Monatsernte: Januar 2015

Ein Blick in andere Gärten

Beim Kochen brechen Proteinstrukturen in sich zusammen und sind unwiederbringlich kaputt. Oder nicht? Wie aus einem gekochten Ei wieder ein rohes werden kann.

„Frag den Landwirt“ ist eine Community aus mehr als 100 deutschen Landwirten. Bauer Willi hat dort einen Brief an uns Verbraucher geschrieben – und regt sich über unsere Doppelmoral auf. Ich finde solche Pauschalanklagen aus verschiedenen Gründen wenig zielführend. Aber lesen Sie selbst.

Selbst Bier brauen? Kein Ding – mit „Brewie“, der neuen, vollautomatischen Heimbraumaschine.

Ein tiefer Seufzer: Patagonien.

Noch ein Seufzer: Esther Freud, Urenkelin des Psychoanalytikers und britische Schriftstellerin, zeigt uns ihr Cottage aus dem 18. Jahrhundert. Beim Klick aufs Bild startet die Fotostrecke.

Blinde Menschen brauchen manchmal kurz ein Auge. Um eine Packungsbeilage zu lesen.  Oder um eine Konserve im Regal zu identifizieren. „Be my Eyes“ ist eine App, mit der Sie sich als Auge anbieten können – einfach und unverbindlich.

Psychologen sind in der Lage, völlig fremde Menschen dazu zu bringen, sich ineinander zu verlieben. Das Geheimnis: ein tiefer Blick in die Augen und 36 Fragen. Klingt für mich sehr plausibel.

Eine Spielerei zum Schluss: das neue Logo von Sonos, einem Unternehmen, das sein Geld mit drahtlosen Lautsprechern verdient. Wenn Sie rauf und runter scrollen, pulsiert es.

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Projekt Pomodopi: wir messen die Bodenfeuchtigkeit

In der vergangenen Woche habe ich den Feuchtigkeitssensor in Betrieb genommen. Die meisten Bodenfeuchtigkeitssensoren, die bei den einschlägigen Onlinedealern angeboten werden, sehen so oder ähnlich aus:

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Die „Gabelzinken“ steckt man in die Erde, und oben wird ein dreiadriges Kabel angeschlossen. Die Kosten liegen zwischen fünf und fünfzehn Euro, je nachdem, ob Sie den Sensor am nächsten Tag haben wollen oder ein paar Wochen Zeit haben, bis das Päckchen aus Shenzen da ist. Leider hat diese Bauform ein paar Nachteile. Der Anschluss für das Kabel ist nicht wasserdicht, dass heißt, Sie dürfen diesen Sensor nicht komplett vergraben, und starker Regen dürfte wohl auch schon zu Messfehlern führen. Bei Kontakt mit Wasser ist Korrosion nur eine Frage der Zeit, gerade beim Einsatz im Beet oder auf der Terrasse. Die Messfühler sind ebenfalls blankes Metall, das im Erdreich mit Sicherheit korrodieren wird. Schlimmer noch, bei manchen dieser Sensoren sind die Leiter in Kupfer ausgeführt – wenn das wegrottet und in die Pflanze gelangt, kann man selbige vergessen. Deshalb habe ich mich nach gebührendem Kopfkratzen für diesen Sensor entschieden:

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Das ist ein VH-400 von der Firma Vegetronix. Er arbeitet kapazitiv, was in der Praxis primär bedeutet: kein Metall im Erdreich. Außerdem ist der Sensor wasserdicht vergossen, ich kann ihn also in der Pflanzerde versenken, um die Feuchtigkeit direkt am Wurzelballen zu messen. Einziger Nachteil: nach dem Erwerb ist man etwa fünfzig Euro ärmer – dafür bekäme ich mehr Tomaten, als ich unter Beibehaltung eines würdevollen Gesichtsausdrucks tragen könnte.

Der Sensor kam in der vergangenen Woche an und steckt jetzt testweise in einem kleinen Blumentopf auf Steffis Schreibtisch, aus dem unser Arbeitszimmer-Gummibaum wächst.

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Der Gummibaum hat sich in der Vergangenheit bereits als sehr *hust* anspruchslos und widerstandsfähig erwiesen – nicht, dass er eine Wahl gehabt hätte – und hat sicher nichts dagegen, ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Sensor liefert seine Messwerte jetzt an den Raspberry Pi und dieser macht bunte Bildchen daraus. Im Diagramm sehen Sie, dass ich den Gummibaum gegen 12:50 Uhr gegossen habe und dass der Feuchtigkeitswert in den ersten Minuten sehr schnell sinkt, dann deutlich langsamer:

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Und so sieht das Diagramm nach sieben Tagen aus, in denen der Gummibaum dürsten musste. In den letzten Tagen sank die Bodenfeuchtigkeit nur sehr langsam, nicht mehr als zwei bis drei Prozent pro Tag. Die Beschriftung an der X-Achse ist das Datum, sie reicht also vom 17. bis 24. Tag des Monats:

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Noch 37 Prozent Bodenfeuchtigkeit nach sieben Tagen Durststrecke? Da stecken wir doch mal des Gärtners wichtigstes Messinstrument, den Zeigefinger, ins Erdreich. Und der fühlt: Trockenheit, aber sowas von. Ich notiere fürs Protokoll: 37 Prozent Bodenfeuchtigkeit bedeutet soviel wie „hätteste vorgestern mal gießen sollen“. Tja, wieder was gelernt.

Im nächsten Artikel, der in schätzungsweise einer Woche hier erscheint, dekliniere ich dann den ganzen elektro- und softwaretechnischen Nerdkram durch, mittels dessen man an die Sensordaten kommt und sie visualisiert. Bis dann!

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Schlüpfende Schneeglöckchen

Kaum war der Schnee da, ist er auch schon wieder weg. Zumindest im Ruhrgebiet, wo es überhaupt selten schneit, und wenn, dann eher Matsch.

Der Garten startet – unbeeindruckt vom Kälteeinbruch – schon in den Frühling. Die ersten Schneeglöckchen wagen sich an die frische Luft.

Schlüpfende Schneeglöckchen

Überall grünt und schlüpft es. Noch sind nirgendwo Blüten zu sehen. Aber das kommt bestimmt bald.

Schlüpfende Schneeglöckchen

Schlüpfende Schneeglöckchen

Sprießende Blumenzwiebeln

Ich freue mich schon sehr aufs Frühjahr.

Oder, anders gesagt: Ich freue mich, wenn das graue, trübe Regenwetter vorbei ist. Gerne kann es meterhoch schneien. Klirrende Kälte, Schnee und Eis – kein Problem. Oder aber Frühling. Aber nicht dieses graue Nichts. 

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Ein Blick in andere Gärten

Können Sie Regen riechen?

Vor einem Gewitter hängt oft ein besonderer Geruch in der Luft. Forscher wissen nun auch, warum. Wiederum andere Forscher haben herausgefunden, dass Wetter möglicherweise die Entstehung von Sprache prägt. Nicht nur, was die Auswahl der Wörter betrifft, sondern auch die Art der Artikulation. Sprachen wie Chinesisch, in denen Tonhöhen eine wichtige Rolle spielen, gibt es nämlich vor allem in wärmeren Regionen.

Pia macht es sich zu Hause kuschelig. In ihrem Blog schreibt sie über die Vor- und Nachteile eines Ofens.

Neues aus der Welt der Supermärkte! Läden auf der grünen Wiese haben es zunehmend schwer. In Amsterdam gibt es eine Gegenbewegung zu den tristen „Einmal hin, alles drin“-Lagerhallen: Jumbos Foodmarkt. Das Konzept setzt auf ländliche Erlebnis-Atmosphäre und Marktstimmung. Mehr dazu auch im Supermarktblog.

Passend dazu ein kulinarischer Einschub: Ann-Katrin hat Mac’n’Cheese, die amerikanischen Makkaroni in Käsesauce, in Mac’n’Appenzeller abgewandelt.

Alle, die abends fitter sind als morgens und gerne länger schlafen, erhalten von Theresia Enzensberger die Absolution.

Am Ende noch Vogel-Content: Die amerikanische Wired weiß, warum Tauben beim Laufen mit dem Kopf wackeln. Und auch Hühner können vor Behagen schnurren:

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Projekt Pomodopi: ja, warum eigentlich?

Hallo zusammen! Im ersten Beitrag zur Pomodopi-Serie habe ich erzählt, worum es im Groben geht und welche Probleme ich lösen muss. Ich habe aber noch noch nicht erzählt, wie die Umsetzung konkret aussehen wird, und das wird witterungsbedingt auch noch dauern, weil man mit Tomaten eben erst in einigen Monaten in medias res gehen kann. Ich plane ein Überbrückungsexperiment mit einer Topfpflanze,  dazu gibt des demnächst einen eigenen Artikel.

Inbesondere habe ich aber noch nicht erzählt, warum ich das alles überhaupt mache. Ehrlich gesagt, die Frage habe ich mir noch gar nicht gestellt, die stellen mir immer nur andere Leute. Dabei habe ich Feuchtigkeitssensoren in Blumenkübeln anfangs selbst nicht wirklich ernst genommen und mich öffentlich darüber lustig gemacht. Vor zwei Jahren habe ich auf der CeBIT einen Vortrag zum Thema „Messen, Schalten und Walten mit Linux im eigenen Haushalt“ gehalten (die Präsentation ist hier, falls Sie Interesse haben). Dabei geht es um das Auslesen des eigenen Stromzählers, um eine kleine Wetterstation und darum, wie man mit einem Raspberry Pi beliebige Haushaltsgeräte nach Gutdünken ein- und ausschaltet. Als Schlussgag gab es eine Folie mit einem WLAN-Feuchtigkeitssensor:

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Dieses Teil kostete bei seiner Markteinführung einen dreistelligen Eurobetrag und funktioniert nur mit einer Handy-App, die den glücklichen Besitzer darüber informiert, dass er mal wieder den Ficus gießen könnte. Wenn ich das in meinem Freundeskreis herumzeige, ernte ich eine dieser beiden Reaktionen:

  • „100 Euro für etwas, das ich auch mit meinem Zeigefinger kann? Die spinnen, die Römer!“
  • „Schickes Spielzeug, aber wenn ich das nur über die App eines Herstellers auslesen kann, den es nächstes Jahr vielleicht nicht mehr gibt, will ich das nicht.“

Sie ahnen, wo das hingeht. Oh, und ist Ihnen aufgefallen, dass in dem zweiten Punkt gleich zwei Begründungen stecken, warum man das gerne selbst machen möchte?

Die erste ist: Cooles Spielzeug

Spieltrieb wird in unserer Gesellschaft unterbewertet. Kinder lernen durch Spielen, das weiß jeder, der mal ein Kleinkind mit Bauklötzen gesehen hat – Erwachsene aber auch! Es ist schön,  sich einfach mal davon freizumachen, das alles, was man tut, auch sinnvoll oder nützlich zu sein hat. Natürlich kann man Spaß und Nutzen miteinander verbinden – mein Lieblingsbeispiel sind Repair Cafés, in denen man unter fachkundiger Anleitung lernt, Kaputtes zu reparieren – aber das sollte kein Zwang sein.

Die zweite ist: Vendor Lock-In

Dieser stylishe Anglizismus bedeutet: Wenn ich mich für die Lösung eines Problems auf die Produkte eines Herstellers eingeschossen habe, ist es schwierig bis unmöglich, davon wieder loszukommen, ohne alles neu zu machen. Hat man aber von vornherein auf eine gewisse Offenheit geachtet oder – die Königsdisziplin – es gleich selbst gemacht, hat man viel mehr Kontrolle über alle Komponenten und kann es auch selbst reparieren und erweitern. Das geht natürlich nicht in jedem Lebensbereich, aber es geht nicht selten.

Sie müssen sich allerdings darauf einstellen, dass Sie früher oder später mit einem weiteren Anglizismus konfrontiert werden: Overengineering, oder wie der Ruhrgebietler sagt: „Sach ma, muss dat?“. Overengineering bedeutet, ein gegebenes Problem mit viel höherem Aufwand zu lösen, als nötig gewesen wäre. Das klassische Beispiel ist das Empire State Building. Weil ein so hohes Gebäude damals ein absolutes Novum war und die statischen Lastberechnungen noch ein paar Variablen zu viel hatten, wurde das Gebäude nach dem Motto „viel hilft viel“ gebaut. Eine spätere Generation von Architekturstudenten hat mal ausgerechnet, dass im Empire State Building etwa dreieinhalb mal mehr Stahl verbaut wurde als nötig gewesen wäre.

Den Vorwurf des Overengineerings kann ich nicht entkräften, denn er stimmt ja: 99,9 Prozent aller Menschen betreiben deutlich weniger Aufwand, um, sagen wir, die Weihnachtsbeleuchtung anzuknpisen oder Tomaten zu pflegen. Aber die haben nicht halb so viel Spaß dabei.

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Bis zum nächsten Mal!

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Wintergartenarbeit

Das bißchen Puderzuckerschnee verdeckt kaum, dass eine Menge Arbeit im Garten auf mich wartet.

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Gestern war nämlich die Baumschneiderin da, um die Obstbäume zurückzuschneiden. Irgendwann werde ich es selbst lernen, wie man Obstbäume zurückschneidet, aber bis dahin bin ich sehr froh und glücklich, nicht bei feucht-kaltem Wetter mit sehr scharfem Schnittwerkzeug auf hohen Leitern balancieren zu müssen. Ein Birnbaum, ein Apfelbaum und zwei Pfirsichbäume wurden eingekürzt und ausgedünnt, fast sechs Stunden hat das gedauert.Die Bäume werden zur „Gesundhaltung“ geschnitten, nicht um den Ertrag zu steigern. Der Apfelbaum sollte nicht mehr viel größer werden, denn an die Äpfel ganz oben kommen wir nur noch mit Leiter und diesem langen Greifpflücker.

Ein Nachbar hat mir letzten Sommer das Leben wegen dieses Apfelbaums ziemlich schwer gemacht, denn ein Ast ragte hinüber auf sein Grundstück. Ein Ast, an dem sehr, sehr viele Äpfel reiften …. er mag wohl keine Äpfel, sondern verlangte per Einschreiben mit Fristsetzung die Entfernung dieses Astes. Wir kamen dem nach, konnten aber der Bitte, den Baum insgesamt „ein großes Stück runterzuschneiden“ nicht nachkommen. Zum einen, weil wir das nicht können, zum anderen, weil wir das nicht wollen. Ich befragte  gestern die Baumschneiderin hinsichtlich der Rechtslage und weiß jetzt: der Nachbar kann uns gar nichts. Sicher kann er verlangen, dass auf sein Grundstück ragende Äste entfernt werden, die Höhe des (Obst)Baums kann er nicht bestimmen, auch weil der Baum schon sehr alt ist. Beim Pflanzen neuer Obstbäume sollten wir aber dringend beachten, dass der Abstand zum Nachbargrundstück drei Meter beträgt.

Beim Rückschnitt des älteren Pfirsichbaums wurde ich von der Baumschneiderin gerügt. Ich hatte die Fruchtmumien nicht von den Zweigen gepflückt. Das führt nun dazu, dass sämtlich Pilze und Krankheiten direkt wieder in die frischen Knospen hüpfen und den Baum erneut befallen. Außerdem wollte sie wissen, ob der Baum die Kräuselkrankheite habe (hat er, die Blätter schrumpeln lustig vor sich hin und verfärben sich leuchtend rot) und was ich dagegen zu tun gedächte. Ich erklärte, dass ich viele befallene Blätter abpflücke und den Baum ansonsten in Ruhe ließe. Aktiv kann man die Kräuselkrankheit aber auch behandeln, indem man bei 10°C Außentemperatur den Baum spritzt, mit einem Stärkungsmittel. Die Kräuselkrankheit verhindert nämlich die Photosynthese, was wiederum zu Gedeihstörungen des Baumes führt. Mit Blick auf meinen Pfirsichbaum, der in einem Jahr zwei Meter Umfang gewonnen hat, winkte sie ab: „Dieser Baum braucht das nicht.“

Vielleicht ist das besondere Gedeihen des Baumes auch darauf zurückzuführen, dass er auf der Plazenta des jüngsten Sohnes wächst. Der zweite Pfirsichbaum steckt einfach nur in der Erde, mal sehen, ob er schlechter wächst. (so eine Plazenta hat man deshalb zum Bepflanzen herumliegen, weil man es nicht übers Herz bringt, sie nach der Geburt einfach in den Hausmüll zu werfen. Stattdessen kann man sie auch drei Jahre in einer Tupperschüssel eingefrieren und hoffen, dass niemand sie als Gulasch auftaut, bevor der richtige  Ort für den finalen Aufbewahrungsort gefunden ist. Das ist ein klitzkleines Bißchen gruselig, ich weiß.)

Der Birnbaum ist unschätzbar alt. Als wir die Grüne Villa kauften, entdeckten wir ihn ganz hinten im Garten, jämmerlich unter Efeu und Winden begraben. Die Spitze hatte man ihm herausgeschnitten, doch im Herbst trug er so viele Birnen (die allerköstlichsten Birnen!), dass wir sicher waren: das war die Notfrucht, er hat noch mal alles gegeben, nächstes Frühjahr wacht er nicht mehr auf. Das tat er aber und weil er wieder Platz hatte, begann er zu wachsen. Die Baumschneiderin kam zum ersten Mal und begann den Baum zu retten. Sie behandelte die große Wunde, die beim Herausschneiden des Leitastes entstanden war und zog gleichzeitig eine neue Spitze heran. Wir hofften sehr, dass sich keine Pilze ansiedelten und pflückten brav sämtliche vom Birnenpilz befallenen Blätter vom Baum. Der Lohn sämtlicher Mühen ist, dass jetzt hinten im Garten ein prächtiger Baum steht, der jeden Herbst viele Birnen trägt. Die allerköstlichsten Birnen. Die ersten kann man Ende August essen, wenn sie knackig grün sind, die letzten Mitte September, wenn sie gelb sind und im Mund schmelzen.

Ich bin sehr glücklich, diese wunderbare Baumschneiderin gefunden zu haben. Sollten Sie in der Nähe von Nierstein leben und Hilfe im Garten oder bei der Gartengestaltung brauchen: Rothgarten

Alle Äste, Zweige und „Wasserschosser“ die jetzt kreuz und quer im Garten herumliegen, hätte sie auch mitgenommen und entsorgt, aber ich mache das recht gerne selbst. Es ist der Start ins Gartenjahr. Die Wasserschosser und Zweige schreddere ich und werfe den Mulch dahin, wo ich denke, dass er hinpassen könnte. Die Äste werden klein gesägt, sie sind prima Feuerholz zum Grillen.

Es geht wieder los. Hurra!

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Projekt PomodoPi: Gärtnern für Nerds

Hallo zusammen! Mein Name ist Charly. Ich bin neu hier, Garten-Anfänger und so ziemlich der letzte Mensch, dem man Texte für ein Gartenblog zutraut – meine Familie und Freunde haben jedenfalls immer noch Bauchschmerzen vom Lachen. Auf einer gärtnerischen Kompetenzskala von eins bis zehn rangiere ich ungefähr auf minus fünf. Mit meiner Familie bewohne ich seit 1999 ein kleines Häuschen mit Garten, und letzteren habe ich erstmal ein Dutzend Jahre lang ignoriert. „Draußen“ war für mich einfach nur der Ort, wo der Pizzamann herkommt.

Vor drei Jahren dann die erste gärtnerische Großtat:  ich pflanzte einen Zier-Riesling und zwei Blauregen („Das Grüne muss nach oben, Charly!“). Und siehe da: Riesling und Blauregen geht’s gut, sie bilden das Dach eines kleinen  Pavillons, und ich ertappe mich sommers öfter dabei, den Wuchs der Rieslingbeeren zu kontrollieren. Faszinierend, dass man dafür erst 40 werden muss.

An einem der letzten lauen Abende im vergangenen Jahr wurde ich nach dem Genuss eines Caipi ein wenig übermütig und eröffnete meiner Liebsten, die genau für solche Momente einen „die Hölle friert zu“-Gesichtsausdruck bereithält, anno 2015 auf der Terrasse eigene Tomaten ziehen zu wollen. Die Idee rumorte in meinem Kopf, seit ich Vanessas Blogeinträge über ihren Thorsten gelesen hatte. Außerdem liebe ich Tomaten. Anfang des Monats fing ich an, laut (also auf Twitter) über den Standort und mögliche Technikunterstützung nachzudenken. Das Ganze kam dann relativ schnell auf Rotationsgeschwindigkeit, und hier bin ich nun.

Von Beruf bin ich Systemadministrator. Das sind Menschen, die Routinearbeiten hassen und deshalb alles automatisieren, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Ob der Aufwand für die Automatisierung dabei in einem realistischen Verhältnis zum Zeitaufwand für die Routinetätigkeit steht, spielt dabei keine Rolle. Es geht um die geistige Gesundheit und die Herausforderung, und nicht zuletzt darum, Spaß zu haben. Bei der Pflanzenpflege gibt auch Routineaufgaben, deshalb gliedert sich das Projekt PomodoPi in zwei Pflicht- und eine Kür-Aufgabe, die ich lösen muss:

1: In der Pflanzerde soll permanent die Bodenfeuchtigkeit gemessen werden, damit die Tomatenpflanze weder verdurstet noch ersäuft.

2: Abhängig von der Bodenfeuchte soll die Pflanze automatisch mit der richtigen Menge Wasser gegossen werden.

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3: Mit Hilfe einer bestimmten Kamera-Filter-Kombination kann man die Photosynthesetätigkeit in den Blättern sichtbar machen. Das ist relativ aufwändig, unnötig und cool und muss deshalb unbedingt gemacht werden.

Als technisches Hilfsmittel für’s Messen, Schalten und Walten dient mir dabei ein Raspberry Pi (daher PomodoPi, aber das haben Sie sich sicher schon gedacht). Der kreditkartengroße Minicomputer reicht dafür völlig aus, und vor allem kenne ich mich auf diesem Gebiet einigermaßen aus, während ich mich mit Gartengeräten und sonstigem schwerem Werkzeug erfahrungsgemäß nur verstümmele.

In der Rubrik „Gartennerds“ finden Sie hier im Gärtnerinnenblog demnächst unregelmäßig Dokumentationen meines Scheiterns oder Siegens gegen Natur und Technik. Viel Spaß!

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Blick in andere Gärten

Bislang gab es diesen Winter nur einen Hauch Schnee – zumindest im Ruhrgebiet. Kalt war es auch nicht. Trotzdem: Der ein oder andere von Ihnen wohnt vielleicht in kälteren und schneereicheren Gebieten. Für diejenigen habe ich die ultimative Mützensammlung.

Die Kuh, eigentlich ein friedvolles Wesen, wird zunehmend gefährlich.

Die Ölreserven auf der Erde sind endlich, ihre Förderung belastet den Menschen und die Umwelt. Der Chemiker Michael Gass hat deshalb Plastik erfunden, das aus Gras besteht. Mit seiner Firma „Biowert“ produziert er im Odenwald unter anderem Tastaturen und Taschenlampen aus Grasfasern.

Essen am Arbeitsplatz ist oft nicht genussvoll. Am Schreibtisch eingenommen schon gar nicht. Auf ihrer Webseite „Sad desk lunch“ zeigt Kira Fisher Bilder von Büromahlzeiten. Peter Glaser hat mit ihr über das Blog gesprochen.

Garten-Bloggerin und -Architektin Renate ist nächste Woche im Bayerischen Rundfunk zu sehen.

Kaufen Sie ab und zu bei Amazon ein? Dann interessiert Sie vielleicht, was Amazon in 2014 geschäftlich und strategisch auf die Beine gestellt hat.

Am Montag wurde die Auszeichnung „Goldener Blogger 2014“ vergeben. Zum besten Blog des Jahres wurden Maximilian Buddenbohm und Isabel Bogdan mit „Was machen die da?“ gewählt. Auf der Webseite stellen sie Berufe vor. Aktuell: die Seekartenexpertin. Es lohnt sich, sich durch die Beiträge zu lesen.

Die Auszeichnung für das beste Tagebuch-Blog geht an Patricia Cammarata alias „Das Nuf“. Newcomerin des Jahres ist Mareice Kaiser mit dem „Kaiserinnenreich“. Sie bloggt über ihr Familienleben mit Mann und zwei Töchtern; die ältere von ihnen hat eine Behinderung. Ich lese alle drei Blogs sehr gerne und gratuliere aufs Herzlichste!

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süß, warm, Kürbispudding!

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Zwei kleine Kürbisse der letztjährigen Ernte liegen noch im Vorratskeller. Zu klein, um die ganze Familie satt zu bekommen, aber klein genug, um dem besten Vater meiner Kinder und mir ein leckerer Nachtisch zu sein! (ohne schlechtes Gewissen den Kindern gegenüber, denn die mögen Kürbis nicht so gern) Heiß aus dem Ofen, mit gebackenem Vanillepudding gefüllt. Zum Reinlegen!

Der (Hokkaido)Kürbis mus gründlich gewaschen werden. Danach wird der Deckel abgeschnitten und die Kerne ausgelöffelt. Wir nutzen dafür einen Eisportionierer aus Edelstahl, das klappt prima. Die weiteren Mengenangaben sind ungefähr-Angaben, denn sie sind natürlich abhängig vom Fassungsvermögen des Kürbisses. Ich rühre ungefähr halb/halb Milch und Sahne zusammnen, quirle ein Ei hinein und schmecke mit Vanille und Zucker so lange ab, bis mir das Gemisch schmeckt. Danach löse ich einen oder zwei TL Stärke in wenig Wasser auf und rühre diese unter die MilchSahneEierZucker-Mischung. Die Mischung wird in den Kürbis gegossen. Bei 180°C Ober/Unterhitze kommt der Kürbis so lange (aber mindestens eine halbe Stunde) in den Ofen, bis der Pudding gestockt ist und über den Kürbisrand linst. Der Kürbis sollte ansprechend gebräunt sein, dann ist er gar.

Wenn man Glück hat, ist der Pudding schnittfest und der Kürbis lässt sich zum Teilen durchschneiden. Bei unserem Exemplar gestern abend war das nicht der Fall, geschmeckt hat es trotzdem sehr gut. Der süße Pudding und der würzige Kürbis sind eine grandiose Kombination!

Statt mit Vanille kann der Pudding auch mit Zimt abgeschmeckt werden, das ist auch sehr lecker.

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Rosenkohl!

Meine Liebe zu Rosenkohl entdeckte ich erst sehr spät, eigentlich erst, als ich bei meiner künftigen Schwiegermutter zum Essen eingeladen war: „Es gibt Rosenkohleintopf!“, erzählte sie mir und ich sah das als echte Bewährungsprobe. Wenn ich den Rosenkohleintopf der künftigen Schwiegermutter verschmähe, wird das einen gewaltigen Schatten über unsere weitere Beziehung werfen, befürchtete ich und ließ mir mit Todesverachtung eine Portion geben. Alle meine Sorgen waren aber unbegründet, denn der Eintopf entpuppte sich als äußerst leckeres Gemisch aus Kartoffeln, Zwiebeln Knoblauch, Chorizo und eben Rosenkohl. Das war eine wundervolle Entdeckung: Rosenkohl kann gut schmecken!
Einige Jahre später entdeckte ich in dem von mir sehr geschätzten Blog „Chili und Ciabatta„von Petra Holzapfel ein Rezept für eine Rosenkohltarte. Rosenkohl unter sehr viel Käse, eine wunderbare Sache!
Als ich schließlich herausfand, wie phantastisch Rosenkohl zu von mir innig geliebten Maronen passt, bekam unser Winterspeiseplan einige Ergänzungen.

*****

Im Frühling letzten Jahres hatte ich sehr viel Mitleid mit drei wackeligen Rosenkohlpflänzchen, die angetrocknet in der Ecke der Gärtnerei  herumstanden. Ich nahm sie für 15 Cent das Pflänzchen mit nach Hause, pflanzte sie ohne große Erwartungen ein, goß sie, lockerte die Erde drumherum und beobachtete, wie sehr viele weiße Kohlmücken, Raupen und Schnecken meine Rosenkohlpflanzen heimsuchten. Aber sie wuchsen und gediehen trotzdem! Im Herbst ragten sie stolz einen Meter hoch und hatten am „Stamm“ viele kleine Rosenkohlboppel angesetzt. Bis zum Winter hatten die niedlichen Rosenkohlboppel echte Rosenkohlgröße erreicht und ich wartete ungeduldig auf den ersten Frost, denn dunkel hatte ich im Hinterkopf, dass Rosenkohl am Besten schmeckt, wenn er einmal Frost ausgesetzt war.

Frost kam, Schnee und sehr viel Regen und es zog mich aus vielen Gründen, von denen einige mit Faulheit zu tun hatten, nicht in den Garten. Heute aber!

Die fiesen Stürme der letzten Tage haben zwei Rosenkohlpflanzen umgelegt, aber geschadet hat es ihnen nicht. Sie sehen saftig grün und gesund aus!

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Die unteren Kohlblätter sind voller Mehltau, vertrocknet, angefault, angefressen. Aber die Röschen an der Pflanze sind unversehrt und nahezu perfekt. Ich habe noch nie Rosenkohl geerntet, deshalb schnitt ich zuerst die einzelnen Röschen ab, später merkte ich dass sie sich einfach abbrechen lassen.

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Von einer einzigen Pflanze erntete ich anderthalb Kilo Rosenkohl. Nach dem Putzen werden das wohl 200 Gramm weniger sein, aber dieser Ernteertrag verblüfft mich sehr, damit habe ich nicht gerechnet!

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Auf dem Pflanzplan für dieses Jahr steht also nun auch Rosenkohl. Platz habe ich genug und der Arbeitsaufwand bei Hege und Pflege der Pflanzen geht ja gegen null. Zehn Pflanzen will ich setzen.

Hoffentlich ist diese Ernte nicht dem Anfängerglück geschuldet!

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Rosenkohl kann den ganzen Winter bis zum Frühling hin geerntet werden, die Röschen reifen immer wieder nach. Manche Sorten können auch schon im Herbst geerntet werden, doch die werde ich nicht anpflanzen, denn gerade im Herbst gibt es so viel frisches Gemüse aus dem Garten. Im Winter etwas Frisches aus dem Garten zu holen ist aber etwas Besonderes und außerdem brauche ich immer einen gewissen Anreiz, um den winterfaulen Schweinehund in den Garten zu jagen.

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