Monatsernte: November 2014

Ein Blick in andere Gärten

Diese Woche krankheitsbedingt (Fieber! Donnerhusten! Kopp wie’n Lastwagen!) mit einem halben Tag Verspätung: der Blick in andere Gärten.

Wer nicht genug Vögel im Garten hat, kann sich jetzt welche zusammenstecken. Tom Poulsom, Gärtner und Vogelfreund aus Bristol, hat das für Sie ausprobiert. Nachdem er die Vögel bei „Lego Ideas“ eingereicht hat, gehen drei nun in die Massenproduktion und sind ab Januar 2015 zu kaufen. So sieht Tom aus; er hat auch einen Twitter-Account.

Was essen wir? Wie essen wir? Michael Pollan gilt als Food-Philosoph und macht sich Gedanken dazu. Ziemlich bodenständige.

Wenn die Uhr 10 Uhr anzeigt, ist es auch 10 Uhr. Oder nicht? Nein, keineswegs. Eine Weltkarte zeigt den Unterschied zwischen der aktuellen Uhrzeit und der realen Sonnenzeit. In Gegenden Russlands und im westlichen China gehen Sonnenstand und Uhrzeit bis zu zwei Stunden auseinander.

Für Pommes geht man im Ruhrgebiet an die Bude. Anne Schüssler wohnt mittendrin in Essen und hat Revolutionäres getan: Sie hat eigene Backofenpommes geschnitzt. Eine andere Anne, Anne Rahn, hat mit Kindern selbst Kräutertee gemacht.

Wer noch eine Anregung für Weihnachten braucht: Wie wäre es mit einer personalisierten Laterne?

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Eine Handwerker-Soap in 5 Akten. Akt 3: „Macht nix! Krieje mer hin!“

Was bisher geschah: Handwerker sind bei Mitgärtnerin Pia, renovieren Dach und Fassade. Sie kommen, bauen das Gerüst auf und beginnen mit den Arbeiten. Maler und Maurer erweisen sich als Dreamteam. Doch der Dachdecker hat einen anderen Dialekt. Ob das gut geht?

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Fortsetzung folgt in Akt 4: „Alla. Dann redde mer mol, was zu redde is!

Winter-Vorbereitungen

Der Garten bereitet sich auf den Winter vor.

Er deckt sich mit Blättern zu und legt sich schlafen. Nicht einmal das Unkraut wagt sich vor. Nur vereinzelte Triebe übereifrigen Girschs lassen sich zwischen den abgeschnittenen Rosen blicken. Moose feiern eine Party. Laub kuschelt sich in die Wiese.

Herbsthügel

Herbsthügel

Die Vögel sind erstaunlich umtriebig. Amseln, Meisen, Rotkehlchen und Eichelhäher suchen nach Samen und Körnern. Sie wirken geschäftiger als im Frühjahr, geradezu hyperaktiv. Auch das Eichhörnchen sehe ich nun fast jeden Morgen. Es wirkt jedoch keineswegs hyperaktiv. Tut es niemals. Es sitzt auf der Wiese und glotzt in die Gegend. Ab und an lege ich Futter aus. Aber ich könnte ihm die Nüsse vor die Füße rollen, es würde sie nicht finden. Ein Eichhörnchen mit Förderbedarf.

Was mich besonders freut: Meine Lieblingstaube ist nach weitgehender Sommerabstinenz wieder da. Sie ist keine einfach Stadttaube, keine von den schmuddeligen, sondern glänzend und von nobler Geburt. Gediegen spaziert sie über den Rasen und sieht Queen-Mom-haft nach dem Rechten.

Die Garteneule hingegen zeigt sich passiv. Sie hat, seit alle Kästen und Pflanzschalen eingemottet wurden, ihren Platz im Lavendel gefunden.

Garteneule

Meine Garteneule.

Nachdem ich alle Büsche und Stauden zurückgeschnitten habe, liegt nun wieder frei, was sonst im Verborgenen bleibt. Einer meiner Lieblingsorte ist ein Stein, der sommertags sein Zuhause im Schatten unter Farn hat. Er ist dicht mit Moos und Flechten bewachsen – ein eigene, kleiner Kosmos. Er muss schon sehr alt sein; der Quastenflosser meines Gartens.

Lieblingsstein

Bewachsener Lieblingsstein.

Am Wochenende habe ich die letzten Tulpen eingepflanzt: verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Blütezeiten. Schon zehn Minuten nach dem Einpflanzen habe ich vergesse, welche Tulpe wo in der Erde ist. Das nächste Frühjahr wird eine große Überraschungsparty.

Tulpenpflanzwerkzeuge

Tulpenpflanzwerkzeuge

Bis dahin liegt der Garten brach. Direkt nach dem Sommer, nachdem alles in voller Pracht, in Saft und Kraft stand, empfand ich die Vergänglichkeit deprimierend. Inzwischen habe ich mich an den Anblick der kahlen Beete gewöhnt und freue mich sogar ein wenig, das zu betrachten, was aus der reichen Zeit geblieben ist. Das Weniger an Opulenz schärft die Sinne.

Blüten im November

Einige wenige halten sich tapfer.

Ein bisschen warte ich sogar auf Schnee. Damit sich alles endgültig schlafen legt.

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Eine Handwerker-Soap in 5 Akten – Akt 2: „Heit bringe mer noch Putz auf!“

Was bisher geschah: Mitgärtnerin Pia hat Handwerker bestellt. Sie sollen Dach und Fassade der grünen Villa renovieren.

Das Gerüst ist aufgebaut, die Farbe ist geliefert. Die Vorbereitungen sind beendet. Nun kann es losgehen mit den eigentlichen Arbeiten.

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Fortsetzung folgt: „Macht nix! Krieje mer hin!“

Balkonsitzen im November

Ich bin hin- und hergerissen.

Einerseits mag ich es warm. Auf den kanarischen Inseln arbeiten, das ganze Jahr über in Rock und T-Shirt herumlaufen – eine schöne Vorstellung. Gerade schmuddelige Herbsttage liegen mir nicht (es sei denn, ich liege – und zwar auf dem Sofa). Insofern war ich am Wochenende hoch erfreut, als das Thermometer 14 Grad zeigte.

Allerdings: Etwas komisch ist es schon. Ende November auf dem Balkon sitzen und die Sonne genießen? Zwar mit einer Decke im Rücken und in mehr als Badekleidung – aber sonst? Alles wie im Sommer.

Balkon im November

Das Balkonquartier

Nun ja – nicht ganz wie im Sommer. Denn statt Geranien blühen Erika, und nur der Buchsbaum ist noch genauso munter wie im Juli.

Schnee wäre nicht schlecht. Vielleicht nicht ganz so viel wie in den USA. Eher so wie bei der Mäusedoktorin in Finnland. Natürlich mit klirrender Kälte und Sonnenschein. Denn das geht genauso gut wie Kanarische Inseln.

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Eine Handwerker-Soap in 5 Akten – Akt 1: „Tach! Mir wolle des Gerüst uffbaue!“

Seit Mitte Oktober vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens eine Minute fröhlich bin. Der Grund: Mitgärtnerin Pia. Sie renoviert gerade ihr grüne Villa – beziehungsweise: lässt renovieren. Und twittert über die fröhlichen Handwerker, in deren rheinhessischem Dialekt. Weil es so schön ist, habe ich das Ganze mal als Handwerker-Soap zusammengefasst.

Die kleine Serie beginnt mit Teil 1: Gerüstaufbau und sonstige Vorbereitungen.

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Akt 2: „Heit bringe mer noch Putz auf!“

Ein Blick in andere Gärten

Eine amerikanische Studie hat herausgefunden, dass Pflanzen nervös werden, wenn sie verspeist werden sollen. Passend dazu fragt sich Jörg Albrecht in der FAZ, ob Pflanzen eine Würde haben.

Zeit Online hat seine LeserInnen gebeten, ihren Lieblingsbäcker zu nennen. 15.000 Menschen haben mitgemacht. Herausgekommen ist eine Deutschlandkarte des Backgenusses. Ist Ihr Bäcker auch dabei?

Urban Gardening ist in: Naturverbundenheit, Entschleunigung, Slow Food – was der Berliner Hipster stolz vor sich herträgt (und der Stadt beim Sparen hilft), ist den Menschen in den Favelas von Managua ziemlich schnuppe. Sie erhalten durch ein Entwicklungsprojekt, das urbanen Gartenbau fördert, Lebensmittel, die sonst viel zu teuer wären.

Weg vom Garten, hin zum Meer: Australische Forscher haben sich daran gemacht, die Grenzen der Ozeane neu einzuteilen – nach Müllvorkommen.

Zum Schluss ein Weihnachtsgeschenketipp, fair und transparent: Sonnenlicht im Einmachglas, ein ganzer Liter davon.

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Der Garten im Winter

Ich liebe den Winter.

Ich liebe Schnee und Eis, ich liebe sogar diesen eisigen Wind, der die Augen tränen und die Wangen schmerzen lässt. Das Geräusch von unter den Füßen knirschendem Schnee gehört zu meinen Lieblingsgeräuschen und wenn es dicke Flocken schneit, versuche ich diese mit der Zunge zu fangen. (wenn keiner zusieht)

Unglücklicherweise habe ich mir ein Leben im milden Rheintal ausgesucht. Dort schneit es selten. Noch seltener bleibt Schnee liegen. Letzten Winter hat es kein einziges Mal geschneit, ganz selten sank die Temperatur unter null. Sehr enttäuschend. Von den Auswirkungen, die ein Nicht-Winter obendrein auf den Garten hat, erzähle ich ein anderes Mal.

Angeblich gibt es Anzeichen für harte, schneereiche Winter. Wenn es viele Nüsse gibt, zum Beispiel. Oder wenn die Graureiher früh losziehen. Das war in diesem Herbst der Fall, ich rechne also mit ungeahnten Schneemassen, habe mir sogar vorsorglich im Zuge der Hausdachsanierung einen Schneefang auf´s neue Dach schrauben lassen. Ich bin vorbereitet.

Sogar für schneelose Zeiten bin ich vorbereitet, denn wenn mein Garten sich auch in diesem Jahr vielleicht nicht in ein Winterwonderland verwandelt, so kann ich doch wenigstens in Bildern von Wintergärten schwelgen:

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Solch ein schönes Buch! Texte und Bilder (vor allem die Bilder!) sorgen dafür, dass man es eigentlich gar nicht erwarten kann, dass es endlich losgeht mit der klirrenden Kälte. Damit man sich im Garten auf die Suche nach Blättern mit Frostzuckerrand und verdörrten Blüten mit Schneemützen machen kann.

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Wer Ratschläge oder Tipps für den perfekten Winterschnitt von Obstgehölzen sucht, muss in diesem Buch nicht blättern. Es lehrt nicht, es erklärt nichts. Es zeigt nur, dass der Winter keine verlorene Jahreszeit für den Garten ist.

„Der Gärtner braucht genauso seine Winterruhe, wie seine Pflanzen. Man könnte es auch so ausdrücken: es kommt der Punkt, da ist es selbst der passionierte Gärtner vorrübergehend leid, immer für seine Pflanzen da zu sein. Er braucht, wie dies in allem der Fall ist, Abstand. Nicht nur für seine Erholung. Genauso für neue Ideen.“

Besonders der Punkt mit den neuen Ideen gefällt mir. Nachdem ich die wunderschönen Photos gesehen habe, werde ich augenblicklich mit dem Aufräumen und „winterfest machen“ des Gartens aufhören, um möglichem Schnee ein passende Bühne zu bieten.

Das Buch “Der Garten im Winter” von Claus Schulz mit Fotografien von Jürgen Becker, ISBN 978-3-421-03954-5,  ist bei der DVA (Deutsche Verlags-Anstalt) erschienen.

Danke für dieses Rezensionsexemplar!

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Ein Blick in andere Gärten

Der heutige „Blick in andere Gärten“ beginnt mit einem musikalischen Höhepunkt.

Das Blumenbüro Holland ist der Meinung, man solle nicht allzu sehr an einer sterbenden Topffplanze hängen. Verständlich – es verdient schließlich Geld mit neuen Blumen. Um virale Abschiedswilligkeit zu verbreiten, gibt es jetzt diesen Song:

Es folgt direkt das Anschlussthema: Wohin nur mit der Mülltonne, in die die verwelkten Blumen kommen? Renate vom Genießer-Garten hat sich einige Mülltonnenhäuschen angeschaut und schöne Lösungen in Bildern festgehalten.

Der Trend ist: In Supermärkten wird es bald keine Preisschilder aus Papier mehr geben. Stattdessen wird eine digitale Auszeichnung am Regal sichtbar sein. Das ermöglicht es dem Supermarkt theoretisch, mehrmals im Tag die Preise zu ändern. Ein Supermarkt in Hamburg-St.-Georg erprobt den Einsatz.

Der Amazonas-Regenwald schwindet: Pro Stunde (!) wurden in den vergangenen 40 Jahren 526 Fußballfelder abgeholzt.

Am 31. Oktober war Deadline für den Fotowettbewerb von National Geographic. Der Boston Globe zeigt in seiner Rubrik „Big Picture“ eine Auswahl der Einreichungen.

Ben vom Blog „Vegetation daheim“ hat ein neues Smartphone und direkt mal Garten- und Pflanzenapps für Android getestet.

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