Monatsernte: April 2015

Hauptsache an der frischen Luft

Gartenarbeit hat ja bekanntermaßen sehr viele positive Aspekte. Neben der gepriesenen Beschäftigung an der frischen Luft, bekommt man jede Menge Bewegung und als Krönung des Ganzen auch noch eimerweise biologisch-dynamisch-fröhliches Obst und Gemüse. (Welches im Idealfall von keinem einzigen Familienmitglied verschmäht wird.) In Gartenzeitschriften werden im Garten schuftende Menschen gerne breit lächelnd mit einer hübschen Schere Rosen schneidend gezeigt. Ein Weidenkorb am Arm baumelnd, in dem eine bunte Mischung aus Möhren, Rüben, Tomaten und Salat leuchtet. In Variationen werden dazu Strohhüte, Latzhosen oder Arbeitshandschuhe mit Blümchendruck getragen.

Lassen Sie mich kurz berichten, wie wenig ich diesem Bild entspreche und was es mit dieser Gartenarbeit wirklich auf sich hat.

Dass ich keine Latzhosen trage ist eine persönliche Entscheidung, ich habe mir drei äußerst gemütliche Gummizugröcke genäht, die ich mit wetterabhängigen Schichten drumherum trage. Die Nachteile eines Rockes durfte ich allerdings neulich erfahren, als ich beim Jäten den Kampf gegen eine Wickenwurzel gewann, dabei aber leider rückwärts auf den Rücken plumpste. Mein Rock flog hoch, bedeckte mein schamrotes Gesicht und ließ ansonsten sehr viel mehr sehen als mir recht war. Seitdem grüßt mich mein Gartennachbar besonders freundlich.

Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich mich nicht irgendwie im Garten verletze, irgendwas schmerzt hinterher immer. Nach dem Jäten schmerzen Rücken, Knie und die hinteren Oberschenkelmuskeln. Nach dem Hacken der Rücken an einer anderen Stelle, die Schultern und die Blasen an den Händen. Nach dem Gießen die Schultern und die Muskeln in den Oberarmen, außerdem die Außenseiten der Waden, an die ich die Gießkannen beim Tragen immer dranbollere.

Brennnesseln oder Disteln pieksen in Hände, Füße oder Knie, Dornen, Stacheln und Schliffer (Spreisel) lassen sich an den merkwürdigsten Körperstellen finden. Gartengeräte fallen plötzlich um und landen auf Füßen oder an Schienbeinen oder liegen heimtückisch und beinstellend in der Gegend herum.

Außerdem gibt es noch diese Slapstick-Unfälle wie die neulich beschriebenen Versuche, die Bohnenstangen aufzustellen. Oder das hektische Gewedel, nachdem man mit dem Kopf in eine Spinnwebe geraten ist, bei dem eine Hand heftigen Birnbaumstammkontakt hat.

Am allerschlimmsten leiden allerdings meine Hände. Das ganze Wühlen und Buddeln rauht die Fingerkuppen so sehr auf, dass die Haut einreißt. (Und an eingerissener Haut läßt sich vortrefflich so lange herumzupfen, bis noch mehr Haut ein- und abgerissen ist.) Die perfekte Handcreme die mir meine Fingerkuppen retten könnte, muss wohl noch gerührt werden. Handschuhe, geblümt oder nicht, sind übrigens keine Alternative, ich muss spüren was ich tue.

Tja. Für ein bißchen Obst und Gemüse dieses ganze Leid und Elend? Ja, unbedingt. Bei der Gartenarbeit kann ich mich austoben, Ärger oder Traurigkeit verschwinden, neue Ideen für das Nähzimmer und Pläne für die Gärten tauchen auf. Ich komme müde, zerschlagen und völlig verdreckt aus dem Garten zurück – aber sehr, sehr glücklich. Und an der frischen Luft war ich auch.

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Essbare Blüten

Post, ich habe Post!

Die Marketing-Menschen von Alnatura haben das Gärtnerinnenblog entdeckt und mir ein Paket gepackt. Drin im Paket: Saatgut für Blumen, Blüten und Gemüse.

Geschenkpaket von Alnatura mit Samentütchen

Laut Alnatura geht ein Teilerlös jedes verkauften Saatguttütchens an Organisationen, die den Erhalt der Vielfalt unterstützen.

Ob das Saatgut gut ist? Werde ich testen.

Am interessantesten finde ich übrigens die Tüte mit essbaren Blüten. Essbare Blüten habe ich bislang nur beim „Perfekten Dinner“ gesehen. Dort haben sie optisch einiges hergemacht, Geschmacksfernsehen gibt’s ja leider noch nicht. Ich schätze, mein Koch-Stammtisch wird als Versuchskaninchen herhalten müssen.

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Gescheitertes und Erfolge

Während andere Gärtner hier berechtigt mit ihren Saaterfolgen prahlen, kann ich nach wie vor nur kümmerliche Zweiblatt-Keimlinge vorzeigen. Mittlerweile habe ich die Hoffnung fast aufgegeben, dass sie noch wachsen wollen. Ich goss mit kaltem und lauwarmem Wasser, aus der Leitung und aus dem Regenfass. Ich wechselte mit gebührendem Abstand den Standort von eventuell zu sonnig zu hell ohne direkte Sonne bis „geh halt raus spielen“. Morgens begrüßte ich meine Keimlinge freundlich, abends verabschiedete ich sie, dazwischen feuerte ich sie liebevoll an. Mein Anzucht-Repertoire ist nun erschöpft, mir bleibt nur noch ignorieren oder anschreien.

Derzeit im „knapp über Keimblatt-Stadium“: zehn Tomaten, acht Paprika, zwei Auberginen, neun Eichblattsalate. Anfeuerungswünsche werden gerne genommen.

Im Beet klappt es mit das Säen übrigens noch schlechter. Von zwei Reihen Radieschen (absolut anfängertauglich weil die werden immer was, wird behauptet) sind bisher drei (!) Radieschen gekeimt. Ich säte vor drei Wochen. Und nein, das war nicht zu früh, seitdem gab es keinen Frost mehr. Zwei Reihen Karotten melden sich überhaupt nicht und die vielen Quadratmeter Sommerblumenmischung warten auch noch auf irgendetwas.

Hier liegen jetzt noch Salatsamen aus Portugal, die angeblich viel besser seien als die deutschen Salatsamen. Es bleibt spannend, ob sie viel besser nicht keimen werden, als die deutschen. Kürbis, Melone und Zucchini sollten dann demnächst gesät werden, doch ich bin ein bißchen pessimistisch. Ich bilde mir ein, dass zum Gelingen dieser Säerei solch ein Saat- und Anzuchttisch unverzichtbar ist. Vielleicht fürchten sich die zarten Keimlinge am Boden? Letztes Jahr fand ich beim Sperrmüll ein altes Schulpult. Dieses wird nun zum Anzuchttisch umgebaut.

Was ich aber wirklich gut kann: Kohlrabipflänzchen kaufen und diese einpflanzen. Alle 46 Kohlrabi wachsen und gedeihen und werden wahrscheinlich im Abstand von maximal drei Tagen reifen. Mal schauen, wann die Familie und Freunde keine Kohlrabis mehr wollen. 

Alle Steckzwiebeln sind angewachsen, die (vorgezogen gekauften) Salate werden dicker und bevor ich mich als absolute Saatniete verkaufe: 42 Bohnen und 40 Erbsen gedeihen ohne Ausfall, da muss ich sogar noch ausdünnen.

Aus den Gemüsebeeten jäte ich die Kartoffeln, die dort letztes Jahr vergessen wurden, dafür jubele ich über die ersten Kartoffelblättchen auf meinem kleinen Kartoffeläckerchen. Drei alte Sorten habe ich gesteckt,  derzeit in Führung: der blaue Schwede.

Bis auf die Misserfolge beim Säen läuft das alles sehr, sehr gut im Gemüsegarten, ich bin glücklich und stolz. Und sehr froh, dass es endlich regnet!

Projekt PomodoPi: ab ins Beet!

Ja, Ende April ist eigentlich etwas früh. Aber es ging nicht mehr, die Pflanzen sprengten praktisch ihre Töpfe. Was ich da rausgeholt habe, war ein harter, kompakter Wurzelballen, aus dem kein bisschen Erde mehr rauskrümelte. Also, Exodus auf die Terrasse. Da steht in einer windgeschützten Ecke ein kleines Hochbeet neben dem alten Kaninchenstall, in dem wir Holz und Grillkohle zu lagern pflegen. Außerdem gibt es in dieser Ecke Strom und einen Wasserhahn, und das Hochbeet steht unter dem Dachüberstand – wenn der Regen nicht gerade waagerecht kommt, bekommen die Tomaten nicht viel davon ab. Das Hochbeet enthält (von unten nach oben) groben Heckenschnitt, Rindenmulch, groben Kompost und Pflanzerde. Den vorbereiteten Raspberry-auf-Gardena-Adapter anzuschließen, den Tropschlauch zu verlegen und die Tomaten zu migrieren, dauerte zusammen keine halbe Stunde. So sieht’s jetzt aus:

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Das Magnetventil ist mit Kabelbindern oberirdisch am Rankgitter befestigt, damit es im Notfall schnell im Zugriff ist.

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An der Wasserhahn-Seite habe ich das Ventil des Y-Adapters halb geschlossen, sonst ist der Wasserdruck für den Tropfschlauch zu stark und das Wasser perlt nicht, sondern fontänt etwa einen halben Meter weit. Jetzt stimmt alles:

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Jetzt muss ich nur noch die Daumen drücken, dass es keine spontanen Nachtfröste mehr gibt. Schlimmstenfalls stülpe ich mal für eine Nacht das alte Zweimannzelt drüber :-)

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O’pflanzt is!

Nachdem der Zaun nun endlich steht, kann ich anpflanzen. Juchee!

Vorher musste ich aber erstmal Beete anlegen und die Erde umgraben.

Seit ich diesen Garten erworben habe, fühle ich mich wie eine frühe Siedlerin. Ständig muss ich Land urbar machen; unablässig gibt es etwas zu graben, zu harken und zu pflügen. Und irgendwie finde ich auch immer neue, alte Wurzeln, die aus der Erde müssen (ein lästiges Erbe zweier riesiger Nadelbäume).

Zum Glück habe ich Hilfe von meinem Vater, einem Mann mit Tagesfreizeit, der gerne Gartenarbeit erledigt, solange es sich nicht um seinen eigenen Garten handelt.

Beete: vorher

Entsprechend gingen wir mit schwerem Gerät ans Werk: Axt, Spaten und Spitzhacke.

Latzhose, Spitzhacke und Axt

Neben vielen Wurzeln fanden wir auch zwei alte Baumstümpfe, die wir zutage beförderten. Ich bin mir inzwischen sicher: Landschaftsgärtner sind die fittesten Menschen dieser Erde. Gibt es eigentlich eine Fitness-App, die Gartenarbeit misst? Sie würde bei mir derzeit durch die Decke gehen.

Das Ganze dauerte viel länger, als ich es hier aufschreiben kann, genau genommen zwei Tage, und auch viel länger, als man es dem kleinen Stück Garten ansieht.

Beete umgegraben

Dafür schaut es nun umso superer aus, und wir haben zwei Säcke voller Wurzeln und Baumstümpfe. Was Sie auf den Bildern nicht sehen können: Der Spaten geht nun in die Erde wie in Butter.

Was noch fehlt, sind Beetbegrenzungen. Die kommen noch. Auf die Brachstellen vor dem Beet säe ich Rasen. Das müssen Sie sich jetzt vorstellen.

Beete umgegraben (Draufsicht)

Dann kam der schöne Teil: anpflanzen. Im vergangenen Jahr hatte ich großen Erfolg mit Kohlrabi.

Die Kohlrabi wuchsen nicht nur früh und gut, sondern waren auch das Gemüse, das mit Abstand das größte Geschmackserlebnis bot – im Vergleich zu Supermarktgemüse. Leider hatte ich nur zehn Stück angepflanzt. Dieses Jahr habe ich die dreifache Menge gekauft.

Außerdem: Salat und zwei Freilandgurken. Und ein paar Rosen für die Stelle in der Ecke.

Beete: Pflanzen

Kohlrabi und Salat scheinen sich pudelwohl zu fühlen. Sie stehen freudig in der Erde.

Die Freilandgurken (auf dem Bild unten die dickeren grünen Dinger hinten) gucken seit dem Einpflanzen ziemlich bedröppelt. Ich weiß nicht, was sie haben. Vielleicht sind sie beleidigt, dass sie neben Kohlrabis wohnen müssen.

Beet: angepflanzt mit Salat und Kohlrabi

Im Beet hinten vor Kopf habe ich Mangold und Möhren eingesät.

Mangold war im vergangenen Jahr sehr dankbar: Keine Schnecke ging ran, und das Zeug wuchs und wuchs und wuchs – auch nach dem Abschneiden. Wenn die Mangoldernte diesmal wieder so gut läuft, wird es unendliche Mengen Mangoldpasta, Mangoldpesto, Mangoldquiche und Mangoldeintopf geben.

Zum  Thema „Schnecken“: Ich versuche es nun mit Ringelblumen. Um das Beet herum habe ich Ringelblumen eingesät. Bald wird mein Salat von einem Ringelblumen-Schutzwall umgeben sein. Ich habe gelesen, dass sie Schnecken abhalten. Ich werde berichten, ob’s klappt.

Salatbeet angepflanzt - Junge Salatpflanze

 

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Ein Blick in andere Gärten

Weil wir letztens darüber sprachen: Der Berlingarten hat ein Rezept für Kartoffel-Bärlauch-Salat. Außerdem kennt die Berlingärtnerin ein Schönheitsgeheimnis für Rosen.

Ein neuer Garten bei der Gartenbuddelei: Kathinka zeigt ihr kleines Reich.

Der deutsche Konsumhipster lebt in Haßloch. Haßloch ist eine Gemeinde in Rheinland-Pfalz, hat laut Wikipedia rund 20.000 Einwohner ist das Testzentrum der Gesellschaft für Konsumforschung. Hier testen Firmen, was in Deutschland auf den Markt kommen soll. Eine Reportage.

Neue Produkte sind nur ein Mittel, um Konsumenten zu locken. Sonderangebote sind ein anderes. Sie folgen eigenen Regeln.

In der vergangenen Woche wurde viel über diesen Artikel diskutiert: „Wir schlachten ein Schwein.“ Die Wiesner haben einen Hof mit 28,5 Hektar und führen Hausschlachtung durch. Auch Gäste, die ein Schwein zuvor erworben haben, dürfen schlachten. Videos zeigen, wie das Schwein geschlachtet und verarbeitet wird.

Auf dem Fluss Aare, der hauptsächlich in der Schweiz verläuft, wird Strom gewonnen – aber nicht mit Kraftwerken oder Staumauern, sondern mit Bojen. Sie werden in den Fluss gelassen und dort verankert; im Innern ist eine Turbine. Die Umwelt wird kaum gestört. Ein Video des Herstellers:

In Australien geht man einen anderen Weg, auch im Wasser: Man gewinnt Energie aus dem Meer, allein durch die Wellenbewegung des Wassers. Die Anlagen, die ein bisschen aussehen wie Quallen, sind deutlich größer als die Bojen in der Aare, nämlich mehr als 10 Meter.

Rekord am Rande: Ein Grauwalweibchen hat innerhalb von fünfeinhalb Monaten mehr als 22.000 Kilometer zurückgelegt.

Thermomix, Keramikmesser, Wärmeschublade – was ist tatsächlich wichtig in der Küche? Profis geben Tipps für eine solide Grundausstattung.

Micha (bekannt aus dem vorletzten Blick in andere Gärten) hat eine Leibspeise, die unfassbar lecker aussieht: Gong Bao Ji Ding. Das Rezept.

Ein besonderer Bloggerausflug: Juliane vom Blog „Schöner Tag noch!“ war mit dem Hausboot auf der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs.

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Schöner Leben in Haus und Garten – mit casando

Als Gärtnerin ist man ja immer dankbar für Inspiration in jegliche Richtung. Deshalb gucke ich mir mit Vorliebe andere Gärten an. Außerdem gehe ich gerne in den Baumarkt (ja, tatsächlich) – oder gucke online.

Empfehlung des Tages für alle Inspirationssuchende: casando.

Casando ist ein Startup aus Lindlar in der Nähe von Köln. Die Jungs und Mädels bieten unter anderem Grills, Gartenmöbel und Terrassendielen.

Ich gebe zu: Ich selbst grille mit einem Klassiker von Weber. Bisweilen habe ich das Gefühl, ich darf es nicht laut sagen, weil es so klischeehaft ist. Deshalb nur noch geflüstert: Das Ding ist super, und das meine ich ganz ehrlich. Seitdem der Mitbewohner und ich diesen Mini-SUV unter den Terrassengrills haben, grillen wir plötzlich auch Gemüse – eine Idee, die mir vorher, abgesehen von der obligatorischen Folienkartoffel, nie in den Sinn gekommen ist. Oder wir machen saftige Burger.

Casando bietet – passend zu seinen Produkten – ein Magazin. Darin gibt’s jede Menge Grilltipps (schonmal von Infrarot-Grillen gehört?), aber auch Garten- und Balkontricks. Special Content: ein Singvogel-Ratgeber, den Sie als PDF kostenlos downloaden können. Der ist wirklich sehr nett, wenn man viel Flugverkehr im Garten hat und mal nachschauen möchte, um wen es sich dabei handelt.

Notiz am Rande: Die Casando-Leute haben ein schönes Büro. Falls einer von Ihnen Inspirationen außerhalb des Gartens sucht.

Der Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Casando.

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In eigener Sache: Gesponserte Beiträge

Ab und an wird es im Gärtnerinnenblog ab sofort gesponserte Beiträge geben. Der erste erscheint heute Mittag.

Gesponserte Beiträge erscheinen in der Kategorie „Partnerlinks“ und haben im Text den Zusatz „Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit …“.

Wir wählen die Partner sorgfältig aus, so dass sie für Euch einen Nutzwert haben.

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Aufbau des Staketenzauns

Nach dem Kahlschlag im vergangenen Herbst geht es beim Aufbau des Gartens nun voran: Seit dem Wochenende habe ich einen neuen Zaun.

Der alte musste dran glauben, weil er eine Symbiose mit dem ihm umgebenden Efeu eingegangen war. Genauer gesagt blieb er nur stehen, weil das Efeu ihn leidlich am Platz hielt. Da das Efeu aber weg sollte, musste auch der Zaun weg. Da der Zaun weg sollte, musste auch das Efeu weg.

Den neuen Zaun ist ein Staketenzaun aus Kastanienholz. Er bleibt unbehandelt; das Holz ist sehr widerstandsfähig und witterungsbeständig.

Am Freitag kam die Lieferung:

Staketenzaun: Lieferung auf Palette

Am Samstag haben der Mitbewohner und ich den Zaun dann aufgebaut. Ich hatte damit gerechnet, dass die Aktion länger als einen Tag dauert. Am Ende waren wir jedoch in sechs Stunden fertig.

Möglicherweise lag es an der professionellen Kleidung:

Gartenoutfit: Nur die Zarten kommen in den Garten

(Das Gärtnerinnenshirt können Sie im Shirt-Shop des Skizzenblogs bestellen. Auch für Herren!)

Für das Einbringen der Zaunpfosten benötigt man:

  • einen Erdbohrer 90 mm
  • einen Vorschlaghammer (oder wie wir hier im Ruhrgebiet sagen: den dicken Mottek)
  • einen Bindfaden oder einen Zwirn zum Spannen einer Linie
  • einen Zollstock zum Abmessen der Abstände
  • Draht oder Schellen zum Abbinden der Pfosten, damit sie beim Draufschlagen nicht splittern

Werkzeug für den Zaunaufbau: Vorschlaghammer und Erdbohrer 90 mm

Den Erdbohrer haben wir geliehen. Unser Baumarkt hat einen integrierten Werkzeugverleih. Für anderthalb Tage haben wir 12 Euro bezahlt.

Die Pfosten werden alle 1,5 bis 2 Meter in die Erde geschlagen. Das braucht ein bisschen Kraft, war am Ende jedoch nicht so anstrengend wie befürchtet (sagt der Mitbewohner, ich habe mental unterstützt).

Der Zaun verläuft in L-Form – das heißt: Wir haben einen Eckpfosten. Wir haben ihn mit zwei zusätzlichen Pfosten abgestützt, die wir oben schräg angesägt haben. Die Stützpfosten haben wir mit Schrauben am Eckpfosten befestigt.

Zaunaufbau: abgestützter Expfosten

Der Zaun wurde in 10-Meter-Rollen geliefert. Die einzelnen Rollen sind ziemlich schwer. Ich schätze, dass sie >40 Kilo wiegen. Alleine waren sie jedenfalls kaum zu tragen, da sie zudem recht unhandlich sind.

Wir haben den Zaun ausgerollt und so aufgestellt, wie er hinterher stehen sollte.

Staketenzaun, abgerollt beim Aufbau

Der Zaun wird gespannt und schwebend aufgehängt. Denn wenn er den Boden nicht berührt, hält er länger.

Das Spannen des Zauns war ziemlich anstrengend. Es empfiehlt sich, jemanden zur Hand zu haben, der kräftig ist, damit er sich mit seinem ganzen Gewicht in den Zaun hängen und ziehen kann, während der andere den Zaun am Pfosten festschraubt.

Es wird jeweils eine einzelne Stakete am Pfosten befestigt – mit zwei Edelstahlbohrschrauben, eine unten, eine oben. Sollten Sie dieselben nehmen wie wir, benötigen Sie einen Torx-Aufsatz.

Staketen an Pfosten anschrauben

An der ein oder anderen Stelle setzt der Zaun bei uns minimal auf, weil das Gelände recht wellig ist. Ich habe dort jeweils einen kleinen Stein untergelegt. Das passte dann.

Der Zaun hat eine Höhe von 1 Meter. Der Abstand zwischen den Latten ist 8 Zentimeter. Es gibt auch Staketenzäune mit geringerem Latten-Abstand, doch ich fand das so sehr schön. Ich brauche ja keinen Sichtschutz, sondern lediglich eine optische Einfriedung.

Auf dem Bild sieht man gut, wie der Zaun schwebt:

Staketenzaun schwebend zwischen Pfosten gespannt

Auf ein Tor haben wir verzichtet. Es kostete noch einmal die Hälfte des ganzen Zauns. Stattdessen haben wir das Ende nicht mit der letzten Stakete am Pfosten festgeschraubt, sondern mit einem Bindfaden aufgehangen, so dass man es aufklappen und hindurchgehen kann.

Staketenzaun schwebend aufgehängt

Jetzt kann es weitergehen mit der Beetbepflanzung. Ich freue mich schon!

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Ein Blick in andere Gärten

In vielen unserer Gärten stehen Obst- oder andere Bäume. Oft geht es darunter recht unkreativ zu. Das muss nicht sein: Schönes, das unter Bäumen wächst.

Anikó vom Blog „Paprika meets Kardamom“ hat die Balkonsaison eröffnet. Neben Blümchen gibt’s Kräuter und Rucola. Auch bei Änni in der Schweiz geht’s los: Sie hat einen Laubengarten. Dort kriechen Erdbeeren, Himbeeren und Zitronenchili aus der Erde – und noch mehr.

Ein neuer Garten in der Gartenbuddelei: Die Natursteinmauer im letzten Bild ist genau so, wie ich sie gerne bei mir haben möchte.

Eine interaktive Deutschlandkarte fürs regionale Einkaufen – mit einer Übersicht über Wochenmärkte und Hofläden.

Ingeborch Schubiak hat im Wald einen mysteriösen Gedenkstein gefunden und recherchiert (in den Kommentaren).

Sven de Vries war Programmierer, nun ist er Wanderschäfer. Warum das so ist und wie sein Alltag aussieht. (via Jürgen)

In der ARD Mediathek gibt es eine dreiviertelstündige Doku über Bienen und übers Bienensterben.

Bei Ikea können Sie jetzt auch in Deutschland Möbel kaufen, die Ihr Handy aufladen (Bericht der Wired).

Ein Tag am Aprilnebelmeer: stimmungsvolle Bilder von Smilla Dankert.

Forscher wollten herausfinden, die Kolibris bei miesem Wetter Nahrung suchen – und ließen sie dazu in einem Windkanal fliegen (via wirres):

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