Monatsernte: November 2014

Wer will fleißige Handwerker seh´n?

Ich jetzt eigentlich nicht mehr, nach zwei Wochen Baustellenlärm bin ich diese Renovierungssache doch sehr leid.

In den Garten fliehen konnte ich nämlich nicht, da der Zugang zum Garten zugestellt war. Vier Paletten voller Sandwichplatten für das Dach, insgesamt 2400 Kilo Kram, die konnte ich nicht rasch beiseite räumen.

Heute war ich kurz im Garten. Nur mal schauen.

Vom Gerüst ums Haus ist eine Diele gestürzt, zielsicher hat sie vier Johannisbeersträucher und eine Stachelbeere, die ich im Frühling pflanzte, unter sich begraben. Wie groß ist die Chance, dass sich die Sträucher erholen?

Gleichmäßig in den Beeten, zwischen, auf und unter den Stauden findet sich Baudreck. Putz, Farbe, Plastikfolien, Styropor. „Mir räume des schunn noch auf!“, versprechen die Handwerker, aber so richtig getröstet bin ich nicht.

Das Dach wird morgen oder übermorgen fertig, danach rücken Maurer und Maler noch mal an. In zwei Wochen wird das Gerüst abgebaut. Wegen mir darf dann gnädiger Schnee meinen traurigen Garten bedecken.

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Handwerker und Baumärkte

Pia alias Frau Mutti ist zu Hause gerade unabkömmlich: Sie kommandiert Handwerker herum. Gleichzeitig beklagt sie sich, dass die Handwerker sie oft nicht ernst nehmen:

„Ich könnte knallen vor Wut.

Seit wir in der Grünen Villa wohnen, haben wir schon mit sehr vielen Handwerkern zu tun gehabt. Von ‚ist ihr Mann da? Wann kommt er denn? Ich komme dann wieder!‘ bis ‚Ich weiß ja nicht, ob sie das verstehen!‘ über komplettes Ignorieren habe ich schon alles erlebt.“

Ich selbst habe im vergangenen Jahr viel renoviert – und hatte in diesem Zusammenhang auch mit Handwerkern zu tun: Fliesenleger, Parkettleger, Elektriker. Sowohl Fliesenleger als auch Parkettleger haben hervorragend gearbeitet und haben mich bei Entscheidungen selbstverständlich zu Rate gezogen.

Der Elektriker – und das ist eher ein generelles Problem mit Handwerkern – hat weder zugehört noch (wie sich am Ende herausstellte) einen sinnvollen Kostenvoranschlag abgegeben, hat nicht erbrachte Leistungen abgerechnet und auch sonst nicht durch Kompetenz und Zuverlässigkeit geglänzt. Das hatte allerdings nichts mit mir als weibliche Kundin zu tun, das schien mir eher eine grundsätzliche Taktik zu sein.

„Wütend bin ich nicht nur auf die Handwerker. eigentlich bin ich noch wütender auf die Frauen, die dieses Verhalten füttern. Die das hilflose Weibchen geben, das sich um Kleidung, Frisur und Fingernägel sorgt und den Mann vorschiebt, der in den meisten Fällen ja genauso wenig Ahnung hat.“

Ich habe die Erfahrung gemacht: Wenn man von Anfang an ganz selbstverständlich auftritt, wenn man sich kundig gemacht hat und schon bestimmte Fragen und Vorstellungen hat, wird man auch ernst genommen. Zugegeben, manchmal ernte ich leichtes Erstaunen, wenn die Handwerker merken, dass ich im Thema bin und weiß, was ich möchte. Aber nach ungefähr zehn Sekunden haben sie ihre Überraschung überwunden und es geht normal weiter. Wahrscheinlich reagieren sie bei informierten Männern, vor allem bei solchen, die ansonsten Schreibtischtäter sind, genauso. Möglicherweise ist der ziellose Kunde einfach eher die Regel als die Ausnahme.

Baumärkte sind übrigens besser als ihr Ruf: Immer, wenn ich einen Verkäufer gefunden hatte (okay, ich gebe zu: Das ist tatsächlich der Knackpunkt an der ganzen Geschichte), wurde ich stets gut und ernsthaft beraten. Vielleicht, weil ich immer maximal abgeranzt im Baumarkt auflaufe und aussehe, als hätte ich gerade schon fünf Stunden im Rohbau malocht. Wenn ich dann noch frage, ob sich vor der Arbeit mit Strukturputz zusätzlich zum Tiefgrund eine Haftgrundierung empfiehlt und welche Taktik für Rigips zu empfehlen ist, dann bin ich direkt drin, im Herzen des Baumarktverkäufers.

Ich ertappe mich allerdings dabei, dass ich Männer, die sich angesichts handwerklicher Herausforderungen hilflos geben, etwas befremdlich, um nicht zu sagen lächerlich finde. In diesem Fall bin ich leider Opfer von Rollenklischees. Oder meiner eigenen Tatkraft.

Übrigens ist es ein Märchen, dass Frauen sich nicht für Werkzeug interessieren. Es gibt beim Renovieren und im Garten nichts Tolleres als gutes, taugliches Werkzeug. Und eins ist mal klar: Für eine Bohrmaschine mit richtig Wumms lasse ich jede Bordüre links liegen.

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Vielen Dank!

Vielen Dank an Wibke!

Buch: Der geheime Garten

Vergangene Woche hat Wibke mir „Der geheime Garten“ von F.H. Burnett ans Herz gelegt. Ich habe den Titel direkt auf meine Amazon-Wunschliste gesetzt.

Am Freitagabend bekomme ich unverhofft eine SMS von meiner Packstation: Ein Paket sei angekommen. Nanu, wie konnte das sein? Ich hatte doch gar nichts bestellt. Gestern bin ich schnell rumgefahren, habe nachgesehen und … – ein Geschenk!

Ich bin platt! Ganz herzlichen Dank!

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Ein Blick in andere Gärten

Was es nicht alles gibt! Zum Beispiel den ersten Worldcup of Gardening (Facebook). Er findet im Juni 2015 in Detroit statt. Die Veranstaltung wird von einer gemeinnützigen Organisation gemanagt.

Die Krautreporter haben sich mit einer Studie beschäftigt, in der es um Gen-Mais geht. In einem Versuch haben Ratten ihn zu essen bekommen. Sie haben Tumore entwickelt und sind gestorben. Doch es ist nicht alles so, wie es scheint, denn jeder findige Wissenschaftler weiß: Korrelation ist nicht gleich Kausalität. Passend dazu: Es gibt eine Reissorte, die das Millionen Menschen das Leben retten könnte, weil sie Vitamin A enthält. Aber sie ist gentechnisch verändert. Ein Dilemma.

Münchener leben gefährlich. Zumindest erleiden sie die meisten Pilzvergiftungen in Deutschland. Also Obacht.

Anikó ist Tochter einer Deutschen und eines Ungarn und wuchs in Rostock auf. In ihrem Blog „Paprika meets Kardamom“ gibt es viele wunderbare Rezepte, viele davon ungarisch angehaucht – oder jüdisch wie zum Beispiel „Latkes„, Kartoffelpuffer.

Fledermäuse – sie wohnen in ganz vielen Gärten. Bei mir auch irgendwo, denn die Nachbarskatze hat letztens eine gefangen. Wussten Sie, dass es 1.300 verschiedene Arten gibt? Jedes Tier frisst zwischen 2.000 und 5.000 Insekten pro Nacht! Mehr über Fledermäuse in einem Interview in der New York Times.

Zum Schluss eine gute Nachricht: Endlich Normalität in Hamburg.

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Meine Haustiere

Dieser Tage bekomme ich immer öfter Besuch, den ich sonst nicht bekomme.

Nicht nur, dass aus den zwei Nachbarskatzen vier geworden sind:  Neben beiden schwarz-weißen kommen nun auch zwei getigerte vorbei. Auch die Vogelpopulation hat sich erweitert – spannenderweise, denn wenn ich Vogel wäre, wären mir die Katzen zu unentspannt.

Bislang besuchten mich vor allem Meisen, Amseln, Tauben, Sperlinge, Rotkehlchen und Mauersegler. Unter den Rotkehlchen gibt es ein besonders cleveres und besonders zutrauliches: Kaum grabe ich im Garten um, schneide etwas ab oder harke auf, kommt es angeflogen, hockt sich auf einen Zaunpfahl und schaut, ob es etwas abgreifen kann. Hat es mein Tun eine Weile beobachtet, läuft es mir hinterher und sieht auf dem Boden nach, was übrig ist.

Seit Neuestem bekomme ich nun Besuch von zwei Eichelhähern und zwei Spechten – einem Grünspecht und einem Buntspecht. Ich freue mich jedesmal wie Bolle. Die vier sehen einfach toll aus – bunt, groß, elegant.

Ach, ich mag sie alle – ob klein, rot und pummelig oder groß und geschmeidig.

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Lesen, lernen, inspiriert werden

Mein Name ist Pia und ich habe da ein kleines Suchtproblem: Gartenbücher. Ich kann selten daran vorbei gehen.

Dabei ist es ziemlich egal, ob es sich um Bestimmungsbücher, Einsteigerbücher, Gartengestaltungsratgeber, „Tierhaltung im Garten“-Bücher, „Garten für Faule“- oder „Garten für Ambitionierte“-Bücher, Pflanzempfehlungsbücher, Bücher über Stauden, Schattenpflanzen, Terrassengärten, biologisch-dynamische Gemüsegärten oder den perfekten Schnitt von Heckenfiguren handelt. Gartenbücher sind toll, ich verschlinge sie alle und will danach umgehend rausgehen und meinen Schattengarten in eine Heckentieranlage verwandeln, in der bunte Mangoldstauden neben dicken Kohlköpfen an futuristischen Rosenspalieren stehen.

Viele Jahre lang habe ich vergeblich versucht, meinen Garten nach irgendeinem dieser Bücher zu modellieren, letztlich kamen mir dabei aber immer diverse Kinder, zu wenig Zeit und Lust, das Wetter, unpassende Erde und jede erdenkliche Ausrede dazwischen. Ich habe das zwar mittlerweile erkannt, Gartenbücher sind aber weiterhin meine große Leidenschaft und es ist für mich ein echtes Fest, ein ganz neues Buch in Händen zu halten. Am Besten zum Ende des Gartenjahres, wenn die Gartenmüdigkeit einsetzt. Dann kann ein schönes Gartenbuch ein echter Starter sein, sei es, um künftige Beete noch vorzubereiten oder wenigstens zu planen und aufzuschreiben, was im nächsten Frühling passieren soll.

Ab und zu werde ich Ihnen eines dieser Gartenbücher vorstellen und schonungslos offen und völlig subjektiv berichten, ob und was es taugt.

Heute: „Ein Garten nach der Natur“ von Ursel Borstell und Bärbel Grothe

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Der Titel des Buches führte mich ein bißchen in die Irre. Ich dachte nämlich „oh prima! Da hat jemand ein Stück Natur (= in meiner Vorstellung ein verwilderter Garten) in einen wunderschönen Garten verwandelt. Also das, was ich schon ewig versuche. Es ist aber ganz anders!

Familie Altena hat den elterlichen Nebenerwerbshof samt seiner Weiden und dem Nutzgarten sozusagen zurück in einen Naturgarten verwandelt. 5000 Quadratmeter Naturgarten sogar, darin ein Teich, verwunschene, verwinkelte Pfade, lauschige Plätzchen und eine traumhafte Blütenpracht. Der Garten umfasst unterschiedliche „Themenräume“, für mich unglaublich beeindrucken und mit sofortigem „ach hätte ich das auch!“-Effekt: der Waldgarten!

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Mit Rücksicht auf Flora und Fauna finden sich sehr viele heimische Gehölze und Blühpflanzen im Garten, Totholz darf liegen bleiben und Brennnesseln sind in Randbereichen erlaubt. Wieviel Liebe in diesem Garten steckt, sieht selbst ein Gartenlaie beim Betrachten der Bilder, die Texte dazu bekräftigen das nur.

Hand in Hand mit der Natur zu wirken, war der Anstoß und bleibt der Ansporn der gartenschaffenden. Nie ging es darum, „nur Blumenbeete anzulegen“. „Darin fehlt das Herz“, ist Ingrid Altena überzeugt, „ich möchte Orte schaffen, die dem Standort und den Belangen der Tiere gerecht werden.“

„Ein Garten nach der Natur“ ist kein Lehrbuch. Dem Leser wird nicht erklärt, welche Pflanzen gerne nebeneinander wachsen oder wie sich ein harmonisches Blütenmeer gestalten lässt. Es ist ein Buch, das ganz herrlich zu einer Tasse Tee an einem stürmisch-grauen Herbsttag, an dem man auf gar keinen Fall in den eigenen Garten möchte, passt. Es lässt keinen Zweifel daran, wieviel Arbeit ein Garten dieses Ausmaßes mit sich bringt – und wieviel Glück.

Ich nehme es gerne zur Hand. Blättere darin, lege Merkzettel hinein (die Idee, die Obstbaumscheibe mit rot- und rosablühenden Erdbeeren zu unterpflanzen, übernehme ich sofort!) und stelle mir vor, wie aus der zugewucherten Ecke ganz hinten in meinem Garten vielleicht doch etwas ganz anderes werden kann.

 

Das Buch „Ein Garten nach der Natur“, ISBN 978-3-421-03934-7,  ist bei der DVA (Deutsche Verlags-Anstalt) erschienen.

Danke für dieses Rezensionsexemplar!

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Nachtrag! Diesen wunderschönen Naturgarten kann man auch via Internet besuchen: Naturgarten  Altena

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