Monatsernte: April 2015

Löwenzahn,

Hundsblume, Kuhblume, Pusteblume. Oder wie meine 87jährige Nachbarin sagt:“Des sinn Pissblumme.“ Und weil man es halt so macht, robbt sie auf Knien über ihren Rasen und jagt erbarmungslos den armen Löwenzahn.

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Es fällt mir schwer, Löwenzahn zu jäten. Nicht weil er eine lange Pfahlwurzel hat, die munter wieder austreibt, wenn man sie nicht ganz erwischt. Er ist viel zu hübsch! Überall im Garten leuchten gelbe Farbkleckse und wenn man sich diese Blüten genauer anschaut …
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… so viel Schönheit kann ich nicht ausreissen.

Und so ist mein „Rasen“ weit entfernt von dem, was man als den gepflegten, englischen Rasen bezeichnet. Neben Löwenzahn wachsen und blühen Gänseblümchen, Veilchen, Ehrenpreis und Klee. Es summt und brummt, weil unzählige Hummeln und Bienen dort Nahrung finden. Das ist übrigens seit zehn Jahren so und in diesen zehn Jahren gab es erst einen Bienenstich in die Fußsohle, obwohl wir alle meistens barfuß laufen.

Es gibt unzählige Rezepte für Löwenzahnhonig, die jungen Blätter schmecken als Salat und Tee kann man auch daraus brauen. Angeblich. Ich lasse ihn einfach blühen und in ein paar Wochen werde ich den Pusteblumen nicht widerstehen können.

*****

Im Gemüsegarten bin ich übrigens nicht ganz so entspannt mit dem Löwenzahn, in den Beeten darf er nicht wachsen. Nur auf den Wegen dazwischen.

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Ist das Bärlauch?

In meinem Garten wächst Wunderliches.

Im vergangenen Jahr habe ich genau an dieser Stelle drei Bärlauch-Pflanzen ausgesetzt. Allerdings sind sie binnen kürzester Zeit verkümmert. Ich vergaß, sie jemals gekauft zu haben, und widmete mich erfolgsversprechenderen Stellen im Garten.

Nun taucht an gleichem Ort dieses Gewächs auf:

Ist es Bärlauch?

Ob es Bärlauch ist?

Ob es wohl Bärlauch ist?

Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Doch bevor ich es esse, möchte ich gerne sicher sein. Nicht, dass ich elendig verenden muss.

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Edit, 15.04.: Ich habe gerochen, geguckt und gefühlt – es ist definitiv Bärlauch. Einmal zwischen den Fingern zerrieben, ist der Geruch tatsächlich unverkennbar. Und die Stängel sind ganz klar eckig.

Der Aprilgarten

Es tut sich was!
Sämtliche Blumenstauden, die ich im März pflanzte, wachsen und gedeihen, blühen teilweise schon. Letzteres freut die rege Hummelpopulation im Garten besonders. Weil es ein bißchen albern aussieht, dass im Abstand von ca. vierzig Zentimeter eine Ministaude wächst, habe ich händeweise Mohn-, Zinien-, Cosmea- und Sonnenblumensamen auf die Beete geworfen. Jetzt muss ich dem Drang widerstehen, alle keimenden Pflänzchen zu jäten. Für weitere Üppigkeit baue ich auf den hiesigen Fundgrube-Laden, der in regelmäßigen Abständen Stauden und Einjährige sehr, sehr günstig anbietet. Kleine, traurige Pflänzchen, die sämtliche Blätter hängen lassen und die niemand mehr will, obwohl sie nur ein langes Bad und ein bißchen Erde brauchen.

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Die Rose, die den alten Birnbaum erklimmen soll, treibt fröhlich aus. Wie lange dauert es eigentlich, bis eine Kletterrose zwei, drei Meter hoch geklettert ist? (ich bin so schrecklich ungeduldig!)

Die Erdbeerableger sind alle angewachsen, nächstes Jahr kann ich also von 100 Pflanzen ernten und hoffentlich sehr viel Erdbeermarmelade kochen. (Erst nächstes Jahr! Ich bin so schrecklich ungeduldig!)

Auf der anderen Seite des Gartens habe ich Gemüsebeete vorbereitet. Für Rot- und Weißkraut, Broccoli und Blumenkohl, Kohlrabi und Rote Bete habe ich ein paar Fuhren Pferdemist in die Erde gegraben, ich erwarte vorbildliches Gemüse für meine Mühe!

Beim Aufstellen der Bohnenstangen sorgte ich eventuell für gute Unterhaltungen bei den Nachbarn , weil ich zuerst mit allen Bohnenstangen stolperte und bäuchlings im Garten lag, unter den Bohnenstangen begraben. Beim Aufstellen des ersten Paares, kippte dieses umgehend um. Als das erste Paar endlich ausbalanciert war, brachte das zweite Paar das erste zu Fall. Als glücklich alle drei Paare standen, stellte ich fest, dass ich auch hüpfend nicht groß genug bin, um die Paare und die Querstange zusammenzubinden. Also holte ich mir einen Hocker, stellte mich darauf und sank mit Hocker in die fluffig-weich gehackte Erde. Fast wünsche ich mir, irgendwer hätte das aufgenommen, in schwarz-weiß, unterlegt mit lustiger Klaviermusik. Wahrscheinlich wird einer dieser Sommerstürme die üppig bewachsenen Bohnenstangen umwerfen und dann werde ich noch lauter schimpfen müssen, als bei meiner unfreiwilligen Bohenstangen-aufstell-Slapstick-Nummer.

Gepflanzt habe ich Mangold, Eisberg- und Eichblattsalat und Radicchio. Auf ausdrücklichen Wunsch meiner Mutter auch Fenchel, den mag niemand in der Familie außer ihr, ich bin einfach nur neugierig, ob er wächst.

Radieschen und Karotten habe ich gesät, Erbsen gesteckt. Die Drahtkörbe im Vordergrund sind übrigens Kletterhilfen für die Erbsen.

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Zucchini, Auberginen, Kürbisse, Gurken, Paprikas und Tomaten pflanze ich Ende April/Anfang Mai. Eigentlich sollte man ja die Eisheiligen im Mai abwarten, aber die Chancen für einen wirklich strengen Nachtfrost sind mittlerweile äußerst gering.

Für die Tomaten muss ich noch das Beet vorbereiten und ein bißchen bauen. Bisher stehen da nämlich nur diese beiden Häuschen, die der Schreinerfreund für seine Tomaten zusammengeschraubt hatte und unter denen die Tomaten bis ans Dach wuchsen und weit in den November hinein trugen.

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Beim letztjährigen Sommersturm flog uns ein Plexiglasdach in den Garten, das seitdem niemand vermisst. Daraus will ich mir ein größeres Tomatenhaus bauen. Und bevor unter diesem Dach dann Tomaten wachsen können, sollte irgendwer Löwenzahn und Disteln jäten.

(Die Tomaten habe ich, wie meine Mitgärtner(in) hier, gesät. Doch anders als bei ihnen ist mein Daumen beim Säen eher braun. Meistens ertränke ich die zarten Keimlinge, nachdem sie jämmerlich nach Wasser jappsten. Drücken Sie mir die Daumen, dass wenigstens acht Pflanzen über das Keimblattstadium hinaus wachsen, danach haben sie sogar bei mir eine Chance.)

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Aktion Gewächshaus: Die Fenster

Endlich geht es los!

Der Winter ist vorbei. Ich kann mich an den Garten machen. Was waren nochmal die Pläne? Ach ja:

  • einen Staketenzaun aufstellen
  • neue Beete anlegen
  • ein Gewächshaus bauen
  • eine Natursteinmauer hochziehen

Der erste Schritt: Die Fenster fürs Gewächshaus holen. Das geschah am Samstag.

Aktion Gewächshaus: Hinweg (Blick durch die Windschutzscheibe)

Hinweg

Freunde von mir haben dort ein Haus aus den 1960ern gekauft. Bevor sie einziehen, renovieren sie – unter anderem tauschen sie die Fenster aus: alte Holzfenster raus, neue Kunststofffenster rein.

Als sie mir davon erzählten, habe ich direkt gefragt, ob ich die Holzfenster haben darf. Natürlich darf ich: Sie würden sie sonst ohnehin nur entsorgen.

Am Wochenende sind der Mitbewohner und ich los, um sie zu holen.

Aktion Gewächshaus: Fenster auf der Ladefläche

Fenster auf der Ladefläche

Zugegeben, das Fahrzeug war ein wenig überdimensioniert: Für 16 Fenster benötigt man eigentlich keinen 7,5-Tonner. Allerdings war der bestellte Sprinter nicht zum vereinbarten Zeitpunkt vor Ort. Die Autovermietung stellte uns als Alternative den Lkw zu Verfügung. Was ein Spaß! Ich kam mir vor wie Trucker-Susi. Eigentlich hätten wir für die Windschutzscheibe noch ein Nummernschild mit unseren Namen gebraucht. Mit einer Lichterkette drumherum.

Aktion Gewächshaus: Torsten-Cola

Ein Prosit auf die Zukünftigen!

Wie dem auch sei: Der 7,5-Tonner hat seinen Zweck erfüllt. Außerdem war es nett und gemütlich. Und ich musste mir keine Sorgen machen, dass nicht alle Fenster reinpassen.

In Ostwestfalen haben wir noch im Garten gesessen und eine Lebekässemmel gegessen, auf dem Rückweg hat es dann derbe geschüttet.

Aktion Gewächshaus: Rückweg (Blick durch die WIndschutzscheibe bei Regen)

Rückweg

Doch die Fenster kamen trockenen Fußes in den Garten – dank tatkräftiger Familienhilfe. Die Dinger sind nämlich  ungefähr fünfmal so schwer wie sie aussehen.

Im Garten stehen sie nun und warten auf ihre weitere Verwendung.

Aktion Gewächshaus: Fenster im Garten

Zwischenlagerung bis zum Einbau

Bis dahin dauert es aber noch. Denn bevor wir sie einsetzen, benötigen wir ein Fundament und eine Holzkonstruktion. Und eine maßstabsgetreue Zeichnung, nach der wir das Ganze bauen.

Die gibt es zwar schon. Doch beinhaltet sie ein Fenster weniger, als wir nun haben: Die große Panoramascheibe aus dem Wohnzimmer hat sich als zu schwer und als nicht transportabel erwiesen. Also alles nochmal von vorn.

Bevor wir mit dem Gewächaus loslegen, ist aber das erste Projekt der Zaun. Denn wir arbeiten uns noch hinten nach vorne vor – und der Zaun wird unter anderem hinter dem Gewächshaus verlaufen. Wenn er steht, kann ich parallel zur Arbeit am Fundament endlich neue Beete anlegen.

Auf dass der Garten bald wieder nach Garten aussieht!

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Ein Blick in andere Gärten

In Deutschland leben Wildkatzen. Sie sind braun-grau und ziemlich scheu. Eine Karte zeigt, wo man sie finden kann. 

Thomas Wahnhoff lebt seit 2007 in Asien und zeigt uns seinen Garten in Thailand. Micha lebt ebenfalls in Asien, genauer in China. Er bloggt regelmäßig über die Menschen und die Landschaft, zum Beispiel Fotos vom Frühling. Zuletzt hat er einen Ausflug zum Lugu-See (Wikipedia) gemacht: tolle Bilder.

Auf der Internationalen Raumstation ISS wohnen Ameisen, genau genommen 80 europäische Rasenameisen. Gute Nachrichten: Nur jede zehnte Ameise, also nur acht von ihnen, schwebt wegen der Schwerelosigkeit orientierungslos im Raum herum. Der Rest weiß, was zu tun ist, um auf dem Boden zu bleiben. Was Wissenschaftler daraus lernen können. 

In Großbritannien gibt es „Click & Collect“-Stationen für Lebensmittel: Man kann sie online bestellen und dann auf einem Parkplatz abholen. Was es kostet und wer es macht.

Warum wachsen Fingernägel schneller als Fußnägel? Die Antwort.

Bei den Ikea Hackers hat jemand eine automatische Hunde-Tränk-Station aus einer „Sortera“-Box gebaut.

A propos Hund: Hunde, die am Hund-Sein scheitern (via Kraftfuttermischwerk):

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Projekt PomodoPi: der Raspberry-auf-Gardena-Adapter

So langsam kommt die Ziellinie in Sicht. Die Steuereinheit ist seit der vergangenen Woche fertig, so sieht sie jetzt aus:

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Alle Komponenten sind in Lego-Elemente eingefasst. Das hat mehrere Vorteile. Zum Einen ist so ein modularer Aufbau möglich, zum Anderen eignen sich die Lego-Technik-Elemente prima  dazu, die Kabelführung zu sortieren und Zugentlastungen einzubauen. Außerdem macht es Spaß – meine Frau und ich sind über 40 und wir schenken uns immer noch regelmäßig Lego :)
Wir konnten bisher schon

  • die Bodenfeuchtigkeit messen
  • eine Zeitraffer-Webcam betreiben
  • eine weitere Webcam mit Spezialfiltern ausstatten, um die Photosynthesetätigkeit in den Blättern zu zeigen
  • eine Webseite minütlich mit den aktuellen Informationen befüttern
  • eine USB-Blumenampel ansteuern

Aber die automagische Bewässerung fehlte bisher noch. Das holen wir jetzt nach. Auf dem obigen Bild sehen Sie am rechten Bildrand das Relaismodul (das senkrecht angeflanschte Ding mit den zwei blauen Quadern und einer Reihe von Kabelklemmen davor). So sieht es von hinten aus, also von dort, wo die Kabel zugeführt werden:

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Was genau macht so ein Relaismodul?
Stellen Sie sich einen Lichtschalter vor. Sie geben ihm einen Impuls (Drücken des Schalters), und er stellt einen Kontakt zwischen zwei Drähten her, worauf das Licht angeht. Auch das Relaismodul stellt einen Kontakt zwischen zwei Leitungen her, aber der Impuls ist nicht mechanisch (wie beim Betätigen des Schalters mit der Hand), sondern elektronisch.

Der Raspberry Pi hat, wie Sie inzwischen wissen, eine Reihe von „Pins“ auf einer Stiftsockelleiste, deren Zustand wir per Programm bestimmen können. Das Relaismodul ist sehr simpel zu beschalten. Es muss an Plus (5 Volt) und Minus angeschlossen werden, damit es überhaupt arbeiten kann. Mein Modul kann zwei Verbraucher schalten, für jedes gibt es einen weiteren Pin, IN1 und IN2. Ich verbinde IN1 mit Pin 7 am Raspberry Pi – andere Pins wären auch möglich gewesen, aber Pin 7 hatte gerade nichts besseres zu tun. Wenn ich diesen Pin auf „LOW“ schalte, erkennt das Relaismodul dieses Signal und stellt eine Verbindung zwischen den angeschlossenen Leitungen her. Diese gehören zu einem 12-Volt-Netzteil, dessen Spannung an den Raspberry-auf-Gardena-Adapter angelegt werden soll. So sieht der Adapter aus:

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Das Element ganz links im Bild wird an den Wasserhahn angeschlossen. Es ist ein Y-Verteiler. An die eine Seite kann ich einen Gartenschlauch anschließen, an der anderen Seite hängt das Bewässerungssystem. Durch den gelben Schlauch gelangt das Wasser zu einem Magnetventil, das ist das weiße Element in der Bildmitte. Normalerweise ist es geschlossen und läßt kein Wasser hindurch. Es besitzt aber zwei Metallklemmen. Wird an diese Klemmen eine Spannung von 12 Volt angelegt, öffnet es und lässt das Wasser in einen Perlschlauch fließen. Genau diese Spannung kommt von dem eben beschriebenen Relaismodul. Wann es öffnet, bestimmt der Raspberry Pi anhand der Bodenfeuchtigkeit. Sinkt sie unter 65 Prozent, öffnen sich die Schleusen. Bei über 80 Prozent schließen sie sich wieder. So ist sichergestellt, dass der Boden stets feucht genug ist, aber keine Staunässe entsteht.

Damit ist die gesamte Technik fertig, trotzdem bleibt vorerst alles graue Theorie. Bis ich die Pflanzen auf die Terrasse auswildern kann, wird noch etwa ein Monat vergehen, so lange gieße ich noch von Hand….

Frühjahrsputz im Gartenschuppen

In meinem neuen Garten steht ein kleines Gerätehaus, das nahezu vorbildlich eingerichtet ist. An zwei Wänden haben die Arbeitsgeräte an einer Holzleiste ihren Platz. Hacken, Grubber und Rechen werden eingehängt, für Spaten und Grabgabel wurden Schrauben als Halterung angebracht. An der dritten Wand hängt ein Regal, in dem Kordeln, Sämereien, Handschuhe, Draht und der ganze Kleinkram untergebracht werden können. Vor dem Schuppen ist ein Wasserfass eingegraben, damit das Werkzeug nach Gebrauch vor dem Wegräumen direkt gesäubert werden kann. Ernel und Paul, denen dieser Garten gehört, haben das Gartenwerkzeug sehr gut gepflegt und das will ich genauso halten. (Allerdings werde ich es vermeiden, mir im Winter beim Schrubben des Spatenblattes zwei Fingerkuppen abzufrieren, so wie es Ernel passierte.)

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Der Schuppen auf den Ländereien der Grünen Villasieht längst nicht so vorbildlich aus. Und das liegt nicht nur daran, dass er nicht aus freundlichem Holz ist, sondern aus fiesen Eternitplatten. Das Werkzeug lehnte die letzten fünfzehn Jahre immer irgendwie an der Wand oder lag auf dem Boden herum. Mehrmals spielte ich die wahnsinnig witzige Sketchszene mit dem Tritt auf den Rechen und dem hochschnellenden Gerätestiel, einmal sogar mit blutender Nase. Die einfache und geniale Lösung mit dem Brett wie in Ernels und Pauls Schuppen brachte jetzt auch endlich Ordnung in diesen Schuppen.

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Der Blick zur anderen Seite des Schuppen zeigt allerdings, dass der Frühjahrsputz noch nicht beendet ist. Die alte Werkbank leistet mir beim Pflanzen und Säen in Töpfen gute Dienste, unglücklicherweise stelle ich gerne mal eben rasch Dinge darauf. Und ich habe eine Menge Dinge. Alte Backformen und Emailtöpfe stapeln sich, weil sie irgendwann mit Dachwurzen bepflanzt und gefällig im Garten verteilt werden sollen.

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Den Blick an den Werkzeugen vorbei erspare ich Ihnen übrigens, denn Rasenmäher, Schredder und diese blaue Plastik-Sandmuschel, die ich sicher irgendwann für irgendetwas noch brauche, kuscheln dort mit Brennholz, irgendwelchen Latten und Stickeln und zerbrochenen Bohnenstangen, liebevoll umwebt von Generationen von Kreuzspinnen. Man soll es mit dem Frühjahrsputz ja auch nicht übertreiben.

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Ein Blick in andere Gärten

Ernst-Detlef Schulze ist Pflanzenökologe. Er erzählt uns, wie es unserem Wald geht – und weiß nicht nur eine Menge über Bäume, sondern auch über Spechte und Rehe; und er weiß, was Lustbrenner sind.

Gertraud hat einen Vereinslehrgarten mit zwölf Monatsbeeten, einem Japan- und Schotterbeet und markgräflichen Badewannen. Die Gartenbuddelei stellt ihn vor.

Viele Menschen wollen im Grünen wohnen, aber trotzdem in der Stadt. Ein Widerspruch, für den es scheinbar keine Lösung gibt. Oder doch? Ein Besuch in Kopenhagen, Mailand und Barcelona.

In London läuft es anders: Dort macht ein Künstler aus Gartenhäusern Wohn-Oasen in der Großstadt.

13 Bilder, die die Überbevölkerung und Ausbeutung der Erde zeigen. 

Das Recyceln von Papier ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon vor 650 Jahren wurde im heutigen Italien Papier wieder aufbereitet. Doch ist das Recycling wirklich umweltfreundlich?

Russlands Präsident Wladimir Putin zeigt sich gerne mit Tieren. Wen will er damit beeindrucken? Eine Analyse.

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Projekt PomodoPi: Photosynthese sichtbar machen

Weil Biologie anno ’92 mein erstes Abifach war, weiß ich: Darüber, wie Pflanzen Energie aus Licht gewinnen, kann man prima sechsstündige Klausuren schreiben, in denen Begriffe wie Adenosintriphosphat, Phycobiline und Protonenpumpe (ja, wirklich!) eine zentrale Rolle spielen. Sie werden deshalb erleichtert sein zu hören, dass ich mir sämtliche Details verkneife und hier nur die absolute Kurzfassung in genau drei Sätzen bringe:

Grüne Pflanzen absorbieren das eingestrahlte Sonnenlicht fast vollständig, mit einer Ausnahmen: der Grünanteil wird zurückgeworfen („Grünlücke“, auch so ein toller Begriff).  Deshalb nehmen wir die Farbe der Blätter als Grün wahr. Die übrige Strahlungsenergie befähigt die Pflanze dazu, Kohlendioxid (aus der Luft) und Wasser (aus dem Boden) erst auseinander- und dann wieder zu mehr Grünzeug zusammenzuschrauben. Weil die Pflanze den dabei aufgenommenen Sauerstoff (das „O“ in H2O und CO2) nicht braucht, gibt sie ihn wieder an die Umwelt ab – was total praktisch ist, weil die Erde sonst primär von Schwefelbakterien bewohnt wäre.

Die Photosynthesetätigkeit ist also der Gradmesser für die Vitalität einer Pflanze. Die NASA macht sich das als Teil des LandSat-Projekts zunutze und betreibt ein gobales Photosynthese-Monitoring:

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Um so etwas zuhause zu machen, brauchen wir nicht viel: eine Kamera ohne Infrarotfilter und eine zusätzliche Filterfolie, die genau auf die gewünschte Wellenlänge eingemessen ist. Beides gibt es fixfertig von der Raspberry Pi Foundation, die auch den Minicomputer entworfen hat. So sehen die Einzelteile aus:

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Die kleine Platine ist das Kameramodul. Sie ist trotz ihrer geringen Größe recht leistungsfähig (fünf Megapixel) und ist mit ca. 30 Euro die preiswerteste Kamera, die man auf Wunsch mit oder ohne Infrarotfilter kaufen kann. Die Version ohne IR-Filter ist lichtstärker und wird meist als Nachtsichtkamera in Alarmanlagen eingesetzt, und natürlich von Gartennerds… In den richtigen Händen kann mit einer Infrarotkamera auch Kunst entstehen. Oben links im Bild ist die Filterfolie (vollständiger Name:Roscolux #2007 Storaro Blue), die noch vor das Kameraobjektiv geklebt wird. Zusammengebaut sieht das so aus:

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Aus der Kamera hängt ein kurzes Flachbandkabel, das ich gegen ein anderes mit zwei Metern Länge getauscht habe, um die Kamera flexibler aufstellen zu können. Für das Kabel hat der Raspberry Pi einen speziellen Anschluss, und auch die benötigte Software ist serienmäßig an Bord. Ein einziges Kommando genügt, um ein Bild zu schießen:

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Und so sieht das Ergebnis aus:

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Wie Sie sehen, ist das nicht einfach nur irgendein Grünfilter. Achten Sie auf die Ampel in der unteren Bildmitte, ihr Grün ist schwach, aber klar und ungefiltert zu erkennen. Die Helligkeit, mit der die Blätter auf dem Bild erscheinen, ist der Gradmesser für die Photosynthesetätigkeit. Bei starker Sonneneinstrahlung, wenn die Chloroplasten richtig Party machen, werden die Blätter fast reinweiß angezeigt. Sinkt die Photosynthesetätigkeit, erscheinen die Blätter entsprechend dunkler.

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