Schüssler zu. Vielleicht mag sie ja erzählen, was sie schon gelernt hat.

10 Dinge, die mich das Gärtnern gelehrt hat

  1. Es gibt nicht Schöneres als Baumärkte.
  2. Mit Ausnahme von Saatgutfachgeschäften.
  3. Regen ist toll! Wir sollten Regen viel mehr schätzen. Besonders warmen Regen.
  4. Dreckige Füße sind der Urzustand, in dem Füße offensichtlich sein müssen. Auch wenn ich Socken und Schlappen trage. Weiß der Henker, wie das kommt.
  5. Rückenfreundliches Bücken. Ich könnte einen Aufsatz darüber schreiben.
  6. Nähme ich an der „Runtastischen Liveaktikivität Kniebeugen“ teil, würde ich manchertags alle Rekorde brechen. Meine Oberschenkel sind nun aus Stahl (tief innendrin irgendwo).
  7. Töten. Die Hemmschwelle sinkt. Pia kennt das.
  8. Mehr denn je gilt: „Es geht immer weiter.“ (Der Giersch nickt zustimmend.)
  9. Eine Kohlrabi zu hegen und zu umsorgen, sie zu verteidigen und aufwachsen zu sehen, um sie dann zu essen, hilft tatsächlich, Lebensmittel schätzen zu lernen.
  10. Unsere Vorfahren (die ohne Supermarkt) hatten es echt nicht leicht.

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hübsch, aber gemein

Auf meinem Kartoffeläckerchen wachsen drei verschiedene Sorten Kartoffeln: Blaue Schweden, British Queen und Golden Wonder. Ausgesucht habe ich sie, weil sie nicht nur weiß, sondern sogar zartlila blühen. Und weil mir die Beschreibung von Geschmack und Beschaffenheit der Kartoffeln so gut gefiel. (rund 100 verschiedene Sorten!)

Die Kartoffeln haben ganz wunderbar ausgetrieben, wurden bereits säuberlich angehäufelt und von diversen Wild/Un/Beikräutern befreit. Ein Kartoffeläckerchen wie aus dem Lehrbuch.

Unglücklicherweise haben nun die Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) diese gehätschelten Kartoffelpflanzen entdeckt.

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Kartoffelkäfer sind wirklich hübsch, es lohnt sich sehr, sie sich genauer anzusehen. Unglücklicherweise sind Kartoffelkäfer immer hungrig und treten gerne in Rudeln? Herden? Scharen? auf. Ziemlich schnell wird dann aus einer üppigen, saftigen Kartoffelpflanze ein trauriges, zerrupftes Pflänzchen, das ums Überleben kämpft und keine Kraft mehr hat, um viele, leckere Kartoffeln auszubilden. Das wäre schade.

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Seit einigen Tagen krieche ich jetzt auf Knien durch mein Kartoffeläckerchen und sammele Kartoffelkäfer ab. Das macht nicht richtig viel Spaß, manchmal ist es sogar ein bißchen eklig, denn die Käfer haben kleine Widerhaken an den Beinen, mit denen sie sich an der Haut festkrallen können. Oder sie hinterlassen merkwürde Tröpfchen in gelborange. Schlau sind sie obendrein, denn sowie die Kartoffelpflanze ein klitzekleines Bißchen erschüttert wird, lassen sich die Käfer zu Boden fallen. Dort sind sie perfekt getarnt. (und kichern wahrscheinlich sehr leise.)

Aber was tue ich mit den abgesammelten Kartoffelkäfern? Sie in den Nachbargarten zu werfen wäre nicht nur gemein, sondern auch umsonst, da dort a) keine Kartoffeln gepflanzt sind und b) die Käfer fliegen können und schneller wieder da sind, als ich „Kartoffelkäfer flieg!“ singen könnte. Letztes Jahr habe ich die Käfer in ein Blechkännchen gepackt, Wasser aufgefüllt und einen Deckel auf´s Kännchen gelegt. Nach drei Tagen habe ich die tote-Käfer-Brühe zurück an die Kartoffeln geschüttet. Das war grausam und eklig. Und roch wirklich schlimm.

Dieses Jahr knacke ich die Käfer zwischen zwei Steinen. Das ist grausam und eklig. Und jetzt liegen da in der einen Ecke lauter zerschmetterte Kartoffelkäfer.

Gift spritzen wäre nicht ganz so mittelbar, aber nicht minder grausam und dafür noch doppelt eklig, weil … naja. Gift. Ist das dann in den Kartoffeln, die ich essen will? Was ist mit anderen Insekten?

Es ist ein Dilemma, doch Gärtnern ist eben auch immer ein bißchen grausam.

Wenn man die Kartoffelkäfer ignoriert, haben die ein glückliches Leben.

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An den Blattunterseiten der Kartoffelpflanzen lassen sich bald leuchtend gelbe Eigelege-Klümpchen finden, aus denen kurze Zeit später kleine, dunkelrote Kartoffelkäferlarven schlüpfen. Die kleinen dunkelroten Larven werden zu großen, herrlich pinkfarbenen Larven, die dann ziemlich schnell wieder zu Kartoffelkäfern werden. Ein Kartoffelkäferweibchen legt bis zu 1200 Eier. Meine knapp sechzig Kartoffelpflanzen hätten keine Chance.

Gibt es nicht eine Pflanze, die ich den Kartoffelkäfern ersatzweise anbieten könnte?

Hochbeet, hurra!

Letztes Frühjahr hievte mir ein Kran zwei Holzkisten voller Pflastersteine in den Garten. Die Pflastersteine wurden zu einem wunderschönen Boden in meinem Rosa Gartenhüttchen, die leeren Holzkisten standen im Garten herum, weil … „da kann ich noch irgendwas Tolles draus machen!“

Vor zwei Wochen entdeckte ich auf Instagram selbstgebaute Hochbeete und somit war die neue Bestimmung der Holzkisten klar: mein Salat wird künftig völlig schneckensicher und rückenfreundlich in einem Hochbeet wachsen.

Hinter dem Kartoffeläckerchen war noch ein bißchen Platz, dort scheint morgens und ab Nachmittag die Sonne hin – perfekt! Unter der Holzkiste liegen ein paar Steinplatten, damit das Holz nicht direkt verfault. (diese Platten graben wir ständig im Garten aus. Entweder handelt es sich dabei um ein heimisches, sehr produktives Gewächs oder der Vorbesitzer der Grünen Villa hat versucht, den Garten komplett mit Platten auszulegen, dann die Lust verloren und wieder kubikmeterweise Erde darüber gekippt.)

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Die Holzkiste wurde mit Teichfolie ausgekleidet. Ich wollte zuerst nur solch ein dünnes, weißes Vlies nehmen, doch der beste Vater meiner Kinder sprach von Erwärmung der Erde in der Kiste und Schutz der Kiste vor Nässe und einige andere gut klingende Dinge und er hat ja wahrscheinlich recht. Das Auskleiden klappte prima, die überstehende Folie tackerte ich an die Kiste. In die Folie auf dem Kistenboden stach ich etliche „Wasser-ablauf-Löcher“, hoffentlich genug. Notfalls ließen sich aber weitere Löcher in die Seiten stechen.

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Den harten Teil der Arbeit übernahmen die Söhne, die allerbeste Freundin beaufsichtigte mit strengem Blick die sachgemäße Befüllung der Kiste.

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Eine Mischung aus reifem und nicht so reifem, noch sehr glitschigem Kompost und entwurzelter Gartenerde wurden im Wechsel auf eine Schotterschicht geschüttet.

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Damit es hübsch aussieht kam obendrauf eine Schicht torffreie Blumenerde.

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Ins Hochbeet habe ich geheimnisvolle portugiesische Salatsamen gesät, die ich mit einem verschwörerischen „wächst und schmeckt viel besser als der deutsche Salat“ in die Hand gedrückt bekam. Ich werde selbstverständlich berichten, ob portugiesischer Salat besser ist als deutscher. Schneckenresistenter würde ja fast schon reichen, denn die Salatköpfchen im anderen Garten können gar nicht so schnell wachsen, wie sie angeknabbert werden. Da muss wohl Schneckenkorn her. Aber das Thema Schädlingsbekämpfung wird sicher ein eigener Artikel.

Die zweite Holzkiste wird auch ein Hochbeet, aber ich weiß noch nicht genau, wo ich es hinbauen soll. Nie hat man genug Platz im Garten. Und nie hat man genug Erde zum Befüllen einer solchen Kiste. Vielleicht drehe ich die Kiste auch um und funktioniere sie zu einem großen Anzuchttisch um. Sie werden das erfahren.

Die Beetbegrenzungen sind fertig

Nun ja, nicht ganz. Die Überschrift ist ein bisschen geflunkert, aber „Die Beetbegrenzungen sind fast fertig“ klingt einfach nicht so gut. Außerdem ist der wesentliche Teil der Arbeit erledigt, und ich habe das Bedürfnis, mein Erfolgserlebnis mit Ihnen zu teilen.

Seitdem der Zaun steht, habe ich in den vergangenen Wochen Erde umgegraben und Beete angelegt. Die Beete umgeben mehr oder wenig unmotiviert den Garten: Es fehlte bislang an Beetbegrenzungen, die dem Garten Struktur geben.

Beet: angepflanzt mit Salat und Kohlrabi

Folgendes hatte ich mir zu meiner Beetbegrenzung gedacht:

  • Sie sollte sich natürlich in den Garten einfügen und nicht aus Kunststoff oder sonstwie geschmacksverirrt sein.
  • Sie sollte ebenerdig sein, damit ich mit dem Rasenmäher darüber fahren kann, ich mir keinen Rasenkantenschneider anschaffen und zukünftig Stunden damit zubringen muss, wie so ein Erbsenzähler Rasenkanten zu schneiden.
  • Sie sollte bezahlbar sein.
  • Ich muss die Steine selbst verlegen können – ohne dreijährige Ausbildung.

Aus diesen Gründen habe ich mich für einen Mähkanten-Stein entschieden, dessen eine Seite konvex und die andere konkav ist. Die Form ermöglicht es mir, Kurven zu legen. Ein guter Kompromiss zwischen „hübsch“ und „praktisch“.

So bin ich vorgegangen: 

Zuerst habe ich mit zwei Stöcken und einem Bindfaden eine gerade Linie entlang des Beetes gezogen. Entlang dieser Linie habe ich mit dem Spaten einen kleinen Graben ausgehoben, etwa doppelt so tief wie der Stein.

Beetbegrenzung: ausgehobene Rinne

In die Rinne habe ich Kies gekippt, etwa zwei Zentimeter hoch. Durch den Kies hat der Stein festen Grund, und ich kann so lange herumruckeln, bis er gerade ist – sowohl nach vorne und hinten als auch, was die seitliche Neigung betrifft.

Anfangs habe ich die Rinne zu schmal ausgehoben, nur so breit wie der Stein. Ich habe aber festgestellt, dass es einfacher ist, wenn sie großzügig breit ist und ich nach dem Verlegen einfach wieder Erde dranschiebe.

Beetbegrenzung: Kies in der Rinne

Dann habe ich die Steine hintereinander gelegt, sie mit einem Gummihammer festgeklopft und so Unebenheiten ausgeglichen. Normalerweise sollte man mit der Wasserwaage überprüfen, dass man die Steine nicht wellig verlegt. Da mein Garten aber ein deutliches Gefälle hat, fiel diese Möglichkeit aus.

Ich habe deshalb nach Augenmaß verlegt, und auch mal andere gucken lassen. Meine lieben Nachbarn waren nämlich vor Ort, haben mir geholfen, Rinnen auszuheben, und mich bei Laune gehalten.

Beetbegrenzung im rechten Winkel

Mein größtes Beet, das Gemüsebeet mit Kohlrabi, Salat und Zucchini, sollte auf der einen Seite angerundet sein. Dadurch, dass die Steine mit ihrem Anfang und Ende ineinander passen, müssen sie nicht zwangsläufig in einer Linie hintereinander verlegt werden, sondern ich kann eine leichte Kurve legen, ohne dass Anschlusslücken entstehen.

Beetbegrenzung: Steine im Kies

Das Beet ist ein bisschen größer geworden, als es anfangs war. Macht aber nichts: Ich habe so umfassende Gemüsepläne, dass ich über zwei Quadratmeter mehr Platz nicht böse bin.

Eventuell werde ich noch einen kleinen Weg aus Rindenmulch ausstreuen, damit das Beet besser begehbar ist.

Beetbegrenzung: Kurve legen

Der größte Teil ist also geschafft – ein bisschen fehlt aber noch: Ich muss noch eine Linie vom Gemüsebeet zu meinen zwei Teichbecken legen. Vor der Terrasse fehlt noch einmal dieselbe Länge.

Aber was wäre es für ein Garten, wenn es nichts mehr zu tun gäbe!

Beetbegrenzung: Blick in den Garten

Was braucht man also, um Beetbegrenzungen aus Steinen zu verlegen?

  • Steine, am besten auch ein paar in Reserve. Zwei, drei gehen immer kaputt.
  • ausreichend Kies
  • Stöcke und Bindfaden
  • Gummihammer
  • Wasserwaage
  • ein Zollstock, um Abstände zu messen
  • Spaten
  • kleine Schaufel
  • Arbeitshandschuhe
  • ein Kniekissen schadet nicht
  • Geduld, Unterhaltung und nette Nachbarn

Die Steine haben übrigens 99 Cent pro Stück im örtlichen Baumarkt gekostet. Auf die Länge der Beete gerechnet (23 Meter), habe ich insgesamt 130 Euro bezahlt.

Die Nachbarin – die andere, aus dem angrenzenden Garten –  meinte am nächsten Tag übrigens: „Das hat Ihr Mitbewohner aber schön verlegt!“

Pffff!
Selbst ist die Bauarbeiterin.

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